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5 Tipps, um möglichst schnell Latein zu lernen!

Von Stefanie, veröffentlicht am 28/06/2019 Blog > Sprachen > Latein > 5 Tipps, um möglichst schnell Latein zu lernen!

„Das Papsttum ist nichts anderes als der Geist des späten Römischen Reiches, der auf seinem Grab gekrönt sitzt“, Thomas Hobbes (1588-1679).

Fasziniert von der römischen Zivilisation, Geschichte und Geographie der antiken Welt – Rom und das antike Griechenland- und antiken Sprachen, hatte ich Latein in der Schule gewählt.

Ich habe den Kurs zu den alten Schriften leider nicht fortgesetzt und 20 Jahre später alles wieder vergessen.

Das liegt vor allem daran, dass an weiterführenden Schulen Latein vor allem durch das auswendig Lernen geübt wird. Es wird jedes Wort in der ersten lateinischen Deklination wiedergegeben, es werden die Fälle gelernt (Nominativ, Akkusativ, Vokativ, Genitiv, Dativ, Ablativ) und das Ganze ohne zu verstehen, worum es bei dem Latein Kurs eigentlich geht.

Im Alter von 15 Jahren mangelt es vielleicht an Perspektive, um die Möglichkeit zu erkennen, was es bedeutet, die lateinischen Wörter zu beherrschen und Brücken zu den vielen europäischen Sprachen schlagen zu können, die beispielsweise aus der lateinischen Sprache entstanden sind.  Oder auch die Möglichkeit, die Syntax und grammatikalische Struktur des Französischen besser zu verstehen.

Darüber hinaus kann diese tote Sprache – Altgriechisch oder Latein – im Vergleich zu anderen Fächern und Sprachen weniger spannend sein, was das Erlernen des Lateinischen einschläfernd, beschwerlich und uninteressant macht.

Unter diesen Bedingungen ist es unmöglich, schnell Latein zu lernen…

Für erfahrene Latein Schüler ist der Unterricht zur Erforschung der klassischen Literatur dennoch interessant, da er es ihnen ermöglicht, sich mit dem Lesen antiker Texte aus dem alten Rom vertraut zu machen, die Geschichte der Literatur kennenzulernen und das ist auch eine Strategie, um zu den guten Schülern zu zählen.

Hier sind also 5 Tipps von unserer Redaktion, mit denen Du schneller Latein lernen kannst.

1. Lerne wenige Latein Vokabeln

Das menschliche Gehirn arbeitet mit einem unendlich dichten Netz von Neuronen, die sich permanent mit Zehntausenden anderen Neuronen verknüpfen und trennen.

Wenn wir versuchen, uns das lateinische Vokabular zu merken, ist es die Anzahl der neuronalen Verbindungen, die wir stimulieren. Je kürzer der Pfad, desto schneller kannst Du dir, ähnlich wie eine Computerfestplatte, lateinische Wörter merken.

Pompeji wurde von einem Vulkanausbruch zerstört Während eines Ausfluges nach Kampanien kann man an der Phonetik zu arbeiten, um seinen Wortschatz zu erweitern. | Quelle: Pixabay

Ist es besser, jedes Wort aus einem Buch von Cicero oder Titus Livius zu lernen, oder nur die häufigsten und gebräuchlichsten Wörter in der Alltagssprache?

Es kann kontraproduktiv sein, die 1702 Wörter des lateinischen Vokabelbuches in der weiterführenden Schule => Lehrplan von der 5. über die 6. und 7. Klasse, sowie jede Endung auswendig zu lernen, und man wird auch nicht in der Lage sein, einen Text zu übersetzen.

Aus diesem Grund ist es unser wichtigster Tipp, sich nur auf das Grundvokabular zu konzentrieren.

Beginne mit einem kleinen einfachen Deutsch-Latein Vokabular, um den Großteil der in literarischen Texten üblichen Formulierungen zu verstehen.

So wird beispielsweise das 80-20-Prinzip auf den Anfänger-Latein-Kurs angewendet: gemäß dem Pareto Prinzip (1848-1923) werden 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht. Das bedeutet, wenn Du dir 20% der Wörter merkst, ermöglicht dir das 80% der am meisten verwendeten Wörter zu verstehen.

Das Training mit einem kleinen Wortspektrum ermöglicht es dir auch, deinen Fortschritt zu unterteilen: Du lernst eine kleine Liste von zehn oder fünfzehn Wörtern, die dann im Laufe der Wochen allmählich wächst.

Dies wird unter anderem verhindern, dass Du von all der zu erledigenden Arbeit entmutigt wirst.

Um dies zu erreichen, bestünde eine Idee darin, eine Liste von Wörtern aus dem Deutsch-Lateinischen Wörterbuch oder die eines lateinischen Textes, die häufig missverstanden werden, in die Anzahl der verbleibenden Tage im Monat aufzuteilen.

Beginne also damit, eine Liste des deutsch-lateinischen Wortschatzes zu verfassen. Dann lies diese Liste und wiederhole die Wörter, indem du die ins Deutsche übersetzte Form ausblendest.

Wiederhole laut jede Endung (und ob es sich um ein Nomen, Pronomen Verb handelt) und versuche dabei, dich an die Übersetzung in deiner Muttersprache zu erinnern: gehe zum nächsten Wort über, wenn du erfolgreich warst und kreuze an, was du nicht geschafft hast.

Schreibe anschließend alle angekreuzten Wörter auf ein Blatt und wiederhole die Übung, bis du die ganze Liste auswendig kannst.

2. Schaffe mentale Bilder, um schnell Latein lernen zu können!

Um eine fehlerfreie Wiedergabe der lateinischen Übungen zu erreichen und die Denkfähigkeit zu stimulieren, ist die Erstellung mentaler Bilder ein grundlegender Trick der Metakognition – die Auseinandersetzung mit den eigenen kognitiven Prozessen – um die Erinnerung an einen lateinischen Satz zu stimulieren oder den lateinischen Ausdruck zu verbessern.

Es ist ein mnemotechnischer Prozess, um zu visualisieren, was wir lernen. Denn Bilder, die im Gehirn entstehen, sind viel leichter festzuhalten als abstrakte Ideen.

Wie gehe ich mit Fehlern in Mathe um? Das Wort „Cerebral“ hat die gleiche lateinische Wurzel und wird im Lateinischen „cerebrum“ genannt. Erstaunlich, oder? | Quelle: Pixabay

Wenn man jedoch mit neuen lateinischen Wörtern konfrontiert wird, ist es schwierig, alle Bedeutungen der Wörter direkt zu erahnen:

  • Regnum, regni (regieren, Errichten, König, herrschen),
  • Caput, capitis (Haupt, Hauptstadt),
  • Imperium, imperii (Imperium, Eltern, reparieren, trennen, Imperativ),
  • Vox, vocis (Stimme, Vokal, Vokabel, erwähnen),
  • Pax, pacis (Frieden, Pakt, bezahlen, Land, Bauer),
  • Caelum, caeli (Himmel, himmlisch) usw.

Die mentale Vergegenwärtigung eines lateinischen Satzes hilft dem menschlichen Geist, ein abstraktes Wort in ein konkretes Bild zu verwandeln, um es sich auf natürliche Weise zu merken.

In unserem Beispiel von vier lateinischen Wörtern können wir uns Lorbeeren auf einem Kopf für die Herrschaft von Julius Cäsar (regnum) vorstellen, ins Kolosseum zur Hauptstadt (Rom, das das Römische Reich, caput, imperium repräsentiert) gehen, die Stimme (vox) abgeben, um den Himmel (caelum) zu bitten, Frieden zu bringen (pax).

Auch wenn die Verbindung jedem Historiker oder Sprachwissenschaftler seltsam erscheint, kann es helfen, diesen wortreichen Berg zu erklimmen, der vorher unpassierbar schien.

Jeder mentale Bildgebungsprozess ist notwendigerweise einer Übertreibung, Bewegung oder ungewöhnlichen Assoziation unterworfen.

Wenn man sich einen Tsunami vorstellt, um sich an eine kleine Welle zu erinnern, einen Amboss für einen Hammer usw. vorstellt, hilft das, im Gehirn die Erinnerung an ein beeindruckendes Bild einzufrieren, das wir nicht vergessen.

Darüber hinaus lassen sich bewegte Bilder besser behalten als statische Dinge: Zögere nicht, völlig absurde Szenarien zu schaffen.

3. Nutze die Theorie der multiplen Intelligenzen

Im interdisziplinären Unterricht kann der Lehrer verschiedene Methoden anwenden, um seinen Schülern Latein – lingua latina – beizubringen.

Das menschliche Gehirn entwickelt sich durch drei Formen des Erinnerns: auditiv, visuell und kinästhetisch. Wir alle haben also verschiedene Arten von Intelligenzen: eine Intelligenz mit einer visuell-räumlichen oder kinästhetischen Prägung.

Spanisch Lernen, um Deine Konzentration zu trainieren. Es wird oft gesagt, dass Schachspieler schlauer werden: Auf die gleiche Weise stimuliert das Erlernen von Latein verschiedene Formen des kognitiven Denkens. | Quelle: Pixabay

Das Erinnern an lateinische Substantive, unregelmäßige Verben, jedes qualifizierende Adjektiv oder jede lateinische Präposition kann dem Lernenden, der kein visuelles Gedächtnis hat, echtes Kopfzerbrechen bereiten.

Latein ist eine tote Sprache, daher gibt es sie nur in Büchern und niemand spricht sie fließend als Muttersprache.

Infolgedessen ist es einfacher, diese Lehre auf der Grundlage von schriftlichen Materialien zu verfolgen als anhand von Audiodateien.

In der Sprache von Cicero und Seneca, können viele grammatische Punkte verwechselt werden: wo das Supinum platzieren, wie den Akkusativ Dativ bestimmen, wie das Verb konjugieren oder wie sich an jede Deklination erinnern?

Die Erstellung einer mentalen Karte, also eines heuristischen Schemas, kann sehr hilfreich sein.

Das Verfahren besteht darin, ein visuelles Schaubild auf Papier zu bringen, das die deutschen Wörter oder jede Form eines Wortes in Latein im Kurs hierarchisch anordnet. Es ist eine in der Kognitionswissenschaft anerkannte Technik zur Zusammenfassung eines Buches, zur Vorbereitung einer Prüfung und zum Erlernen einer Sprache.

So werden beispielsweise die Superlative issimus, errimus, illimus  in verschiedenen Farben in einen Kasten in die Mitte eines Blattes geschrieben, dann wird der Stamm eines Adjektivs mit jedem Superlativ verbunden, indem man Begriffe oder Vergleiche über jede Verbindung schreibt.

Dies soll helfen, die übergeordneten relativen und absoluten Superlative beizubehalten: doctus (der Gelehrte) wird zu doctissimus, was „der Gelehrteste“ bedeutet.

Indem beide Gehirnhälften aktiviert und Verbindungen zwischen Gedanken geschaffen werden, wird der Schüler sich beim Latein lernen direkt aufs Wesentliche konzentrieren und eine direkte Verbindung herstellen, was das Erinnern erleichtert.

4. Mache Pause zwischen den Wiederholungen, um Latein schnell zu lernen

Es gibt nichts abschreckenderes und langweiligeres, als Seiten über Seiten der lateinischen Theorie und Konjugationstabellen immer und immer wieder durchzulesen.

Wenn man Texte auf intensive Weise liest, „gehen sie ins eine Ohr rein und kommen zum anderen wieder raus“, wie man so schön sagt. Es ist einfach unmöglich, eine riesige Menge an französischen, griechischen oder lateinischen Vokabeln auf einmal aufzunehmen.

Unser Gehirn funktioniert nicht auf fotografische Weise. Um seine Wissensbasis zu vergrößern, muss man wiederholen, verarbeiten, korrigieren und wiederholen.

Aus diesem Grund ist es besser, einen Sprachkurs in regelmäßigen Abständen nachzuarbeiten und dabei den Latein Kurs zu segmentieren.

Diese Theorie der intervallgesteuerten Wiederholung wurde vom deutschen Philosophen Hermann Ebbinghaus (1850-1909) aufgestellt, der als Vater der Lern- und Bildungsforschung gilt.

Um uns nicht zu überlasten, sortiert, wählt und vergisst unser Gehirn ständig exponentiell die Informationen, die es erhält und für unwichtig hält.

Die Vertiefung der sprachlichen Fähigkeiten kann nur durch eine zeitliche Streuung der Arbeit erreicht werden. | Quelle: VisualHunt

Wiederholungen desselben Satzes, der ins Lateinische übersetzt wurden, derselben lateinischen Zitate, oder des Accusativus cum infinitivo einer lateinischen Grammatikübung werden jedoch das Vergessen mit der Zeit verhindern und es wird daher möglich sein, die Abstände zwischen den einzelnen Wiederholungen zu verlängern.

Dies ist die Vergessenskurve, die H. Ebbinghaus im Lernprozess aufgezeigt hat.

In regelmäßigen Abständen stattfindende Kurse über die griechisch-römische Zivilisation, Mythologie oder lateinische Literatur (Ovid, Horace, Plinius der Ältere, Plinius der Jüngere, etc.) werden dabei helfen, im Laufe der Zeit  jede Information im Gehirn zu verankern und Automatismen schaffen, die es uns ermöglichen, das Gelernte auf natürliche Weise anzuwenden.

Paradoxerweise spart es also Zeit, wenn man sich die Zeit nimmt.

Um Latein schnell und effizient zu lernen, ist es besser, zehn zwanzigminütige Wiederholungen zu machen, die sich über ein oder zwei Wochen erstrecken, als eine intensive zweistündige Sitzung.

5. Verwende mnemotechnische Mittel

Latein zu lernen soll für Sprachschüler aus dem romanischen Sprachraum – Frankreich, Italien, Spanien, Rumänien, Portugal, der französischsprachigen Schweiz, dem französischsprachigen Belgien, Québec, dem lateinamerikanischen Kontinent – einfacher sein als wenn man deutschsprachig oder schlechter noch, chinesischsprachig ist.

Unsere Muttersprache ist in der Tat eine Tochtersprache mit etymologischen Wurzeln lateinischen Ursprungs, als wären die alten Völker Latiums unsere sprachlichen Vorfahren.

Um jedoch das morphologische Gerüst einer Redewendung auswendig zu lernen, müssen wir auf mnemotechnische Prozesse zurückgreifen, die das Lernen vereinfachen und erleichtern.

Hier ist eine Liste der Möglichkeiten, mit denen der Lernende Fortschritte erzielen kann:

  • Erstelle thematische Lernkarten: das Alltagsleben der Römer, die 1. lateinische Deklination, das lateinische Verb, Adverb, etc.,
  • Erschaffe mentale Geschichten mit untergeordneten Konjunktionen, Personalpronomen, Verbaladjektiven, etc.,
  • klebe Post-Its an deine Wände, auf denen Wortgruppen zum Haus, Garten und einfachen lateinischen Begriffen aufgeführt sind,
  • ordne die zu merkenden Wörter bekannten Geräuschen, Orten oder Bewegungen zu.

Und schließlich ein letzter Tipp:

Schüler aller Lernstufen können ihre Kenntnisse über Konjugationstabellen und Vokabellisten vertiefen.

Wie? Durch das Singen.

Singen ist in der Tat ein gutes didaktisches und spielerisches Mittel, um sich daran zu erinnern, wie man lernt, einen lateinischen Text zu entschlüsseln.

 

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