„Das Leben ist wie ein Klavier. Weiße Tasten sind Liebe und Glück. Schwarze Tasten sind Kummer und Schmerz. Man muss beides berühren, um die Musik des Lebens zu Hören.“

– Anonym

Laut einer wissenschaftlichen Studie aus Kanada kann Musik Stress vermindern; und das gleichermaßen bei Menschen, die angeben keinen besonderen Bezug zu Musik haben, wie bei Musikliebhabern. Ein Instrument zu spielen oder zu singen, kann also Deine Lebensqualität maßgeblich verbessern.

Eines der vielseitigsten und daher beliebtesten Instrumente ist das Klavier. Viele Klavierlehrer*innen bieten privaten Unterricht an, der auf die Bedürfnisse ihrer Schüler*innen zugeschnitten sind. Aber wie läuft so ein Klavier Unterricht ab, nachdem Du einmal den*die passenden Klavierlehrer gesucht und gefunden hast?

Die Kontaktaufnahme und erste Verabredung

Viele Leute interessieren sich dafür, ein Instrument zu lernen. Nicht nur um eine kreative Freizeitbeschäftigung zu haben, sondern auch um die Koordination der Hände zu verbessern oder das musikalische Gehör zu schulen.

Gitarre, Schlagzeug, Flöte, Harmonika oder Klavier – ein Instrument spielen zu lernen braucht Zeit und kostet Geld. Glücklicherweise gibt es mittlerweile auch für angehende Pianist*innen Möglichkeiten ein Klavier, einen Flügel, ein Keyboard oder E-Piano zu beschaffen, ohne dafür ein Vermögen ausgeben zu müssen.

Wenn das einmal geschafft ist, kann der Piano Unterricht losgehen. Wenn Du Dich für private Klavierstunden, vielleicht sogar bei Dir zu Hause, entschieden hast, fragst Du Dich jetzt wahrscheinlich, wie das genau ablaufen wird und was privater Klavierunterricht kostet.

Einzelunterricht bei Privatlehrer*innen bietet viele Vorteile. Der wichtigste davon ist, dass Dein*e Lehrer*in sich während der Stunde nur auf Dich konzentrieren kann und Dich über einen längeren Zeitraum bei Deiner Entwicklung begleitet. Er*sie wird Dich sehr gut kennenlernen und wissen, wie Du am besten lernst und wo Deine Schwächen liegen.

Privater Klavierunterricht ist darauf ausgelegt, einem*einer einzelnen Schüler*in zu schnellstmöglichen Fortschritten zu verhelfen.

Der erste Kontakt zwischen Lehrer*in und Schüler*in ist deswegen außerordentlich wichtig. Es geht darum, sich über die genauen Unterrichtsziele und Erwartungen auszutauschen: Welche Vorkenntnisse sind vorhanden? Wie wichtig ist Musiktheorie und Solfège? Welcher musikalische Stil wird angestrebt? Und so weiter.

Du wirst Dich erstmal lange mit Deinem Klavierlehrer unterhalten.
Die erste Stunde Piano Unterricht dient zum gegenseitigen Kennenlernen. | Quelle: Unsplash

Bei der allerersten Klavierstunde wird Dich Dein*e Privatlehrer*in also erstmal kennenlernen und sich ein Bild von Deinen Vorkenntnissen machen wollen, damit ihr danach ideal starten könnt.

Wenn Du vorher noch nie ein Instrument gespielt hast, wirst Du mit einfachen Basisübungen anfangen, die Deine Fingerfertigkeit, Deine Koordination und Dein musikalisches Gehör testen.

Diese Phase ist wichtig, damit sich der*die Klavierlehrer*in bestmöglich auf die weiteren Stunden vorbereiten kann und Dich dabei weder über- noch unterfordert.

Zögere nicht, zu beschreiben, wie sich der erste Kontakt mit dem Instrument anfühlt und womit Du Schwierigkeiten hast. Dein*e Lehrer*in wird sich dann auf genau diese Punkte konzentrieren und Dir im weiteren Verlauf Hilfestellungen geben.

Ihr werdet euch danach noch einen Moment zusammensetzen, um zu besprechen, wie es genau weitergehen wird.

Klavier spielen lernen und üben

In den folgenden Unterrichtseinheiten wirst Du langsam an die Spieltechnik herangeführt. Ab jetzt werden die Stunden immer ähnlich ablaufen. Nach der Begrüßung, und vielleicht einem kurzen Gespräch, wird sich Dein*e Lehrer*in ein Bild von Deinem aktuellen Stand machen.

Dazu wird er*sie Dich darum bitten, bereits bekannte Übungen zu spielen, um zu sehen, was Du aus der letzten Stunde mitgenommen hast und woran noch weitergearbeitet werden muss. Da auch am Klavier noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, wirst Du nicht alles sofort können, was Dir neu gezeigt wird.

Klavier spielen fördert Deine Fingerfertigkeit.
Wenn Du neben dem Klavierunterricht fleißig übst, werden Deine Hände sich bald an die neuen Bewegungen gewöhnen. | Quelle: Matheus Ferrero via Unsplash

Es ist daher wichtig, dass Du zwischen Deinen Unterrichtsstunden alleine übst. Dein*e Lehrer*in wird Dir Hausaufgaben geben, mit denen Du die neu gelernte Technik verinnerlichen kannst. Je regelmäßiger Du spielst, umso tiefer wird Dein Gehirn die Bewegungsabläufe und Hörgewohnheiten abspeichern.

Das Gelernte und Geübte wird im Verhaltensgedächtnis verarbeitet. Du wirst durch Üben an den Punkt kommen, an dem Du nicht mehr über jede Bewegung nachdenken musst, sondern sie einfach automatisch ausführst. Ab diesem Moment kann eine neue Technik hinzukommen.

Die ersten Lektionen des Klavierunterrichts wie beispielsweise Klavierunterricht Frankfurt werden daraus bestehen:

  • Noten lesen zu lernen
  • Klaviernoten spielen zu lernen
  • Beide Hände miteinander zu koordinieren
  • Akkorde zu lernen
  • Tonleitern zu spielen

Mit diesen technischen Grundlagen wirst Du darauf vorbereitet, Melodien und begleitende Harmonien zu spielen.

Nachdem Du Deine Fortschritte seit der letzten Stunde unter Beweis gestellt hast, wird Dein*e Lehrer*in Dir neue Übungen zeigen.

Ihr werdet sie wahrscheinlich ein paar Mal gemeinsam spielen, damit Dein*e Lehrer*in sicher sein kann, dass Du das Prinzip verstanden hast und alleine weiterarbeiten kannst. Er*sie wird Dir genau sagen, worauf Du achten musst und auch schon etwaige Fehler korrigieren.

Ein wichtiger Punkt dabei ist Deine Haltung, insbesondere die Stellung der Hände. Am Anfang wird das noch sehr ungewohnt und schwierig durchzuhalten sein. Wenn Du Dich aber darauf konzentrierst, immer wieder die richtige Position zu finden, wird sich Dein Körper daran gewöhnen.

Es ist wichtig, dass Du Dir das alles merkst, denn sobald Du alleine übst, bist Du auf Dich allein gestellt und musst Dich selbst überprüfen. Habe aber keine Angst davor, Fehler zu machen! Genau dafür ist das Üben da. Probiere Dich aus und versuche herauszufinden, woran es liegt, wenn etwas nicht klappt.

Wir lernen indem wir Fehler machen! Das Gehirn wird Schritt für Schritt die Abläufe automatisieren und die neugelernten Fähigkeiten miteinander verknüpfen. Wenn Du das erstmal alles geschafft hast, ist schon ein großer Teil der Arbeit getan.

Lieder auf dem Klavier spielen lernen

Sobald Du die ersten Grundlagen einigermaßen verinnerlicht hast, kannst Du anfangen sie mit Hilfe von Liedern weiter zu festigen. Wenn Du Dich mit dem*der Lehrer*in über Deine musikalischen Vorlieben ausgetauscht hast, wird er*sie bestimmt ein Lied finden, das Dir gefällt.

Lieder zu lernen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch ein wichtiges Element im Lernprozess. Während sich Übungen meistens nur auf eine spezifische Technik konzentrieren, verlangen Lieder eine ganze Reihe von Kompetenzen. Diese müssen nun kombiniert werden. Innerhalb eines Liedes kannst Du also möglicherweise alles anwenden, was Du bereits gelernt hast.

Das erlaubt Dir (und dem*der Lehrer*in) zu überprüfen, ob Du die erarbeiteten Techniken wirklich solide beherrschst. Wenn Du ein Lied spielst, das Dir gut gefällt, wird Dich das nur noch mehr motivieren weiter zu üben.

Musik hören bereitet Freude. Vielleicht spielst Du Deine Lieblingslieder schon bald selbst.
Hast Du ein Lieblingslied? Dein Klavierlehrer kann Dir zeigen, wie man es am Klavier spielt. | Quelle: Juja Han via Unsplash

Zögere nicht, Deinem*Deiner Lehrer*in im Klavierunterricht Bremen beispielsweise zu sagen, was Dir gefällt. Ich kann Dir zwar nicht versprechen, dass Du nur Deine Lieblingslieder lernen wirst, aber zumindest kannst Du so der Frustration entgehen, nur Sachen vorgesetzt zu bekommen, die Dir überhaupt nicht gefallen.

Um Dir eine kleine Vorstellung zu geben, wie das aussehen könnte, hier ein paar Lieder, an die sich Anfänger*innen schon nach recht kurzer Zeit wagen können:

  • Imagine von John Lennon
  • Für Elise von Beethoven
  • Comptine d’un autre été von Yann Tiersen
  • Someone like you von Adèle
  • Hallelujah von Leonard Cohen
  • Je te promets von Johnny Hallyday

Wenn Du schon ein bisschen weiter bist und neue Herausforderungen suchst, könnten diese Lieder zu Dir passen:

  • Life on Mars von David Bowie
  • Geile Zeit von Juli
  • Flugzeuge im Bauch von Herbert Grönemeyer
  • The Entertainer von Scott Joplin
  • My heart will go on von Céline Dion
  • Ne me quitte pas von Jacques Brel

Das Wichtigste dabei ist, dass Du Spielfreude entwickelts und behältst.

Dein*e Lehrer*in wird Dir das Lied Stück für Stück beibringen, da Dich alles auf einmal überfordern würde. (Übrigens: auch Profis gehen so vor!) Es wird in kürzere Abschnitte eingeteilt, die Du erstmal einzeln zu spielen lernst. Wenn Du alle kannst, werden sie aneinandergehängt und Du spielst Dein erstes Lied!

Klavierlehrer*innen können auch kompliziertere Stücke so umschreiben, dass sie für unerfahrene Pianist*innen spielbar werden. Welcher Stil Dir auch immer am besten gefällt –Jazz, Rock, Pop, Blues oder Klassik – viele Lieder können vereinfacht werden, damit auch Anfänger*innen ihren Spaß daran haben können.

Von den bekanntesten Liedern gibt es in der Regel bereits Noten für jedes beliebige Niveau. Dein*e Klavierlehrer*in wird bestimmt wissen, wo sie zu finden sind. Frage einfach mal nach; der Austausch zwischen euch ist nicht nur in der ersten Stunde wichtig!

Jede*r Klavierlehrer*in hat eine eigene Unterrichtsmethode

Das Gerüst des Unterrichts, das ich Dir gerade vorgestellt habe, ist bei den meisten Lehrer*innen gleich. Trotzdem hat jeder Klavierlehrer eigene Methoden und Vorlieben, nach denen er*sie die Stunden gestaltet. Es ist also unmöglich, genau vorauszusagen was Dich erwartet.

Um sicher zu gehen, dass der Dir Unterricht entsprechen wird, solltest Du bei der ersten Kontaktaufnahme nachfragen, wie es genau ablaufen wird.

Manche Lehrer*innen werden Dir antworten, dass sie das nicht im Vorfeld erklären können, da sie ihren Unterricht an den Schüler*innen ausrichten und ihn je nach Interessen und Fähigkeiten anpassen.

Klaviernoten lesen ist gar nicht so schwierig, wie Du vielleicht denkst.
Kannst Du schon Notenlesen? Super! Dein Klavierlehrer wird den Unterricht dementsprechend anpassen. | Quelle: Debby Hudson via Unsplash

Es liegt dann also an Dir, zu beschreiben, was Dir Freude macht und in welche Richtung der Unterricht gehen soll. Auch Deine Persönlichkeit und Deine Art zu lernen wird in dieser Form des Klavierunterrichts eine große Rolle spielen.

Während sich einige Schüler*innen über längere Zeit auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren können müssen, um sie zu verstehen und zu verinnerlichen, brauchen andere mehr Abwechslung. Nur wenn sie unterschiedliche Herausforderungen parallel meistern müssen, kommt das Gehirn ins Arbeiten und die Motivation bleibt erhalten.

Klavierunterricht für Kinder wird auch anders aussehen als für Jugendliche oder Erwachsene. Während letztere auch mit theoretischen Erklärungen etwas anfangen können, ist die Herangehensweise bei den Kleinen eher spielerisch.

Die Hauptaufgabe von Instrumentallehrer*innen ist es, den jeweiligen Schüler*innen gerecht zu werden, ohne die eigene Methodik zu vernachlässigen.

Du kannst Dir bestimmt gut vorstellen, dass die Klavierstunden sich auch je nach Unterrichtsziel unterscheiden. Musikalische Früherziehung ist nicht dasselbe wie die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule. Im Klassikunterricht wirst Du etwas anders lernen als wenn Du eher Jazz oder Blues spielen willst.

Neben dem Klavierspielen an sich können auch weitere Teilgebiete der Musik unterrichtet werden: Notenlesen und Harmoniekunde gehören bei den meisten Lehrmethoden zu den Grundlagen. Darüber hinaus kann tiefer in die Musiktheorie, das Solfège, die Gehörbildung eingestiegen werden.

Wenn es Dich interessiert, kannst Du auch etwas über Musikgeschichte erfahren oder Partituren lesen und transponieren lernen.

Schlussendlich ist Klavier spielen lernen eine sehr persönliche Angelegenheit. Alles hängt von Deiner Motivation, Deinen Interessen und Deinen Zielen ab. Wichtig ist, dass Du den Spaß daran nicht verlierst. Das geht am einfachsten, wenn Du eine*n Klavierlehrer*in findest der*die zu Dir passt.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.