Der Koran ist im Original auf Arabisch geschrieben. Genauer gesagt handelt es sich um Koranarabisch, eine historische Form des Arabischen, die sich vom heutigen gesprochenen Arabisch unterscheidet. Doch warum wurde der Koran gerade auf Arabisch offenbart – und weshalb hat diese Sprache im Islam eine so besondere Bedeutung?
Muslime bekennen sich zu Allah und betrachten den Koran als Offenbarung Gottes an den Propheten Muhammad. Die arabische Sprache ist deshalb bis heute eng mit dem islamischen Glauben verbunden. In diesem Artikel geht es darum, was Koranarabisch auszeichnet, warum Arabisch zur Sakralsprache des Islam wurde und ob man Arabisch lernen muss, um den Koran zu verstehen.
Wissenswertes rund um die Arabische Sprache, gibt es übrigens in unserem Guide!
In welcher Sprache ist der Koran im Original geschrieben?
Der Koran ist im Original auf Arabisch verfasst. Genauer gesagt handelt es sich um eine historische Form des Arabischen, die sich vom heutigen Alltagsarabisch unterscheidet.
Die Sprache des Korans gilt als anspruchsvoll und ist nicht für alle arabischsprachigen Menschen leicht verständlich. Hinzu kommt: Der Koran erzählt keine zusammenhängende Geschichte. Er besteht aus Offenbarungen, die in unterschiedlichen Situationen übermittelt wurden. Für ein genaues Verständnis greifen daher auch viele Muslim*innen auf Übersetzungen und Erklärungen zurück.
Arabisch ist die von Allah gewählte Sprache. Er hat sein kostbares Buch (den Koran) auf Arabisch offenbart und Arabisch zur Sprache seines letzten Propheten gemacht. Aus diesem Grund ist es die Pflicht eines jeden, der dazu in der Lage ist, Arabisch zu lernen, denn Arabisch ist die erste Sprache.
Imam asch-Schafi’i (767-820)
Erfahre mehr über die arabsiche Geschichte!
Was bedeutet „Koranarabisch“?
Koranarabbisch bezeichnet die besondere Sprachform, in der der Koran überliefert ist. Sie gehört zum klassischen Arabisch und unterscheidet sich vom modernen Arabisch, das heute im Alltag gesprochen wird.
Der Begriff beschreibt also nicht eine eigene Sprache, sondern eine historische Form des Arabischen. Sie prägt den Wortschatz, die Grammatik und den Stil des Korans. Viele Formulierungen wirken deshalb heute ungewohnt oder schwer verständlich.
Typische Merkmale des Koranarabischen:
- historischer Wortschatz
- besondere sprachliche Ausdrucksformen
- komplexe Grammatik und Satzstrukturen
- starke Bedeutung von Klang und Rhythmus
Du suchst einen Arabisch Kurs Düsseldorf?
Warum wurde der Koran auf Arabisch offenbart?
Der Koran wurde auf Arabisch offenbart, weil Muhammad und die Menschen in Mekka und Medina Arabisch sprachen. Sie waren die ersten Menschen, an die sich die Botschaft richtete. Arabisch war also die Sprache, in der die Offenbarungen unmittelbar weitergegeben und verstanden werden konnten.
Nach islamischer Überlieferung begann die Offenbarung des Korans im 7. Jahrhundert in Mekka und setzte sich später in Medina fort. Arabisch war dort die Alltagssprache. Eine Offenbarung in einer anderen Sprache hätte die ersten Zuhörer daher vor eine zusätzliche sprachliche Hürde gestellt.
🕌 Ort: Mekka und Medina
🗓️ Zeit: 7. Jahrhundert
🗣️ Sprache: Arabisch
✨ Besonderheit: Klang, Rhythmus und sprachliche Feinheiten
Aus islamischer Sicht ist die Wahl des Arabischen jedoch nicht nur eine Frage der Verständlichkeit. Die Sprache des Korans gilt als besonders ausdrucksstark. Klang, Rhythmus, Wortwahl und sprachliche Feinheiten spielen eine wichtige Rolle. Deshalb wird die arabische Fassung im Islam als ursprüngliche Form der Offenbarung betrachtet.
Das ist auch ein Grund dafür, warum Übersetzungen eine besondere Rolle einnehmen. Sie können die Inhalte des Korans verständlich machen, aber nicht jede sprachliche Nuance des Originals wiedergeben. Wer Arabisch beherrscht, kann den Koran deshalb in seiner ursprünglichen Sprachform lesen.
Kurz gesagt: Arabisch war die Sprache der ersten Menschen, die die Offenbarung hörten. Im Islam gilt zugleich die arabische Originalfassung als besonders, weil sich ihre sprachliche Gestaltung nicht vollständig in eine andere Sprache übertragen lässt.
Übrigens spielt Arabisch auch in Kunst und Kultur eine wichtige Rolle.
Ist eine Übersetzung des Koran auch der Koran?
Eine Übersetzung gibt den Inhalt des Korans in einer anderen Sprache wieder. Im islamischen Verständnis gilt jedoch nur der arabische Originaltext als eigentlicher Koran. Übersetzungen helfen deshalb vor allem dabei, die Botschaft zu verstehen.
Arabischer Koran:
- Gilt als ursprüngliche Offenbarung
- Arabischer Wortlaut
- Klang und sprachliche Besonderheiten bleiben erhalten
Übersetzung:
- Gibt den Inhalt wieder
- Übertragener Wortlaut
- Sprachliche Feinheiten können sich verändern
Der Grund dafür liegt auch in den Besonderheiten des Koranarabischen. Wortwahl, Klang, Rhythmus und manche Bedeutungsnuancen lassen sich nicht vollständig in eine andere Sprache übertragen. Eine Übersetzung kann den Inhalt erklären, aber nie jede sprachliche Feinheit des Originals wiedergeben.
Das bedeutet nicht, dass Muslim*innen den Koran nur auf Arabisch lesen dürfen. Es gibt Übersetzungen in zahlreiche Sprachen, darunter auch Deutsch. Gerade für Menschen, die kein Arabisch sprechen, sind sie wichtig, um die Inhalte und Aussagen des Korans zu verstehen.

Warum gilt Arabisch als Sakralsprache des Islam?
Arabisch gilt im Islam als Sakralsprache, weil der Koran in dieser Sprache offenbart wurde. Der arabische Wortlaut hat deshalb eine besondere religiöse Bedeutung und spielt bis heute eine wichtige Rolle in Gebet, Koranrezitation und Gottesdienst. Auf diese Weise prägt Arabisch den Islam, und der Islam prägt die arabische Sprache.
Nach islamischer Überlieferung erhielt Muhammad ab etwa 610 die ersten Offenbarungen. Diese wurden auf Arabisch übermittelt und später als Koran schriftlich festgehalten. Dadurch wurde Arabisch eng mit der religiösen Praxis des Islam verbunden.
Arabisch begegnet Muslim*innen besonders in diesen Bereichen:
- 📖 Koran: Die ursprüngliche Fassung ist auf Arabisch.
- 🕌 Gebet: Bestimmte Gebete und Koranverse werden auf Arabisch gesprochen.
- 🗣️ Rezitation: Der Koran wird häufig melodisch vorgetragen.
- 🌍 Gemeinsame Sprache: Arabische Gebete können Muslim*innen unabhängig von ihrer Muttersprache miteinander verbinden.
Arabisch im Gebet
Arabisch hat im islamischen Gebet eine besondere Bedeutung. Muslim*innen sprechen zentrale Gebete und Koranverse traditionell auf Arabisch. Dazu gehören unter anderem Teile des Pflichtgebets, die fünfmal am Tag verrichtet werden.
Auch wer kein Arabisch versteht, kann die Gebete auf Arabisch lernen und mitsprechen. Für viele Gläubige steht dabei nicht nur die Bedeutung der Worte im Vordergrund. Auch der Klang und die gemeinsame Rezitation schaffen eine Verbindung zu Muslim*innen auf der ganzen Welt.
Arabisch als gemeinsames Band der Muslim*innen

Arabisch verbindet Muslim*innen auf der ganzen Welt. Egal, ob jemand in Deutschland, Indonesien oder Marokko lebt: Bestimmte Gebete und Koranverse werden auf Arabisch gesprochen.
Dadurch können Gläubige ihre Religion in einer gemeinsamen Sprache praktizieren. Das zeigt sich etwa beim Gebet in der Moschee.
Menschen mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen beten gemeinsam und sprechen dabei dieselben arabischen Worte. Auch wenn nicht alle jedes Wort verstehen, entsteht so ein Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit.
Auch die arabische Sprache selbst wurde durch den Islam und besonders durch den Koran stark geprägt. Seine Sprache beeinflusste unter anderem die arabische Dichtkunst und Literatur. So ist Arabisch bis heute nicht nur Alltagssprache, sondern für viele Muslim*innen auch eng mit ihrer religiösen Identität verbunden.
Was bedeutet das Wort „Allah“ – und warum ist es nicht nur islamisch?
„Allah“ ist das arabische Wort für Gott. Es wird vor allem mit dem Islam verbunden, ist aber nicht ausschließlich islamisch. Auch arabischsprachige Christinnen und Jüdinnen verwenden „Allah“, wenn sie von Gott sprechen.
Sprachlich wird „Allah“ meist mit dem arabischen al-ilāh in Verbindung gebracht. „Al“ bedeutet „der“ und „ilāh“ bedeutet „Gott“ beziehungsweise „Gottheit“. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Allāh – also sinngemäß „der Gott“. Im Islam steht der Begriff für den einen und einzigen Gott.
Interessant ist der Blick auf andere semitische Sprachen. Dort gibt es seit Jahrtausenden ähnlich klingende Wörter für Gott:
| Sprache | Bezeichnung |
|---|---|
| Arabisch | Allāh |
| Aramäisch/Syrisch | Alāhā |
| Hebräisch | Eloah / Elohim |
| Akkadisch | ilum / ilu |
Diese sprachliche Verwandtschaft hat historische Gründe. Die genannten Sprachen gehören zur Familie der semitischen Sprachen und teilen zahlreiche ältere Wortwurzeln. Die Bezeichnung „Allah“ ist daher keine Erfindung des Islam.
Auch arabische Christ*innen verwenden bis heute „Allah“. In einer arabischen Bibel steht beispielsweise „Allah“ dort, wo in deutschen Bibeln „Gott“ steht. Ebenso verwenden christliche Gemeinschaften in Ländern wie Ägypten oder dem Libanon das Wort ganz selbstverständlich.
Bist du auf der Suche nach einem Tutor zum Arabisch Lernen Leipzig?
Muss man Arabisch lernen, um den Koran zu verstehen?
Nein, du musst kein Arabisch können, um die Botschaft des Korans zu verstehen. Übersetzungen und Erklärungen ermöglichen dir auch auf Deutsch einen guten Zugang zu den Inhalten. Für ein möglichst genaues Verständnis kann Arabischkenntnis aber hilfreich sein.
Denn manche Wörter und Formulierungen haben im Koran mehrere Bedeutungsebenen. Auch Klang, Rhythmus und sprachliche Besonderheiten des arabischen Originals lassen sich nicht vollständig übersetzen. Deshalb beschäftigen sich viele Muslim*innen zusätzlich mit dem arabischen Text.
Selbst Menschen, die Arabisch als Muttersprache sprechen, verstehen den Koran nicht automatisch in allen Einzelheiten. Zwischen der Sprache des Korans aus dem 7. Jahrhundert und den heutigen Umgangssprachen liegen viele Jahrhunderte sprachlicher Entwicklung.
Du kannst also mit einer deutschen Übersetzung beginnen und dir die wichtigsten Stellen erklären lassen. Wenn du dich intensiver mit dem Koran beschäftigen möchtest, lohnt es sich, nach und nach auch einige arabische Begriffe und Verse kennenzulernen.
Superprof bietet der viele Tutoren für deinen individuellen Arabisch Kurs München!
Kurzer historischer Überblick: Vom offenbarten Wort zum geschriebenen Koran
Der Koran entstand nicht auf einmal als fertiges Buch. Nach islamischer Überlieferung wurden die Offenbarungen über einen Zeitraum von rund 23 Jahren an den Propheten Muhammad übermittelt. Zunächst wurden sie vor allem mündlich vorgetragen, auswendig gelernt und teilweise schriftlich festgehalten. Erst nach Muhammads Tod wurden die verschiedenen Aufzeichnungen zu einer einheitlichen Textsammlung zusammengeführt.
610
Beginn der Offenbarung
Nach islamischer Überlieferung erhält Muhammad in einer Höhle am Berg Hira bei Mekka die erste Offenbarung. Der Engel Gabriel übermittelt ihm die ersten Worte des Korans.
610-622
Offenbarungen in Mekka
In dieser Zeit werden weitere Koranverse offenbart. Muhammad trägt sie seinen Anhänger*innen vor, die sie auswendig lernen und teilweise auf verschiedenen Materialien aufschreiben.
622
Tod Muhammads
Muhammad stirbt in Medina. Zu diesem Zeitpunkt sind die Offenbarungen überliefert, aber noch nicht als einheitliches Buch zusammengestellt.
ca. 632–634
Erste Sammlung
Nach Muhammads Tod werden die verstreuten schriftlichen Aufzeichnungen zusammengetragen. Auch Menschen, die den Koran auswendig gelernt haben, tragen zur Sicherung des Textes bei.
ca. 644–656
Vereinheitlichung des Korantextes
Unter Kalif Uthman wird eine einheitliche Fassung des Korantextes erstellt und verbreitet. Sie bildet die Grundlage für die heute bekannte arabische Textfassung des Korans.
Ab dem 7. Jahrhundert
Verbreitung
Der Koran wird in der arabischen Welt weiter verbreitet, abgeschrieben und rezitiert. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte entstehen schließlich Übersetzungen in zahlreiche andere Sprachen.
Wie wäre es mal mit einem Arabisch Kurs Berlin?
Quellen
- Vgl. Abdul-Ahmad Rashid, "Wie Muslime den Koran lesen", in: deutschlandfunk.de, 2020, https://www.deutschlandfunk.de/islam-wie-muslime-den-koran-lesen-100.html
- Vgl. Annett, Hamideh, "Warum wurde der Koran auf Arabisch geschrieben?", in: religionen-entdecken.de, 2026 aufgerufen, https://www.religionen-entdecken.de/fragen/14490/warum-wurde-der-koran-auf-arabisch-geschrieben
- Vgl. "Koran", in: klexikon.zum.de, 2024, https://klexikon.zum.de/wiki/Koran
Mit KI zusammenfassen:










Es ist sehr interessant!
„ Für letztere, die im Heiligen Koran als Schicksalsgöttinnen al-Lāt, Manāt und al-Uzzā erwähnt wurden“ Es werden KEINE Gottheiten erwähnt oder bestätigt. Der koran steht für den einzigen Gott.
Schöner Bericht, jedoch muss ich kurz mal Streber spielen. Muhammed (saw) hat den Koran nicht geschrieben und wurde nicht als „Dichter“ betitelt. Er war zur Zeit der Offenbarung Analphabet und konnte weder schreiben noch lesen.
Dies stimmt nicht. Bevor Mohammed ein Prophet wurde, war er erfolgreicher Geschäftsmann. Und dafür MUSSTE er lesen, rechnen und schreiben können. Hätte er es nicht gekonnt, hätte ihn jeder übers Ohr hauen können.
Nein musste er nicht. Muhammad (saw.) war Nicht als erfolgreicher Händler bekannt, sondern als ehrlicher Un vertrauenswürdiger, Geschäftsmann? Er selber war nicht mal sehr wohlhabend. Wohlhabend war nur Abu Talib (Sein Onkel) Der ihn ab und zu geholfen hat. Er selber führte ein bescheidenes Leben.
Außerdem kannst du auch als Analphabet rechnen. Lesen und schreiben gehörte Damals nicht als notwendiges Mittel zum erfolgreichen Geschäftsleben. Als Analphabet kannst du ganz normal rechnen Ohne Probleme. Spätestens bei sagen wir mal komplexer Mathematik, wo Textaufgaben vorkommen würden oder wo man lesen schreiben Müsste, wäre es schwer für ihn.