"Das Glück folgt meist denen, die es fliehen, und flieht die, die ihm folgen."

— Erasmus

In den Jahren 2017-2018 haben über 350.000 internationale Studierende am Erasmus-Programm teilgenommen. Das beliebteste Land war dabei Frankreich, an zweiter Stelle steht Spanien.

Es gibt zahlreiche Abkommen zwischen deutschen und spanischen Universitäten, die es einem internationalen Studenten erlauben, in Spanien zu studieren.

Wenn euch die Bewerbung und Einschreibung verwirren, ihr nicht wisst, wann welche Frist eingehalten werden muss oder ihr euch einfach fragt, warum man im Ausland studieren sollte, dann seid ihr hier richtig. Wir haben die wichtigsten Infos für Studieren in Spanien zusammengestellt.

Die Voraussetzungen für ein Studium in Spanien

Deutsche Studenten können in anderen Ländern der Europäischen Union studieren und im Ausland leben, ohne dass sie ein Visum benötigen. Ihr benötigt lediglich euren Reisepass.

Dazu gehört auch Spanien. Auch dort benötigt ihr kein Visum.

Um in Spanien zu studieren, braucht man als Deutsche kein Visum.
Für ein Studium in Spanien braucht ihr kein Visum. |Quelle: Unsplash

Es gibt ein paar Bedingungen:

  • Meldet euch an einer Universität (oder einer anderen Einrichtung) an, um dort zu studieren oder um ein Praktikum oder eine Arbeitsstelle zu absolvieren.
  • Ihr müsst über ausreichende Mittel verfügen, um im Ausland zu überleben.
  • Ihr müsst krankenversichert sein.

Als Student in Spanien zurechtkommen

Für europäische Länder könnt ihr eine EHIC erhalten. Es wird jedoch empfohlen, sich in jedem Fall versichern zu lassen.

Die EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte) bedeutet, dass die Gebühren für die medizinische Versorgung übernommen werden. Reise- und Krankenversicherungen findet ihr auf vielen Websites und bei deutschen Versicherungsgesellschaften.

Die Karte ist kostenlos und bis zu fünf Jahre gültig. Mit der Karte habt ihr die gleiche medizinische Versorgung wie die eines spanischen Staatsbürgers. Allerdings kostet nicht alles so viel wie in Deutschland. Deshalb sind Krankenversicherung und Reiseversicherung wichtig.

Es wird empfohlen, in öffentliche Krankenhäuser oder ein centro de salud zu gehen, damit euch für die medizinische Versorgung kein Vermögen berechnet wird.

Dies gilt für jeden, der sich weniger als drei Monate in Spanien aufhält. Für einen längeren Zeitraum ist es empfehlenswert, eine spanische Krankenversicherung abschließen.

Prüft euren Anspruch für ein Studium in Spanien

Um in Spanien studieren zu können, braucht ihr ein Zugangsausweis (credencial de acceso) von der Universidad Nacional de Educacion a Distancia (UNED), der die Gültigkeit eures Abiturzeugnisses belegt.

Das könnt ihr alles online erledigen, indem ihr ein Konto erstellt und dann den Antrag ausfüllt.

Danach müsst ihr ein Online-Dokument ausfüllen. Das ist auf Spanisch, also stellt sicher, dass ihr keinen eurer Spanischkurse verpasst. 

Vor dem Studium in Spanien muss man ein Zertifikat beantragen.
Man braucht ein "credencial de acceso" um in Spanien zu studieren. |Quelle: Unsplash

Zwei Sachen im Antrag können Probleme verursachen:

  • Provincia de Nacimiento: Region der Geburt.
  • Tipo Recogida: Art der Abholung. Wenn ihr den Antrag nicht in Madrid abholen könnt, solltet ihr am besten Envío por correo al domicilio indicado auswählen.

Es gibt drei Arten von Feldern:

  • Ciencias y Tecnología (Wissenschaft und Technik)
  • Humanidades y Ciencias sociales (Geistes- und Sozialwissenschaften)
  • Artes - artes plásticas imagen y diseño; o artes escénicas, música y danza (Kunst).

Abhängig von euren Noten und dem Durchschnitt eurer Ergebnisse, erhaltet ihr eine Punktzahl bis 10, die für spanische Universitäten gilt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass ihr gute Noten schreibt. Denn die Konkurrenz um Studienplätze an spanischen Universitäten ist groß. Ihr müsst euch normalerweise vor Juli bewerben.

Wenn ihr bereits in Deutschland studiert habt, könnt ihr mithilfe des Erasmus-Programms euer Studium in Spanien fortsetzen. Dabei kann man seinen Abschluss vom spanischen Bildungsministerium umwandeln lassen und sich in den Kurs eurer Wahl einschreiben.

Um den credencial de acceso zu erhalten, müsst ihr 105 € bezahlen. Bevor ihr eure Unterlagen abschickt, ist es sinnvoll, zu kontrollieren, ob man das Formular korrekt ausgefüllt hat und ob man den Zahlungsbeleg ausgedruckt hat.

Den zweiten Antrag schickt ihr mit den folgenden Unterlagen per Post an das UNED:

  • Zwei unterzeichnete Kopien der Formulare.
  • Eine Kopie eures Zahlungsnachweises.
  • Eine Fotokopie eures Abiturzeugnisses
  • Eine Abschrift eurer Ergebnisse
  • Eine Fotokopie eures Personalausweises (Vorder- und Rückseite)

Versichert euch, dass die Fotokopien von der spanischen Botschaft beglaubigt sind. Dazu solltet ihr die Fotokopien und Originale mitbringen. Den Antrag kann man auch vor dem Erhalt des Abiturzeugnisses einreichen und die Ergebnisse später einsenden.

In Spanien studieren dank Erasmus+

Wenn ihr während des Studiums nach Spanien gehen möchtet, könnt ihr ein Erasmus-Stipendium beantragen. Dieses kann zwischen 120 und 150 Euro pro Monat betragen und einen Teil eurer Kosten decken.

Was passiert aber, wenn ihr das Erasmus-Stipendium nicht erhaltet?

Es gibt zum Glück auch noch andere Arten der finanziellen Unterstützung für Studierende, die im Ausland studieren möchten. Ob ihr nun Wirtschaft, Sprache und Kultur, Naturwissenschaften oder Geisteswissenschaften studieren möchtet, es gibt Stipendien für die Besten und Klügsten.

Erkundigt euch bei eurer Universität nach den anderen Arten von Stipendien, Hilfen und finanzieller Unterstützung, die euch zur Verfügung stehen.

Man kommt ohne Probleme von Deutschland nach Spanien.
Von zahlreichen Flughäfen in Deutschland kann man nach Spanien fliegen. |Quelle: Unsplash

Die Studiengebühren und Kosten in Spanien sind wie folgt:

  • Hochschulabschluss (grado) an einer öffentlichen Universität: zwischen 535 € und 1.280 € pro Studienjahr.
  • Hochschulabschluss (grado) an einer privaten Universität: zwischen 5.335 und 12.805 € pro Studienjahr.
  • Master-Abschluss: zwischen 995 € und 1.920 € pro Studienjahr.

Besucht doch mal das internationale Büro eurer Universität, wo ihr viele Informationen und Tipps erhalten könnt. Wenn ihr euch vor März bewerben möchtet, müsst ihr in der Regel eine Bewerbung mit folgenden Unterlagen einreichen:

  • Ein Bewerbungsschreiben
  • Ein Empfehlungsschreiben von Lehrern
  • Eine Übersicht eurer Noten

In einigen Fällen müsst ihr einen Sprachtest machen. Es lohnt sich also, vorher herauszufinden, was die Prüfung oder der Test beinhaltet und sich darauf vorzubereiten.

Außerdem müsst ihr einen Erasmus-Studienvertrag abschließen, in dem der von euch angestrebte Studiengang mit Vorlesungen und Kursen, sowie die entsprechenden ECTS-Credits (European Credit Transfer System) aufgeführt sind. Dies ist wichtig, um euren deutschen Abschluss zu bestätigen, wenn ihr zurückkommt. Die Dokumente müsst ihr unbedingt im Voraus dem internationalen Büro eurer Uni vorlegen.

Aufenthalte länger als 3 Monate

Für Aufenthalte von mehr als 3 Monaten, meldet euch auch bei den örtlichen Behörden. Obwohl ihr für einen Aufenthalt von mehr als 3 Monaten kein Visum benötigt, solltet ihr euch bei der örtlichen Polizei oder im Rathaus registrieren lassen.

Dabei werden euer Name, eure Adresse und das Datum eurer Anmeldung angegeben. So erhalten ihr einen Beweis, dass ihr in dem Land leben und studieren dürft. Außerdem ist es eine zusätzliche Sicherheit für euch, die ihr nur erneuern müsst, wenn sich eure Adresse ändert.

Hier sind die Dokumente, die ihr braucht:

  • Euren Personalausweis oder Reisepass
  • Nachweis der Immatrikulation
  • Nachweis der finanziellen Mittel
  • Nachweis der Krankenversicherung

Dieser Nachweis kostet in Spanien 11 €. Ihr solltet das Dokument jederzeit bei euch tragen, da ihr für das Nichttragen des Nachweises mit einer Geldstrafe belegt werden könnt.

Es gibt vieles zu beachten, wenn man sich für ein Studium in Spanien bewirbt.
Bei der Bewerbung für ein Studium in Spanien muss man einiges beachten. |Quelle: Unsplash

Mit diesem Dokument könnt ihr die Ausländer-Identifikationsnummer (N.I.E.) beantragen. Diese erhält man beim Finanzamt oder bei der Einwanderungsbehörde.

Die N.I.E. wird benötigt, um ein Bankkonto in Spanien zu eröffnen, einen Telefonvertrag oder Internet, Reisetickets, Wasser oder Strom zu bekommen.

Die Beantragung eurer N.I.E. kann lange dauern, vor allem in den größeren Städten. Wenn ihr also wisst, dass ihr länger als 3 Monate in Spanien bleiben werdet, solltet ihr so bald wie möglich mit dem Verfahren beginnen.

Wenn ihr länger als geplant in Spanien bleiben wollt, müsst ihr nachweisen, dass ihr noch an der Universität immatrikuliert sind, noch über die nötigen Mittel und eine Krankenversicherung verfügt. Ist dies nicht der Fall, könntet ihr an der Grenze zurückgeschickt werden.

Seid ihr also bereit, ein Studium in Spanien aufzunehmen?

Für den Fall, dass ihr euch immer noch etwas verloren fühlt, haben die meisten Universitäten ein Internationales Büro, wo ihr euch auf eure Abreise vorbereiten und mit einem Berater sprechen könnt.

Ganz gleich, wie lange ihr in Spanien studieren möchtet, ein Auslandsaufenthalt als Austauschstudent hat viele Vorteile!

Wenn ihr nur eure Sprachkenntnisse auffrischen möchtet, könnt ihr auch einen intensiven Sprachaufenthalt in vielen spanischen Städten wie Sevilla, Granada, Madrid, Barcelona, Valencia usw. absolvieren. Wenn ihr nur einen Sommer im Ausland verbringt, zeigt dies zum einen, dass ihr bereit sind, ins Ausland zu gehen, außerdem sammelt ihr wichtige Erfahrungen für euch und euren Lebenslauf.

Ein internationales Studium ist viel einfacher, da ihr kein Studentenvisum benötigt und viele Arbeitgeber heute nach Absolventen mit interkultureller und internationaler Erfahrung suchen.

Es gab noch nie eine bessere Zeit, um ins Ausland zu gehen, auf dem spanischen Campus herumzuhängen und eine internationale Ausbildung zu erhalten.

Wenn ihr euer Spanisch auffrischen möchtet, könnt ihr euch auch von den privaten Nachhilfelehrern auf Superprof helfen lassen. Dabei könnt ihr nach Fach und Ort suchen und es gibt drei Arten von Tutorien: Einzel-, Online- und Gruppenunterricht. Ein Pluspunkt ist, dass die meisten Tutoren die erste Unterrichtsstunde kostenlos anbieten, damit ihr sehen könnt, ob ihr zurechtkommt und ob ihre Lehrmethoden für euch geeignet sind.

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Elissa

Leidenschaftliche Weltenbummlerin, Köchin und Lebensgenießerin.