„Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.“

– Ludwig van Beethoven

Musik hören kann Stress abbauen und auch ungeliebte Tätigkeiten angenehmer machen. So gaben bei einer Studie des Marktforschungsinstituts Research Now 70% der Befragten an, dass sie beim Putzen Musik hören.

Der positive Effekt der Musik ist noch stärker, wenn man selbst musiziert. Dazu muss man aber erstmal lernen auf einem Instrument zu spielen. Wenn Du gerne Piano lernen möchtest, aber nicht so recht weißt, wie Du das in Angriff nehmen sollst, bist Du hier richtig.

Ich erkläre Dir, wie Du eine*n private*n Klavierlehrer*in finden kannst, worauf Du bei der Auswahl achten solltest, welche Kosten Dich erwarten und wie der Unterricht ablaufen wird.

Wie viel kostet Klavierunterricht zu Hause

Privater Klavierunterricht bei Dir zu Hause ist eine reizvolle Alternative zum Einzel- oder Gruppenunterricht an einer Musikschule. Zu den Vorteilen, die eine Eins-zu-Eins-Betreuung mit sich bringt, kommt hinzu, dass Du Zeit sparst. Wenn der Klavierunterricht bei Dir zu Hause stattfindet, musst Du den Weg zur Schule und zurück nicht auf Dich nehmen.

Bevor Du Deine erste Unterrichtsstunde buchst, möchtest Du wahrscheinlich wissen, wie viel das kosten wird und wie sehr sich die Preise von denen anderer Unterrichtsformen unterscheiden.

Dazu kannst Du Dir im Internet die Angebote in Deiner Gegend ansehen oder Freund*innen fragen, die bereits Klavierunterricht nehmen. Vielleicht können sie Dir sogar eine*n Lehrer*in empfehlen.

Um die Preise einordnen zu können, ist es wichtig zu wissen wie sie zustande kommen und wofür Du genau bezahlst.

Private Klavierlehrer*innen sind in der Regel freiberuflich tätig. Das heißt, sie sind nirgendwo angestellt und bezahlen alle Steuern, Sozialbeiträge und Versicherungen von den Einnahmen, die sie mit den Unterrichtsstunden erzielen. Daher sind sie auf einen Mindeststundensatz angewiesen, um von ihrer Arbeit leben zu können.

Der Preis, den Du für eine Klavierstunde bezahlst, beinhaltet nicht nur den Unterricht an sich, sondern auch die Zeit, die für die Vorbereitung notwendig ist. Der Zeitaufwand der Lehrer*innen ist deutlich größer als die reine Unterrichtsdauer und auch das muss selbstverständlich angemessen entlohnt werden.

Die Kosten für privaten Klavierunterricht hängen auch von der Erfahrung und den Kompetenzen des*der Lehrer*in ab. Eine langjährige Ausbildung und Berufserfahrung werden den Unterricht dementsprechend kostspieliger machen.

Wenn der Klavierunterricht bei Dir zu Hause stattfindet, kannst Du Dein Fahrrad stehen lassen.
Privater Klavierunterricht zu Hause kostet etwas mehr, bietet aber viele Vorteile. | Quelle: Christopher Harris via Unsplash

Wenn Du Dich für Unterricht bei Dir zu Hause entscheidest, musst Du auch in Betracht ziehen, dass Dein*e Klavierlehrer*in jedes Mal den Weg zu Dir zurücklegen muss. Je nach Distanz und Reisekosten kann dafür ein Zuschlag verrechnet werden.

Die Preise unterscheiden sich auch je nach Bundesland und sind in den größeren Städten meist etwas höher als in ländlichen Gegenden. Im gesamtdeutschen Durchschnitt kostet eine Unterrichtseinheit 31 Euro. Ja nach Region und Lehrer*in wirst Du zwischen 20 und 40 Euro pro Einheit bezahlen (die genaue Dauer kann variieren und liegt bei durchschnittlich 45 Minuten)

Die exakten Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab und können, zum Beispiel durch die Buchung eines Gruppenkurses, vermindert werden.

Wie findest Du den passenden Klavierlehrer?

Bevor Du Dich auf die Suche machst, solltest Du wissen, dass es verschiedene Klavierlehrer Profile gibt. So kannst Du von Anfang an nach einem*einer Lehrer*in suchen, der*die zu Dir passt. Dann stehen die Chancen gut, dass der Unterricht Deine Erwartungen erfüllt und Du schnell Fortschritte machen wirst.

Während einige Lehrer*innen den Schwerpunkt auf Musiktheorie und Notenlesen legen, verfolgen andere einen spielerischeren Ansatz.

Wie weißt Du denn nun wonach Du suchen sollst?

Zuallererst solltest Du Dir selbst einige Fragen stellen. Die wichtigste davon ist: Warum will ich Klavierspielen lernen? Möchtest Du es einfach einmal ausprobieren, beim nächsten Geburtstag Deiner Oma ihr Lieblingslied spielen können, eine Band gründen oder selbst Profimusiker*in werden?

Geige und Klavier harmonieren sehr gut miteinander.
Eine klassische Klavierausbildung kostet nicht gleich viel wie Anfängerunterricht am Keyboard. | Quelle: David Lusvardi via Unsplash

Mit der Beantwortung dieser Fragen wirst Du schon einige Profile aussortieren können. Um einfache Liedbegleitung zu lernen, brauchst Du nicht die Expertise von Hochschuldozent*innen. Wenn Du Dich aber auf die Aufnahmeprüfung für ein Musikstudium vorbereitest, wird Dir der Unterricht bei Erstsemester-Student*innen nicht viel weiterhelfen.

Als nächstes kannst Du Dich fragen:

  • Wie regelmäßig soll der Unterricht stattfinden?
  • Welcher musikalische Stil interessiert mich am meisten?
  • Was soll der Unterricht beinhalten (Solfège, Musikgeschichte, Gehörbildung usw.)?

Wenn Dir das alles klar ist, kannst Du die unterschiedlichen Angebote vergleichen und entscheiden, welche davon am besten zu Dir und Deinen Erwartungen passen.

Viele private Klavierlehrer*innen bieten eine kostenlose Probestunde an. So haben beide Seiten die Möglichkeit, sich etwas kennenzulernen und zu sehen, wie gut sie sich verstehen und verständigen können. Du hast dabei auch Zeit, alle noch ungeklärten Fragen zu stellen.

Es kommt vor, dass Schüler*innen erst bei dieser Probestunde verstehen, wie aufwändig es sein kann ein Instrument zu lernen und es dann doch lieber sein lassen. Eine Probestunde ist deswegen eine gute Gelegenheit, zu besprechen, wie der Unterricht ablaufen wird. Wenn alles passt, könnt ihr euch für den regelmäßigen Klavierkurs verabreden.

Wie läuft die erste Klavierstunde ab?

Die grundlegenden Lerninhalte, wie Spieltechnik, Notenkenntnisse oder Harmonielehre, wirst Du in jedem Klavierkurs früher oder später vermittelt bekommen; in Privatstunden zu Hause oder an der Musikschule, beim Klavierunterricht online, an der Musikhochschule oder in Gruppenworkshops.

Das musiktheoretische Basiswissen ist Teil eines jeden Instrumentalunterrichts. Egal ob Du Schlagzeugunterricht, Geigenstunden, Gitarrenkurse, Saxofon Unterricht oder Gesangsstunden nimmst, ohne dies Grundlagen wirst Du irgendwann nicht mehr weiterkommen.

Wenn Du einmal eine*n Lehrer*in gefunden hast, werdet ihr euch zu einem ersten Treffen verabreden. Versuche einen Termin zu finden, der nicht zwischen zwei andere Verabredungen eingepfercht ist. Dann kannst Du der ersten Begegnung ruhig entgegensehen und bist nicht sofort gestresst, wenn es vielleicht etwas länger dauern sollte.

Die Finger brauchen etwas Zeit, um sich an die Bewegungsabläufe beim Klavierspielen zu gewöhnen.
In der ersten Klavierstunde wirst Du Klavierübungen spielen, die Deine Fingerfertigkeit und Koordination testen. | Quelle: Joey Huang via Unsplash

Die erste Klavierstunde ist dazu da, dass ihr euch gegenseitig kennenlernen könnt. Du kannst Deine*n Lehrer*in ruhig über seinen*ihren Musikgeschmack und bisherige Erfahrungen ausfragen. Hat er*sie vielleicht auch schon mal in einem Orchester oder einer Band gespielt? Vielleicht spielt er*sie zusätzlich E-Gitarre, Bass, Akkordeon oder Querflöte…

Wenn Du Dich auch noch für andere Instrumente interessierst, ist das eine gute Möglichkeit, Dich über sie zu erkundigen.

Es kann auch interessant sein, andere gemeinsame Interessen außerhalb der Musik zu entdecken. Manchmal wird genau so etwas den Unterschied machen, wenn Du Dich sonst nicht zwischen zwei Lehrer*innen entscheiden kannst.

Das Erste was Deine*n Lehrer*in interessieren wird, sind Deine musikalischen Vorkenntnisse im Allgemeinen, am Klavier oder an anderen Instrumenten. Auf dieser Grundlage wird der anschließende Unterricht aufgebaut sein. Wahrscheinlich wird er*sie auch fragen, warum Du Klavier spielen lernen willst.

Das ist die perfekte Gelegenheit, um zu erklären, was Du Dir von dem Unterricht erhoffst und welche langfristigen Ziele Du hast: ein neues Hobby finden, jemanden überraschen, eine Band gründen, Profimusiker*in werden. Jede*r hat seine eigenen Gründe, sich in das Abenteuer zu stürzen.

Dein*e Klavierlehrer*in wird dann die weiteren Klavierstunden anhand Deiner Vorkenntnisse, Interessen und Ziele vorbereiten. Ihr werdet euch darüber einigen, wie lange Du insgesamt Unterricht nehmen möchtest: Nur für ein paar Wochen? Ein Jahr lang? Oder auf unbefristete Dauer?

Im Laufe der ersten Klavierstunde wirst Du sicher schon erste kleine Übungen spielen. Dein*e Klavierlehrer*in wird sie Dir genau erklären. Du wirst sie dann als Hausaufgaben mitnehmen und zu Beginn der zweiten Stunde zeigen, was Du schon alles gelernt hast.

Wo findest Du private Klavierlehrer?

Um private Klavierlehrer*innen zu suchen und zu finden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten; mit oder ohne Internet. Die Auswahl ist groß und Du wirst die Qual der Wahl haben.

In einem ersten Schritt kannst Du Kleinanzeigen in Supermärkten, an Schwarzen Brettern oder in Zeitungen durchschauen. Dies hat den Vorteil, dass Du nur auf Leute stoßen wirst, die tatsächlich Unterricht in Deiner Gegend anbieten.

Wenn Du dabei nichts findest, kannst Du auch selbst eine Anzeige aufgeben. Darauf solltest Du angeben, warum Du Klavier lernen willst, wie regelmäßig der Unterricht stattfinden soll und was Du alles erwartest (Solfège, Musikgeschichte, Gehörbildung usw.)

Twitter oder Facebook sind eine Fundgrube an in interessanten Personen.
Vielleicht findest Du Dienen Privaten Klavierlehrer in den sozialen Medien. | Quelle: Photo Mix via Pixabay

Ein guter Weg ist auch immer noch Mund-zu-Mund-Propaganda. Frage in Deinem Bekanntenkreis nach, ob jemand ein*n Klavierlehrer*in empfehlen kann. Vielleicht spielt ja sogar eine*r Deine*r Freund*innen selbst sehr gut Klavier und kann Dir in einem Tauschgeschäft die Grundlagen beibringen.

Auch das Internet kann natürlich bei der Suche nach Musikunterricht hilfreich sein. Auf sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder Instagram kannst Du Profile oder sogar Anzeigen von Klavierlehrer*innen in Deiner Region finden.

Plattformen wie Superprof sind auf die Vermittlung zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen spezialisiert. Hier findest Du viele unterschiedlich Anbieter*innen, kannst sie nach bestimmten Suchkriterien filtern und Bewertungen und Erfahrungsberichte von anderen Nutzer*innen anschauen.

Sobald Du eine*n Lehrer*in kontaktierst, solltest Du Dich nicht scheuen, alle Fragen zu stellen, die Dir auf der Zunge brennen. Schau Dir vorher die Informationen in dem Lehrer*innenprofil genau an, dann weißt Du wo es noch Unklarheiten gibt.

Die wichtigsten Punkte, die Dir bei der Wahl helfen, sind:

  • Wie viel kostet eine Unterrichtseinheit und wie lange dauert sie?
  • Welche Ausbildung und Berufserfahrung hat der*die Lehrer*in?
  • Für wen ist der Unterricht geeignet (Anfänger, Fortgeschrittene; Kinder, Erwachsene?
  • Wo findet der Unterricht statt?
  • Nach welcher Methode wird Unterrichtet?
  • Gibt es schon Bewertungen anderer Schüler*innen?

Je ehrlicher Du selbst in Bezug auf Deine eigenen Erwartungen bist, umso einfach wirst Du auch eine*n Klavierlehrer*in finden, der*die ihnen gerecht wird.

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Klavier?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.