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Wirtschaft in der turbulenten Zwischenkriegszeit

Von Yeliz, veröffentlicht am 20/09/2019 Blog > Wirtschaft > Wie sah die Wirtschaft in der turbulenten Zwischenkriegszeit aus?

Zwischen 1919 und 1938 erlebte Europa, wie auch viele andere Länder auf der ganzen Welt, eine Zeit des relativen Friedens und Stabilitätpolitisch gesehen.

Dies geschah nach dem Schrecken des Ersten Weltkriegs, der eine Vielzahl an Auslösern hatte, obwohl die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand in Sarajevo im Jahr 1914 im Allgemeinen als unmittelbarer Auslöser gilt.

Der Erste Weltkrieg dauerte etwas länger als vier Jahre und als er endlich nach Jahren der bewaffneten Auseinandersetzung und Besetzung der Länder endete, begannen sie mit dem Wiederaufbau.

Aus rein wirtschaftlicher Sicht war die Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg nicht besonders ruhig.

Obwohl die europäischen Volkswirtschaften in diesen zwanzig Jahren auch Phasen der Stabilität hatten, muss diese „Stabilität” vor dem Hintergrund intensiver emotionaler, physischer und finanzieller Verluste betrachtet werden – das Ganze verbunden mit dem Anstieg des Nationalsozialismus in Deutschland in den 1930er Jahren.

Viele europäische Länder, darunter Frankreich, Belgien und Deutschland, waren durch Kämpfe zerrissen worden. Das bedeutete, dass viele Städte und Gemeinden wieder aufgebaut werden mussten.

Dazu kam auch noch, dass viele Millionen Menschen ihr Leben verloren hatten oder in irgendeiner anderen Weise Opfer des Krieges wurden, worunter die Nationen natürlich litten.

Und letztendlich die Tatsache, dass die Kosten des Krieges außergewöhnlich waren und die Reserven von mehr als nur einem Land dezimiert haben.

Die Jahre zwischen den Kriegen waren vom Kampf geprägt

Die Schwierigkeiten, mit denen die europäischen Nationen in der Zwischenkriegszeit konfrontiert waren, waren alle miteinander verbunden. Schließlich waren ihre Anstrengungen auf die finanziellen Verluste während des Ersten Weltkriegs zurückzuführen.

Jede Nation hatte ihre ganz eigenen Probleme und Europa war nicht der einzige Kontinent, der in den Jahren zwischen dem Krieg wirtschaftlich geschwächt war.

Tatsächlich sind einige der wirtschaftlichen Turbulenzen, die Europa erlebte, auf die Politik der USA sowie der nachfolgenden globalen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre zurückzuführen.

Im Folgenden behandeln wir einige der Überlebenskämpfe, denen die globale Wirtschaft ausgesetzt war, und wie diese Kämpfe miteinander verknüpft waren. Die Länder, auf die wir uns dabei fokussieren, sind Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika.

Vor allem Deutschland war nach dem Ersten Weltkrieg wirtschaftlich sehr geschwächt. | Quelle: Pixabay

Die Wirtschaft zwischen den Kriegen in den USA

Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in den frühen 1920er Jahren war deutlich anders als die der europäischen Länder.

Das lag zum Teil daran, dass ihre Wirtschaft in einer besseren Verfassung war, weil die USA während des Ersten Weltkriegs als Gläubiger der alliierten Nationen dienten und als solche von diesen Nationen nach Beendigung des Krieges auch Rückzahlung forderten.

Ein weiterer Grund, warum die Dinge ziemlich turbulent waren, war, dass nach der Trostlosigkeit des Krieges eine Ära noch nie da gewesener Innovation und Produktion begann: Autos, Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Radios, Telefone und, vielleicht das Beste von allem, die weite Verbreitung des Kinos.

In dieser Ära sind auch Amerikas Berühmtheiten verwurzelt: Athleten, Schauspieler und andere prominente Personen wurden angeheuert, um alle neuen Produkte zu vermarkten, die von den Fließbändern des Landes rollten.

Leichte Kreditkonditionen und eine Fülle von Waren zum Kauf stimulierte die amerikanische Wirtschaft.

In dieser Zeit des Wohlstands entlastete die amerikanische Regierung mit neu gewonnenem Übermut die Rückzahlungsverpflichtungen Deutschlands – erst durch den Dawes-Plan, später dann durch den Young-Plan.

Der Dawes-Plan

Aufgrund der Unfähigkeit, die zweite Reparationszahlung an Frankreich zu leisten, verlor Deutschland sein stärkstes Industriegebiet das Ruhrgebiet.

Somit verlor das Land auch die Fähigkeit, den Wiederaufbau seiner Wirtschaft voranzutreiben. Das wiederum führte dazu, dass strafrechtliche Maßnahmen ergriffen wurden, um den Kriegsschaden an andere Nationen zurückzuzahlen.

Die deutschen Banken führten zunächst aufwändige finanzielle Manöver durch, um ihren Verpflichtungen nachzukommen – dabei stellte sich schon bald heraus, dass das System zum Scheitern verurteilt war.

Der Dawes-Ausschuss, so genannt, weil er unter der Leitung des amerikanischen Bankiers Charles Dawes stand, entwarf einen Plan, der Deutschland mehr Spielraum für den Wiederaufbau von Land und Wirtschaft geben sollte, aber somit auch gleichzeitig seiner Verpflichtung der Rückzahlungen für den Krieg nachkommen konnte.

  • Alliierte Truppen würden das Ruhrgebiet verlassen und Deutschland kann seine Produktion wieder aufnehmen.
  • Die Reichsbank wird unter der Aufsicht der Alliierten neu organisiert.
  • Deutschland wird ein Darlehen von rund 200 Millionen Dollar gewährt, das meiste davon waren Anleihen der Wall Street, um die Dinge in Gang zu bringen.
  • Ein Teil der Einnahmen aus Transport-, Steuer- und Zollgebühren sollten für Reparationszahlungen verwendet werden.
  • Die Belastung Deutschlands sollte im ersten Jahr eine Milliarde Reichsmark betragen und in den folgenden Jahren immer weiter ansteigen – nach fünf Jahren dann insgesamt auf 2,5 Milliarden Reichsmark.

Mit den nötigen Mitteln, um Frankreich und Großbritannien zu bezahlen, und mit der gut laufenden Industrie schloss sich Deutschland bald Amerika und Frankreich an, um die Goldenen Zwanziger der Wirtschaft zu genießen.

Gemäß dem Friedensvertrag von Versailles sollte Deutschland ihre Schulden an die USA in Goldmark abbezahlen.

Deutschland fand clevere, aber letztlich auch schädliche Wege, um dieser Belastung entgegenzutreten. Frankreich konnte seine eigenen Schulden aufgrund des deutschen Verzugs nicht zurückzahlen.

Dies führte zu einer zusätzlichen Belastung der westeuropäischen Volkswirtschaften, die sich dann für die Zahlungen von anderen Nationen Geld liehen – das veranlasste Amerika dazu, die Reparaturverpflichtungen für Deutschland durch den Young-Plan weiter zu erleichtern.

Die Schuldenlast wurde gesenkt – die Reparationssumme musste nur noch zu einem Drittel zurückgezahlt werden. Auch weitere Rückzahlungsbedingungen wurden gelockert – das machte es für Deutschland einfacher denn je, die Vorschriften einzuhalten.

Getreu dem Motto: Es ist besser ein wenig zu bekommen, als gar nichts zu bekommen.

Die USA genoss durch einen Zufluss von Geld und durch ihre zunehmend protektionistische Politik Mitte der 1920er Jahre eine Zeit der relativen Stabilität und des Wirtschaftswachstums – das wiederum führte zu einem Anstieg des Welthandels und des spekulativen Handels.

Die USA genoss in der Nachkriegszeit eine Periode wirtschaftlichen Aufschwungs. | Quelle: Pixabay

Diese Periode von Stabilität sollte jedoch nicht von Dauer sein.

1929 ereignete sich der Wall Street Crash, auch bekannt als „Schwarzer Donnerstag”, der sowohl die USA als auch Europa in eine tiefe wirtschaftliche Depression stürzte.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Turbulenzen gewannen die extremistischen Parteien, darunter die Nazi- und kommunistische Parteien in Deutschland, an Popularität.

Die Erniedrigungen des Versailler Vertrags gingen angesichts der Unruhen, die Adolf Hitler verursachte, um die bestehende Regierung zu stürzen, völlig unter.

Später wurde er zum deutschen Kanzler ernannt und formulierte die Gesetze so um, dass sie ihm absolute Macht ermöglichten – der Zweite Weltkrieg begann 1939 mit dem Einmarsch in Polen.

Deutschlands Wirtschaft in der Zwischenkriegszeit

Am besten lässt sich die Zeit in Deutschland zwischen den Kriegen als turbulent bezeichnen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde unter anderem der Vertrag von Versailles in Kraft gesetzt. Diese Vereinbarung war für die Deutschen besonders strafend, da sie eine Reihe von Maßnahmen enthielt, darunter:

  • Deutschland und seine Verbündeten wurden zur Anerkennung der alleinigen Schuld für den Ausbruch des Weltkrieges gezwungen.
  • Alleinige Zahlung Deutschlands für alle Verluste, Ausgaben und Schulden, die aus dem Krieg resultierten.
  • Entmilitarisierung des Rheinlands.

Der Vertrag war damals sehr umstritten – nicht nur unter den deutschen Bürgern, sondern auch wegen des Umfangs der Reparationszahlungen, die Deutschland zu leisten hatte.

Berühmte Ökonomen wie Keynes argumentierten damals gegen die nicht tragbaren Zahlungen.

Einige glaubten, dass durch eine solche finanzielle Belastung Deutschlands kaum eine Chance bestand, dass die deutsche Wirtschaft nach dem Krieg wieder auf eigenen Füßen stehen kann.

Die Wirtschaft der Weimarer Republik – die Hyperinflation

Der Plan für den Kriegseintritt war, dass Deutschland durch erfolgreiche Feldzüge ressourcenreiche Länder im Osten und Westen annektieren würde.

Darüber hinaus sollten die Länder, die unter der Niederlage litten, zu massiven Reparationen gezwungen werden, um die Finanzen des Landes anzukurbeln.

Mit dieser Strategie war der deutsche Bundestag zuversichtlich, den Goldstandard auszusetzen, mehr Währung zu drucken und den Krieg effektiv mit Schulden zu finanzieren.

Deutschland scheiterte in seiner Wirtschaftsstrategie, indem sie den Krieg verloren.

Anstatt die geplante Beute zu ernten, erlitt Deutschland die Schande, für alle Schäden des Krieges verantwortlich gemacht und mit riesigen Schulden belastet zu werden.

Aufgrund der vor dem Krieg geplanten Strategie, den Goldstandard aufzugeben, hatte Deutschlands Währung, die Mark, bereits erheblich an Wert verloren – und davon wussten alle Weltmächte.

Um zu verhindern, dass die Deutschen ihre Schuld mit nutzloser Währung beglichen, formulierte die Reparationskommission den Londoner Zahlungsplan, der Deutschland dazu zwang, in Gold oder Fremdwährung zu zahlen, statt ihre Schulden mit Papiergeld zu begleichen.

Die erste Zahlung folgte auf Befehl in Gold, was die deutschen Kassen stark erschöpfte.

Um den Verlust auszugleichen, druckte Deutschland Millionen von Mark-Banknoten und tauschten sie gegen Fremdwährung um – dieses Geld wurde dann für die nächsten Reparationszahlungen verwendet.

Leider führte diese Abwertung der Währung zu einer Inflation: Im August 1921 benötigte man 321 Mark, um 1 Dollar zu kaufen.

Deutschland war nicht in der Lage, die nächste Rate seines Schuldscheins im nächsten Jahr an Frankreich zu zahlen – daraufhin marschierten französische und belgische Truppen im Januar 1923 in das Ruhrgebiet ein und übernahm das produktive Industriegebiet.

Daraufhin ordnete Deutschlands Regierung einen passiven Widerstand der Arbeiter an, die aber natürlich trotzdem irgendwie bezahlt werden mussten.

Deutschland druckte also noch mehr Banknoten, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Wir wollen Dir einmal veranschaulichen, wie extrem die deutsche Hyperinflation war:

Stell Dir vor, Du gehst in einen Supermarkt und möchtest Brot kaufen. Der Preis von einem Laib Brot beträgt zu diesem Zeitpunkt ca. 1,50 Euro.

Du gehst weiter einkaufen und der Preis verdoppelt oder verdreifacht sich immer und immer wieder. Wenn Du Deinen Einkauf dann erledigt hast, kostet Dich das Brot 82 x mehr als zu dem Zeitpunkt, an dem Du das Brot in Deinen Einkaufswagen gelegt hast.

Deutschland forderte zu verschiedenen Zeiten einen Aufschub der Reparationszahlungen. Änderungen der Zahlungsbedingungen wurden durch den Dawes-Plan und später durch den Young-Plan gewährt.

Doch diese Änderungen sahen keine langfristige Lösungen vor.

Durch diese beiden Pläne und vor allem durch die Wiederherstellung des Ruhrgebiets – eine der Bedingungen des Dawes-Plans – erholte sich die deutsche Wirtschaft so weit, dass sie die Goldenen Zwanziger der Wirtschaft genießen konnten.

Obwohl die wirtschaftliche Situation Deutschlands ganz zu Beginn der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre fast unhaltbar war, war das Land bis dahin wirtschaftlich gesund genug, um sie mit minimalen Schäden zu überstehen.

Stell Dir vor, Du müsstest am Ende Deines Einkaufs 123 Euro für ein Laib Brot bezahlen. | Quelle: Pixabay

Wirtschaftsgeschichte an Schulen und Universitäten

Die Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg ist eine faszinierende Zeit – sowohl aus historischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Obwohl der Zeitraum nur etwa zwanzig Jahre umfasst, erlebte die Welt zu dieser Zeit enorme Veränderungen.

Während sich in Deutschland in der Zwischenkriegszeit der Aufstieg Adolf Hitlers und der Nazi-Partei vollstreckte, waren andere Länder zu dieser Zeit mit ihren eigenen politischen und wirtschaftlichen Kämpfen konfrontiert. Sie versuchten, die Schrecken des Ersten Weltkriegs zu überwinden und ihre Nationen und Wirtschaften wieder aufzubauen.

Der Versuch, den Frieden wiederherzustellen, wurde mit Beginn des Zweiten Weltkriegs endgültig zunichte gemacht.

Historiker haben auf die kurz- und langfristigen Ursachen des Zweiten Weltkriegs hingewiesen – einer der wichtigsten Faktoren war wohl die seit langem anwachsende Empörung der Deutschen über die Bedingungen des Versailler Vertrags.

Auf Befehl des Führers Adolf Hitler marschierten im September 1939 deutsche Truppen in das relativ wehrlose Polen ein. Das führte dazu, dass Großbritannien und Frankreich Deutschland gemeinsam den Krieg erklärten.

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs hat alle Bemühungen, einen dauerhaften Weltfrieden zu erreichen, zunichte gemacht – einschließlich der Arbeit des Völkerbundes, der 1920 zur Sicherung des Weltfriedens gegründet wurde.

Seltsamerweise ist die Zwischenkriegszeit nicht immer ein Schwerpunkt an den Schulen oder Universitäten, an denen Wirtschaft gelehrt wird.

Obwohl Schwerpunkte in den Bereichen Makro- und Mikroökonomie liegen, neigt gerade Wirtschaftsgeschichte dazu, auf der Strecke zu bleiben.

Jedoch kann die Wirtschaftsgeschichte sehr aufschlussreich sein – ganz zu schweigen von den weiteren interessanten Bereichen der Wirtschaftswissenschaften, die es zu studieren gilt.

Solltest Du also jemals die Möglichkeit haben, einen Kurs in Wirtschaftsgeschichte zu belegen, nutze diese Gelegenheit aus!

Der Unterricht in Wirtschaftsgeschichte kann alle möglichen historische Wirtschaftsereignisse abdecken, wie zum Beispiel:

  • Die industrielle Revolution
  • Die Zwischenkriegszeit und die Weltwirtschaftskrise
  • Die Arbeitsweise alter Volkswirtschaften
  • Die Finanzkrise 2008

Wenn Du mehr über diese Bereiche der Wirtschaft erfahren möchtest, kannst Du auch überlegen, ob Du vielleicht Unterricht bei einem privaten Lehrer nehmen möchtest.

Superprof hat eine Reihe an Wirtschaftslehrern mit einem breiten Spektrum an Wirtschaftsfächern, sodass Du mit ein wenig Glück bestimmt jemanden findest, der sich auch in Wirtschaftsgeschichte auskennt! Und das zu einem Preis, der in Dein Budget passt.

Da viele Lehrer ihren Unterricht auch per Webcam anbieten, solltest Du in absolut jeder Stadt einen passenden Wirtschaftslehrer für Dich finden können!

Nicht immer hat man an Schulen und Universitäten die Möglichkeit, mehr über Wirtschaftsgeschichte zu erfahren. | Quelle: Pixabay

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