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Schwarzweißfotografie: Wie beherrscht man die Technik?

Von Florence, veröffentlicht am 23/01/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Fotografie > Schwarzweißfotografie: Wie beherrscht man die Technik?

„Mit der Schwarzweißfotografie kann ich bis zum Herz der Geschichte vorzudringen.“ Kadir van Lohuizen

„Es ist auch eine Frage des Gefühls, ich fühle mich freier, wenn ich in Schwarz-Weiß fotografiere.“ Jon Lowenstein

Warum wählt man die Schwarzweißfotografie?

Diese Künstler geben uns eine Antwort. In Schwarz-Weiß können sie sich besser auf die Kontraste, die Komposition, die Formen, das Licht und die Schatten konzentrieren.

Farben können auch eine Ablenkung sein.

Man konzentriert sich nicht wirklich auf das Motiv, das fotografierte Subjekt, sondern auf das was ringsherum ist, die Farben also. Wenn Du in Schwarz-Weiß fotografieren willst, musst Du das jedoch schon im Voraus wissen.

Wie wird ein Schwarz-Weiß-Foto wirklich gut?

Wenn Dich die Arbeit von Ansel Adams, James Nachtwey und anderer Meister der Schwarzweißfotografie interessiert, dann hast Du sicherlich auch ein Faible für Kontraste.

Wenn Du loslegen möchtest, aber nicht genau weißt, wo Du beginnen sollst, dann könnte Dir unser kleiner Leitfaden behilflich sein.

Ich bin selbst kein Experte der Schwarzweißfotografie, habe aber in letzter Zeit einige Erfahrungen damit gemacht, die ich gerne mit Dir teilen möchte. Willkommen in meiner Schwarz-Weiß-Welt!

Wie sieht man die Welt in Schwarz-Weiß?

Natürlich ist für unser Auge eine Welt in Farben. Manchmal kann es also schwer sein, sich die Welt in Schwarz-Weiß vorzustellen. Du musst es aber trotzdem versuchen!

Das Foto einer roten Tulpe ist vielleicht wunderschön in Farbe, in Schwarz-Weiß erscheint das gleiche Bild jedoch plötzlich fade und belanglos.

Du musst Dich also auf Folgendes konzentrieren: Die Formen, die Lichter, die Texturen und Kontraste.

Welches Tier würdest Du gerne fotografieren? Viele Tiere haben interessante Fellmuster! | Quelle: Visualhunt

So denkt nämlich ein Fotograf der Schwarz-Weiß-Bilder macht.

Das nimmt Zeit und braucht viel Arbeit und Fleiß.

Das Motiv gut wählen

Wenn man Fotos nimmt, erzählt man oft eine Geschichte. Ein Foto ist bedacht und so wird das Motiv auch nicht einfach nach dem Zufallsprinzip gewählt. Du kannst natürlich alles in Schwarz-Weiß fotografieren was Du willst, einige Aspekte solltest Du jedoch wirklich beachten, um ein wirklich großartiges Foto zu schießen:

  • Die Textur: Sie wird durch Scharz-Weiß-Fotos besonders unterstrichen, bei Farbfotos geht sie oft unter. Denk an Holz, an Steine, an Blätter oder an die Falten in einem alten Gesicht. Ein Schwarz-Weiß Foto intensiviert alle Texturen,
  • Die Formen: Unter anderem die, die sich wiederholen oder die eine gewisse Symmetrie aufweisen. Ein Wald mit sehr geraden Baumstämmen, Wellenlinien im Meer und andere natürliche Spiralen sind gute Motive. Diese Bilder zeigen zwar keine Farben, aber dafür besonders schöne Formen,
  • Die Motive: Ein Motiv, das wiederkehrt, bietet sich oft ganz besonders für Schwarz-Weiß-Fotos an,
  • Die Linien: Du findest sie vor allem in der Architektur. Eine alte bepflasterte Straße wird in einem Schwarz-Weiß Foto viel besser zum Ausdruck kommen, als in einem Farbbild. Die Zwischenräume sind dunkler, die Steine heller, und die Grautöne unendlich variabel. Bei einem Steinhaus- oder Gebäude würde es den gleichen Effekt geben.

Das Licht und die Kontraste nutzen

In der Schwarzweißfotografie fallen die Farben für Dich weg. Logisch! Aber das heißt auch, dass Du die Farben nicht mehr nutzen kannst: Um z.B. verschiedene Elemente zu trennen, oder das Auge des Betrachters durch die Komposition Deines Bildes zu leiten. Worauf Du Dich jetzt konzentrieren musst: Die dunklen und hellen Schattierungen, die Kontraste.

Starke Lichteinfälle und Schatten werden nun zu Deinen Freunden. Egal, welches Objektiv Du benutzt, es funktioniert immer.

Welche Formen würdest Du gerne in Schwarz-Weiß fotografieren? Licht und Formen sind Schlüsselmotive der Schwarzweißfotografie. | Quelle: Visualhunt

Nutze vor allem Licht, das Schatten wirft. Das verstärkt die Kontraste und unterstreicht Formen und Texturen.

Das Gegenlicht, vor dem man als Fotograf so oft flieht, wird in der Schwarzweißfotografie zu einem wichtigen Partner.

Übe Dich in Geduld. Du musst auf den richtigen Augenblick warten, und das Foto erst schießen, wenn das richtige Licht da ist.

Fotografieren bei bedecktem Wetter

Wolken verringern die Kontraste, das ist also nicht unbedingt das was sich ein Fotograf wünscht.

Wenn sich der Himmel bedeckt, bemängeln Fotografen oft das fehlende Licht.

Das ist also der ideale Moment um in Schwarz-Weiß zu fotografieren!

Warum? Eine Szene wird durch die natürlich vermehrt vorkommenden Schwarz- und Weißtöne noch intensiver. Mach den Test und nimm an einem stürmischen oder bedeckten Tag einige Fotos. Du wirst sehen, dass es kaum Farben gibt, dass die Kontraste jedoch sehr wohl da sind.

Nach einem Regenschauer werden Schwarz-Weiß-Fotos auch besonders schön. Die nassen Oberflächen verstärken die Lichtspiegelungen am Boden, was ideal für Schwarz-Weiß-Fotos ist.

Im RAW-Modus fotografieren

Vielleicht hat man es Dir nicht in Deinem Fotografiekurs Berlin gesagt, aber Eines ist sicher: Du solltest im RAW Format fotografieren. Ob Du Kunstfotografie machen willst oder nicht, für Schwarzweißfotografie ist das unabdingbar!

Das beansprucht natürlich mehr Speicherplatz, denn die RAW-Datei speichert alle Farben ab, ob Du nun schon im Schwarz-Weiß-Modus bist oder nicht.

Das RAW-Format ermöglicht Dir im Anschluss die verschiedenen Farbebenen, das Licht und die Kontraste zu bearbeiten.

Um gut zu verstehen, wie ein Bild in Schwarz-Weiß konvertiert werden kann, solltest Du Folgendes Wissen: Ein Foto besteht aus Pixeln, und jeder Pixel besteht aus Flächen jeweils einer Grundfarbe (Rot, Grün und Blau). Jeder Pixel hat einen Wert zwischen 0 (schwarz) und 255 (weiß). Der Wert 255 ; 0 ; 0  entspricht z.B. intensivem Rot.

Hast Du schon einmal Blumen oder Insekten fotografiert? Makrofotografie ist gut für Kontrastarbeit. | Quelle: Visualhunt

Wofür kannst Du die Ebenenmischung nutzen?

Wenn Du Photoshop, Lightroom oder andere Programme nutzt, wäre es schade, Deine Fotos einfach nur zu entsättigen.

Beim Entsättigen wird Dein Bild grauer und flacher, die Farben (Rot, Grün, Blau) werden einfach dem Mittelwert angepasst. Wenn Du Dir die verschiedenen Ebenen anschaust, kannst Du mit viel feineren Graustufen arbeiten.

Du musst erst einmal Dein Bild in drei Masken aufsplitten: einen für den roten Farbbereich, einen für den grünen und einen für den blauen. Oft gibt es in einem Bereich mehr Rauschen. Manchmal wirst Du nicht in jeder Farbebene arbeiten müssen, Du musst einfach experimentierfreudig sein, und Schritt für Schritt vorangehen.

Außerdem kannst Du natürlich auch die Kontraste verstärken oder abschwächen. Das Gesamtbild muss stimmen, Du solltest also verschiedene Versuche mit unterschiedlichen Kontrastwerten machen.

Du musst natürlich auch wissen, was Du willst, denn nicht alles hat den gleichen Effet: Ein starker Kontrast ist härter und klarer, schwache Kontraste können wiederum Sanftheit und Indeterminiertheit suggerieren.

Wenn Du noch etwas weiter gehen willst, kannst Du auch das Plug-in Silver Efex Pro herunterladen, damit werden Deine Schwarz-Weiß-Bilder besonders beeindruckend.

Direkt in Schwarz-Weiß fotografieren

Die Bildbearbeitung gehört zur Arbeit des Fotografen dazu. Selbst wenn Du schon von Anfang an in Schwarz-Weiß fotografiert hast.

Denn ja, Deine Reflexkamera kann auch direkt in Schwarz-Weiß aufnehmen. Aber macht das überhaupt Sinn, da Fotos ja auch im Nachhinein noch zu Schwarz-Weiß konvertiert werden können?

Es macht erst einmal Sinn sich daran zu gewöhnen, in Schwarz-Weiß zu sehen. Wenn Du den Monochrom Modus Deiner Kamera wählst, wirst Du die Welt direkt in Schwarz-Weiß sehen. Du wirst Dein Bild also von Anfang an anders angehen und sicherlich besser gestalten. So sparst Du auch viel Zeit in der anschließenden Bildbearbeitung.

Klar, es braucht manchmal seine Zeit, bis Du die richtigen Einstellungen gefunden hast. Diese Zeit verbringst Du allerdings hinter Deiner Kamera und nicht hinter Deinem Computer. Das ist doch gar nicht so schlecht, nicht?

Welche Berge würdest Du gerne in Schwarz-Weiß fotografieren? Landschaftsfotografie ist manchmal viel intensiver in Schwarz-Weiß. | Quelle: Visualhunt

Wie schon gesagt, der RAW-Modus ist die erste Einstellung, die Du bei Deiner Kamera aktivieren solltest.

Im manuellen Fotografiermodus kannst Du nun den monochrom/Schwarz-Weiß Modus aktivieren. In diesem Modus kannst Du Schwarz-Weiß-Fotos machen, allerdings werden sie etwas fade und grau erscheinen, wenn Du nicht noch weitere Einstellungen vornimmst:

  • Stell den Kontrast höher,
  • Verändere die Belichtung: eine Über- oder Unterbelichtung verändert total die Ergebnisse.

Und warum versuchst Du nicht mal die Schwarzweißfotografie in Analog aus? Du kannst alte analoge Reflexkameras kaufen, die meist inzwischen sehr günstig geworden sind. Und keine Sorge, die dazu benötigten Filme gibt es noch problemlos im Laden zu kaufen😉.

Entdecke hier wo in Nantes Du einen Fotokurs machen kannst!

Die richtigen Kameraeinstellungen

Bei den meisten D-SLR-Kameras (digitale Spiegelreflexkamera) kannst Du heute im Menu von einem Farb- zu einem Schwarzweißmodus wechseln. Manche ausgeklügeltere Modelle bieten Dir sogar verschiedene Farbfilter an, damit die Konvertierung zu Schwarz-Weiß besser funktioniert.

Es ist natürlich angenehm und hat seine Vorteile direkt in Schwarz-Weiß zu fotografieren. Wenn Deine Bilder im JPEG Format sind, werden so aber die Farben von Anfang aus dem Foto ausgeschlossen und das verringert im Nachhinein die Bearbeitungsoptionen.

Die Fotos sind Schwarz-Weiß, von Anfang an, und daran kann sich nichts mehr ändern.

Der integrierte Schwarz-Weiß Aufnahmemodus ist in vielen Kameras außerdem recht schlecht etabliert, und somit hast Du meist keine Kontrolle darüber wie bestimmte Farben oder bestimmte Bildbereiche bearbeitet werden sollen.

Daher ist es ratsam, Fotos immer erst einmal in Farbe zu machen und sie dann anschließend in Schwarz-Weiß umzuwandeln.

Wenn Du im RAW Modus fotografierst, ist es egal welche Farbeinstellungen aktiviert sind, denn die Datei enthält so oder so alle Informationen, die für eine erfolgreiche Konvertierung in Schwarz-Weiß notwendig sind.

Wenn Du Schwarz-Weiß-Fotos machen willst und gerne wissen möchtest, wie das Resultat aussehen könnte, kannst Du Deine Fotokamera auf monochrom umstellen. Während des Imports werden Deine Fotos Schwarz-Weiß sein, wenn Du z.B. ein Programm wie Capture NX2 benutzt. Du kannst sie danach auch immer noch zu Farbfotos konvertieren.

Wenn du Adobe Photoshop oder Lightroom benutzt, werden die Bilder in Farbe importiert und die vorher eventuell eingestellten Schwarz-Weiß Parameter gehen verloren. Adobe Produkte können diese Informationen leider nicht den RAW Dateien entnehmen. Also raten wir Dir einfach im RAW-Modus zu fotografieren und die so erhaltenen Rohdaten später in optimalen Bedingungen zu bearbeiten.

Ich würde meinen Fotoapparat folgender Weise einstellen:

  • Bildqualität / Format: RAW
  • Bit-Tiefe RAW: 14 Bit (wenn vorhanden)
  • ISO Sensibilität: tiefstes ISO
  • Weißabgleich: Auto

So wie bei Farbfotos, solltest Du im RAW Modus in höchster Auflösung fotografieren. So erhältst Du ein Maximum an Bildinformationen und ein minimales Rauschen.

Was den Weißabgleich betrifft: Meiner ist auf „Auto“ eingestellt, denn im RAW Modus sind die WB (white balance) Einstellungen nicht wichtig.

Nachdem Deine Fotos zu Photoshop oder Lightroom importiert wurden, musst Du allerdings die Weißabgleich Einstellungen überprüfen und wenn nötig korrigieren. Denn ansonsten könntest Du Probleme beim Konvertierungsprozess zu Schwarz-Weiß haben.

Ideen für die Schwarzweißfotografie

Wenn Du Dich für Schwarz-Weiß-Fotos interessierst, bleibt aber vor allem Eines wichtig: Die Praxis! Hier geben wir Dir einige Tipps zu Motiven, die sich für die Schwarzweißfotografie eignen.

In Schwarz-Weiß-Bildern entfaltet Architektur besonders gut ihre Wirkung. Form, Textur, Muster… Die Schwarz-Weiß-Kontraste unterstreichen all diese Elemente. Außerdem kannst Du gut mit Lichteinfall arbeiten und somit das Auge auf bestimmte Bildausschnitte lenken.

Wen würdest Du gerne portraitieren? Ein Portrait in Schwarz-Weiß hat eine besondere Ausdruckskraft. | Quelle: Visualhunt

Das Portrait, eine eigene Fotokategorie, eignet sich auch sehr gut für die Schwarzweißfotografie. Ohne Farben wird die Aufmerksamkeit automatisch auf die Augen und das Gesicht gezogen. Hautstrukturen und -texturen wie z.B. Falten oder Narben werden auch unterstrichen und zum Thema gemacht.

Die Natur wird in der Landschaftsfotografie auch oft in Schwarz-Weiß dargestellt. Gewisse Lichtbedingungen müssen dafür allerdings gegeben sein. Linien und Formen werden, wie bei Architekturbildern, besonders zur Geltung gebracht.

Makro- und Mikrofotos werden ebenfalls oft in Schwarz-Weiß geschossen.

Um die richtige Inspiration zu finden, solltest Du unbedingt einmal auf Fotoblogs gehen. Dort findest Du sicherlich neue Ideen!

Zusammenfassend:

  • Ein professioneller Fotograf kann aus unterschiedlichen Gründen heraus die Schwarzweißfotografie wählen. In jedem Fall wird diese Entscheidung die Fotografierbedingungen beeinflussen.
  • Das Motiv, das Licht und die Kontraste sind die drei wichtigsten Elemente der Schwarzweißfotografie.
  • Der RAW Modus ist am Besten für Schwarz-Weiß Fotos geeignet. Dieser Modus ermöglicht nämlich die besten Bedingungen für die nachträgliche Bildbearbeitung.
  • Du kannst natürlich auch direkt ein Schwarz-Weiß-Foto erhalten, indem Du Deine Spiegelreflexkamera von Anfang an auf die Schwarz-Weiß Aufnahme einstellst.
  • Wie werden Deine Technik und Deine Fotos besser? Durch die Praxis!

Das Letzte was Du wissen musst, ist dass es in der Schwarzweißfotografie kein „magisches Model“ und keinen Workflow gibt, der für alle Bilder funktioniert.

Für die Farbfotografie gibt es einige Standardparameter, die aufgrund der vielen unterschiedlichen Grautöne jedoch nicht durchgehend für alle Schwarz-Weiß-Fotos gelten können.

Die Konvertierung von farbigen Landschaftsbildern zu Schwarz-Weiß-Bildern funktioniert ebenfalls auch anders als die Konvertierung von farbigen Portraits zu Schwarz-Weiß-Bildern.

Ein Portrait benötigt andere Konvertierungstechniken und außerdem musst Du noch genauer und nuancierter sein, was die Farbfilter, die Kontraste und die Struktur angeht.

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