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Sportmedizinische Belastungstests: Deshalb solltet Ihr regelmäßig zum Arzt gehen!

Von Hannah, veröffentlicht am 05/06/2018 Blog > Sport > Personal Trainer > Wann ist eine Sportmedizinische Untersuchung notwendig?

Wer kennt das nicht? Der Sommer steht vor der Tür und man möchte sich gerne ein wenig fitter machen für die sonnige Zeit der leichten Bekleidung.

Es ist auch nur natürlich, dass wir aktiver werden, wenn sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen und den Winterschlaf endgültig vertreiben.

Doch ist es überhaupt gesund, nach einer langen Sport-Pause direkt wieder die Sportschuhe anzuziehen, die Fitnessstudio-Mitgliedschaft zu erneuern und 100% zu geben?

Gerade wenn Ihr lange keinen Sport mehr gemacht habt, ist hier zur Vorsicht geraten!

Je nach Alter, Krankheitsgeschichten in der Familie und Eurem sonstigen Lebensstil ist es zunächst ratsam, einen Sportmedizinischen Leistungstest zu machen!

Doch wieso ist das notwendig und wie sieht der überhaupt aus?

Darum gehören Belastungstests zum Sport dazu

Die Fußball Liebhaber unter Euch wissen es bereits: Kein Transfer ohne Medizincheck!

Und dieser hat schon den einen oder anderen Wechsel eines Spielers in seinen neuen Verein verhindert…

Wie zum Beispiel den des ehemaligen französischen Nationalspielers und Weltmeisters Lilian Thuram.

Dieser wollte 2008 vom italienischen Verein Juventus Turin zu Paris Saint Germain wechseln.

Doch bei dem obligatorischen Belastungstest wurde schließlich ein Herzfehler festgestellt, der am Ende nicht nur seinen Transfer verhinderte, sondern auch zum Ende von Thurams Karriere führte.

Das kann zunächst sehr frustrierend sein – für Fans, die Vereine und vor allem die Spieler.

Und doch hat die Regel des vorgeschriebenen Medizinchecks natürlich vor allem die Gesundheit des Spielers im Sinn!

Ein medizinischer Check-Up ist auch für Hobby Sportler wichtig! Egal ob Athlet oder Hobby-Sportler: Alle sollten sich checken lassen! | Quelle: Unsplash

Wer jetzt denkt „Das hat doch mit mir nichts zu tun, ich bin schließlich kein Profi-Sportler“, hat weit gefehlt!

Es stimmt zwar schon, dass professionelle Leistungs- und Extremsportler besondere medizinische Überwachung brauchen.

Doch auch wir „Normalsterblichen“ sollten uns regelmäßig untersuchen lassen!

Warum ein regelmäßiger Check-Up?

Generell gilt: Regelmäßige Vorsorge kann Leben retten!

Ob nun als Bewegungsjunkie oder Sport-Muffel – Vorsorgetermine, einheitliche Gesundheitschecks und Blutbilder sollte jeder regelmäßig machen.

Denn so können zum Beispiel Krebskrankheiten oder Herzfehler rechtzeitig festgestellt werden.

Je älter man wird, desto wichtiger werden diese Check Ups!

Denn – ganz einfach ausgedrückt – ab einem bestimmten Alter baut unser Körper einfach ab.

Dieser „Abbau“ wird durch bestimmte Faktoren und Lebensstile beeinflusst:

  • Überdurchschnittlich viel und dauerhafter Stress im Alltag
  • Viel Alkohol- und Zigarettenkonsum
  • Erhöhtes Risiko durch Krankheiten in der Familie
  • Wenig Bewegung und ungesunde Ernährung

So haben Männer und Frauen ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre den Anspruch auf einen generellen Gesundheits-Check-Up, in dem vor allem auf Herz -, Kreislauf-, Nieren- und Zuckerkrankheiten geachtet wird.

Sport und gesunde Ernährung sind das A und O! Ungesunde Ernährung erhöht das Risiko für Herzkrankheiten und Co.! | Quelle: Unsplash

Darüber hinaus empfiehlt die „Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention“ (DGSP) jedem, der nach längerer Zeit wieder in die sportliche Betätigung einsteigt, eine sogenannte Sportmedizinische Untersuchung durchzuführen!

In diesem Leistungstest sollen eventuelle Risiken aufgedeckt und die Sportler dank individueller Beratung motiviert werden.

Denn Sport ist im gesunden Maße unglaublich gut und wichtig für unseren Körper – und auch unseren Geist!

Das Prinzip beim Praktizieren von Sport sollte dabei so lauten: „Ich benutze Gelenke, Herz, Lunge, etc. mehr als im Normalzustand. Also sollte ich auch schauen, dass ich sie richtig nutze!“

Es ist nach dann auch zu empfehlen, diesen Leistungstest regelmäßig zu wiederholen.

Denn es ist eine tolle Motivationsspritze, seine Gesundheitsdaten von den vorherigen Jahren zu vergleichen und festzustellen, dass man (medizinisch nachgewiesen) fitter wird!

So führt Ihr einen Sport Belastungstest durch

Wann sollte ich so eine Sportmedizinische Untersuchung machen?

Natürlich muss ein gesunder 20 Jähriger Hobby Sportler nicht unbedingt zu regelmäßigen Gesundheit-Check-Ups gehen.

Wie oben aufgeführt, gibt es bestimmte Risikogruppen – Alter, Lebensstil, Familien-Krankheitsgeschichte – die sich diese Vorsorgeuntersuchungen zu Herzen nehmen sollten.

Bei bestimmten Alarmzeichen solltet Ihr zum Arzt gehen:

  • Wenn Ihr unregelmäßiges Herzklopfen/ Herzrasen habt (Palpitation), Atemprobleme, Schmerzen in der Brust, etc.
  • Wenn sich bei einer Familienanamnese herausgestellt hat, dass bei Euch ein erhöhtes Risiko zum Beispiel für Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebserkrankungen besteht
  • Wenn Ihr ein gewisses Alter erreicht habt und vor allem einen ungesunden Lebensstil geführt habt/ führt
  • Ihr Extremsportler seid: Marathonläufer, Triathlon Teilnehmer, Radfahrer, Schwimmer, Teamsportler (wie Fußballer, Rugbyspieler, Basketball, etc.), Tennis & Co.

Je nachdem, ob Ihr einen allgemeinen Gesundheitscheck macht oder eine Sportmedizinische Untersuchung, sieht der Test natürlich unterschiedlich aus!

Das kommt auch ganz darauf an, wie trainiert Ihr seid und wie Euer Risikoprofil ausschaut.

Ihr möchtet gerne wieder Sport machen?

Dann empfehlen wir, bei einem Sportmediziner zunächst eine Sportmedizinische Untersuchung zu machen!

So könnt Ihr Euch checken lassen! Wie sieht ein Sportmedizinischer Leistungstest aus? | Quelle: Unsplash

Wie sieht diese Sportmedizinische Untersuchung genau aus?

Im Allgemeinen werden bei der Sportmedizinischen Untersuchung die Belastbarkeit Eures Kardiovaskulären Systems und oft auch die Muskel- und Gelenkfunktionen überprüft.

Genau wie beim allgemeinen Gesundheitscheck führt der Arzt zunächst eine individuelle Anamnese und eine allgemeine Ganzkörperuntersuchung durch, anhand derer Euer Ganzkörperstatus und Risikoprofil erstellt werden.

Je nach Arzt und Art der Untersuchung folgen danach meistens ein Ruhe-EKG, ein Lungenfunktionstest und eine individuelle Beratung für Euer Training.

Dabei berät Euch der Arzt zu der Sportart, der idealen Herzfrequenz während des Trainings und der Trainings Intensivität.

Weiterhin kann ein solcher Leistungstest beinhalten:

  • Ein Belastungs-EKG
  • Eine Laktatbestimmung unter Belastung
  • Eine Ergospirometrie
  • Muskel- und Gelenkfunktionstests

Wie bereits erwähnt, kommt es ganz auf den behandelnden Arzt und Eure Vorgeschichte an, wie genau diese Untersuchung abläuft.

Die DGSP und auch Eure Krankenkasse stellen online Listen und Adressen von empfohlenen Sportmedizinern zur Verfügung!

Wie viel kostet mich dieser Check-Up?

Bei all diesen detailreichen Untersuchungen und benötigtem Fachpersonal, habt Ihr es Euch sicher schon denken können: So ein Leistungstest kostet auch etwas.

Neben Eurer Zeit und der Überwindung natürlich vor allem Geld!

Die Techniker Krankenkasse gibt zum Beispiel an, dass eine solche Untersuchung zwischen 65€ (Basisuntersuchung) und 90€ (Leistungscheck) kostet, für die Lungenfunktionsuntersuchung werden nochmal 30€ mehr berechnet.

Doch keine Sorge: Immer mehr Krankenkassen – wie die TK oder die AOK –  übernehmen inzwischen einen großen Anteil einer solchen Untersuchung!

Dabei muss man sich nur darauf einstellen, den Betrag zunächst in der Praxis zu bezahlen und ihn dann von der zuständigen Krankenkasse zu einem gewissen Teil zurückerstattet zu bekommen.

Der Ruffier-Dickson-Index

Man kann auch ganz einfach zu Hause seine Kondition und aerobe Belastbarkeit testen.

Das ersetzt natürlich n.i.c.h.t. den professionellen Leistungstest!

Er kann Dir allerdings eine ungefähre Ahnung von Deinem Fitnesslevel geben.

Dafür folgst Du einfach den folgenden Schritten:

Erster Schritt: Lege Dich für 5 Minuten ganz entspannt hin. Miss dann anschließend Deinen Puls.

Zweiter Schritt: Mach innerhalb von 45 Sekunden 30 Squats (Kniebeugen). Halte dabei einen regelmäßigen Rhythmus.

Stelle sicher, dass Du die Bewegung richtig ausführst und auch wirklich den ganzen Weg nach oben, bzw. nach unten machst!

Miss danach Deinen Puls erneut.

Dritter Schritt: Lege Dich wieder entspannt hin. Nach einer Minute misst Du Deinen Puls zum dritten und letzten Mal.

Die Ergebnisse berechnen

Nun folgt eine kleine, sehr simple Rechenaufgabe:

Setze Deine Werte in die folgende Formel ein. „P“ steht hierbei für „Puls“.

Dabei unterscheiden sich Ruffier und Dickson in der Formel und Auswertung ein wenig:

Ruffier Index= ((P1+P2+P3) – 200) / 10

Dickson Index= ((P1-70) + 2(P3-P1)) / 10

Einen Belastungstest selber machen- So geht's! Achte auf dein Herz! | Quelle: Unsplash

Dicksons Index

Wie gut Du in dem Belastungstest nach Dickson abgeschnitten hast, kannst Du an folgender Tabelle ablesen:

  • < 0 = Exzellent
  • 0 bis 2 = Sehr gut
  • 2 bis 4 = Gut
  • 4 bis 6 = Mittelmäßig
  • 6 bis 8 = Schwach
  • 8 bis 10 = Sehr schwach
  • 10< = Sehr schlechte Belastbarkeit

Diese Auswertung wird allgemein als zuverlässiger angesehen als der Ruffier Index.

Er zeigt uns zwei Dinge:

  • Der Ruhepuls wird bei erfahrenen Sportlern über die Jahre immer langsamer – ein Zeichen des Trainingsfortschritts für Euch!
  • Als Sportler kann man somit – offensichtlich – stärkerer Belastung standhalten

Dickson war es auch, der die fünf Minuten Ruhepause („Erster Schritt“) vor der Belastungsphase einbaute.

So kann der wirkliche Ruhepuls aufgezeichnet werden – und nicht der unseres Alltags, der schon beeinflusst ist von Stress, Arbeit und Bewegung!

Hier noch die Tabelle des Ruffier Index:

  • Ergebnis < 0 = sehr gute Belastbarkeit
  • 0 < Ergebnis < 5 = gute Belastbarkeit
  • 5 < Ergebnis < 10 = mittelmäßige Belastbarkeit
  • 10 < Ergebnis < 15 = ungenügend Belastbarkeit
  • 15 < Ergebnis = schlechte Belastbarkeit

Zum Abschluss noch ein Hinweis: Mit einem Herzfrequenzmessgerät (danke, moderne Technik!) fällt das Ergebnis des Tests natürlich sehr viel genauer aus!

Tragt es einfach die ganze Zeit während des Tests um Euer Handgelenk.

Nachdem Ihr Euch auf Eure Belastbarkeit habt testen lassen, steht der angemessenen Bewegung nichts mehr im Wege!

Finde hier außerdem heraus, wie Du Dich gesund ernährst.

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