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Welche Formalitäten muss man vor einer Chinareise beachten?

Von Anna, veröffentlicht am 18/04/2019 Blog > Sprachen > Chinesisch > China Visum: Wie kann man das Land besuchen?

Wenn man an eine Asienreise denkt, kommen einem wahrscheinlich viele verschiede Länder in den Kopf. Doch China ist und bleibt einfach ein Klassiker.

Das Reich der Mitte hat auch so einiges zu bieten, z. B. wunderschöne Landschaften, eindrückliche Monumente sowie eine reichhaltige Geschichte und Kultur, deren Elemente auf zahlreichen Gebieten (Küche, Kampfsport, Kunst …) auch nach Deutschland übergeschwappt sind.

Zahlreiche Deutsche träumen davon, mal in eines der Megacities Chinas zu reisen oder vielleicht sogar eine Weile dort zu leben und arbeiten/studieren und dadurch teilzuhaben an diesem faszinierenden Land mit seiner sich stark entwickelnden Wirtschaft. Oder wie wäre es mit einem Sprachaufenthalt in China, um die Sprache von Laozi zu lernen?

Doch man kann nicht einfach mal so nach China reisen, als wäre es Italien … Für so ein weit entferntes Land wie China muss man einige administrative Schritte befolgen, die durchaus eine Weile dauern können.

Deshalb hilft Dir Superprof und erklärt Dir in diesem Artikel, was Du alles vor einer Chinareise beachten und idealerweise vorbereiten solltest. Alle Schritte, Informationen, Tipps & Tricks im Überblick – und los geht’s in den Fernen Osten!

Vor der Chinareise: Grundlagen in Mandarin lernen

Bevor Du Dich ins Getümmel in der Volksrepublik begibst, wäre es auf jeden Fall hilfreich, einige Brocken Chinesisch zu lernen. Klar, es ist für uns Europäer eine schwierige Sprache, aber da die meisten Chinesen wenig bis gar kein Englisch sprechen, könnte es sonst recht schwierig werden für Dich in China (außer Du bist mit einem Tourguide unterwegs, der ein bisschen für Dich dolmetschen kann und auch sonst alles managed).

Wenn Du Dich also wirklich auf das Land einlassen willst, empfiehlt es sich vorher Chinesisch (Mandarin) zu lernen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: einen Sprachkurs Chinesisch für Anfänger, Chinesisch lernen online, Privatunterricht Mandarin usw.

Willst Du nach China reisen? Ein paar Kenntnisse in Mandarin können nicht schaden. | Quelle: Pexels

Auch wenn es für Dich wahrscheinlich schon zu spät ist, schauen wir uns mal kurz an, ob man in Deutschland Chinesisch auch als „normales Schulfach“ in der Schule lernen kann. Die Antwort ist ja! Denn auch in Deutschland hat man verstanden, dass China ein immer wichtigerer Faktor in der internationalen Wirtschaft ist. Die Länder kommen sich näher und brauchen entsprechende Botschafter, die Fachkräfte von morgen werden ausgebildet.

An folgenden Schulen (unvollständige Liste) wird Chinesisch als mögliche Fremdsprache oder sogar in Form eines bilingualen Zweigs unterrichtet:

  • Gymnasium Marienthal, Hamburg (erste bilinguale Schule Deutschlands mit einem Chinesisch-Deutsch-Zweig)
  • Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Dortmund
  • Salzmannschule Schnepfenthal
  • SRH Schulen GmbH, Leonardo da Vinci Gymnasium, Neckargemünd
  • Schiller-Gymnasium, Offenburg
  • Landesgymnasium für Hochbegabte, Schwäbisch Gmünd
  • Holbein-Gymnasium Augsburg
  • Rhabanus-Maurus-Gymnasium, St. Ottilien
  • Humboldt-Oberschule, Berlin
  • Schule Am Weidedamm, Bremen
  • Goethe-Gymnasium, Bensheim

Die Liste könnte noch eine Weile so weitergehen, denn in praktisch jedem Bundesland in Deutschland gibt es inzwischen mindestens eine Schule, in der man Chinesisch als Fremdsprache lernen kann. Dass die Intensität und der Fokus dabei jeweils variieren, ist klar.

Doch wahrscheinlich bist Du nicht mehr in einem Alter, in dem Chinesischunterricht an einer klassischen Schule für Dich infrage kommt. Weitere Möglichkeiten wären dann eine Hochschule (wenn Du Chinesisch studieren willst), ein Volkshochschule (wenn Du in gemütlicher Atmosphäre einen Gruppenkurs machen willst), eine Sprachschule (wenn Du intensiver und vielleicht sogar für ein Sprachzertifikat Chinesisch lernen willst) oder Privatunterricht (wenn es besonders intensiv und individuell sein soll).

Privatunterricht hat natürlich den Vorteil, dass Du extrem schnell vorankommst und der Unterricht auf Dich maßgeschneidert angepasst wird. Und wir haben eine gute Nachricht für Dich: Bei den Lehrern auf unserer Plattform Superprof kostet eine Unterrichtseinheit Chinesisch (60 Minuten) im Durchschnitt nur 21 €! Für so spezialisierten und exotischen Privatunterricht ist das nicht viel … Klick Dich einfach mal durch und finde die passende Lehrerin oder den den passenden Lehrer für Dich!

Vor dem Chinaflug: Etwas über die Geschichte und Kultur Chinas lernen

Bevor Du Dich auf machst in das Land der Morgenröte, solltest Du Dich schonmal ein wenig mit der Geschichte und Kultur des Landes auseinandergesetzt haben.

China ist ein sehr traditionsbewusstes Land, in dem auch gesellschaftliche Umgangsformen eine extrem wichtige Rolle spielen. Deshalb schlagen wir Dir vor, dass Du Dich vor einer eventuellen Chinareise ein wenig schlau machst: Lies ein Buch über China oder schau Dich im Internet auf Webseiten und Foren um. Du kannst auch mit chinesischen Freunden sprechen oder wenn du niemand entsprechenden persönlich kennst, mit sinophilen Deutschen oder eben Chinesen chatten.

Eine gute und angenehme Möglichkeit, einer Kultur näher zu kommen, ist natürlich auch immer das Essen. Im Internet findest Du heraus, welche chinesischen Restaurants in Deutschland besonders authentisch kochen. Oder wenn Du einen Chinesischkurs machst, könnt ihr vielleicht auch mal mit der Chinesischlehrkraft etwas aus ihrer Heimatregion zubereiten.

Bereit für Deinen trip to China? Setze Dich auch mit der Geschichte und Kultur Chinas auseinander. | Quelle: Pexels

Wir empfehlen Dir auch, chinesische Literatur zu lesen (am Anfang wahrscheinlich eher in der deutschen oder englischen Übersetzung) und wollen Dir auch unseren Artikel über die Chinesische Mauer ans Herz legen.

So solltest Du hoffentlich top vorbereitet sein für Dein Abenteuer China!

China Visum & Co.: Wie kann ich als Tourist nach China reisen?

Wir wollen nicht drum rum reden, ein Visum für China zu bekommen, ist schon eine etwas komplexere Angelegenheit.

Das Touristenvisum L zur Einreise nach China muss vor der Reise bei einem Visa Application Service Center eingeholt werden. Vorsicht: Man darf das nur in dem Land tun, in dem der Hauptwohnsitz gemeldet ist! Wenn Du also in Deutschland lebst, musst Du auch dort Dein Visum für die Chinareise beantragen (wenn Du eine Weltreise mit Stopp in China machst, musst Du also vorher daran denken, in einem Drittland geht es nicht mehr …). In Deutschland gibt es vier solche Center: Berlin, Frankfurt & Düsseldorf, Hamburg und München. Die Kosten belaufen sich auf 125,45 € (Servicegebühr und Visagebühr), wenn man direkt vor Ort beantragt und bezahlt (Visumsantrag und Zahlung per Post sind teurer).

Was es noch zu beachten gilt: Um nach China einreisen zu können, brauchst Du einen Reisepass (der Personalausweis reicht nicht aus). Und: Der Pass muss bei Einreise noch 6 Monate lang gültig sein. Also auch da gilt es, rechtzeitig zu überprüfen, ob das der Fall ist und ggf. einen neuen Reisepass bei den deutschen Behörden zu beantragen.

Wenn Dein Reisepass nach dem 1. Januar 2014 ausgestellt wurde, gibt es außerdem noch weitere strenge Regelungen zu beachten. Genauere Informationen dazu findest Du hier.

Grundsätzlich gilt für Deutsche in China eine Visumspflicht. Allerdings gibt es einige Ausnahmen. Wenn man nur auf die Insel (und Provinz) Hainan reisen möchte, braucht man kein Visum. Es reicht, seine Anreise mindestens 48 Stunden vorher über ein akkreditiertes Reisebüro anzumelden. Mehr dazu findest Du hier.

Außerdem ist es seit 2013 möglich, ohne Visum durch China in ein Drittland zu reisen. Einige mögliche Transitstädte sind z. B.:

  • Peking
  • Shanghai
  • Guangzhou
  • Chengdu
  • Shenyang
  • Dalian

Zu den Städten und verschiedenen visumsfreien Transitmöglichkeiten findest Du alle Details auf der Seite des Auswärtigen Amts.

China ist für Dich nur ein Zwischenstopp? Für den Transit durch China gelten weniger strenge Bestimmungen. | Quelle: Pexels

Auch folgender Hinweis des Auswärtigen Amts ist auf jeden Fall zu beachten:


„Alle Ausländer sind verpflichtet, sich nach jeder Einreise innerhalb von 24 Stunden bei dem für ihren Wohnort zuständigen Public Security Bureau (Entry-Exit-Administration) anzumelden. Bei Unterbringung in einem Hotel übernimmt das Hotel die Anmeldung. Ein Verstoß gegen diese Regelung wird von den chinesischen Behörden protokolliert und kann später zu einer Einreiseverweigerung oder Visumsversagung führen.“


Die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen nach China sind auch deshalb so streng, weil das Land sowieso schon mit einer Überbevölkerung zu kämpfen hat und es noch mehr Einwohner (insbesondere illegale) schlecht tragen kann.

In Tibet ist die Situation nochmal eine andere. Das Auswärtige Amt schreibt dazu:


„Grundsätzlich gilt für Reisen nach Tibet:
Ausländer benötigen in jedem Fall eine Spezialgenehmigung namens Tibet Travel Permit bzw. Tibet Entry Permit vom tibetischen Fremdenverkehrsamt in Lhasa, um die Autonome Region Tibet touristisch zu bereisen.“


Außerdem komme es immer wieder zu unangekündigten, zeitweisen Einreisesperren, während derer keine Einreiseerlaubnisse für Ausländer ausgestellt werden.

Du siehst also: Selbst als Tourist ist es gar nicht so einfach, China zu bereisen (auch je nachdem, wo man hinmöchte). Doch wie ist es, wenn man im Reich der Mitte eine längere Zeit leben will, z. B., um dort zu studieren oder zu arbeiten?

China Aufenthaltserlaubnis: Wie kann ich in China leben, studieren, arbeiten?

Wenn Du eine Weile in China leben möchtest, um dort zu studieren oder zu arbeiten, ist das in der Regel möglich. Dazu gibt es verschiedene Visumsarten, die Du beantragen kannst …

Studentenvisum X1/X2

Man unterschiedet zwischen dem „kleinen“ (X2) und dem „großen“ Studentenvisum (X1). Ersteres ist bis maximal 180 Tage gültig, letzteres bis 360 Tage. Falls Du also nur einen mehrmonatigen Chinesisch-Sprachkurs in China machen willst, reicht das kleine, für ein richtiges Studium an einer Hochschule brauchst Du das große. Achtung: Praktika fallen seit ein paar Jahren nicht mehr unter diese Kategorie, dafür brauchst Du eine richtige Arbeitserlaubnis (s. unten).

Um ein Studentenvisum zu beantragen, musst Du die Zulassungsbescheinigung („Admission Notice“) der jeweiligen Hochschule sowie ein Antragsformular einreichen. Achtung: Das X1-Visum muss bis spätestens 30 Tage nach Einreise bei der Polizei in eine Aufenthaltserlaubnis umgewandelt werden. Diese wird in der Regel für 1 Jahr ausgestellt und wird bei Verlängerung des Studiums normalerweise problemlos verlängert. Mit dieser Aufenthaltserlaubnis kannst Du dann auch beliebig oft aus- und wieder einreisen.

Du willst in China studieren? Für Studierende gibt es ein spezielles Visum. | Quelle: Pixabay

Geschäftsvisum M

Das Geschäftsvisum ist eine zeitlich begrenzte Arbeitserlaubnis mit ggf. einer bestimmten Anzahl an Ein- und Ausreisegenehmigungen. Es dient für Angestellte, die von ihrer Firma für einen bestimmten Einsatz nach China geschickt werden (Bauarbeiten, Konferenzen/Kongresse, Schulungen, Events …) sowie Freiberufler, die an einer bestimmten Veranstaltung teilnehmen (Dolmetscherinnen, Schauspieler/Models, Künstlerinnen usw.). Je nach Einladung (Einsatz) wird es für 30, 60, 90 oder maximal sogar 180 Tage ausgestellt.

Arbeitsvisum Z

Um richtig in China arbeiten zu können, muss man über ein Arbeitsvisum (Z-Visum) verfügen. In der Regel braucht man dafür allerdings entweder einen chinesischen Arbeitgeber oder einen ausländischen Arbeitgeber mit Niederlassung in China. Das heißt konkret: Man muss erst eine Arbeit finden, bevor man einreisen darf. Auf gut Glück ein Visum beantragen und dann vor Ort nach einer Stelle suchen, geht nicht. Aber das ist ja in den meisten Ländern so (außer natürlich innerhalb der EU, wo für EU-Bürger die Freizügigkeit gilt).

Auch beim Arbeitsvisum Z gilt, dass man damit zunächst nur einmal einreisen kann und es innerhalb von 30 Tagen bei der örtlichen Polizei in eine einjährige Aufenthaltserlaubnis umwandeln muss. Auch diese wird in der Regel problemlos verlängert, wenn das betreffende Arbeitsverhältnis weiterhin bestehen bleibt. Eine solche Aufenthaltserlaubnis ist dann die Flatrate-Eintrittskarte nach China und aus China raus, man muss nicht jedes Mal wieder etwas beantragen.

Weitere Visumstypen

Dich interessiert, aus welchen Gründen bzw. zu welchem Zweck man noch nach China einreisen kann und darf?

Im Bereich der Arbeit wäre da zunächst einmal noch das Journalistenvisum J1/J2 zu nennen. Da die Genehmigung aber stets über das Presseamt in China läuft, kommt es hierbei zu größeren Verzögerungen. Außerdem lässt China nicht gerade gerne ausländische Journalisten ins Land. Am einfachsten ist ein solches Visum noch für Sportanlässe zu bekommen (wir erinnern uns an Olympia 2008 in Peking), schwieriger wird es bei Wirtschaftsthemen, ganz zu schweigen von politischer Berichterstattung.

Du hast Familie in China? Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, seine Familie in China zu besuchen oder dorthin zu begleiten. | Quelle: Pixabay

Ein weiteres Visum für eine Art Einsatz ist das Kulturvisum F. Dieses ist gedacht für Gastdozenturen, Vortragsreisen, Teilnahme an einer Konferenz oder einem Sportturnier usw. Voraussetzung ist, dass man eine Einladung von einer nicht-kommerziellen Organisation zu diesem Zweck hat (z. B. Hochschule, Sportverband, Festivalveranstalter).

Und schließlich gibt es natürlich noch Angehörigenvisa (S1/S2 bzw. Q1/Q2), mit dem man Familie, die in China lebt, besuchen oder Familie, die zum Arbeiten nach China zieht, begleiten kann.

So, wir hoffen, wir konnten Dir einen guten Überblick verschaffen. All diese Formalitäten haben am Ende eins gemeinsam: Es gilt, sich gründlich und früh genug zu informieren sowie die Fristen einzuhalten. Sonst kann das schnell zu Problemen und Mehrkosten führen!

Also Augen auf und lieber einmal zu viel informiert als einmal zu wenig 🙂

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