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Was soll mit Klavierstunden erreicht werden?

Von Florence, veröffentlicht am 10/10/2018 Blog > Musik > Klavier > Wie bestimmt man die Zielsetzung von Klavierunterricht?

Wer Klavierunterricht nimmt, möchte Klavier Lernen. Die Ziele des Klavierunterrichts sind doch eigentlich klar und eindeutig, nicht?

In Wirklichkeit können diese Ziele jedoch von Person zu Person variieren.

Ein Anfänger wird nicht die gleichen Zielsetzungen wie ein erfahrener Pianist haben.

Manche möchten das Solfeggio und Komposition Lernen, andere wünschen sich einfach nur ihr Lieblingsstück zu spielen. Wir könnten noch viele weitere Beispiele nennen.

Zusammenfassend (ohne Vollständigkeit zu beanspruchen) findest Du hier die wichtigsten Ziele, die beim Klavierunterricht verfolgt werden können.

Was sind die Zielsetzungen des Klavierunterrichts?

Bevor wir auf eine Antwort auf diese Frage geben, muss noch unterstrichen werden, dass es mehrere Typen des Klavierunterrichts gibt.

Im Großen und Ganzen kann man zwei Klavier-Unterrichtsformen unterscheiden: Der Klavierunterricht in einer Institution (Musikschule, Konservatorium) und der Klavierunterricht mit einem Privatlehrer.

Diese beiden Klavier-Unterrichtsformen verfolgen nicht dieselben Ziele.

Verschiedene Formen des Klavierunterrichts

Fangen wir mit dem Klavierunterricht im institutionellen Rahmen an: Ob Du Klavier in einer Musikschule oder im Konservatorium lernst, diese Unterrichtsformen haben Gemeinsamkeiten, die sie vom Privatunterricht unterscheiden.

Im Konservatorium und der Musikschule folgt man in der Regel einem ganz bestimmten Lernplan.

Dieser Lernplan hängt natürlich vom Alter und dem Niveau des Lernenden ab.

Vor allem im Konservatorium gibt es viele schulische Aspekte: Kursus mit mehreren Fächern (Solfeggio, das eigentliche Klavier Spielen, eventuell Komponieren, usw.), Vorspielen, Examen, Diplome …

Klavier in einer Musikschule oder im Konservatorium zu lernen, ermöglicht Dir eine globale Sicht der Musik und Deines Instruments zu erhalten. Das geht manchmal auf die Kosten des spielerischen Aspekts.

Wenn Du Klavier nur für den Spaß lernen willst, dann sind solche pädagogischen Einrichtungen vielleicht nicht das Richtige für Dich.

Hast Du schon einmal davon geträumt auf einer Bühne zu stehen? Wenn Du im Konservatorium Klavier lernst, wirst Du viele Vorstellungen haben. | Quelle: Pexels

Auch wenn manche Musikschulen, meist sind es Vereine, eine freiere, offenere und weniger schulische Herangehensweise haben.

Du lernst das Klavier mit leidenschaftlichen Pianisten, und musst Dich nicht unbedingt in allen Fächern gut auskennen.

Musikinstitutionen haben gegenüber Privatunterricht den Vorteil, dass sie Gruppenunterricht anbieten.

Wenn Du das Musizieren in einer Gruppe lernen willst, dann sind Musikschulen wie für Dich geschaffen.

Die Preise für den Klavierunterricht sind in der Musikschule allerdings etwas höher.

Im Klavierunterricht mit einem Privatlehrer wirst Du andere Ziele verfolgen. Das wird auch von der Qualifikation des Lehrers und von Deinem Niveau abhängen.

Klavierunterricht richtet sich nämlich genauso an Anfänger wie an schon sehr Fortgeschrittene.

Der Vorteil dieses Formats ist, dass eine Langzeitbeziehung mit dem gleichen Klavierlehrer eingegangen werden kann. So kann Dein Lehrer Dich wirklich kennenlernen und Deine Schwächen und Stärken besser identifizieren.

Der Ablauf des Unterrichts kann so besser an Dich angepasst werden. Dieser Klavierunterricht ist individualisierter.

Wenn Du Klavier Lernen willst, um Spaß zu haben, ohne Dich zu sehr zu verpflichten und ohne die Ambition ein großer Pianist werden zu wollen, oder wenn Du Dich in einem ganz bestimmten Punkt verbessern willst, dann ist Klavier-Privatunterricht die passende Unterrichtsform für Dich.

Die Bedingung ist natürlich, dass Du einen guten Klavierlehrer findest. Aber da sind wir schon wieder bei einem anderen Thema.

Wie Du siehst, hängt die Zielsetzung beim Klavierunterricht vom Lern- und Unterrichtsformat ab.

Wenn Du in einer Gruppe Klavier Lernen willst, das Solfeggio genauso wie die Spieltechnik, und eine Einführung in bestimmte Musikstile erfahren willst, dann sind die Musikschule oder das Konservatorium die beste Option für Dich.

Wenn Du auf flexiblere Art und Weise lernen willst, dann solltest Du Privatunterricht vorziehen.

Wir übertreiben es natürlich auch ein wenig, denn manche Musikschulen haben eine sehr spielerische Herangehensweise, und manche Privatlehrer können wiederum sehr fordernd sein.

Die großen Komponisten haben übrigens meist das Klavier mit Privatlehrern gelernt, die oft sehr streng waren.

Träumst Du schon seitdem Du klein bist davon Klavierkonzerte zu geben? Manche lieben von klein auf das Klavierspielen vor Publikum. | Quelle: Visualhunt

Klavierunterricht: Die Ziele hängen auch vom Niveau ab

Was auf jeden Fall unterstrichen werden muss: Die Zielsetzungen des Klavierunterrichts hängen eng mit Deinem Niveau zusammen.

Wenn Du eine absolute Anfängerin bist, werden das Solfeggio, der Rhythmus, das Partiturlesen, die Fingerkoordination oder die Unabhängigkeit der beiden Hände die ersten zu erreichenden Ziele sein.

Die Positionierung der Hände und die Körperhaltung sind für das Klavier Spielen ebenfalls sehr wichtig.

Wenn Du allerdings schon fortgeschritten bist, kann der Klavierunterricht zwei unterschiedliche, aber manchmal komplementäre, Ziele haben:

  • Deine praktischen und theoretischen Grundlagen festigen (Solfeggio). Man sagt oft für das Klavier das Gleiche wie für das Fahrrad: Man verlernt es nicht mehr. Das stimmt, aber manchmal ist es gar nicht schlecht seine Kenntnisse noch einmal aufzufrischen. Wenn man als Kind oder Jugendlicher Klavier gespielt hat und wieder damit anfangen will, kann es sehr nützlich sein, mehrere Unterrichtsstunden zu nehmen, um noch einmal die Grundlagen durchzuarbeiten. So kannst Du Dein lange vergessenes Wissen wieder hervorholen und viel Zeit gewinnen. Der Lehrer kann Dich darin beraten, wie Du die Wiederaufnahme vom Klavierunterricht optimierst.
  • Bestimmte Techniken und Inhalte vertiefen. Du möchtest schneller spielen, mehr Geschmeidigkeit haben, komplexere Stücke lernen, Improvisieren lernen, große Fortschritte machen? Dann brauchst Du Klavierunterricht. Das ist viel effizienter, als in Deiner eigenen Ecke zu üben und eventuell schlechte Arbeitsgewohnheiten zu entwickeln.

Ein guter Rat: Denk daran, einen Klavierlehrer zu wählen, der zu Deinem Niveau passt.

Manche Lehrer geben nur für Anfänger oder Schüler mittleren Niveaus Unterricht.

Bevor Du Dich für einen Lehrer entscheidest, solltest Du den Lehrer fragen, ob er dazu in der Lage ist Unterricht zu geben, der zu Deinen Zielen und Deinem Niveau passt.

Selbst wenn man natürlich Klavierunterricht nimmt, um Klavier zu spielen, können die individuellen Zielsetzungen abhängig vom Niveau sehr voneinander abweichen.

Es gibt aber auch noch andere Unterschiede.

Klavierunterricht: Arbeit oder Spaß?

Hast Du schon einmal draußen auf der Straße Klavier gespielt? Jeder hat beim Klavier Spielen ganz eigene Ziele. | Quelle: Pexels

Du kannst abhängig von den Zielen, die Du Dir gesetzt hast, eine andere Vision vom Klavierunterricht haben.

Vielleicht willst Du Deinen Freunden bekannte Songs vorspielen, vielleicht träumst Du aber auch davon Beethovens Appassionata Klaviersonate zu lernen?

Vielleicht bist Du fasziniert vom Improvisieren und möchtest so gut wie Michel Petrucciani werden, vielleicht willst Du Dich aber auch nach einem langen Arbeitstag einfach nur am Klavier entspannen?

Es gibt Kreative, die das Komponieren lernen wollen und solche, die sich ein kleines Repertoire erarbeiten möchten, um bei Festen und Soirées Stimmung machen zu können.

Jeder verfolgt beim Klavierspielen ein anderes Ziel.

Die Zielsetzung des Klavierunterrichts wird von den Vorlieben, dem individuellen Projekt und Ambitionen des Schülers abhängen. Letztlich ist es immer der Schüler, der die Lernziele des Klavierunterrichts bestimmt.

Diese unterschiedlichen Ziele bestimmen auch die Lernformen: Wieviel geübt und wieviel Zeit für die einzelnen Aufgaben eingeteilt werden muss, hängt von den gesetzten Zielen ab.

Harmonielehre oder Improvisation?

Manche Schüler möchten im Klavierunterricht die Harmonielehre lernen.

Das trifft aber absolut nicht auf alle Menschen zu. Die meisten interessieren sich nicht für die Harmonielehre und wissen darüber genauso wenig wie über Musiktheorie im Allgemeinen.

Andere wiederum wollen nichts lieber als das Geheimnis der Musik lüften:

Was ist eine Tonalität?

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen den Tonarten? Was sind die wichtigsten Akkorde einer Tonleiter?

Warum klingt ein bestimmter Akkord gut, während ein anderer unerträglich scheint?

Welche Akkorde sind konsonant und welche dissonant? Warum Klavier Spielen Lernen?

Was sind die Weiterführungsregeln zwischen Akkorden?

Wie lernt man zu improvisieren?

Und die Liste könnte lange so weiter gehen.

Improvisation macht Spaß und ist hochkomplex! Improvisieren und Komponieren liegt nah beieinander. | Quelle: Pexels

Wenn Du Komponieren und Improvisieren lernen willst, dann brauchst Du eine Antwort auf alle diese Fragen. Komponieren und Improvisieren sind übrigens zwei untrennbare Aktivitäten.

Im Gegensatz zu gängigen Vorstellungen, hat die Improvisation nicht erst seit der Jazz Musik einen Ehrenplatz beim Klavierspielen erhalten.

Die sogenannten klassischen Musiker waren vor allem große Improvisationskünstler.

Was Dir auf jeden Fall bewusst sein sollte: Ein Großteil des Klavierunterrichts wird der Klaviertechnik gewidmet sein.

Und das Solfeggio wird natürlich auch eine große Rolle spielen. Aber das Solfeggio dient meistens ja hauptsächlich dazu die Partituren lesen zu können.

Wenn Du Harmonielehre und Komponier- und Improvisationstechniken lernen willst, dann solltest Du einen Lehrer ausfindig machen, der Dir diese Disziplinen beibringen kann.

Manche Klavierlehrer sind perfekte Kenner der Musiktheorie und entsprechen somit Deinen Bedürfnissen. Andere würden Dich wiederum nur enttäuschen.

Die richtige Lehrerwahl ist eine der wichtigsten Bedingungen für erfolgreichen Klavierunterricht.

Ein passender Klavierlehrer wird Dir dabei helfen, schnelle Fortschritte zu machen und dabei viele Glücksmomente zu erleben.

Auf der Superprof Plattform sind viele unterschiedliche Klavierlehrer registriert. Nun ist es an Dir, den passenden für Dich auszuwählen!

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