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Unsere Tipps, um sich mit der lateinischen Sprache vertraut zu machen

Von Elissa, veröffentlicht am 28/05/2019 Blog > Sprachen > Latein > Latein Lernen für Anfänger: Worauf musst Du achten?

Es ist einfacher anzufangen als aufzuhören“ – Titus Maccius Plautus

Der lateinische Komödiendichter Plautus lädt uns mit dieser Aussage dazu ein, mit dem Erlernen der lateinischen Sprache anzufangen, aber ist es möglich, damit aufzuhören? 

Um zu lernen, wie man Latein spricht und schreibt, baucht man viel Zeit, Motivation und eine Portion Leidenschaft. Du hast vielleicht an der Schule Lateinunterricht besuchen müssen und erinnerst dich nur noch an wenig oder verbindest es mit schlimmen Erinnerungen.

Aber warum ist Latein so unbeliebt?

Weil es uns nicht besonders gut beigebracht wird. Für viele Schüler war die Option, Latein zu lernen, weniger eine Chance denn eine Belastung.

Und was wäre, wenn man die Methoden, wie einem die Sprache der Römer beigebracht wird, verändert?

Wie lernt man, Latein zu schreiben?

Um eine Fremdsprache zu lernen, muss man meistens das Vokabular und einige Grammatikregeln lernen, die für viele als recht langweilig empfunden werden. Auch bei Latein kommt man da nicht drumherum, das solltet ihr von Beginn an wissen.

Vergesst die alten Methoden. Latein muss man lebendig unterrichten. | Quelle: Pixabay

Heutzutage wird Latein an einigen Gymnasien und Universitäten gelernt, aber wenn ihr euch die Sprache Cicero’s selber beibringen möchtet, gibt es einige Tipps, die euch dabei helfen.

Auch wenn es einige Möglichkeiten im Internet gibt, mit denen man die Grundzüge der lateinischen Sprache lernen kann, empfehlen wir auch heute noch die klassische Variante der Lehrbücher. Klassisch, aber trotzdem aktuell! Die Methoden, Latein beizubringen, haben sich über die Jahre weiterentwickelt und heutzutage baut man vor allem auf die Methode des dänischen Linguisten Hans Orberg.

Diese Methode wurde in zwei Bänden je zwei Bücher festgeschrieben:

  • Lingua Latina per se illustrata, Pars I: Familia Romana
  • Lingua Latina per se illustrata, Pars II: Roma Aeterna
  • Exercitia Latina Pars I
  • Exercitia Latina Pars II.

Die Bücher sind in Lektionen eingeteilt und ermöglichen ein systematisches Arbeiten, bei dem man keine Listen von Vokabeln auswendig lernen muss, sondern Schritt für Schritt lernt. So lernt man Latein wie eine lebendige Sprache.

Außerdem empfehlen wir, in ein Wörterbuch zu investieren, beispielsweise in den Klassiker von Stowasser. Für jüngerer Schüler kann ein bebildertes Wörterbuch hilfreich sein.

Zusätzlich dazu sind Karteikarten für die Vokabeln der beste Weg, um sich diese schnell zu merken. Die Methode funktioniert sehr gut, sofern man sich die Karteikarten auch immer wieder durchliest.

Eine der effektivsten Wege, die Sprache der Römer zu lernen, ist es, lateinische Texte zu lesen und so gleichzeitig etwas über die römische Kultur zu lernen.

Diese vier recht einfachen Texte können wir dafür empfehlen:

  • Fabeln von Phaedrus: im Internet findet ihr eine große Auswahl kurzer Fabeln
  • Die Vulgata auf Latein: die lateinische Fassung der Bibel
  • Texte von Julius Caesar

Sobald ihr die Deklinationen und eine Auswahl an Vokabeln beherrscht, ist es an der Zeit, sich mit der Kunst des Übersetzens vertraut zu machen. Natürlich werdet ihr nicht über Nacht lernen, die alten Texte zu entziffern und umso wichtiger ist es, gerade am Anfang einfache Texte auszuwählen.

Geht Schritt für Schritt vor und versucht, die Bedeutung der Wörter im Kontext zu verstehen, ohne, dass ihr jedes Wort einzeln nachschaut. Wenn ihr den Text dann ein zweites Mal lest, könnt ihr euch unbekannte Wörter rausschreiben und nachlesen.

Wie lernt man, sich auf Latein zu unterhalten?

Heutzutage lernt man in kaum einem Unterricht die korrekte Aussprache, wie sie zur Römerzeit üblich war. Vielmehr lernen die Schüler eine extra für den Unterricht angepasste Schulaussprache

Und so würden sich die heutigen Lateinschüler vermutlich nicht mit den Römern von damals verständigen können. Aber warum kommt es zu dieser Abwandlung in der Betonung? Kennt ihr eine Sprache, in der man neben der Grammatik und den Vokabeln nicht die Betonung und Aussprache lernen muss?

Mit der Aussprache, die heute unterrichtet wird, hätte man sich im alten Rom nicht unterhalten können. |Quelle: Pixabay

Um die Sprache genau zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie man sie ausspricht. Dazu muss man bei Latein zwei Dinge wissen:

  • Alle Buchstaben werden ausgesprochen. Es gibt also keinen stillen Buchstaben, außer dem H
  • Ein Buchstabe wird immer gleich ausgesprochen

Um die Regeln der Aussprache zu verstehen, zeigen wir euch hier die Unterschiede zur deutschen Aussprache:

  • Lange Vokale können in jeder Wortsilbe vorkommen
  • Auf einen langen Vokal kann eine Doppelkonsonanz folgen, ohne dass der vorstehende Vokal dabei gekürzt wird
  • Betonte Vokale in offenen Silben werden nicht immer gelängt
  • Der Buchstabe C wird immer [k] und niemals [s] ausgesprochen, wie bei canis (Hund)
  • Es gibt kein stummes E, wie das Dehnungs-E im Deutschen (Bsp.: Liebe)
  • Das J wird immer wie das Wort Yak im Deutschen ausgesprochen und nie [ʒ] wie Job
  • QU wird immer [kw] und niemals [k] ausgesprochen (Bsp.: aquila, der Adler)
  • Das R wird mit der Zungenspitze gerollt
  • Das U neben einem Vokal wird nicht wie das deutsche Wort Wein, sondern wie das englische well ausgesprochen

Schließlich geht es noch um die Betonung. Und im Lateinischen muss man wissen, dass jedes lateinische Wort akzentuiert wird:

  • Bei zweisilbigen Worten, wie beispielsweise Roma oder rosae wird die vorletzte Silbe betont (dabei zählt der Diphthong nur für eine Silbe)
  • Bei mehrsilbigen Wörtern ist eine Betonung auf der letzten Silbe möglich, wie bei adhuc
  • Wenn die vorletzte Silbe einen langen Vokal hat, wie bei Rōmānus, wird die vorletzte Silbe betont
  • Wenn die vorletzte Silbe einen Diphthong hat, wie bei incautus, wird sie betont
  • In den meisten anderen Fällen ist die drittletzte Silbe betont, wie bei exercitus

Das alles klingt recht kompliziert, aber ihr werdet feststellen, dass euch die korrekte Aussprache mit etwas Übung intuitiv gelingt.

Die Geschichte des römischen Alphabets

Ein großer Vorteil von Latein ist, dass man kein neues Alphabet lernen muss! Obwohl…Die römischen Buchstaben sind unseren zwar gleich, werden aber auf eine andere Weise ausgesprochen.

Was ist mit den Ursprüngen des Alphabets?

Dazu muss man bis ins 4. Jahrhundert vor Christus zurückschauen, um die ersten Spuren einer Schrift zu finden, die der Sumerer. Sie verwendeten die sogenannte Keilschrift, die den Ägyptern als Vorlage für die Hieroglyphen diente. Das hat nichts mit unserer heutigen Schrift zu tun? Weit gefehlt, denn schließlich entstand aus dieser Schrift das erste Alphabet.

Aber vorher wandelten die Phönizier das protosemitische Alphabet in ein vereinfachtes, nicht piktografisches Alphabet der Konsonantenschrift um. Dieses phönizische Alphabet übernahmen die Griechen 850 v. Chr. Dies war auch das erste echte Alphabet, weil es keine Silben mehr besaß und es wird heute noch in Griechenland verwendet.

Die Etrusker übernahmen nach der Invasion Griechenlands das Alphabet und entwickelten es weiter, bis das lateinische Alphabet des antiken Roms entstand. 

So entstand unser Alphabet!

Das Schriftsystem der Römer hatte nur 20 Buchstaben in seiner alten Version und sah so aus:

A, B, C, D, E, F, H, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, V, X.

Das V wurde als U oder W ausgesprochen und diente sowohl als Konsonant als auch als Vokal, ebenso wie das J, das als I ausgesprochen wurde. Erst im Mittelalter wurden diese Buchstaben hinzugefügt, um das Schreiben bestimmter Wörter zu vereinfachen. Im 3. Jahrhundert kamen G, Y und Z hinzu, um Fremdwörter besser schreiben zu können.

Auf den Zifferblättern der Uhren findet man noch lateinische Zahlen. |Quelle: Pixabay

Das lateinische Zahlensystem hat sich ebenfalls aus dem etruskischen System gebildet:

  • I: eins
  • V: fünf
  • X: zehn
  • L: fünfzig
  • C: Hundert
  • D: fünfhundert
  • M: tausend

Heutzutage haben sich die arabischen Zahlen durchgesetzt und man verwendet die römischen Zahlen nur noch in bestimmten Bereichen, beispielsweise zur Bezeichnung von Königen, Jahrhunderten oder Kapitel.

Ovids Muttersprache wurde im gesamten alten Rom gesprochen und verbreitete sich auch in Gallien. Sie ist der Ursprung vieler gesprochener Sprachen, besonders der romanischen, wie Französisch oder Spanisch.

Heute wird Latein nur noch von der katholischen Kirche im Vatikan gesprochen.

Tipps, um Latein schreiben zu lernen

Latein sprechen und schreiben zu lernen, sollte nicht nur für die Elite der Gesellschaft bestimmt sein. Es lässt sich wie jede andere Sprache mit genug Arbeit und Motivation lernen. Und das kann in vielen Bereichen des Alltags hilfreich sein.

Wer Latein lernt, der trainiert gleichzeitig seine analytischen und logischen Fähigkeiten. Zudem lernt man einiges über die römische Geschichte, Mythologie und Kultur. Außerdem erleichtert es das Erlernen weiterer Sprachen.

Natürlich muss man auch einiges auswendig lernen, wie beispielsweise die Deklinationen und bestimmte Vokabeln, um einen Text übersetzen zu können, ohne ständig im Wörterbuch nachschlagen zu müssen. Aber man muss selten ganze Listen von Vokabeln auswendig lernen, das geschieht meist intuitiv.

Eine Möglichkeit, wie man Schüler für Latein begeistern kann, ist, dass man es als lebendige Sprache behandelt. Es gibt in den Schulen bereits Konzepte, die genau darauf abzielen und den Lateinunterricht aktiver gestalten möchten. Lasst uns aus dieser toten eine lebendige Sprache machen!

Latein schreiben lernen, bedeutet auch, sich mit dem Ursprung und der Entwicklung von Wörtern auseinanderzusetzen. Es ist ein bisschen wie Archäologie. Um Latein besser schreiben zu können, ist es wichtig, die Entwicklung der Wörter zwischen Latein und Deutsch zu verstehen. Hier wird es spannend! Eine mittlerweile tote Sprache war zu einem gewissen Zeitpunkt eine weit verbreitet Sprache und hinterließ ihre Spuren in vielen weiteren Sprachen.

Heutzutage wird den Schülern die klassische Version des Lateinischen beigebracht und nicht die einfache Version, auf der sich die Römer früher unterhalten haben. Im Deutschen finden wir sehr viele Wörter, die ihren Ursprung in einer alten Sprache, wie Latein, haben.

Normalerweise sind deutsche Sätze nach dem Prinzip Subjekt + Prädikat + Objekt aufgebaut. So würde man in unserer Muttersprache zum Beispiel sagen: „Er hört, dass der Feldherr gekommen ist.

Im Lateinischen wird daraus „Imperatorem venisse audit.“. Das Objekt steht hier an erster Stelle und das Prädikat mit der Nominalendung. Neben einer anderen Grammatik muss man also auch auf die Unterschiede beim Satzbau und der Wortstellung achten.

Tipps, um Latein sprechen zu lernen

Heute wird Latein von den Schülern zunehmend vernachlässigt und auch in immer weniger Schulen als Pflichtfach angeboten. Und trotzdem ist Latein bestimmt keine tote Sprache und in viel mehr Bereichen nützlich, als wir vielleicht denken!

In der Medizin gibt es sehr viele lateinische Fachbegriffe. |Quelle: Pixabay

Bis ins 20. Jahrhundert wurde die Sprache noch an den medizinischen Fakultäten Europas verwendet. Latein zu lernen, ermöglicht es uns, uns unseren europäischen Mitbürgern anzunähern, aber auch nur, wenn man Latein wie eine lebendige Sprache lernt, sie als Kommunikationssprache verwendet. Denn viele europäische Sprachen stammen vom Lateinischen ab oder haben zumindest viele Entlehnungen aus der Sprache.

Erst mit dem Erstarken der Nationalsprachen seit dem 17. Jahrhundert verlor Latein mehr und mehr an Boden. Bald wurde es nur noch in elitären Kreisen der Gesellschaft verwendet. Bis heute wird Latein von Wissenschaftlern in der Medizin, Anatomie, Biologie, Zoologie, Chemie und im Recht für die Begriffsbezeichnungen und Fachbegriffe verwendet.

Wer trotzdem gerne lernen möchte, sich auf Latein zu unterhalten, der hat einige Möglichkeiten. Und wie cool wäre es, sich auf derselben Sprache unterhalten zu können, wie einst Homer, Seneca, Plutarch oder Scipio?

Es gibt einige Initiativen, die sich genau darauf konzentrieren:

  • Schola Europaea & Latina Universalis: Die Unterrichtsmethode an dieser Schule basiert darauf, den Schülern den Gebrauch, das Hörverstehen und das Sprechen der lateinischen Sprache als lebendige Sprache beizubringen. Die Sprachschule ist kostenlos, man muss nur Englisch oder Spanisch sprechen können.
  • Die Latinati Vivae Provehendae Associato e.V.: diese Website bietet zahlreiche Seminare auf der ganzen Welt an, die ganz auf Latein gehalten werden.
  • Nuntii Latini: über die Nachrichtensendungen im Radio kann man täglich neue lateinische Wörter lernen
  • Societas Circulorum Latinum: eine Gruppe, die Personen verbindet, die Latein unter sich sprechen möchten
  • Die Fondation Melissa: Diese Organisation bietet jeden Dienstag in Brüssel einen Lateinkurs als Abendunterricht an, bei der sowohl Grammatik, als auch Hör- und Leseverstehen geübt werden.

Wenn der Unterricht der toten Sprachen dem der lebenden Sprachen gleicht, wären die Schüler vielleicht motivierter und Latein wäre als Sprache nicht mehr unbedeutend.

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