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So lernt ihr, die lateinische Sprache zu schreiben

Von Elissa, veröffentlicht am 23/05/2019 Blog > Sprachen > Latein > Hilfreiche Tipps zum Erlernen der Lateinschrift

„Qui scribit bis legit“ (Wer schreibt, liest zweimal.) – Lateinisches Sprichwort

Viele Schüler empfinden den Lateinunterricht in der Schule als entmutigend. Die wenigsten belegen den Kurs freiwillig, aber in vielen Schulen wird Latein vorausgesetzt.

Oder die Eltern ermutigen ihre Kinder, Latein zu belegen, aber es sind selten die Schüler, die dahinter stehen.

So sehen sich viele Lateinlehrer vor einer Horde unmotivierter Schüler stehen, die die Bedeutung der lateinischen Sprache nicht ganz verstanden haben und dieser ausgestorbenen Sprache passiv gegenüberstehen. 

Sich auf die Überbleibsel der lateinischen Sprache im Deutschen, oder einer anderen Sprache, zu konzentrieren, ist eine sehr gute Möglichkeit, die Schüler für diese alte Sprache zu interessieren, die so viel zu unserer Sprache beigetragen hat.

Dabei konzentriert man sich nicht nur auf die Grammatik, sondern auch auf die Mythologie, die Herkunft und Bedeutung der Worte, lateinische Zitate und die klassischen Autoren, wie Seneca, Titus Live, Homer oder Plutarch.

Hier sind einige Tipps, um für die nächste Lateinstunde besser vorbereitet zu sein und diese Sprache besser zu verstehen 😉.

Lernt Latein zu schreiben, indem ihr euer Interesse für die Sprache weckt

Heutzutage muss man im Lateinunterricht nicht mehr nur stumpf auswendiglernen. Also zählt die Entschuldigung, dass man ein schlechtes Gedächtnis hat, auch nicht, sorry!

Bei den meisten lebendigen Sprachen, wird euch der Lehrer sagen, dass ihr die Regeln der Grammatik und die Vokabeln beherrschen müsst. Mit einem schlechten Gedächtnis werdet ihr also alle Mühe haben, die Sprache zu lernen.

Diese Theorie ist schon bei lebenden Sprachen fraglich, aber noch mehr bei einer toten Sprache wie Latein!

Man muss nicht nur Vokabeln auswendig lernen, um Latein zu lernen. Latein zu lernen, bedeutet nicht nur, dass man Vokabeln auswendig lernen muss. |Quelle: Pixabay

Tatsächlich geben viele Lateinlehrer besonders am Anfang des Unterrichts Listen mit Vokabeln aus, die die Schüler auswendig lernen sollen, um so im ersten Lehrjahr um die 2000 neuen Wörter zu lernen.

Das klingt natürlich erst einmal nach einer Menge Arbeit, was es auch ist. Denn das Gehirn lernt eine Vokabel nicht nach einmaligem Lesen, vielmehr muss man sie immer wieder wiederholen. Auswendiglernen mit einem Wörterbuch ergibt keinen Sinn…

Aber zum Nachschlagen eigenen sich zum Beispiel die Wörterbücher von Stowasser, die klassischen lateinisch-deutschen Nachschlagewerke.  

Bei den Naturwissenschaften sollen die Schüler keine Konzepte und Begriffe auswendig lernen, vielmehr soll ihr Interesse am Fach mit Experimenten und Versuchen geweckt werden. Das funktioniert auch mit dem Lateinunterricht und das klappt sicherlich viel besser, als ellenlange Vokabellisten zum Auswendiglernen.

Versteht die Entwicklung der lateinischen Wörter

Wenn man Latein lernen möchte, wird man feststellen, dass sehr viele deutsche Begriffe ihren Ursprung im Lateinischen haben.

Das ist schön zu wissen, aber vor allem ist es nützlich, um sich das Lernen zu vereinfachen und Latein besser verstehen zu können.

Eine Sprache ist wie ein lebender Organismus: Sie ist im Erwachsenenalter ander als bei der Geburt und entwickelt sich ständig weiter. Wir sprechen auch nicht mehr das Deutsch, was man im Mittelalter gesprochen hat. Für Latein gilt dasselbe!

Das klassische Latein, wie wir es heute in den Schulen lernen, war früher nicht das umgangssprachliche Latein, in dem sich das Volk unterhalten hat. Vielmehr gehörte es zur elitären Schicht der Akademiker.

In einer Sprache und vor allem in der lateinischen Sprache haben die Wörter bestimmte Betonung, die man beachten muss. Bei Wörtern mit zwei Silben wird die erste betont, bei Wörtern mit drei Silben wird die vorletzte hervorgehoben.

Wenn man lateinische Wörter also korrekt ausspricht, ist es die betonte Silbe, die man am deutlichsten hört.

Latein ist die Grundlage vieler Begriffe im Deutschen. Viele Begriffe in unserem Alltag haben ihren Ursprung im Lateinischen. |Quelle: Pixabay

Beim Aussprechen neigten die Leute dazu, den Rest zu unterdrücken und so kamen einige deutsche Begriffe zustande:

  • Aus acūtus wurde akut
  • Aus ōrāculum wurde Orakel
  • Aus candidātus wurde Kandidat
  • Aus domus wurde Dom

Anders als bei den romanischen Sprachen, wo die Verbindung zum Lateinischen noch deutlicher sind, findet man im Deutschen vor allem Lehn- und Fremdwörter mit lateinischem Ursprung:

  • Aus dem lateinische Wort für Hütte capanna wurde das deutsche Wort Kabine
  • Das Wort dēfendere bedeutet verteidigen und findet sich im deutschen defensiv wieder
  • Das deutsche Exil geht auf das lateinische Wort für Verbannung zurück exilium
  • Das Wort fingere, was formen bedeutet, ist der Ursprung für Fiktion

Der Buchstabe W existiert im klassischen Latein nicht und so werden viele Wörter im Deutschen mit W geschrieben, die im Lateinischen eigentlich mit V geschrieben wurden:

  • Vannus: Wanne
  • Vestis: Weste
  • Vinum: Wein
  • Viridis: Wirsing

Ähnlich verhält es sich mit dem Buchstaben C, der in der deutschen Entlehnung meistens mit K ersetzt wurde, wie beim lateinischen cellarius, aus dem das deutsche Wort Keller wurde.

Latein und Deutsch haben beide ihren Ursprung in der indogermanischen Sprache, andere als die romanischen Sprachen, weshalb es manchmal nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, ob ein deutsches Wort einen lateinischen oder indogermanischen Ursprung hat.

Beispielsweise gehen die meisten davon aus, dass das Wort haben vom lateinischen Wort habere stammt, was tatsächlich nicht korrekt ist, vielmehr stammt es aus dem indogermanischen.

Ihr seht, wie interessant das Studium der lateinischen Sprache sein kann, auch um den Ursprung unserer Sprache zu verstehen. Und jetzt stellt euch vor, ihr könntet so etwas jede Woche im Lateinunterricht lernen, klingt schon interessanter, oder?

Macht aus Latein eine lebendige Sprache

Eine Möglichkeit, wie man Schüler für Latein begeistern kann, ist, dass man sie als lebendige Sprache behandelt. Es gibt in den Schulen bereits Konzepte, die genau darauf abzielen und den Lateinunterricht lebendiger gestalten möchten, in dem man sowohl schriftliche als auch mündliche Übungen und Gruppenarbeit anbietet, um Regeln und Vokabeln auswendig zu lernen.

Solche Übungen helfen den Schülern auch dabei, das Gelernte nicht zu vergessen.

In jedem Sprachunterricht kommt es zum Dialog zwischen zwei Schülern auf der zu lernenden Sprache, warum nicht auch im Lateinunterricht?

Um Latein zu lernen, ist es sinnvoll, sich Dialoge vorzustellen. Stellt euch einen Dialog zwischen Asterix und Obelix auf Latein vor. |Quelle: Visualhunt

Das Ziel ist es, Latein schreiben und verstehen zu können, aber das kann man auch erlernen, wenn man kleine Dialoge führt und sich gegenseitig korrigieren muss.

Eine weitere effektive Möglichkeit ist es, Texte vom Lateinischen ins Deutsche zu übersetzen. Hier kann man interessante und spannende Texte wählen, damit die Schüler motiviert sind zu verstehen, was in dem Text geschrieben wird.

Heutzutage gibt es außerdem viele moderne Texte, die ins Lateinische übersetzt wurden. So haben die Schüler beim Lernen einer neuen Sprache auch noch Spaß.

Dies ist eine große Hilfe, um selber Latein lesen uns schreiben zu üben. Irgendwann könnt ihr dann die Werke großer Schriftsteller in der Originalsprache lesen.

Zu guter letzt können gute Lateinkenntnisse in vielen anderen Lebensbereichen behilflich sein, wie in der Medizin, im Rechtswesen, in der Geschichte oder in der Geographie.

Lernt die Unterschiede zwischen dem lateinischen und dem deutschen Satzbau

Wer Latein lernen möchte, der kommt an der manchmal komplizierten Grammatik leider nicht vorbei. Es gibt glücklicherweise viele Ähnlichkeiten zu den anderen Sprache der indogermanischen Familie, aber eben auch einige Unterschiede, die man beherrschen sollte.

Eine der zentralen Schwierigkeiten für das Verständnis der Sprache ist, dass im Lateinischen grammatische Funktionen oder Beziehungen zwischen Wörtern und Teilsätzen oft durch Endungen und weniger durch Partikel oder Funktionswörter ausgedrückt werden, wie es im Deutschen der Fall ist.

So sagt man im Lateinischen: „Cedamus amori.“

Das wird im Deutsche mit „Lasst uns der Liebe nachgeben.“ übersetzt. Die lateinische Sprache wirkt also häufig kompakter als die deutsche.

Man sollte die lateinische Grammatik beherrschen. Trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es einige Unterschiede zwischen der lateinischen und der deutschen Grammatik. |Quelle: Pixabay

Normalerweise sind deutsche Sätze nach dem Prinzip Subjekt + Prädikat + Objekt aufgebaut. So würde man in unserer Muttersprache zum Beispiel sagen: „Er hört, dass der Feldherr gekommen ist.

Im Lateinischen wird daraus „Imperatorem venisse audit.“. Das Objekt steht hier an erster Stelle und das Prädikat mit der Nominalendung.

Auch bezüglich der Wortstellung ist das Lateinischer freier als Deutsch. Denn im Lateinischen wird die Beziehung zwischen den Wörtern durch Affixe gekennzeichnet und bedarf daher keiner festen Wortstellung im Satz. 

So kann man im Lateinischen sagen „Canis hominem mordet.“, aber auch „Hominem canis mordet.“. In beiden Fällen ist die Übersetzung „Der Hund beißt den Mann.“.

Und wie weiß man jetzt, was hier Subjekt und was Objekt ist? Es tut mir leid zu sagen, aber um das Auswendiglernen der Deklinationen kommt ihr nicht herum.

Die Deklinationen sind das wichtigste Element, um Latein schreiben zu können. Sobald man diese verinnerlicht hat, ist es ein Kinderspiel. Man kann das ein bisschen mit Mathe vergleichen, sobald man die Funktionen verstanden hat, ist das eigentliche Rechnen gar nicht so schwer.

Im Lateinischen gibt es fünf Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Vokativ und Ablativ.

Wenn ihr diese verinnerlicht habt und die Deklination auswendig gelernt habt, steht euch nicht mehr viel im Weg und ihr solltet bald in der Lage sein, Texte von Ovid in der Originalsprache zu verstehen.

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