Ich habe die schmerzlichsten Erinnerungen an Spanien, aber ich habe nur sehr wenige schlechte Erinnerungen an Spanier.

— George Orwell

Spanier haben den Ruf, warmherzig und gastfreundlich zu sein. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn sie euch beim ersten Treffen einen Kuss geben und das kann für einen Deutschen etwas verwirrend sein.

Das Land beherbergt mehr als 140.000 deutsche Auswanderer und ist auch bei Urlaubern sehr beliebt.

Obwohl Spanien ein Land ist, das uns geografisch und kulturell nahe liegt, gibt es einige Unterschiede, an die ihr euch gewöhnen müsst, wenn ihr in Spanien studieren wollt.

Erforderliches Sprachniveau für ein Studium in Spanien

In Spanien spricht man Spanisch!

Daher ist der wichtigste Aspekt für ein Studium oder Leben in Spanien das Sprachniveau. Ihr solltet also von Beginn an mit Disziplin den Sprachkurs verfolgen, damit ihr später keine Schwierigkeiten habt.

An der Gasthochschule wird der Unterricht auf Spanisch abgehalten, weshalb ihr in der Lage sein solltet, dem Lehrplan wie alle anderen eingeschriebenen Studenten zu folgen.

Um in Spanien zu studieren, sollte man Spanisch können.
Wer in Spanien studieren möchte, der sollte ein gewisses Sprachniveau besitzen. |Quelle: Unsplash

Ein A2/B1-Niveau ist das erforderliche Minimum, um in Spanien vollkommen eintauchen zu können und schnell Fortschritte zu machen. Während der Schulzeit kann es aber auch eine Option sein, in der Mittel- und Oberstufe jeden Sommer einen Sprachaufenthalt bei einer spanischen Familie oder ein Auslandspraktikum zu absolvieren.

An den meisten deutschen und spanischen Universitäten werden außerdem Sprachkurse in vielen Niveaustufen angeboten.

Mit gutem Vorwissen aus euerer Universität, fühlt ihr euch sicher wohler, wenn ihr euer Studium in Spanien antretet. Oftmals muss man im Voraus einen Sprachtest absolvieren, um zu beweisen, dass man das nötige Sprachniveau besitzt. 

Bei der Entscheidung, wo in Spanien ihr studieren möchtet, solltet ihr beachten, dass man in Barcelona Katalanisch spricht. Auch wenn der Unterricht an der Universität vermutlich in Spanisch stattfindet, solltet ihr einige Begriffe und Sätze auf Katalanisch lernen, um sich in die lokale Gemeinschaft zu integrieren.

Wie ist der Lebensstandard in Spanien?

Der Durchschnittslohn in Spanien beträgt 2.262 Euro brutto pro Monat, während er in Deutschland bei etwa 3.600 Euro brutto liegt (Quelle: Länderdaten).

Auch innerhalb des Landes gibt es große Diskrepanzen zwischen den Gehältern. So haben nicht nur Madrid, sondern auch Navarra und das spanische Baskenland die höchsten Gehälter und damit den höchsten Lebensstandard.

Bevor ihr das Studium in Spanien antretet, ist es sinnvoll, sich über eine mögliche finanzielle Unterstützung durch das Erasmus-Programm zu informieren.

In Spanien ist es selbstverständlich, mit dem Vornamen angesprochen zu werden. Ausländische Studierende könnten von der Nähe überrascht sein, die die Spanier vom ersten Treffen an herstellen.

Spanier würden über uns wahrscheinlich auch sagen, dass wir zu sehr auf Höflichkeitsformeln und die Anrede achten.

Wenn man das weiß, ist der erste Kontakt zu den Lehrer, Kommilitonen oder Mitmenschen einfacher, da man sie einfach mit dem Vornamen anspricht.

An die spanische Küche anpassen

Wer auf der Iberischen Halbinsel studiert, der kommt automatisch in den Genuss der spanischen Küche. Kein Kartoffelpüree und kein Sauerkraut mehr (ja, ich weiß, das ist ein Klischee), jetzt ist Zeit für Paella und Tapas!

Die spanische Küche ist mediterran geprägt, ihr findet viel Olivenöl, Knoblauch, Kräuter, Gewürze, aber auch Fisch und Meeresfrüchte.

In Spanien erwarten euch viele verschiedene Gerichte.,
Das Essen in Spanien ist vielfältig und abwechslungsreich. |Quelle: Unsplash

Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, so dass ihr während eures Aufenthaltes verschiedene Geschmacksrichtungen ausprobieren können:

  • Tapas
  • Paella
  • Cocido (Art Eintopf)
  • Gaspacho
  • Chorizo
  • Tortilla (Omelett auf Kartoffelbasis)
  • Cochinillo asado (Spanferkel)
  • Churros
  • Natillas (Dessertcreme aus Zitrone und Zimt)
  • Leche frita (frittierte Nachspeise).

Die spanische Küche ist recht fettreich: alles wird in Öl gekocht, und die Fettmengen sind höher als in Deutschland! Aber wisst ihr, dass man in Spanien von der übermäßigen Menge an Butter, die wir verwenden, überrascht ist ;)

Denkt auch an alle Formalitäten für euer Studium in Spanien!

In Spanien wird alles sehr spät gemacht

Die Menschen in Spanien essen in der Regel zwei Stunden später als die Deutschen. So isst man gegen 14.00 Uhr zu Mittag und das Abendessen findet gegen 21.30 Uhr statt. Der Stundenplan in der Universität ist zum Glück daran angepasst: Meistens beginnen die Kurse gegen 9 Uhr morgens, während sich die Mittagspause oft bis 16 Uhr erstreckt.

Die Geschäfte schließen auch später als in Deutschland. Anders als bei uns, ist es in Spanien nicht ungewöhnlich, dass man auch nach 22 Uhr noch einkaufen kann. Aber Vorsicht: Das bedeutet auch, dass die Geschäfte von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr oder manchmal sogar 17.00 Uhr Mittagspause machen und geschlossen haben.

Ähnlich verwirrend kann die Verwendung des Begriffs "mañana" in Spanien für Deutsche sein. Dieses Wort, das sowohl "Morgen" als auch "morgen" bedeutet, kann auch verwendet werden, um "später", "nächste Woche" oder einfach "nie" auszudrücken. Zum Beispiel: ihr könnt einen bestimmten Artikel im Laden nicht finden? Nur keine Panik! Er wird "mañana" geliefert...

Das einzige, was in Spanien pünktlich ist, ist der Stierkampf.
Nur der Stierkampf beginnt in Spanien pünktlich...|Quelle: Unsplash

Spanier sind viel weniger zeitgebunden als wir, und die Zeiten und Daten sind oft zufällig.

In Spanien wird oft gesagt, dass das Einzige, was pünktlich beginnt, der Stierkampf ist. Dieser Satz ist natürlich übertrieben, spiegelt aber die geringe Bedeutung wider, die den Öffnungszeiten oder Terminen beigemessen wird. Das kann für deutsche Studierende anfangs verwirrend sein, aber die spanische Gewohnheit verlangt nach mehr Zen und Gelassenheit!

Den Fußball in Spanien wertschätzen!

Während eures Studiums in Spanien, werdet ihr sehen, dass die Spanier einen großartigen Sinn für Humor haben, nicht aber, wenn es um Fußball geht!

Fussball ist in Spanien eine wahre Religion, und der Kampf tobt zwischen den ewigen Rivalen Barça und Real Madrid. Jedes Wochenende wird vom Fussball dominiert.

Es ist eine großartige Möglichkeit, sich zu integrieren und das Studentenleben in den Bars zu genießen.

Es ist wichtig, die richtige Universität in Spanien auszuwählen!

Unterkünfte in Spanien

Im Ausland zu studieren ist auch eine Gelegenheit, in Wohngemeinschaften mit internationalen Studenten zu leben und neue Kontakte zu knüpfen. Die Kosten für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft liegen zwischen 200 und 400 €.

Ihr könnt auch einen Antrag auf Aufnahme in ein Studentenwohnheim stellen: Für mindestens 300 € pro Monat könnt ihr dann ein Zimmer auf dem Campus belegen und erhaltet Verpflegung und Reinigung inklusive.

Natürlich variieren die Kosten je nach Lage der Unterkunft innerhalb der Stadt und Beliebtheit, aber im Allgemeinen kommt ihr wahrscheinlich günstiger davon als in Deutschland.

Das Wetter in Spanien

Ins Ausland zu gehen, um zu studieren, bedeutet auch, ein milderes Klima als in Deutschland zu genießen. Der Großteil Spaniens hat ein mediterranes Klima, d.h. heiß und trocken von Mai bis Oktober mit wenig Niederschlag.

Aber natürlich ist Spanien ein großes Land: Je weiter man in den Süden kommt, desto heißer wird es, vor allem in Andalusien (z.B. Granada), wo die Luft im Sommer schwer zu atmen ist.

Das gute Wetter spielt eine entscheidende Rolle.
Deutsche Studierende wählen Spanien auch wegen des Wetters aus. |Quelle: Unsplash

In der Nähe von Madrid wird das Klima auch von den nahe gelegenen Bergen beeinflusst und es ist nicht ungewöhnlich, dass im Winter kalte Winde über die spanische Stadt wehen.

Ein kleiner Fun-Fact: Als ich im Frühling mit einer Gastfamilie nach Madrid fuhr, regnete es sehr viel... In Barcelona, Murcia oder an der Universität von Valencia scheint die Sonne eher das ganze Jahr über ;)

Wie viel kosten spanische Universitäten?

Die Studiengebühren variieren je nach den Autonomen Gemeinschaften, die die Gebühren jedes Jahr nach einer national festgelegten Spanne festlegen. Ihr zahlt also nicht dasselbe, wenn ihr in Valladolid oder Salamanca eingeschrieben seid.

Sich für einen Bachelor-Abschluss einzuschreiben, kostet im Jahr etwa 900 € an einer öffentlichen Universität und 1500 € für einen Master-Abschluss.

Die privaten Universitäten legen ihre Preise frei und ohne jede Begrenzung fest: zwischen 8.000 und 20.000 Euro pro Jahr für einen Master-Abschluss muss man einplanen. Das Bildungssystem ähnelt dem angelsächsischen System, weshalb die Kosten denen in Australien, in den Vereinigten Staaten oder in England ähneln.

Die Finanzierung eures Studiums über ein Austauschprogramm kann durch einen Studentenjob vor der Abreise erfolgen. Finanzielle Unterstützung bieten die Erasmus-Stipendien, die im Voraus beantragt werden müssen.

Natürlich könnt ihr auch während des Studiums in einer Bar oder einem Restaurant arbeiten, um euer Einkommen aufzubessern. Ein Antrag auf ein Arbeitsvisum ist dafür nicht erforderlich.

Anerkennung des Diploms in Spanien

Mit einem Bachelor-Abschluss kann man in Spanien in vielen Bereichen (Sprachen, Architektur, Recht...) einen Doppelabschluss erlangen. Die vollständige Liste ist auf der Website der deutschen Botschaft verfügbar.

Erlebt die kulturelle Vielfältigkeit!
Taucht ein in eine neue Kultur! |Quelle: Unsplash

Den Abschluss einer spanischen Universität kann man in Deutschland anerkennen lassen.

Studierende, die sich für einen Master-Abschluss oder ein Doktorat einschreiben möchten, müssen sich hingegen bei der Universität ihrer Wahl bewerben, da es kein automatisches Übertragungssystem der Punkte gibt. Für den Zugang zum Masterstudiengang sind mindestens 240 ECTS erforderlich, für das Doktorat mindestens 60 zusätzliche ECTCs.

Seid ihr bereit für einen langen Aufenthalt in Spanien und insbesondere für eure  Aufnahmeprüfungen an spanischen Universitäten?

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Elissa

Leidenschaftliche Weltenbummlerin, Köchin und Lebensgenießerin.