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Lerne Russisch Schreiben mit dem Kyrillischen Alphabet

Von Florence, veröffentlicht am 21/11/2018 Blog > Sprachen > Russisch > Lerne Russisch Schreiben mit dem Kyrillischen Alphabet

„Die russische Sprache, die, soweit ich es beurteilen kann, eines der reichsten Idiome in Europa ist, scheint wie dafür geschaffen zu sein die feinsten Nuancen auszudrücken.“

Prosper Mérimée

Selbst im Rahmen eines intensiven Lernprogramms wie Russisch in 4 Wochen, das Dir so schnell wie möglich dabei helfen soll Deinen Seelenverwandten auf der anderen Seite des Urals zu finden, wirst Du nicht drum herum kommen, die komplizierten Schriftzeichen der russischen Sprachen zu lernen.

Ob Du Dich für die Sprache aus linguistischer Sicht interessierst, oder am Liebsten sofort die großen russischen Meisterwerke der Literatur entdecken würdest, Dein Startpunkt bleibt in jedem Fall das kyrillische Alphabet.

Bevor Du die russische Sprache aktiv nutzen und schreiben kannst, musst Du erst einmal die logischen Bausteine und den Geist der Sprache kennenlernen.

Schauen wir uns gemeinsam die verschiedenen Facetten dieses grafologischen Systems an, das genauso komplex ist, wie wir es gemeinhin von der russischen Sprachen annehmen.

Der Aufbau des modernen russischen Alphabets

Aus unserer Sicht sieht ein kyrillisches System vielleicht wie ein anderes aus. In Wirklichkeit hat jedoch jedes Land seine lexikalischen Eigenheiten und so gibt es von Land zu Land leichte Unterschiede im kyrillischen Alphabet.

Das russische Alphabet steht also für sich alleine und muss auch für sich betrachtet werden.

Das russische Alphabet hat sich jahrhundertelang entwickelt, um so zu werden wie es heute ist. Das betrifft übrigens jede menschliche Sprache: eine lebende Sprache entwickelt sich mit der Zeit und bleibt im Grunde nie die gleiche – auch wenn die Philologen und Grammatiker sie gerne in Stein meißeln würden!

Das heutige moderne Alphabet der Russen enthält 33 Buchstaben vom A bis Я – das lateinische Alphabet hat nur 26 Buchstaben.

Wohlgemerkt: Diese 7 Buchstaben finden keinen zusätzlichen Raum in Form von Tasten, die Standard Tastatur der Computer behält die gleiche Größe.

Weißt Du wieviele Buchstaben das russische Alphabet hat? Bevor Du nach Moskau reist, kannst Du das russische Alphabet lernen, vom A bis zum Я. | Quelle: Pexels

Wie die meisten zeitgenössischen Sprachen, verbindet das Russische die meisten Konsonanten mit mehreren Vokalen.

Fünf dieser Vokale – е, ё, и, ю und я – , sind dazu da den vorangehenden Konsonanten zu palatalisieren (=Konsonanten durch Anhebung des vorderen Zungenrückens gegen den vorderen Gaumen erweichen). Das aktuelle Russisch hat im Gegenteil zu anderen slawischen Sprachen den mittleren Vokal ы behalten.

Dieser Vokal wird manchmal nach den „harten“ Vokalen a, э, o und у eingeordnet.

So können die „erweichten“ Konsonanten von den „harten“ Konsonanten unterschieden werden. Das Russische ist ein Silbensystem, und ähnelt darin dem Ungarischen, obwohl diese Sprache einer anderen Sprachfamilie angehört.

Manche Konsonanten stehen für sich ganz alleine: so die harten Konsonanten ш, š, ж, ž, ц und c ; und die weichen Konsonanten щ, ŝ, ч und č.

Anders als das Englische z.B. gibt es beim Russischen keine bösen Überraschungen. Die Wörter schreiben sich so, wie sie ausgesprochen werden, und werden so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden.

Es lohnt sich also auf das Gaspedal zu drücken, um so schnell wie möglich voran zu kommen!

Die einzigen Ausnahmen sind die Auslautverhärtungen (Konsonanten, die am Ende einer Silbe stimmlos ausgesprochen werden) oder manche Konsonantenverbindungen. Diese Zungen- und Aussprachgymnastik fordert viel Übung!

Am Schwierigsten bleiben die Vokale, wo der Wortakzent nicht geregelt ist, aber bei Wörtern mit mehr als zwei Silben die Bedeutung des Wortes maßgeblich beeinflussen kann.

Man nennt dieses Phänomen, das es in geringerem Maße auch im Bulgarischem oder Ukrainischem gibt, den „Ablaut“.

Die Geschichte der kyrillischen Zeichen

Ein/e deutsche/r Schüler/in kann sich am Anfang schwer damit machen 33 neue Buchstaben zu erlernen.

Kyrillisches SchriftzeichenAussprache
А« A »
Е« Je »
К« K »
М« M »
О« O »
Т« T »
Б« B »
Г« G »
Д« D »
У« U »
Ф« F »
П« P »
С« S »
Р« R »
Л« L »
Зstimmhaftes « S » wie in «Sommer»
И« I »
Й« J »
Ц« Ts »
Ч« Tsch »
Н« N »
Ш« Sch »
Щ« Sch-tsch »
Х« Ch » wie in «Buch»
Ыzwischen « I » und « Ü »
Жwie das « ge » in « Massage »
В« W »
Э« Ä »
Ё« Jo »
Ю« Ju »
Я« Ja »
ЬWeichheitszeichen
ЪHärtezeichen

Aber schau Dir mal den positiven Aspekt an: Das archaische Russisch hat noch mehr Zeichen benutzt. Vier davon wurden erst 1918 aus dem Alphabet ausgeschlossen (І, Ѳ, Ѣ und Ѵ), nachdem schon acht Buchstaben im Laufe des 18 Jhdts. nach und nach verschwunden sind: Ѕ, Ѯ, Ѱ, Ѡ, Ѫ, Ѧ, Ѭ und Ѩ.

Du wirst im Russisch Unterricht lernen, dass es bei den willentlichen Buchstabenstreichungen darum ging die Sprache zu vereinfachen, sie auf ein phonetisches Register zu beschränken, auch wenn so eine gewisse Komplexität der Etymologie verloren gegangen ist.

Das ist der große Unterschiede zwischen den russischen und den lateinischen Buchstabencharakteren: Weniger durch den Sprachgebrauch, als vielmehr durch sukzessive Reformen ist das Alt-Slawische zu seiner einfacheren Version geworden: dem Russischen wie wir es heute kennen.

Weißt Du wer die Gebrüder Kyrill und Method waren? Die Gebrüder Kyrill und Method hatten einen großen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung der Slawen. | Quelle: Wikimedia Commons.

Die vielen verschiedenen kyrillischen Alphabete haben einen gemeinsamen Ursprung: das im Mittelalter von den Heiligen Brüdern Kyrill und Method aus dem Griechischen entwickelte Alphabet.

Diese hatten am Ende des 9. Jhdts. in Bulgarien ein bikamerales (also mit Kleinbuchstaben auf einer Seite und Großbuchstaben auf der anderen Seite) graphologisches System geschaffen. Es hatte 30 Charaktere und diente dazu die gesprochenen und noch nicht verschriftlichten Sprachen in den als „barbarisch“ angesehenen Ländern auf das Papier zu bringen.

Die slawische Welt hat somit eine riesige Wende erfahren, hat sich verchristlicht und dem romanischen Einfluss des inzwischen verschwundenen römischen Reiches geöffnet.

Dieses ursprüngliche Alphabet hat also die Grundlage für das Altslawische gegeben, und ist im Grunde aus dem Kirchenslawisch der ersten christlichen Missionare entstanden, die Übersetzungen für die Urbevölkerung geschrieben haben.

Wenn man heute die großen Meisterwerke der russischen Literatur sieht, denkt man nicht immer an den langen Weg der zurückgelegt werden musste. Wer kennt nicht Dostojevski, Gogol, Puschkin, Tschechow, Tolstoi… Aber wer kennt schon das Altslawische?

Kennst Du ein Theaterstück von Tschechow? Tschechow’s Theaterstücke werden noch auf der ganzen Welt gespielt. | Quelle: Visualhunt

Das kyrillische Alphabet lernen: Warum eigentlich?

Heute kannst Du Spuren vom Kyrillischen außerdem in folgenden Sprachen finden: im Belarussischem, Mazedonischen, Monetengrinischen, Russinischen, Kasachischen, Usbekischen, Tatarischen, Kirgisischen, Baschkirischen, Tschuwaschischen, in den Komi-Sprachen, im Mari, Sami, Mongolischen, Burjatischen, Kalmükischen, Kurdischen, Ossetischen, Tadschikischen, Rumänischen und im Dunganischen.

Das kyrillische System hat es also geschafft sich an 7 verschiedene Sprachfamilien anzupassen (von den slawischen bis zu den sinotibetanischen Sprachen, den Turksprachen, uralischen, mongolischen, iranischen und romanischen Sprachen)!

Wenn Du eines dieser kyrillischen Alphabete kennst, wird es Dir viel leichter fallen, die anderen zu erlernen.

Aber auch wenn Du kein großer Gelehrter werden willst, gibt es im 21. Jhdt. viele Gründe, dass russische Alphabet zu lernen.

Kennst Du die russischen Matrjoschkas? Die russische Sprache verbirgt viele Geheimnisse, so wie die Matrjoschkas! | Quelle: Pixabay

Die UdSSR, dessen Ideologie viele kommunistische Militanten dazu gebracht hat die russische Sprache zu erlernen, hat sich 1992 aufgelöst. Seitdem hat sich Russland aber aus seinem politischen, diplomatischen, demographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Trubel wieder erholt und spielt auf internationaler Ebene eine wichtige Rolle.

Diese Wiederauferstehung der russischen Seele ist vor allem in den geopolitischen Bestrebungen Vladimir Putins sichtbar, die wir seit Jahrzehnten in den Nachrichten mitverfolgen können: Spannungen mit der EU, die Beziehungen zu China und Nordkorea, die georgische Krise, der Krieg in Syrien…

Wenn Du das kyrillische Alphabet beherrschst, sicherst Du Dir also eine goldene professionnelle Zukunft, denn die Beziehungen zu Russland, ob öffentlich oder privat, werden sich in Zukunft noch vermehren.

Die russische Sprache zählt!

Die Russisch sprachigen Länder haben sich geöffnet, Bulgarien ist Mitglied der EU geworden und somit ist das kyrillische Alphabet das dritt wichtigste Alphabet Europas geworden. Als Student kannst Du nun auch mit dem Erasmus Programm nach Bulgarien gehen. Es ist also Zeit, Dich mit den kyrillischen Schriftzeichen bekannt zu machen.

Russisch Schreiben lernen: Wie geht das?

Wenn Du die russische Sprache lernen willst, ist die Aneignung des russischen Alphabets der erste Schritt in die richtige Richtung.

Manche Pädagogen beschränken das Lernen ganz auf den mündlichen Aspekt der Sprachen. Das kann Sinn machen, wenn Du sehr schnell die Sprache lernen willst und Dein einziges Ziel ist, mit einem Russen auf Skype zu sprechen. Aber selbst der Tourist, der Straßenschilder entziffern muss, wird so schnell an seine Grenzen kommen…

Wenn Du eine slawische Sprache erlernen willst, gibt es nichts besseres als ganz in ihr Alphabet einzutauchen!

Dafür gibt es sehr viele verschiedene Lernmethoden. Sie kann z.B. interaktiv und digital sein!

Hast Du schon ein Buch auf Russisch gelesen? Wer viel liest, lernt auch schneller auf Russisch zu schreiben. | Quelle: Unsplash

Dank des Internets kannst Du heute auf viele Arten eine Sprache lernen. Du kannst z.B. kostenlosen Unterricht auf YouTube finden. Mit den richtigen Suchwörtern wie „Russisch Kurs“ wirst Du in einigen Sekunden mehrere Audio- oder Videoformate zum Russisch Lernen finden.

Genauso kannst Du auch auf Google vorgehen. Du kannst die besten Suchresultate für Dich auswählen und so den Weg des E-Learnings beginnen. Du wirst viele Seiten finden, die Dir dabei helfen können, das russische Alphabet zu lernen. Und manchmal gibt es auch Audio-Inhalt, der Deine Aussprache unterstützt.

Es gibt natürlich auch Lernmaterial im Papierformat, das Du unter Anderem in den öffentlichen Bibliotheken finden kannst. Pons, Langenscheidt und Hueber bieten solche Lehrbücher, aber es gibt auch noch andere tolle Angebote. Für einen Vergleich dieser russischen Lehrbücher klicke hier.

Wir raten Dir, Dir genügend Zeit zu nehmen und diese auch einzuplanen. Versuch nicht alles auf einmal zu machen! Von den Ansätzen wie z.B. die Akamoto Methode, die sich nur auf den „wichtigsten“ Teil des russischen Alphabets konzentriert, können wir abraten.

Am Besten bleibt die klassische Methode. Sie ist vollständig und kann an jeden Schüler individuel angepasst werden. Und wenn Du die Wahl hast, wähle am Besten Russisch Einzelunterricht. Digital ist gut, aber echter Kontakt mit Deinem Russisch Lehrer ist noch besser!

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