Sport treiben oder Sportveranstaltungen besuchen gehört weltweit zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. In der Türkei gehörte in einer im Jahr 2020 durchgeführten repräsentativen Umfrage für 49% der Befragten „Sport treiben“ zu den wichtigsten Hobbies und Interessen. Das Anschauen von Sportübertragungen im Fernsehen wurde von 30% der Teilnehmenden als häufige Freizeitbeschäftigung genannt.

Die beliebteste Sportart in der Türkei ist, wenig überraschend, der Fußball. In Hinterhöfen, auf Pausenplätzen, in Amateurvereinen und den Stadien der großen türkischen Mannschaften wird gespielt, mitgefiebert und der Sport gefeiert.

Fußball ist jedoch nicht die einzige Sportart, die man in der Türkei antreffen kann. Wie in allen Regionen der Welt gibt es auch hier traditionelle Sportarten, die fest in der Kultur verwurzelt sind. Auch der moderne Sport ist in verschiedenen Formen präsent. Zudem bietet das Land mit seiner vielseitigen türkischen Landschaft auch die Möglichkeit, Outdoor-Sport zu betreiben und zu genießen.

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Und los geht's

Traditioneller Sport in der Türkei

Die Entstehung und die Praxis der traditionellen Sportarten sind eng mit der Geschichte Anatoliens verknüpft. Sie haben sich im Laufe von Jahrhunderten entwickelt und haben ihre Ursprünge in unterschiedlichen Kulturen. Heutzutage werden sie in erster Linie als Folklore betrieben, die bei besonderen Anlässen und Feierlichkeiten einen hohen Stellenwert hat.

Cirit –Wurfspeerspiel auf dem Pferd

Pferde spielen in der Geschichte der Türkei eine wichtige Rolle. Die aus Zentralasien stammenden Urahnen der heutigen Türken verbrachten ihr ganzes Leben auf dem Pferd. Es wurde im Kampf eingesetzt und diente als Transportmittel. Stutenmilch galt außerdem als wichtiges Lebensmittel. So ist es nicht überraschend, dass das Pferd auch im größten Zeremonien- und Sportspiel des Osmanischen Reichs zum Einsatz kommt: dem Ciritspiel.

Heutzutage wird es hauptsächlich auf dem Land bei türkischen Volksfesten oder großen Hochzeiten gespielt. Einmal jährlich, am zweiten Sonntag im September, finden in Söğüt die Ertuğrul Gazi Feste statt, bei denen das Cirit-Spiel weiterhin einen hohen Stellenwert hat.

Beim Ciritspiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an, die sich auf ihren Pferden auf dem Platz gegenüberstehen. Ein einzelner Spieler reitet dann auf die Gegner zu, ruft den Namen des Reiters, den er herausfordern will, bewirft ihn mit einem Speer und galoppiert an seinen Platz zurück. Dabei wird er von dem gegnerischen Spieler verfolgt, der ihn seinerseits mit Speeren bewirft. Jedes Mal, wenn der Reiter getroffen wird, erhält die Mannschaft des Werfenden einen Punkt. Trifft er jedoch das Pferd, wird ein Punkt abgezogen.

Um das Verletzungsrisiko zu vermindern werden die Speere heute aus weichem Pappelholz hergestellt. Trotzdem kann es durch Treffer am Kopf oder Stürze zu schweren Verletzungen kommen.

Türkisches Ölringen ist noch heute eine beliebte Sportart.
Ringen oder Wrestling ist in vielen Kulturen verbreitet. In der Türkei gibt es eine Variante, bei der man den Körper mit Öl einreibt. | Quelle: CharlesFred via Visualhunt

Hier erfährst Du alles über die Religion in der Türkei.

Karakucak güreşi – Ringkampf

Verschiedene Arten von Ringkämpfen sind in den meisten Kulturen der Welt bekannt und beliebt. Karakucak ist einer von zwei landesweit verbreiteten, traditionellen Wrestling-Stilen der Türkei. Die Ringer kämpfen barfuß, mit nacktem Oberkörper und tragen Hosen aus einem robusten Stoff, zum Beispiel Segeltuch. Gekämpft wird meist auf dem Rasen oder einem erdigen Boden.

Zu Beginn des Wettkampfs werden die Ringer nach Alter, Stärke, Kunstfertigkeit und Größe in Gruppen eingeteilt. Nach den Ausscheidungsrunden kommt es zur Begegnung der besten Kämpfer jeder Gruppe. Nach dem K.O.-System wird schließlich ein Sieger auserkoren, der mit Preisen belohnt wird. Ein Kampf gilt als gewonnen, wenn man den Gegner auf den Rücken gezwungen hat.

Die Ringkämpfe finden häufig an Festtagen und bei Hochzeiten statt. Begleitet werden sie von traditioneller türkischer Musik.

Der Karakucak-Ringkampf entstand in Zentralasien und hat sich durch die Völkerwanderung über ganz Anatolien verbreitet. Die Regeln wurden über Jahrhunderte nicht verändert und er wird heute noch in seiner ursprünglichen Form ausgetragen.

Yağlı güreşi – türkisches Öl-Ringen

Der Öl-Ringkampf ist die zweite Form im türkischen Wrestling. Der Ablauf und die Regeln sind ähnlich wie beim Karakucak-Ringen, außer dass die Körper mit Olivenöl eingerieben werden. Die beiden Kämpfer, Pehlivan genannt, ölen sich vor dem Kampf gegenseitig ein, um sich gegenseitig ihren Respekt zu zeigen.

Durch das Öl sind die Körper sehr rutschig, wodurch viele Griffe aus anderen Wrestling-Arten gar nicht erst möglich sind. Daher greifen sich die Pehlivan hauptsächlich an den Hosen. Ein Kampf ist gewonnen, sobald der Gegner mit beiden Schultern auf den Boden gedrückt oder hochgehoben und drei Schritte weit getragen werden kann.

In der ursprünglichen Form gab es für Öl-Ringkämpfe kein Zeitlimit. Es wurde bis zur Erschöpfung gekämpft. Heute werden die Kämpfe auf 30 bis 40 Minuten beschränkt. Steht in dieser Zeit kein Sieger fest, kommt es zu einer Verlängerung von 10 bis 15 Minuten, in der Punkte vergeben werden.

Die Kämpfe werden von einer Art Moderator, dem Cazgır, begleitet. Dieser spricht Gebete, fungiert als Ansager und hat die Verantwortung, die Ordnung auf dem Platz zu wahren. Zur Unterhaltung des Publikums und Unterstützung der Ringer, wird auf Trommeln und Oboen musiziert.

Der wichtigste Wettkampf ist das Kırkpınar-Turnier, das seit dem 1360 belegt und somit den Weltrekord für den am längsten laufenden Sportwettkampf hält.

Erfahre alles zum Thema Türkeistämmige in Deutschland.

Deve güreşi – Kamelringen

Für den traditionellen westanatolischen Kamelkampf wird eine spezielle Kamelrasse, Tülü, gezüchtet, die eine Mischung aus einem zweihöckrigen Kamel väterlicherseits und einem einhöckrigen Kamel mütterlicherseits ist.

Bei den Wettkämpfen, die immer in den Wintermonaten zur Brunftzeit der Kamele stattfinden, treten zwei männliche Tiere in einer Arena gegeneinander an. Am Tag zuvor werden bei einem Schönheitswettbewerb die Kamele gekürt, die an den Kämpfen teilnehmen werden. Dazu werden sie bunt geschmückt und mit Glöckchen behängt.

Am Kampftag wird den Kampfkamelen das Maul zugebunden, um die Verletzungsgefahr zu minimeren. Von der Brunst getrieben, greifen sie einander in der Arena an. Die Besitzer haben die Möglichkeit, den Kampf jederzeit abbrechen zu lassen. Beendet ist er, wenn ein Kamel seinen Gegner abdrängt, zum Schreien bringt oder niederringt.

Das traditionelle Kamelringen wird heute noch in der Ägäis, dem Marmaragebiet und der Mittelmeerregion durchgeführt, was von Tierschutzgruppen stark kritisiert wird.

Kamelringen gehört zu den traditionellen türkischen Sportarten.
Beim Kamelringen treten zwei männliche Kamele gegeneinander an. | Quelle: Roberto Martins via Unsplash

Boğa güreşi - Stierkampf

In der Provinz Artvin findet jährlich in der dritten Juniwoche ein traditionelles Fest statt, dessen Höhepunkt die dreitägigen Stierkämpfe sind. Anders als beim spanischen Stierkampf, tritt hier nicht Mensch gegen Tier an und es wird besonders darauf geachtet, dass sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen.

Ähnlich wie beim Kamelkampf wird die Rivalität zwischen den Tieren ausgenutzt, um sie gegeneinander kämpfen zu lassen. Beendet ist ein Kampf, wenn einer der Stiere aufgibt und sich zurückzieht.

Türk okçuluğu – Türkisches Bogenschießen

Das traditionelle Türkische Bogenschießen wurde 2019 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Entsanden ist die Praktik in Zentralasien, wo Pfeil und Bogen die wichtigsten Kriegswaffen waren und auch zur Jagd genutzt wurden. Seine Blütezeit erlebte die Kunst des Bogenschießens im Osmanischen Reich. Die Ausrüstung wurde perfektioniert und nach und nach wurde es zu einem beliebten Volkssport.

Der herausragende türkische Bogen erfreute sich schon zu jener Zeit auch in Europa großer Beliebtheit. Heutzutage wird er, in einer modernen Version, von Sportschützen auf der ganzen Welt eingesetzt.

Türkischer Fußball

Ob auf der Straße oder im großen Stadion, Fußball wird in der Türkei überall voller Leidenschaft gespielt. Die Sportart ist im späten 19. Jahrhundert ins Osmanischen Reich gekommen und wurde seither immer beliebter. Spätestens seit die türkische Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2002 den dritten Platz belegt hat, ist auch international bekannt, dass in der Türkei guter Fußball gespielt wird.

Der Verein Galatasaray Istanbul feierte den größten Erfolg einer türkischen Vereinsmannschaft bereits im Jahr 2000 mit dem Gewinn des UEFA-Cups und des UEFA-Supercups. Mit 22 Meistertiteln der höchsten türkischen Spielklasse, der Süper Lig, ist Galatasaray insgesamt der erfolgreichste türkische Verein.

In der Süper Lig werden seit 1959 professionelle Ligaspiele zwischen 18 Mannschaften ausgetragen. Dabei dominieren seit Beginn an die drei Istanbuler Vereine Galatasaray, Fenerbahçe und Beşiktaş. In den letzten Jahrzehnten konnte sich zudem der Trabzonspor Kulübü regelmäßig an der Tabellenspitze durchsetzen, weshalb man heute von den „4 Großen“ des türkischen Fußballs spricht.

Fußball ist in der ganzen Türkei beliebt.
Galatasaray Istanbul gehört zu den erfolgreichsten türkischen Mannschaften. | Quelle: Jorono via Pixabay

Kennst Du bereits die berühmtesten türkischen Persönlichkeiten?

Weitere beliebte Sportarten

Die zweitbeliebteste Mannschaftssportart in der Türkei ist Basketball. Seit 1966 spielen 16 Teams in der Basketbol Süper Ligi um den Meistertitel. Die drei erfolgreichsten Mannschaften sind Anadolu Efes, Fenerbahce und Eczacibasi. Die türkische Basketballnationalmannschaft erreichte sowohl bei der Europameisterschaft 2001 als auch der Weltmeisterschaft 2010 den zweiten Platz.

Volleyball gehört insbesondere bei Frauen zu den beliebtesten Sportarten der Türkei. Die „Filenin Sultanları“, die Türkische Volleyballnationalmannschaft der Frauen, spielt seit einigen Jahrzehnten um Spitzenplätze in der Weltrangliste. Auch die Frauenvolleyballteams der Vereine Fenerbahçe, Eczacıbaşı und Vakıfbank haben bereits zahlreiche internationale Titel gewonnen.

Ein beliebter Individualsport, in dem regelmäßig Medaillen internationaler Wettkämpfe an die Türkei gehen, ist das Gewichtheben. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gehören türkische Gewichtheber*innen zu den erfolgreichsten der Welt. Darunter Nurcan Taylan, die insgesamt sechs Europa- und einen Weltrekord hält.

Sportliche Aktivitäten im Türkei-Urlaub

Tauchen gehört zu den beliebtesten Sportarten für Urlauber in der Türkei.
Die Türkei bietet viele Möglichkeiten für Sport im Urlaub. Die Region um Antalya eignet sich besonders gut zum Tauchen. | Quelle: Hazal Ozturk via Unsplash

Wer seinen Urlaub in der Türkei gerne mit sportlichen Aktivitäten verbringen möchte, kann in der vielseitigen Landschaft ganz auf seine Kosten kommen. Insbesondere die Küstenabschnitte der Provinz Antalya im Südwesten der Türkei sind bekannt für ihre schönen und spektakulären Tauchgebiete. Auch die Ägäis- und Mittelmeerregion sind beliebte Reiseziele für Taucher*innen.

Die geografischen Besonderheiten der Türkei machen das Land auch für das Wandern attraktiv. Auf dem Lykischen Weg bewegt man sich bei einem beeindruckenden Blick auf die Küste zwischen idyllischen Dörfern, antiken Ruinen und Pinien- und Zedernwäldern. Für Gebirgswanderungen bieten sich unter anderem Kappadokien und das Ostpontische Gebirge an.

Das Fischerdorf Alaçati an der tükrischen Westküste liegt nur 6 Kilometer von einem beliebten Surfspot entfernt. Mit flachem Wasser und Windsicherheit ist die Bucht bestens zum Windsurfen geeignet. Wellensurfer*innen werden hingegen in Alanya am Mittelmeer oder in der Gegend um Rumeli Feneri am Schwarzen Meer auf ihre Kosten kommen.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.