Jede Region der Welt und jede Kultur hat ihre eigene Musik, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Es kommen verschiedene Instrumente zum Einsatz, die Rhythmik und auch das verwendete Tonmaterial kann Aufschluss über die Herkunft eines Liedes geben. Auch in modernen Musikrichtungen werden gerne Elemente aus traditioneller, folkloristischer Musik verwendet und so am Leben erhalten.

In diesem Artikel nehmen wird Dich mit in die Welt der türkischen Musik. Du erfährst alles über ihre Besonderheiten und lernst verschiedene Musikrichtungen, von traditionell bis modern, kennen.

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Und los geht's

Besonderheiten der türkischen Musik

Die traditionelle türkische Musik lässt sich in zwei Kategorien einteilen: einerseits die klassische Türkische Musik (auch Kunstmusik genannt), zu der die religiöse türkische Musik und die Janitscharenmusik gehören, andererseits die türkische Volksmusik, die je nach Region von unterschiedlichen Traditionen geprägt ist.

Beide Musikrichtungen weisen Elemente aus verschiedenen Musikkulturen auf und haben ihrerseits wiederum die Musiktradition anderer Regionen und Kulturen beeinflusst. Um das etwas besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Türkei.

Ein Einblick in die Geschichte der türkischen Musik

Über tausende von Jahren sind türkische Nomadenstämme aus Zentralasien nach Anatolien eingewandert und wurden dort sesshaft. Dort vermischten sich ihre Traditionen und kulturellen Praktiken mit der damals in Anatolien vorherrschenden byzantinischen Kultur.

Im Mittelalter begründete die türkischstämmige, muslimische Fürstendynastie der Seldschuken das Reich der Großseldschuken, das sich über Teile Mittel- und Vorderasiens (vor allem Anatolien, Iran, Irak, Syrien und Turkmenistan) erstreckte. Dabei kam es zu einer Durchmischung der Kulturen mit den auf diesen Gebieten lebenden Völkern.

Die traditionelle türkische Musik wurde von verschiedenen Kulturen beeinflußt.
Die türkische Musikgeschichte ist geprägt von Völkerwanderungen und Eroberungen durch verschiedene Großreiche. | Quelle: Joanna Kosinska via Unsplash

Nach dem Niedergang der Seldschuken entstanden im Westen des ehemaligen Reiches kleinere Fürstentümer, darunter das der Osmanen, die den Krieg gegen das benachbarte byzantinische Reich fortsetzen. Die Osmanen brachten im Laufe des 15. Jahrhunderts einen Großteil Anatoliens unter ihre Herrschaft, eroberten Konstantinopel und schufen ein Imperium, das sich über große Teile der arabischen Halbinsel, des Mittelmeerraums und Südosteuropas bis zu den Schwarzmeergebieten erstreckte.

Im Osmanischen Reich war ein Vielvölkerstaat, in dem nicht zwischen Ethnien, sondern der Religionszugehörigkeit unterschieden wurde. So verband sich auch die musikalische Tradition Anatoliens mit Elementen aus den verschiedenen Kulturen des türkischen Reiches.

Die musikalischen Eigenheiten

Ein fundamentales Merkmal türkischer Musik ist das mikrotonale Tonsystem, bei dem Intervalle vorkommen, die kleiner als ein Halbtonschritt sind. Ein Ganzton besteht aus neun Unterteilungen, die Koma genannt werden. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der westlichen klassischen Musik, die einen Ganzton in zwei Halbtöne, als kleinstes Intervall, unterteilt.

In der türkischen sowie arabischen und persischen Kunstmusik nennt man den Modus (tonales Ordnungssystem) eines Musikstücks Makam. Diese Tonleitern entstehen durch eine Aneinanderreihung von festgelegten Vierer- und Fünfertonketten und können in höheren und tieferen Oktaven verändert werden.

Ein weiteres wichtiges Element türkischer Kunstmusik ist die rhythmisch freie Improvisation, die Taksim genannt wird. Taksim werden verwendet um eine Tonlage einzuleiten und kommen daher am Anfang eines Stücks und mittendrin vor einem Tonlagenwechsel zum Einsatz.

Jedem Stück ist eine Taktfolge, ein Usul, zugeordnet, die ein bestimmtes rhythmisches Muster aufweist. Kleine Taktfolgen bestehen aus 2 bis 15 Teilen, während große Taktfolgen bis zu 124-teilig sein können.

In diesem Video kannst Du Dir einen Usul im 8/8-Takt anhören:

Die Musiktradition wurde über lange Zeit ausschließlich mündlich überliefert. Notationen sind in der Regel erst nachträglich entstanden, um die vorherrschende Musikpraxis theoretisch aufzuarbeiten.

Die Instrumente in der Türkischen Musik

Die wichtigsten Instrumente in der traditionellen türkischen Musik sind Saiteninstrumente, meist in Form von Lauten, Blasinstrumente und verschiedene Arten von Trommeln. Welche Musikinstrumente genau zum Einsatz kommen, unterscheidet sich je nach Stilrichtung und Region.

  • Türkische Kunstmusik
    • Oud oder Ud (Kurzhalslaute)
    • Tanbur (Langhalslaute)
    • Ney (Rohrflöte)
    • Kanun (Kastenzither)
    • Darbuka (Bechertrommel)
  • Türkische Volksmusik:
    • Saz oder Bağlama (Langhalslaute)
    • Zurna (Doppelrohrblattinstrument)
    • Mey (Doppelrohrblattinstrument)
    • Dilli Düdük (Rohrpfeife)
    • Çoban Kavalı (Hirtenflöte)
    • Davul (Zylindertrommel)
    • Tulum (Sackpfeife aus Ostanatolien)
    • Kemençe (gestrichene Kastenhalslaute aus der Schwarzmeerregion)

Obwohl instrumentale Volksmelodien weit verbreitet sind, basiert die traditionelle türkische Musik auf gesungenen Liedern, bei denen der Text eine wichtige Rolle spielt. Die meisten Lieder beziehen sich auf ein bestimmtes Ereignis oder Thema, das viele Menschen betrifft oder lokale Geschehnisse. Liebe, Sehnsucht, Freude, Tod aber auch Heldentaten, Räubergeschichten, Kriege, Naturkatastrophen und Volksaufstände gehören zu den wichtigsten Motiven türkischer Volkslieder.

Die menschliche Stimme ist gewissermaßen das wichtigste Instrument der türkischen Musik. In der Instrumentalmusik wird versucht den Ausdruck des Gesangs nachzuahmen.

Auch heute werden in der türkischen Musik noch viele traditionelle Instrumente eingesetzt.
Die Ney ist eine traditionelle Flöte. | Quelle: The Humantra via Pexels

Traditionelle türkische Musik

Klassische türkische Musik

Die türkische Kunstmusik hat ihren Ursprung im Osmanischen Reich zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Während rund 600 Jahren galt sie als die authentische türkische Musik, die von der osmanischen Elite gefördert und praktiziert wurde. Sie enthält Spuren von römisch-byzantinischen Musikelementen und wurde stark von der islamischen Kultur und den höfischen Stilen aus Persien und Indien geprägt.

Bei der osmanischen Kunstmusik handelte es sich in erster Linie um Vokalmusik, bei der ein Sänger von einer Instrumentalgruppe begleitet wird. Anders als in der westlichen Musik kommen keine Bassinstrumente zum Einsatz, die eine harmonische Grundlage bilden, auf der eine Harmonie aufgebaut wird. Die klassische türkische Musik ist monophon (einstimmig).

In der Aufführungspraxis wurden die Kunstlieder in größeren Zyklen (Fasıl) zusammengefasst. Während der klassisch osmanischen Periode des 17. und 18. Jahrhunderts war folgende Fasıl-Form üblich:

  • instrumentales Taksim
  • Instrumentalkomposition
  • vokales Taksim
  • Hauptteil aus mehreren Kunstliedern
  • Instrumentalkomposition

Die Texte der Lieder entstammten hauptsächlich der höfischen Divan-Literatur, die vor allem aus idyllisch-hymnischen Gedichten über die Schönheit, die Liebe und die Natur besteht.

Dinî müzik - Religiöse Musik

In vielen konservativen islamischen Kreisen wurde Musik sehr kritisch gesehen, weshalb sich die religiöse Musiktradition nur in Form oraler Rezitation des Koran entwickelte.

Eine Ausnahme findet sich im Sufismus. In den Zeremonien verschiedener Sufi-Orden kommen Instrumente wie die Ney, die Saz und Trommeln zum Einsatz und es werden Gebete sowie Gedichte des Gründers des Mevlevi-Ordens Dschalal ad-Din ar-Rumi gesungen. Zu der Musik vollführen die Derwische einen wirbelnden Drehtanz (sema), um in religiöse Ekstase zu verfallen.

Mehter müziği – Janitscharenmusik

Die Janitscharenmusik war die Militärmusik des Osmanischen Reiches, die bei Militärparaden und Truppenbewegungen vor Schlachten gespielt wurde, um die Kämpfer zu motivieren und den Feind einzuschüchtern.

Eine Mehter takımı, eine osmanische Militärkapelle, war mit den Instrumenten

  • Zurna
  • Davul
  • Boru (gewundene Trompete)
  • Nafir (gerade Trompete)
  • Nakkare (kleine Doppelpauken)
  • Tabılbaz (große Doppelpauken
  • Zil (Paarbecken
  • Çağana (Schellenbaum)

besetzt. Zum größten Teil wurde klassische türkische Musik gespielt, die als Lob auf Kriegshelden geschrieben worden war. Die Rhythmik erinnert, wie bei vielen Formen der Militärmusik, an marschierende Soldaten.

Türkische Volksmusik

Während die Volksmusik war am Hof und bei der osmanischen Elite verpönt war und teilweise auch aus religiösen Gründen abgelehnt wurde, erfreute sie sich in ländlichen Gegenden großer Beliebtheit und gehört noch heute zu jedem türkischen Volksfest. Durch die breite Verteilung entwickelten sich regionale Eigenheiten, die sich in der Musik aber auch den Texten niederschlagen.

Die türkische Volksmusik kennt zwei Hauptprinzipien:

  • Uzun Hava (lange Melodie): Melodie und Ablauf des Stücks sind festgelegt, die Rhythmik ist frei
  • Kırık Hava (gebrochene Melodie): auch Taktmaß und Rhythmus sind vorgegeben

Viele Volkslieder sind in mehreren türkischen Regionen bekannt. Jedoch werden in verschiedenen Gegenden oft dieselben Texte mit unterschiedlichen Melodien gesungen, oder auch andersherum. Die Volksmusik ist heute eine hochangesehene Kunstform, die am Konservatorium studiert werden kann. Die alten Lieder, die sich ursprünglich gegen die Osmanische Oberschicht richteten, werden auch aktuell noch als Protestlieder verstanden und gesungen.

Hier findest Du alles über Sport in der Türkei.

Moderne türkische Musik

Die Geschichte der modernen türkischen Musik beginnt im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts mit dem Übergang vom Osmanischen Reich zur Republik Türkei. Während die Kunstmusik nun nicht mehr gefördert wurde, erhielt die Volksmusik eine neue und breitere Beachtung. Hinzu kam durch die Europäisierung ein verstärkter musikalischer Einfluss aus dem Westen.

Unter den bekanntesten türkischen Persönlichkeiten finden sich auch einige Musiker*innen.

Arabeske

Die Arabeske entstand in den 1940er Jahren aus dem arabischen Raks Şarkı (auch „Bauchtanzmusik“ genannt). Ab den 60er Jahren wurde sie mehr und mehr mit Elementen aus der türkischen Volksmusik und westlicher Popmusik verbunden.

Die Entwicklung ging mit der Landflucht der ärmeren Bevölkerung einher, durch die sich um die großen Städte herum Außenquartiere mit einfachen Behausungen bildeten. Die Arabeske ist ein Ausdruck des Lebensgefühls der ehemaligen Dorfbewohner, die sich in ganz neuen Lebensumständen wiederfanden.

Die Texte der Lieder sind oft geprägt von tiefem Schmerz und Trauer. Es werden Alltagssorgen, Heimweh, Trennung von geliebten Menschen, Armut und unerfüllte Liebe besungen.

Popmusik

Neben der Arabeske kennt die populäre türkische Musik eine Strömung, die sich stärker an der westlichen Popmusik orientiert. Die Songtexte sind jedoch in der Regel auf Türkisch und auch in diesem Stil sind weiterhin orientalische Einflüsse zu hören. Ab den 90er Jahren erfreute sich der Stil wachsender Beliebtheit und wurde durch Sänger wie Tarkan auch international bekannt.

Anadolu Rock und Özgün Müzik

Ab den 1960er Jahren hielt auch die amerikanische Rockmusik Einzug in die türkische Musikwelt. In Verschmelzung mit türkischer Volksmusik entstand daraus der Anadolu Rock. Rund zwanzig Jahre später wurde Kultur zunehmend mit politischem Protest verbunden. Die neuentstandene Form, in der die Bağlama eine wichtige Funktion einnimmt, wird Özgün Müzik oder Protest Müzik genannt.

Türkischer Hip-Hop

Der türkische Hip-Hop entstand Ende der 80er, Anfang der 90er Jahren in Deutschland in der aufkommenden deutsch-türkischen Jugendsubkultur. Amerikanischer und deutscher Hip-Hop werden mit traditionellen türkischen Instrumenten vereint, die Texte sind überwiegend auf Türkisch.

Der Bandzusammenschluss Cartel machte das Genre auch in der Türkei bekannt und populär, woraufhin auch vor Ort eine eigene Hip-Hop-Szene entstand.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.