Klavier spielen lernen sollte vor allem Spaß machen. Egal in welchem Stil Du Dich am wohlsten fühlst, in der Musik kannst Du Deine Gefühle erklingen lassen.

In Deutschland spielen 14 Millionen Menschen in ihrer Freizeit ein Instrument oder singen in einem Chor. Du möchtest auch dazu gehören und hast Dich fürs Klavier entschieden?

Klavier, Flügel, E-Piano, Pianino oder Keyboard – wenn Du das richtige Instrument gefunden hast, willst Du wahrscheinlich so schnell wie möglich mit dem Unterricht anfangen. Dafür musst Du eine*n Klavierlehrer*in finden, der*die zu Dir passt.

Wie das geht? Ich erkläre es Dir.

Eine Klavierlehrerin finden: bei Bekannten nachfragen

Eine Liste von Privatlehrer*innen zu finden ist nicht besonders schwierig. Und zwar egal für welches Instrument: Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Saxofon, Akkordeon, Flöte, Geige oder Ukulele. Im Internet findet man blitzschnell Adressen und Telefonnummern.

Trotzdem rate ich Dir, es zuerst wie in guten alten Zeiten zu probieren und in Deinem persönlichen Umfeld von Deinen Plänen zu erzählen. Vielleicht kennt ja jemand schon eine*n Klavierlehr*in und kann ihn*sie Dir empfehlen.

Sprich mit Deiner Familie und Deinen Freund*innen; Klavier ist ein häufig gespieltes Instrument und es gibt auch immer mehr Privatlehrer*innen.

Wenn Du eine*n Lehrer*in durch Mund-zu-Mund-Propaganda findest, kannst Du Dir auch ziemlich sicher sein, dass er*sie auch wirklich kompetent ist. Oder würden Dir Deine Freunde jemanden empfehlen, von dem sie selbst nicht überzeugt sind?

Manchmal geht es so sogar schneller als im Internet. Du musst nicht alle Informationen einzeln zusammensuchen und kannst Dich auch gleich über den Unterrichtsablauf und die Methodik informieren.

Um sicher zu wissen, dass Du und der*die Lehrer*in auch wirklich zusammenpasst, müsst ihr euch einmal treffen oder zumindest telefonieren. Diese erste Kontaktaufnahme ist auch eine Gelegenheit, über Deine Erwartungen an den Unterricht zu sprechen.

Die Suche nach privatem Klavierunterricht

Das Internet ist trotzdem eine wichtige Informationsquelle, wenn Du ein Instrument spielen lernen möchtest. Es erlaubt Dir, in kurzer Zeit eine große Menge an Informationen zu finden und herauszufinden, wonach Du genau suchen musst.

Gib doch einfach mal „privater Klavierunterricht“, „Klavierkurs“ oder „Klavier Lehrer“ in die Suchmaschine ein und schon wirst Du erste Ergebnisse erhalten.

Dabei wirst Du auf die Homepages von professionellen Musiker*innen stoßen, die Privatunterricht anbieten. Neben einer Kurzbiografie wirst Du dort auch sehen, welche Art von Kursen sie anbieten: Intensivkurs, wöchentliche Unterrichtseinheiten, Klavierunterricht zu Hause und so weiter.

Wenn Du ein Instrument kaufen willst, siehst Du Dir auch erst die Angebote an. Mach es bei der Suche nach einem Klavierlehrer genauso.
Eine Musiklehrer Website ist wie ein Schaufenster: alles was Du wissen musst, wird einladend präsentiert. | Quelle: Ryan McGuire via Pixabay

Diese Seiten sind sozusagen das Werbefenster der Lehrer*innen. Du wirst dort also wahrscheinlich keine Erfahrungsberichte von Schüler*innen finden und wenn doch, dann musst Du wissen, dass wahrscheinlich sehr sorgfältig die positivsten Rückmeldungen herausgesucht wurden.

Eine bessere und vertrauenswürdigere Übersicht erhältst Du auf Plattformen, die auf die Vermittlung zwischen Privatlehrer*innen und Schüler*innen spezialisiert sind: zum Beispiel Superprof.

Hier kannst Du mit Hilfe eines Suchfilters gezielt nach Leuten suchen, die in Deiner Stadt oder Umgebung wohnen, zum Beispiel für Klavierunterricht Bremen, oder Klavierunterricht online anbieten. In dem großen Verzeichnis findest Du die Profilseiten der Lehrer*innen, auf denen Du alles Nötige über ihre Ausbildung, Berufserfahrung und Unterrichtsmethoden erfährst.

Die Auswahl ist sehr groß; durch die direkten Vergleichsmöglichkeiten stehen die Chancen aber sehr gut, dass Du genau so den*die passende*n Klavierlehrer*in findest. Ein weiterer Vorteil von Plattformen ist, dass andere Nutzer*innen bereits Bewertungen und Erfahrungsberichte abgeben haben.

Auf diesem Weg kannst Du sicher sein jemanden zu finden, der*die Dir den Wunsch, Klavierspielen und Notenlesen zu lernen, bestmöglich erfüllt.

Vielleicht spielst auch Du schon bald Johann Sebastian Bachs Präludium in C-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier; einer der großen Klassiker der Klavierliteratur, an den sich auch Anfänger*innen schon nach wenigen Monaten wagen können. Dieses Stück eignet sich hervorragend, um die Fingertechnik zu üben und sich Akkorde zu merken.

Wenn Du lieber Blues, Jazz, Rock oder Boogie spielen möchtest, kein Problem! Die Klavierlehrer*innen geben auf ihren Profilen an, in welchen Musikstilen sie selbst zu Hause sind und welche davon sie unterrichten.

Auf Plattformen kannst Du auch sehr leicht die Preise für eine Unterrichtseinheit vergleichen. So kannst Du sicher sein, ein*e Lehrer*in zu finden, der*die Deinen Erwartungen von privatem Klavierunterricht und auch Deinem Budget entspricht.

Auf sozialen Netzwerken nach Klavierlehrern suchen

Soziale Netzwerke sind von Laptops und Smartphones aus überall zu erreichen. Während in den Anfängen des Internets vor allem Chat-Foren und Messenger-Programme beliebt waren, sind die heutige sozialen Netzwerke eine Fundgrube an interessanten Menschen.

Auf ihnen scheint alles möglich: Neuigkeiten von Familie und Freund*innen erhalten, sich über aktuelle Themen informieren, sich mit anderen über die eigenen Interessengebiete austauschen, Ausgeh- und Reisetipps finden und vieles mehr. Es ist sogar möglich, dass Du dort Deine*n private*n Klavierlehrer*in findest.

Soziale Netzwerke wie Facebook können bei der Suche sehr nützlich sein.
Privater Klavierlehrer gesucht und mit etwas Glück auf Facebook gefunden. | Quelle: Kon Karampelas via Unsplash

Facebook

Eines der ältesten und noch immer häufig genutzten sozialen Netzwerke ist Facebook. Während Instagram und Snapchat für viele noch eine vollkommen unbekannte Welt ist, ist die Nutzung von Facebook sehr einfach. Um eine*n Klavierlehrer*in zu finden, siehst Du Dich am besten in den Facebookgruppen zum Thema Musikunterricht um.

Du kannst auch im Suchfeld „Klavierlehrerin“, „privater Klavierlehrer“ oder Ähnliches eingeben. Dann wird Dir eine Liste der persönlichen Seiten entsprechender Lehrer*innen angezeigt und sogar alle Anzeigen, die zu dem Thema auf Facebook gepostet wurden.

Auch hier wirst Du die Qual der Wahl haben.

Instagram

Auf Instagram können keine Anzeigen aufgegeben oder Diskussionsgruppen eröffnet werden. Hier geht es darum ein Netzwerk aufzubauen.

Viele Musiker*innen haben einen Account, um Fotos von Instrumenten oder ihren Konzerten und Tourneeerlebnissen zu teilen. Unter ihnen werden auch viele sein, die neben ihren Auftritten privat Unterricht geben.

Mit den Fotos gewinnen sie nicht nur Fans als Follower, sondern auch andere Künstler*innen, mit denen sie vielleicht einmal zusammenarbeiten werden sowie potentielle Schüler*innen.

Schau Dir mal die Profile der Pianist*innen aus Deiner Umgebung an. Es werden bestimmt ein paar Klavierlehrer*innen darunter sein.

Twitter

Twitter ist nicht nur berühmt dafür, Nachrichten in kürzester Zeit über die ganze Welt zu verbreiten. Es ist auch eine digitale Pinnwand für alle Arten von Kleinanzeigen. Mit Hilfe der Suchfilter kannst Du die Ergebnisse nach Sprache, Region usw. verfeinern.

Kleinanzeigen durchstöbern und eine Klavierlehrerin finden

Wenn Du Dich im Internet und auf sozialen Netzwerken nicht wohl fühlst, kannst Du auch immer noch in der analogen Welt zu Deinem Glück finden: über Kleinanzeigen.

Wenn Du Deine*n Klavierlehrer*in auf diesem Weg suchst, kannst Du Dir auch sicher sein, dass die Person in der gleichen Region wohnt wie Du. Sonst hätte sie ja keine Anzeige dort aufgegeben.

Kleinanzeigen findest Du unter anderem in Supermärkten, Universitäten, in großen Städten auch mal an einer Ampel. Kurz: überall wo viele Menschen vorbeikommen. Meistens hängen sie an einer Pinnwand, die in verschiedene Themengebiete aufgeteilt ist (gesucht, Angebot, zu verkaufen, zu vermieten, zu verschenken usw.).

Schau Dir alles genau durch; vielleicht ist ja schon beim ersten Mal ein*e Klavierlehrer*in dabei. Ansonsten lohnt es sich regelmäßig vorbei zu schauen, da immer wieder neue Anzeigen dazukommen.

Viele lokale Zeitungen und Regionalzeitschriften haben eine eigene Rubrik für Kleinanzeigen. Auch dort kannst Du regelmäßig nachsehen und vielleicht das Richtige finden.

Der erste Kontakt findet meistens telefonisch statt.
Ruf die KLavierlehrer an und verabrede Dich zu einer kostenlosen Probestunde. | Quelle: Annie Spratt via Unsplash

Egal wo Du die Anzeige schlussendlich findest, aufgebaut sind alle ähnlich. Sie enthalten den vollständigen Namen des*der Klavierlehrer*in, welche Art von Kurs angeboten wird, wie viel eine Unterrichtseinheit kostet, wo der Unterricht stattfindet und für welches Niveau er geeignet ist (Anfänger*innen, Fortgeschrittene, Prüfungsvorbereitung für die Musikhochschule usw.)

Vergiss nicht, die Telefonnummer oder E-Mailadresse aufzuschreiben, um den*die Lehrer*in später kontaktieren zu können. Manche Anzeigen sind auch so gestaltet, dass ein Zettel mit den Kontaktangaben abgerissen und mitgenommen werden kann.

Wenn Du ein Smartphone dabeihast, kannst Du auch gleich die ganze Anzeige abfotografieren. Dann hast Du alle wichtigen Informationen sicher beisammen. Falls Du mehrere Kleinanzeigen von Klavierlehrer*innen findest, kannst Du zu Hause in Ruhe die Fotos vergleichen und eine Vorauswahl treffen, sodass Du nicht alle kontaktieren musst.

Bereite Dich auf die erste Kontaktaufnahme vor, damit Du auch alle wichtigen Fragen stellen kannst. Es ist außerdem sinnvoll, sich erstmal zu einer Probestunde zu verabreden (bei manchen Lehrer*innen ist diese sogar kostenlos). Das gibt euch beiden die Gelegenheit, euch kennen zu lernen und zu sehen, ob der Klavierunterricht mit Privatlehrer auch wirklich für Dich geeignet sein wird.

Selbst eine Kleinanzeige aufgeben

Etwas unüblicher aber durchaus möglich ist, dass Du selbst eine Kleinanzeige veröffentlichst. Auch auf diesem Weg kann die Suche nach einem*einer Klavierlehrer*in erfolgreich sein.

Je Deinen Vorlieben kannst Du die Anzeige im Internet oder auf sozialen Netzwerken posten, bei einer Zeitung aufgeben, sie an ein Schwarzes Brett pinnen oder an eine Straßenlaterne kleben. Die besonders Ambitionierten können natürlich auch alles auf einmal probieren.

Aber wie schreibt man eine Anzeige und was sollte drinstehen? Komm schnell zur Sache, halte Dich kurz und gib konkrete Informationen.

Ganz oben sollte groß und deutlich stehen, dass Du eine*n Klavierlehrer*in suchst. Darunter listest Du die wichtigsten Details auf: Hast Du bereits musikalische Vorkenntnisse? Für welchen Musikstil interessierst Du Dich? Wie regelmäßig soll der Unterricht stattfinden? Warum möchtest Du Klavier spielen lernen, hast Du konkrete Ziele (einfache Liedbegleitung, Vorbereitung auf ein Studium usw.)?

Obwohl etwas Musiktheorie und Solfège zu jedem Instrumentalunterricht gehören, solltest Du auch erwähnen, wenn Du auf diesem Gebiet ein besonderes Interesse hast und tiefer eintauchen möchtest.

Das Gleiche gilt für Gehörbildung, Musikgeschichte, Improvisationstechnik und so weiter.

Scheue Dich nicht, Deine Anzeige humorvoll und originell zu gestalten! Dann wird sie auch in der größten Anzeigenflut nicht untergehen und Aufmerksamkeit erregen.

Wenn man von Kleinanzeigen spricht, muss man auch die Website ebay-kleinanzeigen erwähnen – Deutschlands Schwarzes Brett im Internet.

Im ersten Schritt wählst Du Deine Region oder Stadt aus; danach gibst Du „Klavierlehrer“ in das Suchfeld ein. Wenn unter den Ergebnissen nicht das Richtige für Dich dabei ist, kannst Du auch hier ganz einfach selbst eine Anzeige aufgeben.

Weitere Plattformen für Privat- und Einzelunterricht

Wenn Du diesen Artikel liest, hast Du ja bereits die Plattform Superprof gefunden. Wunderbar! Hier findest Du eine große Auswahl an Lehrer*innen in ganz Deutschland.

Ich möchte Dir trotzdem noch einige Alternativen vorstellen, wie und wo Du privaten Klavierunterricht finden kannst.

Die Auswahl der unterrichteten Instrumente ist groß.
Bei online Musikschulen oder Musiklehrerverzeichnissen kannst Du Unterricht für alle möglichen Instrumente buchen. | Quelle: Pexels

Musiklehrer.de und Musikunterricht.de

Diese beide Internetseiten sind Datenbanken für Musiklehrer*innen. Du kannst mit Hilfe einer Suchmaske angeben, welches Instrument Du lernen möchtest und in welcher Stadt der Unterricht stattfinden soll. Zusätzlich kannst Du verschiedene Optionen, wie „Musikunterricht zu Hause“, anklicken.

Bei Musikunterricht.de werden neben Privatlehrer*innen auch Musikschulen bei Dir in der Nähe angezeigt.

Die Profile sind sehr detailliert. Du findest dort alle notwendigen Angaben zu Ausbildung und Berufserfahrung der Lehrer*innen sowie den Unterrichtsformen und -inhalten. Die meisten Lehrer*innen geben zudem einen Link zu ihrer Website an, auf der Du noch mehr Informationen findest.

Beides sind jedoch reine Datenbanken und keine Vermittlungsplattformen. Das heißt, Du trittst direkt mit den Lehrer*innen in Kontakt. Daher gibt es auch keine Bewertungen oder Erfahrungsberichte von anderen Schüler*innen.

Auf Musikunterricht.de gibt es nebenbei einen Blog für Musikschüler*innen. Dort findest Du viele interessante Artikel über Musiktheorie, das Musizieren und Instrumente lernen im Allgemeinen. Diese können eine hilfreiche Ergänzung zu jeder Form von Klavierunterricht sein.

Musikschuleonline.com

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine online Musikschule. Wie bei jeder anderen Musikschule auch, sind hier mehrere Lehrer*innen pro Instrument angestellt, die alle einen unterschiedlichen musikalischen Hintergrund haben und auf verschiedene Stile spezialisiert sind.

Je nach Deinen Angaben wird Dir bei der Buchung automatisch der*die passende Lehrer*in zugeteilt. Der Unterricht findet über Skype statt.

Du kannst Deinen Unterricht sehr flexibel gestalten und bezahlst nur die Stunden, die tatsächlich unterrichtet wurden. Es ist also kein Problem, während der Prüfungsphase an der Uni oder einem längeren Urlaub mal ein paar Stunden ausfallen zu lassen und danach wieder gewohnt weiterzumachen.

Genauso gut kannst Du Intensivkurse buchen, wenn Du mal etwas mehr Zeit hast. Auch die Dauer jeder Unterrichtseinheit bestimmst Du selbst. Du hast die Wahl zwischen 30, 45 und 60 Minuten und kannst 4 bis 36 Einheiten im Voraus buchen.

Die Preise sind ähnlich wie bei anderen Privatunterrichtsangeboten. Eine volle Stunde Klavierunterricht kostet 35 Euro.

Zapiano

Zapiano ist eine Mischung aus online Kurs im Selbststudium und privatem Unterricht. Das besondere daran ist die speziell entwickelte Lernmethode für ganzheitliches Lernen, die alle Sinne miteinbezieht.

Wenn Du einen Kurs buchst, erhältst Du das dazu nötige Notenmaterial und Lernvideos mit genauen Erklärungen. Im Preis inbegriffen ist, dass Du einmal pro Monat ein Video von Deinem Spiel hochladen kannst und anschließen ein ausführliches Feedback von dem Klavierlehrer bekommst.

Solltest Du zwischendurch Fragen zu den einzelnen Lektionen haben, kannst Du darunter einen Kommentar posten oder die Autor*innen der jeweiligen Unterrichtseinheit direkt kontaktieren. Du wirst dann innerhalb kurzer Zeit Antworten auf Deine Fragen erhalten.

Seit Frühling 2019 gibt es zudem die online Zapiano Community, in der sich die Schüler*innen untereinander austauschen können.

Je nachdem, ob Du einen einzelnen Kurs oder das Gesamtpaket buchst, liegen die Kosten bei 29 oder 69 Euro pro Monat. Wenn Du Dich für eine jährliche Bezahlung von 230 bzw. 365 Euro entscheidest, liegt der Monatspreis bei 19 oder 30 Euro).

Mit einem Laptop und einer stabilen Internetverbindung steht dem online Musikunterricht nichts im Weg.
Online Klavierunterricht ohne feste Unterrichtszeiten: ein Klavierlehrer wird sich Deine Videos genau ansehen und sie beurteilen. | Quelle: Wes Hicks via Unsplash

Skoove

Ganz ähnlich, aber mit weniger persönlichem Kontakt, funktioniert Skoove. Die Kurse finden online im Selbststudium statt. Über das Mikrofon in Deinem Laptop oder Handy erkennt das Programm, was Du spielst und zeigt Dir sofort an, ob es richtig war.

Du kannst kostenlos drei Lektionen testen, um zu sehen, ob Dir die Methode entspricht. Mit dem Premium Abo hast Du Zugang zu hunderten Lektionen für unterschiedliche Niveaus und zu verschiedenen Themen.

Solltest Du mal nicht alleine weiterkommen, wirst Du auch hier nicht alleine gelassen. Du kannst über das Programm ausgebildete Klavierlehrer*innen kontaktieren, die Deine Fragen beantworten werden.

Die Kosten für den Premium Account liegen bei 19.99 Euro im Monat. Bei einer jährlicher Einmalzahlung sind es 9.99 Euro pro Monat.

Sollte Dir dieses Prinzip zusagen, aber die Methode nicht so ganz entsprechen, kannst Du mal bei Flowkey oder Music2me reinschauen. Diese beiden Seiten funktionieren nach dem gleichen Grundgedanken.

New Music Academy und Open Music School

Diese beiden Anbieter haben die Mischung aus eigenständigem Online lernen und privatem Musikunterricht perfektioniert. Dementsprechend sind die Preise auch ähnlich wie in klassischen Musikschulen.

Du lernst mit Hilfe der Online Lerninhalte in Deinem ganz eigenen Tempo. Natürlich bekommst Du das notwendige Notenmaterial, Erklärvideos usw. zur Verfügung gestellt. Du hast jederzeit die Möglichkeit, Hilfestellungen von Klavierlehrer*innen zu bekommen.

Bei der Open Music School schreibst Du eine E-Mail, rufst auf eine Hotline an oder schickst ein Video von Deinem Spiel ein. Es stehen fast rund um die Uhr Expert*innen zur Verfügung, die Dir weiterhelfen werden.

Die New Music Academy legt Wert auf einen persönlichen Kontakt zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen. Du hast eine*n persönliche*n Betreuer*in, den*die Du per E-Mail oder nach Absprache auch telefonisch kontaktieren kannst.

Natürlich wirst Du da nicht immer so schnell eine Antwort erhalten wie bei der Open Music School. Dafür hast Du eine*n Ansprechpartner*in, der*die Dich schon kennt und Dir auf Dich zugeschnittene Ratschläge geben kann.

Das große Plus der New Music Academy ist, dass Du am Ende jeder einzelnen Lektion Deinem*Deiner Privatlehrer*in ein Video zusendest und eine ausführliche Rückmeldung dazu erhältst. Damit ist der Unterricht nicht weit von live Privatstunden über Webcam entfernt. Der Vorteil ist, dass Du zeitlich flexibel und nicht an den Stundenplan der Lehrer*innen gebunden bist.

Sich für einen Klavierlehrer entscheiden: die Qual der Wahl

Privatunterricht lässt sich nicht mit anderen Dienstleistungen vergleichen. Man kauft keine konkrete Leistung für eine kurze Dauer, sondern ein flexibles Programm, das sich mehrmals monatlich oder sogar wöchentlich auf ein ganzes Schuljahr oder mehr erstreckt.

Damit das bestmöglich abläuft, ist es also unverzichtbar, dass das Feeling zwischen Lehrer*in und Schüler*in stimmt. Auch der*die bestausgebildete Klavierlehrer*in wird Dir nicht viel beibringen können, wenn ihr euch miteinander nicht wohl fühlt.

Das ist natürlich eine sehr persönliche Angelegenheit, die von Mensch zu Mensch verschieden ist und erst endgültig beurteilt werden kann, wenn ihr euch ein bisschen kennengelernt habt. Es gibt trotzdem einige Dinge, auf die Du im Vorfeld achten kannst, um jenseits von Sympathie eine gute Vorauswahl zu treffen.

Um die großen KLassiker spielen zu können, musst Du Noten lesen lernen.
Klaviernoten lesen wirst Du bei jedem Privatlehrer lernen. | Quelle: Ri Butov via Pixabay

In einem ersten Schritt solltest Du Dir über Deine persönlichen Voraussetzungen und Erwartungen klar werden. Dadurch wirst Du einige Profile von Klavierlehrer*innen sofort aussortieren können. Schau Dir die Anzeigen aufmerksam an und achte auf folgende Punkte:

  • Klavierunterricht für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene
  • Für Anfänger*innen, Wiedereinsteiger*innen oder Fortgeschrittene
  • Unterrichtsort und mögliche Zusatzkosten für Klavierunterricht zu Hause
  • Musikstile
  • Unterrichtsmethoden und -inhalte
  • Einzel- oder Gruppenunterricht, wöchentliche Einheiten oder Intensivkurse
  • Preis pro Einheit (Achtung: die Zeiten können unterschiedlich sein!), Zahlungsart
  • Bewertungen (wenn vorhanden)

Informiere Dich auch über den Werdegang der Lehrer*innen. Um ein Instrument unterrichten zu können, muss man es natürlich selbst beherrschen und dazu tiefgründige Kenntnisse der Musiktheorie haben. Auch eine musikpädagogische Ausbildung kann nicht schaden, um Inhalte verständlich zu vermitteln.

Als Anfänger*in ohne die Ambition selbst Profimusiker*in zu werden, musst Du nicht in der obersten Preisspanne suchen. Auch ein*e Musikstudent*in wird Dir alle Grundkenntnisse beibringen können, die Du brauchst.

Einen Freund zum Klavierlehrer machen

Auch in Deinem Freundeskreis gibt es vielleicht jemanden der sehr gut Klavier spielt. Um erste Grundkenntnisse zu erwerben, kann ein Austausch unter Bekannten schon sehr viel bringen.

Frag doch einmal nach, ober er*sie Dir zeigen kann, wie man Noten liest und sie auf den Tasten findet, Akkorde spielt und die beiden Hände koordiniert. Es gibt bestimmt etwas, das Du sehr gut kannst und im Gegenzug unterrichten könntest. Wenn nicht, kannst Du natürlich auch eine Bezahlung anbieten oder die Person nach jedem Unterricht zum Essen einladen.

Wenn Dein*e Freund*in nicht zufälligerweise selbst Profimusiker*in ist (oder auf dem Weg es zu werden), wird der Unterricht natürlich nicht so tiefgründig sein wie bei professionellen Lehrer*innen.

Nichtsdestotrotz kannst Du so schon einiges lernen und es nach Belieben im Selbststudium ausbauen (mit einer Lern-App, einem Lehrbuch, Musiktheorielehrgängen im Internet oder in Buchform usw.).

Wenn Du Dir das Spielen von jemandem beibringen lässt, mit dem Du auch sonst gerne Zeit verbringst, kannst Du Dir sicher sein, dass die Harmonie zwischen euch stimmen wird. Vielleicht wird eure Freundschaft durch die regelmäßige gemeinsame Beschäftigung sogar noch intensiver.

Klavierunterricht an einer Musikschule

Du hast immer noch nicht das Passende gefunden? Die ganze Suche überfordert Dich? Du möchtest ein schulisches Umfeld für Deinen Unterricht haben?

An Musikschulen kannst Du sowohl Einzelunterricht nehmen als auch Gruppenkurse belegen. Da viele Kinder unterrichtet werden, die noch zur Schule gehen, beginnen neue Kurse meistens zu Schuljahresbeginn und die während der Schulferien gibt es keinen Unterricht. Du kannst in dieser Zeit natürlich trotzdem weiterhin zu Hause üben.

Trage Deine Unterrichtsstunden in den Klander ein, damit Du sie nicht vergisst.
Der Einzelunterricht an einer Musikschule findet nach einem festen Stundenplan statt. | Quelle: Bich Tran via Pexels

Diese regelmäßigen kleinen Pausen ohne neue Inputs werden Dir auf keinen Fall schaden. Künstlerischer Unterricht bewirkt einen sogenannten Hysterese-Effekt. Das bedeutet, dass er noch einige Zeit nachwirkt. Dein Gehirn wird also in der unterrichtsfreien Zeit die erhaltenen Informationen verarbeiten und festigen.

In der Regel sind die Kosten für den Unterricht an einer Musikschule auch etwas geringer als bei privaten Lehrer*innen. Die Bezahlung erfolgt meistens pro Semester oder Schuljahr für eine festgelegte Anzahl Unterrichtseinheiten pro Woche oder Monat.

Zu Beginn Deines Kurses wirst Du eine feste Unterrichtszeit zugeteilt bekommen, die über das ganze Semester oder Schuljahr gleichbleibt. Kläre vorher ab, ob Stunden die Du ausfallen lässt (z. B. wenn Du mal krank bist oder außerhalb der Schulferien in Urlaub fährst), später nachgeholt werden können.

Musikschulen gibt es in jeder kleineren Ortschaft in Deutschland. In größeren Städten sind es dutzende. Viele von ihnen sind im Verband deutscher Musikschulen oder dem Bundesverband der Freien Musikschulen organisiert.

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Klavier?

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.