Jura gilt in Deutschland als einer der schwierigsten Studiengänge überhaupt. Das Studium ist anstrengend und schwierig, der Leistungsdruck und Konkurrenzkampf sind hoch. Hast Du das Studium endlich hinter Dir und das erste Staatsexamen in Jura in der Tasche, kannst Du stolz auf Dich sein. Du hast es geschafft und eine der schwierigsten Prüfungen bestanden.

Leider war das aber erst die erste Hürde, denn Deine juristische Ausbildung ist noch nicht vorbei. Jetzt geht es erstmal ins Referendariat. Nach dem Ref erwartet Dich dann die nächste große Staatsprüfung: das Zweite Juristische Staatsexamen!

Das Zweite Staatsexamen

  • Vor dem 2. Staatsexamen erfolgt das Referendariat.
  • Referendariat als praktischer Teil der Ausbildung in vier Stationen.
  • Zweites Staatsexamen besteht aus schriftlichem und mündlichem Teil.
  • Nach Abschluss erfolgt Bescheinigung als Volljurist.

Damit Du optimal darauf vorbereitet bist, findest Du in diesem Artikel alle wichtigen Informationen rund um Referendariat und 2. Staatsexamen.

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Und los geht's

Das Referendariat vor dem Staatsexamen

Das Rechtsreferendariat folgt direkt nach bestandenem ersten Staatsexamen in Jura. Grundsätzlich ist das Referendariat der praktische Teil Deiner juristischen Ausbildung. Endlich kannst Du Dir einen ersten Eindruck vom juristischen Alltag machen, erste Berufserfahrungen sammeln und Dein Können unter Beweis stellen.

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Referendariat

Die praktische Ausbildungsphase dauert in der Regel zwei Jahre und bereitet die Referendarinnen auf den Berufsalltag in verschiedenen juristischen Bereichen vor, wie Gerichte, Staatsanwaltschaften, Anwaltskanzleien und Verwaltung.

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Das Referendariat in Jura ist in allen Bundesländern ähnlich aufgebaut, aber es gibt einige Unterschiede in Details wie der Dauer der Stationen und dem Ablauf der Prüfungen. In Aufbau und Ablauf variiert auch das Referendariat wie auch das 1. und 2. Examen von Bundesland zu Bundesland. Schauen wir uns mal den Aufbau an!

Ablauf des juristischen Referendariats

Hast Du die erste juristische Staatsprüfung bestanden, kannst Du Dich für einen Referendariats-Platz bewerben. Grundsätzlich durchlaufen die Referendar*innen in allen Bundesländern die gleichen Stationen, die praktische Einblicke in verschiedene juristische Berufe bieten:

Zivilstation

Strafstation

Verwaltungsstation

Anwaltsstation

Und was genau versteht man nun darunter?

  • Zivilrechtsstation: Arbeit bei einem Amts- oder Landgericht im Bereich Zivilrecht, unter der Anleitung eines Richters (ca. 3-6 Monate)
  • Strafrechtsstation: Ausbildung bei einem Strafgericht oder einer Staatsanwaltschaft. Hier lernen die Referendar*innen die Strafrechtspraxis kennen, wie die Leitung von Ermittlungen oder das Halten von Plädoyers (ca. 3-6 Monate)
  • Verwaltungsstation: Arbeit bei einer Behörde oder in der Verwaltung, wo Kenntnisse des Verwaltungsrechts vertieft werden  (ca. 3-6 Monate)
  • Anwaltsstation: Praktische Tätigkeit in einer Anwaltskanzlei, um das anwaltliche Berufsbild und Aufgaben kennenzulernen (ca. 9 Monate)

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Nach den oben genannten Stationen findet in der Regel der schriftliche Teil des zweiten Staatsexamens statt.

Dann folgt die Wahlstation, die normalerweise 3 Monate dauert und in der Referendar*innen einen Bereich ihrer Wahl vertiefen, z.B. in der Verwaltung, einem Unternehmen, einer internationalen Institution oder im Ausland. Anschließend fehlt dann nur noch der mündliche Teil der juristischen Prüfung.

Zwar gibt es zwischen den Bundesländern geringe Abweichungen, aber an sich ist die Reihenfolge der Stationen in den Bundesländern gleich.

Inhalte im juristischen Referendariat

Das Referendariat dauert insgesamt 26. Monate, die du aber nicht alle an derselben Arbeitsstelle verbinden musst! Ziel ist es, in dieser Zeit soviel praktische Erfahrung wie möglich zu sammeln und in verschiedene Bereiches des juristischen Alltags schnuppern zu können.

Jede Station beginnt in der Regel mit einem Einführungslehrgang von 2-4 Wochen, um die Juristinnen und Juristen auf die Arbeit in der jeweiligen Station vorzubereiten.

Bücherregal mit alten Büchern.
Auch für das 2. juristische Examen musst Du viele Bücher büffeln. |Quelle: Iñaki del Olmo

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Begleitend zu den oben genannten Stationen besuchst Du noch sogenannte Arbeitsgemeinschaften, in welchen Du das theoretische Handwerk für die Ausübung Deiner praktischen Tätigkeiten erlernst, den theoretischen Stoff noch einmal vertiefst und sogar noch neuen dazu lernst.

Übrigens:

  • Für die Zivilrechts-, Strafrechts- und Verwaltungsstation wirst Du jeweils einer Stelle zugewiesen.
  • Die Anwaltsstation sowie das Pflichtwahlpraktikum kann man sich dann selbst aussuchen.

Hier hast Du die Möglichkeit, Dich zum Beispiel schon einmal bei Deinem Traum-Arbeitgeber zu bewerben und einen ersten positiven Eindruck von Dir zu hinterlassen. Damit steigen auch Deine Chancen auf eine spätere Einstellung.

Das zweite juristische Staatsexamen

Nach dem Ref bzw. eigentlich ja noch währenddessen steht dann das Zweite Juristische Staatsexamen an. Es wird auch Assessorexamen genannt.

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Assessor

Nach erfolgreichem Bestehen des Assessorexamens erhalten die Absolventinnen den Titel Assessor/in und sind vollständig qualifiziert, um als Anwälte, Richter, Staatsanwälte oder in anderen juristischen Berufen zu arbeiten.

Wenn Du alle Möglichkeiten offen halten möchtest, solltest du viel Zeit in die Examensvorbereitung in Jura investieren.

Auch hier gibt es wieder Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Du musst also die jeweiligen Hinweise beachten.

Ablauf des zweiten Staatsexamens

Im schriftlichen Teil wirst Du je nach Bundesland zwischen 7 und 11 Klausuren schreiben müssen. In dieser Übersicht kannst du sehen, welche genauen Anforderungen es gibt:

BundeslandPrüfungsteileAnzahl Klausuren
Baden-WürttembergKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
BayernKlausuren, Prüfung des Berufsfelds, Aktenvortrag, mündliche Prüfung9 Klausuren
BerlinKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung7 Klausuren
BrandenburgKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung7 Klausuren
BremenKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
HamburgKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
HessenKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
Mecklenburg-VorpommernKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
NiedersachsenKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
Nordrhein-WestfalenKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
Rheinland-PfalzKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
SaarlandKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung7 Klausuren
SachsenKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
Sachsen-AnhaltKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
Schleswig-HolsteinKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren
ThüringenKlausuren, Aktenvortrag, mündliche Prüfung8 Klausuren

Es variiert auch je nach Bundesland, wie sehr die einzelnen Klausuren ins Gewicht fallen.

Nach der schriftlichen folgt dann ein paar Monate später wie auch beim ersten Staatsexamen noch die mündliche Prüfung. Im mündlichen Examen solltest Du den Fokus auf den sogenannten 12-minütigen Aktenvortrag legen und Dich danach noch im Prüfungsgespräch in den Bereichen Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht beweisen.

Das Prüfungsgespräch im mündlichen Staatsexamen verläuft so ähnlich, wie Du es bereits aus dem ersten Staatsexamen kennst. So etwa sieht das Ganze aus:

Zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung empfehlen wir Dir, die Protokolle vergangener Examen heranzuziehen.

Wie beim ersten Examen hast Du auch hier zwei Versuche. Außerdem hast Du in einigen Bundesländern die Möglichkeit der Notenverbesserung. Das bedeutet, hast Du beim ersten Versuch bereits bestanden, kannst Du den zweiten Versuch dennoch mitschreiben, um Deine Note eventuell noch zu verbessern. Es zählt dann der bessere Versuch.

Mit den richtigen Tipps für ein gutes Jura Examen kann dein Weg zum Volljuristen beginnen.

Prüfungsinhalte im zweiten Staatsexamen

Grundsätzlich musst Du in den Klausuren Urteile oder andere gerichtliche Entscheidungen schreiben, Sachverhalte begutachten und Mandanten beraten.

Hier eine Übersicht der Prüfungsinhalte, mit denen Du rechnen kannst:

  • Materielles Recht: zwar nicht mehr so vertieft wie im ersten Staatsexamen, aber dennoch relevant
  • Verfassen von Urteilen: mindestens ein zivilgerichtliches und ein verwaltungsgerichtliches Urteil
  • Schriftstücke: Rechtsanwaltsschriftsätze mit Mandantenschreiben
  • Revision: zum Beispiel eine Revisionsbegründung aus Verteidigersicht
  • Staatsanwaltsklausur: ein Plädoyer oder eine Abschlussverfügung

Außerdem kommen folgende Inhalte vor:

Verteidigerplädoyer

Urteile ohne Tatbestand

Gutachten

Anders als im ersten Staatsexamen spielt hier also neben dem Materielle Recht auch das Prozessrecht eine große Rolle. Darüber hinaus sind die Klausuren jetzt nicht mehr im Gutachtenstil, sondern im Urteilsstil zu verfassen. Diese Umstellung kann dem ein oder anderen Schwierigkeiten bereiten.

Wie schwer ist das 2. Staatsexamen in Jura

Es ist schwer zu sagen, welches Examen schwieriger ist: das erste oder das zweite. Grundsätzlich ist das zweite Staatsexamen vom Umfang und Arbeitsaufwand her nicht unbedingt schwieriger als das erste. Es ist eben einfach ein wenig anders.

Wenn du ein Prädikatsexman in Jura schreiben möchtest, dann ist vor allem das 2. Examen von Bedeutung. Prozentual fallen übrigens weniger Menschen im zweiten Examen durch als im ersten und die Ergebnisse sind etwas besser.

Was die zweite Staatsprüfung auf jeden Fall erheblich erschwert ist die Tatsache, dass Du Dich nicht wie beim ersten Examen ein halbes Jahr oder Jahr hinsetzen und voll und ganz auf die Examensvorbereitung konzentrieren kannst.

Vier Menschen mit Notizblöcken an einem Holztisch.
Starte frühzeitig mit der Vorbereitung - vielleicht in einer Lerngruppe. |Quelle: Dylan Gillis

Im Gegenteil: Du hast ein echtes Zeitproblem, denn Du bist im Referendariat, Du musst also arbeiten gehen und hast außerdem noch AG (Arbeitsgemeinschaft). Darüber hinaus werden auch während des Referendariats Klausuren geschrieben.

Zusätzlich sind die Inhalte der zweiten Staatsprüfung nicht die gleichen wie in der ersten. Zwar solltest Du auch den Stoff vom ersten Examen noch können, es ist aber noch einiges an Stoff dazugekommen. Zusätzlich ist der Klausurstil ein anderer – eine Klausur wird jetzt im Urteilsstil bearbeitet.

Prozessrecht, Urteilsstil, spezielle Formalitäten, Zeitmanagement usw. machen also die Herausforderung aus.

So gelingt die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen Jura

Wie gesagt, wirst Du bei der Vorbereitung auf die zweite große juristische Prüfung ein Zeitproblem haben. Deshalb ist es besonders wichtig frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen und vielleicht direkt ein Repetitorium für die Vorbereitung zu nutzen.

Hier ein paar Hinweise:

  • Plane die Vorbereitung ein Jahr vorher: Wann möchtest Du mit der intensiven Vorbereitung beginnen? Welche Hilfsmittel möchtest Du nutzen? Wie auch im ersten Staatsexamen hast Du zum Beispiel die Möglichkeit, ein kommerzielles Repetitorium für die Vorbereitung auf die Prüfungen zu besuchen.
  • Entscheide über die Vorbereitung und Lehrmaterial: Willst in einer Gruppe oder alleine lernen? Suche Dir passende Bücher und Skripte aus, Schreibe kontinuierlich Karteikarten und buche eventuell Dein Repetitorium.
  • Bilde gegebenenfalls Lerngruppen: Sprich rechtzeitig mit den anderen Teilnehmer*innen Deiner AGs oder mit befreundeten Jurist*innen, die zum gleichen Termin das zweite Examen schreiben, um gegebenenfalls Lerngruppen zu bilden.
  • Erstelle einen Lernplan: Lies die Prüfungsordnung und informiere Dich gründlich über die Prüfungsinhalte. Erstelle zunächst einen Stoffkatalog und entwickle daraus einen strukturierten und realisierbaren Lernplan.
  • Klausuren schreiben: Auch für das zweite Staatsexamen empfehlen wir Dir dringendst regelmäßig Übungsklausuren zu schreiben. Am besten jede Woche!

Im schlimmsten Fall gibt es auch Alternativen, wenn man im Jura Studium durchgefallen ist.

Hast Du auch das Zweite Juristische Staatsexamen geschafft, bist Du Volljurist bzw. Volljuristin! Herzlichen Glückwunsch!

Résumer avec l'IA :

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Elissa Semaan

Leidenschaftliche Weltenbummlerin, Köchin und Lebensgenießerin.