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Worauf muss ich beim Objektivkauf achten?

Von Florence, veröffentlicht am 23/01/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Worauf muss ich beim Objektivkauf achten?

“ Um Fotograf zu sein, muss man nicht nur durch sein Objektiv -, sondern auch und vor allem mit dem Subjektiv schauen “ , Anne-Laure Jacquart

Bevor Du Fotografierunterricht nimmst, kann es Sinn machen, einen eigenen Fotoapparat und ein Objektiv auszuwählen.

Manchmal ist es aber schwierig im Markenjungle zurecht zu kommen. 200mm, 300mm, 90mm, was heißt das eigentlich genau? Und es gibt noch mehr: Fokusringe, Weitwinkelobjektive, Bildstabilisatoren…

Superprof möchte Dir, dem zukünftigen Fotografen, dabei helfen, das richtige Objektiv zu kaufen. Wir begleiten Dich, Schritt für Schritt.

Fotoobjektif: Welche Brennweiten brauchst Du?

Das ist die erste Frage, die Du Dir stellen musst, wenn Du Dir ein Objektiv kaufen willst. Die Brennweite wird in Millimetern angegeben. Dieser Wert zeigt an, um wieviel das Fotomotiv im Verhältnis zur natürlichen Darstellung durch das menschliche Auge vergrößert oder verkleinert wird.

Eine kurze Brennweite (Weitwinkel) zeigt einen breiten Bildausschnitt mit einer verkleinerten Abbildung, eine lange Brennweite einen schmalen Bildausschnitt mit einer vergrößerten Abbildung.

Welches Objektiv passt zu Deinen Bedürfnissen? Das Objektiv kann manchmal wichtiger als der Fotoapparat sein. | Quelle: Visualhunt

Es gibt drei Arten von Objektiven, die genauso für Farb- wie für die Schwarzweißfotografie benutzt werden:

  1. Normal-Brennweite: Was Du durch das Objektiv siehst, entspricht in etwa dem was Du mit Deinen eigenen Augen siehst. Ein Standard Objektiv hat eine Brennweite zwischen 35mm und 85mm. Dieses Objektiv ist ideal für Portraits und Alltagsfotografie,
  2. Weitwinkel-Brennweite: Das Objektiv verkleinert was Du mit bloßem Auge siehst. Die Brennweiten betragen zwischen 28mm und weniger. Solche Objektive sind ideal für Landschaftsfotografie, die Schärfentiefe ist größer,
  3. Telebrennweiten: Wenn große Motive in Dein Foto passen sollen, selbst wenn sie weit weg sind. Diese Objektive haben eine Brennweite über 100mm. Ideal für Sport- oder oder Tierfotografie, kann aber auch für Portraits genutzt werden.

Die Wahl des Objektivs muss also durch die Bedürfnisse des Fotografen bestimmt werden.

Ein einfacher Trick, wenn Du nicht weißt, welche Brennweite Du auswählen sollst:

  • Geh auf Flickr, schau Dir ein paar hundert Fotos an und speichere die, die Du selbst gerne genommen hättest,
  • Bei den meisten Fotos werden unten rechts EXIF Informationen angegeben, die Brennweite ist auch dabei,
  • Was ist die Brennweite, die bei Deiner Fotoauswahl am meisten auftaucht?

Du kannst das Gleiche natürlich auch auf Fotoblogs von bekannten Fotografen machen 😉

Makro-Objektive näher betrachtet

Bei der Makrofotografie wird das Objekt vor der Kamera so positioniert, dass es sehr groß und in all seinen Details wiedergegeben wird. Wenn Du so eine Ameise fotografierst, ist das Ziel, dass das Bild der Ameise auf dem Kamerasensor genauso groß erscheint wie die Ameise selbst.

Wenn Dich Insektenfotografie interessiert, musst Du also ein Makroobjektiv auswählen. Mit einem anderen Objektiv könntest Du niemals so nah an Dein Objekt herankommen (außer natürlich mit einem Mikroobjektiv)!

Bei einem Fotokurs in Berlin würdest so etwas natürlich lernen!

Die Falle: Viele Objektive werden als „Makro“ bezeichnet, obwohl sie gar keine wirklichen Makroobjektive sind. Ach ja, das Marketing…

Wenn Du sichergehen willst, dass es sich wirklich um ein Makroobjektiv handelt, musst Du die Mindestfokusentfernung überprüfen. Wenn 140 cm angegeben werden, handelt es sich nicht um ein Makroobjektiv. Bei 30 cm bewegst Du Dich schon eher im Makrobereich.

Einen weiteren Wert, den Du überprüfen solltest, ist der Abbildungsmaßstab. Bei einem Makroobjektiv sollte er 1:1 (manchmal auch nur „1“) betragen.

Welches Objektiv brauchst Du, um Insekten zu fotografieren? Für Makrofotografie brauchst Du ein adäquates Objektiv. | Quelle: Pixabay

Zoomobjektiv oder Festbrennweite?

Ein Zoomobjektiv ist ein Objektiv, dessen Brennweite sich verändern lässt. Eine Festbrennweite ist ein Objektiv, dessen Brennweite fest vorgegeben ist. Heißt das also, dass man sich an sein Objekt annähern muss, anstatt heranzuzoomen? Das ist ja nicht gerade praktisch, wirst Du jetzt sagen…

Wenn es Festbrennweiten gibt, müssen sie jedoch auch eine Daseinsberechtigung haben.

Entdecke hier, wie Du einen Fotokurs nehmen kannst!

Und was ist mit der…Offenblende?

Die zweite wichtige Angabe, auf die Du achten musst, wenn Du ein Objektiv kaufst, ist die maximale Öffnung des Objektivs, auch Offenblende genannt.

Die maximale Öffnung wird durch das Öffnungsverhältnis angegeben, das als f/ … geschrieben wird. Für das bessere Verständnis hier einige Beispiele:

  • 50mm f/1.8 heißt, dass das Objektiv mit einer Festbrennweite von 50mm eine maximale Blendenöffnung von f/1.8 erreichen kann,
  • 18-55mm f/3.5-5.6 heißt, dass das Zoomobjektiv bei einer Brennweite von 18mm ein maximales Öffnungsverhältnis von f/3.5 und bei einer Brennweite von 55mm ein maximales Öffnungsverhältnis f/5.6 haben kann,
  • 28-70mm f/2.8 heißt, dass das Zoomobjektiv von 28 bis 70mm ein maximales Öffnungsverhältnis von f/2.8 haben kann, also egal welche Brennweite genutzt wird.

Der Vorteil einer großen Blendenöffnung ist, dass man problemlos bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren kann. Du kannst auch schöne künstlerische Unschärfen kreieren oder Bokeh’s machen.

Allerding musst Du wissen, dass desto größer die Offenblende ist, desto teurer wohl auch das Objektiv sein wird…

Falls Du in Hamburg bist, kannst Du Dich ja mal nach Fotokursen in Hamburg umschauen?

Ein professioneller Fotograf braucht abhängig von den Situationen unterschiedlichen Offenblenden:

  • Innenaufnahmen: Eine Offenblende von f/2.8 ist ratsam,
  • Bedeckter Himmel: Wenn Du eine schnelle Verschlusszeit nutzt, wird eine Öffnung von f/3.5 ausreichen,
  • Bei viel Sonne: Hier spielt die Öffnung des Objektivs keine Rolle, alles passt.

Jetzt kennst Du die zwei wichtigsten Elemente, um das für Dich passende Objektiv zu wählen. So passt das Objektiv zu Deiner Spiegelreflexkamera so wie zu Deinen Aufnahmebedingungen.

Das Wichtigste ist aber natürlich zu wissen, was Dein Aufnahmeobjekt sein soll. Wenn Du eine Landschaft fotografieren willst, brauchst Du nicht das gleiche Objektiv wie wenn Du ein Tier ablichten willst. Im ersten Fall sollte Deine Wahl auf eine Weitwinkel-Brennweite fallen, im zweiten eher auf eine Telebrennweite.

Wie sieht die Welt durch Dein Objektiv aus? Durch ein Objektiv sieht die Welt ganz anders aus. | Quelle: Pixabay

Sollte das Objektiv stabilisiert sein?

Die Stabilisierung verhindert die Verwacklungsunschärfe, wenn der Fotoapparat also nicht zu 100 % stabil ist und während der Aufnahme verwackelt. Falls Du ein Stativ benutzt, braucht Dein Objektiv nicht stabilisiert zu sein.

Es hat allerdings seine Vorteile, wenn man nicht andauernd ein Stativ herausholen muss.

Mit dieser Technologie kannst Du auch die Verschlusszeit verkürzen, was bei wenig Licht von großem Vorteil sein kann.

Diese Option hat natürlich seinen Preis. Für manchen Anfänger ist das zu viel Investment, deswegen ist es an dieser Stelle ratsam lieber erst einmal ein günstigeres Stativ zu wählen.

Manche Kameragehäuser haben außerdem schon ein integriertes Stabilisierungssystem durch Bewegung des Bildsensors: in diesen Fällen brauchst Du kein stabilisiertes Objektiv mehr.

Du darfst auch nicht vergessen, dass der Objektiv-Stabilisator nur Verwacklungsunschärfen verhindern kann. Bei Bewegungsunschärfen ist er machtlos. Wenn sich das Aufnahmeobjekt bewegt, hängt es vom Talent und der Intention des Fotografen ab, wie das Bild werden wird.

Fotoobjektiv: Welches passt zu einem Anfänger?

Das ist ja alles schön und gut, aber Du bist Anfänger, und brauchst einen konkreten Tipp für die Auswahl Deines Objektivs? Fotografieren lernen ist schon schwer genug, und jetzt sollst Du auch noch Stunden damit verbringen das richtige Fotomaterial auszuwählen?

Bei Superprof raten wir Anfängern ein relativ einfaches Zoomobjektiv zu kaufen, wie z.B. das Nikon 18-55mm für Reflex (oder das dem entsprechende bei Canon).

Der Anfänger wird mit diesem Objektiv viel Spaß beim Fotografieren haben, auch wenn er noch nicht ganz die Fotografiertechnik beherrscht: Kadrierung, Belichtung, Schärfentiefe…

Im Anschluss kannst Du immer noch Dein Material mit einer Festbrennweite vervollständigen. So wirst Du dazu gezwungen werden, Dich mehr in Richtung Deines Objektes zu bewegen und machst schnellere Fortschritte.

Bei schlechtem Licht kann Dir Deine Festbrennweite auch nützlich sein, da sie dank größerer Blendenöffnung und verkürzter Verschlusszeit mit weniger Licht auskommt.

Jede Marke hat Einsteigermodelle wie z.B. die 50mm f/1.8 oder die 35mm f/1.8. Du musst mit einem Preis zwischen 200 und 300 € rechnen.

Hast du schon einmal von einem Fisheye gehört? Mit einem Fisheye kannst Du extra breite Aufnahmen machen. | Quelle: Visualhunt

Welche Marke wählen?

Wenn Du ein neues Objektiv kaufst, musst Du Dich auch für eine Marke entscheiden. Man wird Dir vielleicht dazu raten, für Dein Objektiv die gleiche Marke wie für Deinen Fotoapparat zu wählen.

Selbst wenn Du mit einem Objektiv von Canon oder Nikon auf der sicheren Seite bist, lohnt es sich auch sich nach anderen Marken umzuschauen. Bei Sigma oder Tamron kannst Du ebenfalls sehr gute Objektive finden, und das zu einem günstigeren Preis! Im Internet findest Du viele Seiten und Foren mit Käufermeinungen, die Dich in Deiner Wahl orientieren können.

Samyang ist eine südkoreanische Marke, die gute Objektive macht. Die Objektive haben jedoch keinen Autofokus. Für manch einen ist das ein Deal-Brecher, für andere wiederum ist es ein Vorteil. Das musst Du selbst einschätzen!

Um Dir bei Deiner Auswahl zu helfen, hier eine kleine Tabelle mit Objektiven von Canon, Nikon, Tamron und Sigma, nach Preisen und Brennweiten geordnet:

Ein weiterer Tipp:

  • Lege einen Maximalpreis fest, und erhöhe ihn anschließend um 20 bis 40 %,
  • Suche anschließend ein Objektiv, das Dir gefällt,
  • Wende Dich dann dem Second-Hand-Markt zu.

Anders als es in der Werbung von den Herstellern suggeriert wird, entwickeln sich die Objektivtechniken nur sehr langsam. Wenn Du ein schon benutztes Objektiv kaufst, das 2 bis 3 Jahre alt ist, machst Du also einen guten Deal!

Und wusstest Du, dass Du Fotomaterial auch leihen kannst? Das gilt auch für Objektive. Bei  Grover oder Objektiv-Verleih z.B.

Zusammenfassend:

  • Sobald Du eine Spiegelreflexkamera hast, kommt schnell die nächste Frage: Welches Objektiv sollst Du kaufen? Um diese Frage zu beantworten, musst Du Dir mehrere weitere Fragen stellen.
  • Die passende Brennweite finden: Was möchtest Du fotografieren? Eine lange Brennweite, 150mm z.B. zeigt nur einen kleinen Bildausschnitt, eine kurze Brennweite 20mm z.B. zeigt wiederum einen großen Bildausschnitt.
  • Die Offenblende ist das zweite wichtige Element, das es zu beachten gilt. Desto größer die Objektivöffnung, desto besser wirst Du auch bei wenig Licht fotografieren können.
  • Ein stabilisiertes Objektiv ist nicht notwendig, wenn Du ein Stativ benutzt.
  • Ein Anfänger kann zB. ein 50mm F/1.8 Objektiv oder ein Zoomobjektiv mit 18-50mm Brennweite kaufen.
  • Nimm die gleiche Marke für das Objektiv wie für den Fotoapparat, es sei denn die Konkurrenten bieten für die gleiche Qualität günstigere Preise an.
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