Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Nach welchen Kriterien sollte ich Klavierstunden buchen?

Von Florence, veröffentlicht am 11/10/2018 Blog > Musik > Klavier > Wie erkennt man den bestmöglichen Klavierlehrer?

Wenn man sich dazu entschließt mit dem Klavier Spielen anzufangen, muss man auch bereit dazu sein. Bereit, Geduld mit sich zu haben, Fortschritte abzuwarten und ausdauernd zu sein.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass die Umgebung, das Milieu, sehr wichtig sind. Die engsten Menschen (Familie, Freunde), wie auch der größere Kreis der Bekannten, sind wichtige Grundpfeiler für den Erfolg im Musikbereich.

Der Klavierlehrer steht zwischen den Welten. Wenn der Unterricht einmal angefangen hat, nimmt er mehr und mehr an Wichtigkeit zu.

Der Lehrer kann sogar zum Freund werden!

Die Wahl des richtigen Klavierlehrers ist also grundlegend. Denn der gemeinsam gegangene Weg wird eventuell sehr lang sein.

Hier entdeckst Du wie Du den perfekten Klavierlehrer für Dich findest!

Was ist das ideale Profil des Klavierlehrers?

DER perfekte Lehrertyp existiert nicht.

Folgende Aspekte müssen in die Wahl des Klavierlehrers mit einfließen: Charakter, Niveau und Persönlichkeit des Schülers.

Ein bestimmter Lehrer passt vielleicht sehr gut zu einem Schüler, aber zu einem anderen Schüler überhaupt nicht. Das stellt seine Kompetenz nicht in Frage. Dabei geht es um das, was man „Feeling“ nennt.

Mann oder Frau: ein Unterschied?

Es geht hier nicht um Sexismus. Einen Mann oder eine Frau als Lehrer zu haben, kann einen Einfluss auf die Attitüde oder den Inhalt des Unterrichts haben. Und auf das Lehrer-Schüler Verhältnis natürlich auch.

Im Grunde ist diese Frage vom Schüler abhängig. Oft fühlen sich Klavierschüler mit einem Lehrer des gleichen Geschlechts besser.

Du kannst Klavier alleine oder mit einem Lehrer lernen. Jeder Anfang ist schwer. Da hilft Extramotivation von einem Klavierlehrer! | Quelle: Pexels

Der Schüler fühlt sich oft wohler, und die Beziehung ist einfacher.

Wenn Du einen Lehrer oder eine Lehrerin aussuchst, die das Dir entgegengesetzte Geschlecht hat, kann es länger dauern, bis sich eine Vertrauensbeziehung etabliert. Die Beziehung kann jedoch auch schnell stärker und intensiver werden.

Die anfängliche Entscheidung kann Vor- und Nachteile haben.

Viel hängt auch vom Alter des Schülers ab. Ein Kind fühlt sich meist mit einer Frau wohler. Sie repräsentiert die sanfte, fast mütterliche Autorität.

Ein erwachsener Schüler fühlt sich meist mit einem Mann besser. Das haben Studien über das Klavier Lernen befunden.

Erfahren? Diplomiert? Beides?

Jeder Lehrer braucht ein Minimum an Vorwissen. Beim Klavierunterricht ist es nicht anders.

Ein normaler Musiker hat nicht unbedingt die gleichen technischen, theoretischen und pädagogischen Kenntnisse wie ein Klavierlehrer.

  • Die alleinige Erfahrung des Pianisten kann schon genug sein, um einen guten Lehrer zu machen. Unter der Bedingung natürlich, dass das Instrument und seine Feinheiten wirklich beherrscht werden, um so die für das Klavier Lernen nötigen Konzepte unterrichten zu können. Das ist die größte Herausforderung. Sie benötigt menschliche Eigenschaften, die nicht unbedingt jedem gegeben sind. Die Leichtigkeit sich auszudrücken und komplexe Sachverhalte simpel darzustellen. Kontaktfreudigkeit und Freundlichkeit. Diese ungezwungene Freundlichkeit, die dem Schüler oft die nötige Energie gibt, um aus sich herauszuwachsen.
  • Diplome sind ein Garant für Kompetenz. Diese Kompetenzen sind vielfältig und ermöglichen dem Lehrer bei seinem Schüler schneller Potenzial und Fortschritte zu erkennen. So kann auch der Unterrichtsrhythmus und die Tiefe und Schnelligkeit der Erklärungen an den Schüler angepasst werden. Ein Lehrer mit Konservatoriums-Abschluss ist eine sichere Wahl. Das einzige Risiko dabei ist, dass der Unterricht vielleicht zu schulisch, etwas monoton oder unflexibel sein kann. Manchen Schülern gibt aber genau das das nötige Vertrauen.

Im Idealfall wählt man einen Klavierlehrer, der zwischen den beiden Modellen steht.

Ein Lehrer mit starken und erprobten technischen Fähigkeiten (der Abschluss einer Musikhochschule reicht hier aus), und flexiblen pädagogischen Kompetenzen.

Jemand, der mehr Lernpartner als Lehrer ist. Der also seinen Unterricht auch auf seinen Erfahrungen aufbaut.

Ist Dein Klavierlehrer ein professioneller Pianist? Ein Konzertpianist mit viel Erfahrung kann viel technisches Knowhow mit Dir teilen. | Quelle: Pexels

Nun ist es dem Schüler, also Dir, überlassen, bei der Lehrersuche die richtige Nase zu haben!

Was ist besser: Ein Lehrer, der gleichaltrig ist, oder einer, der schon etwas älter ist?

So wie die Frage nach der Erfahrung, ist die Frage nach dem Alter des Lehrers ganz von dem Schüler und seinen Eigenheiten abhängig. Vor allem von seinem Charakter.

Man kann Schüler in zwei Kategorien einteilen: die Unabhängigen und die Abhängigen.

Ein autonomer Schüler braucht keinen Lehrer, der ultra-präsent, und erst recht keinen, der ultra-autoritär ist.

Was er braucht ist ein Begleiter, der für ihn den Weg eröffnet, den er dann selber gehen kann.

Der Schüler versteht, dass das Üben von ihm alleine durchgeführt werden kann, und so arbeitet er meist viel zwischen den Unterrichtsstunden.

Der Lehrer orientiert den Schüler, wie ein Kapitän am Steuerrad eines Bootes. Das Boot geht so oder so voran, aber der Lehrer muss die Richtung angeben, damit ein Maximum an Zeit gespart werden kann.

Ein unabhängiger Schüler macht deswegen schnelle Fortschritte.

Die größte Herausforderung für den Lehrer ist solch einen Schüler auf lange Sicht dabei zu helfen, sich nicht zu verzetteln. Nicht in alle Himmelsrichtungen zu gehen.

Für die anderen Aspekte ist der unabhängige Schüler schon selbst sehr gut gewappnet.

Mit soviel Leichtigkeit und Methodik setzt sich der abhängige Schüler leider nicht an das Klavier.

Dieser Schülertyp ist meist jung (oft noch ein Kind) und unerfahren. Er ist den klassischen und strikten schulischen Rahmen gewöhnt.

In diesen Fällen ist praktisch keine Autonomie vorhanden. Ein „schulischer“ Lehrer ist hier unabdingbar. Er wird seinen Schüler unter seine Fittiche nehmen und ihm den richtigen Weg weisen.

Und wenn beim unabhängigen Schüler der Großteil der Arbeit außerhalb des Unterrichts vollbracht wurde, ist es hier genau umgekehrt.

Der Schüler wird am meisten während des Unterrichts lernen. Er musst außerdem auch gut von seiner Familie unterstützt werden, damit seine Konzentration nicht nachlässt.

Übst Du viel außerhalb des Klavierunterrichts? Ein guter Klavierlehrer erzieht seine Schüler zu Unabhängigkeit. | Quelle: Pixabay

Was muss ein Lehrer seinem Schüler beibringen?

Ein Klavierlehrer ist kein Gymnasial- oder Oberstufenlehrer. Er verfolgt nicht das gleiche schulische Programm.

Aber er gibt andere Kompetenzen weiter, die im traditionellen Klassenzimmer leider oft in Vergessenheit geraten sind.

Organisationstalent

Zum Klavier Spielen und Lernen braucht man eine gewisse Methode. Lernziele müssen erreicht, und Hindernisse überwunden werden.

Das erfordert eine Arbeitslogik, eine spezifische Herangehensweise und durchdachte Abfolge der zu lernenden Stücke.

Der Lehrer ist mit seinen Kompetenzen und seiner Erfahrung genau dafür da. Er wird in Windeseile das richtige Stück finden, damit der Schüler eine bestimmte Technik so schnell wie möglich lernt.

Gut gemachte Arbeit

Das ist doch klar oder? Aber ein Klavierlehrer muss wirklich Perfektionist sein. Bei seinem Schüler, wie für sich selbst auch. Schönheit und technische Genauigkeit fordern viel Arbeit und Aufmerksamkeit.

Was Du nicht tun solltest: Dich mit einem technisch korrekt ausgeführtem Stück zufrieden geben. Es muss lebendig sein!

Dein Lehrer sollte Dir dabei helfen, melodische Variationen und Stileffekte zu entwickeln, um Stücke an Deine Persönlichkeit anzupassen.

Wie lange kennts Du Deinen Klavierlehrer schon? Manche Lehrer-Schüler Beziehungen dauern Jahrzehnte und sind etwas ganz Besonderes. | Quelle: Pixabay

Ein anderes Fettnäpfchen in das Du treten kannst, ist zu viel auf einmal zu probieren.

Zum Beispiel Klavier Spielen und gleichzeitig das Solfeggio Lernen wollen. Dabei sind das zwei komplett unterschiedliche Disziplinen.

Man kann beide parallel lernen, das erfordert aber eine klare Abgrenzung und gute Organisation der Unterrichtseinheiten.

Ein „guter Klavierlehrer“, kann man das überhaupt verallgemeinern?

Qualität ist ein abstraktes Konzept. Man kann aber gut von einem Lehrer sprechen, der zur Persönlichkeit eines Schülers passt. Alles hängt vom Feeling zwischen dem Lehrer und Schüler ab.

Wenn die Kompetenzen und Eigenschaften des Lehrers und Schülers gut zusammenpassen, dann kann eine gute und konstruktive Beziehung zwischen beiden entstehen.

Die Wahl des Klavierlehrers ist sehr wichtig. Es geht immerhin um die musikalische Zukunft des Schülers. Wenn die Beziehung konfliktreich und kompliziert ist, kann das einen Schatten auf diese Zukunft werfen.

Du solltest diese Frage also nicht unterschätzen. Wenn die Beziehung nämlich im Gegenteil positiv ausfällt, kann der Klavierunterricht zum Sonnenstrahl im manchmal monotonen Alltag werden.

Und vielleicht öffnen sich dann ja eines Tages auch professionelle Türen?

Das ist der Vorteil beim Klavier Spielen. Man weiß nie wohin es uns führen wird. Professioneller Pianist? Heirat mit dem(r) Lehrer(in)? Das ist die immer währende Unsicherheit der Musik, Schule des Lebens.

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar