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Tipps für Yogis: Wie kann ich meine Yogastunden gestalten?

Superprof Blog DE > Sport > Yoga > Wie baut man einen guten Yoga Kurs auf?

Du hast Dich entschlossen, Deinen Job aufzugeben, um in Halb- oder Vollzeit als Yogalehrer zu arbeiten und so Deine Familie zu ernähren.

Dein Job macht Dir keinen Spaß mehr und Du verspürst den Wunsch, endlich an Dich selbst zu denken.

Nach der Ausbildung bei einem Yoga-Meister bzw. Yogi hast Du dank Yoga zu Dir selbst gefunden und willst anderen Personen helfen, eine ähnliche Erfahrung zu machen.

Es ist also an der Zeit, anderen Menschen, die auch zu einer neuen Lebenseinstellung gelangen möchten, diese Lehre zu vermitteln.

Du fragst Dich allerdings, wie Du Deinen Yogakurs richtig gestalten sollst?

Wir erklären es Dir.

Welchen Yoga Stil wählen?

Während Deiner Ausbildung hat Dir Dein Yogalehrer die unterschiedlichen Yogastile vorgestellt.

Es gibt derer tatsächlich sehr viele:

  • Hatha Yoga
  • Ananda Yoga
  • Anusara Yoga
  • Amrit Yoga
  • Ashtanga Yoga
  • Bikram Yoga
  • Integral-Yoga
  • Ishta Yoga
  • Iyengar Yoga
  • Jivamukti Yoga
  • Kundalini Yoga
  • Kriya Yoga
  • Power Yoga
  • Sivananda Yoga
  • Svaroopa Yoga
  • Tri Yoga
  • Viniyoga
  • Perinatalyoga
  • Yoga für Kinder
  • Ägyptisches Yoga
  • Tibetisches Yoga
  • Sowie andere von Yoga inspirierte Praktiken.

Yoga ist uralt. Seit Jahrtausenden entwickelt sich diese Disziplin schon weiter. | Quelle: Pixabay

In Deutschland sind bestimmte Stile beliebter als andere.

Dies sind die im deutschsprachigen Raum bevorzugten Yogarichtungen:

  • Hatha Yoga (eine relativ sanfte Yogaform, die für jeden geeignet ist),
  • Ashtanga Yoga (eine dynamische Yogaform, die für Personen mit guter körperlicher Fitness geeignet ist),
  • Vinyasa Yoga (die fließenden Bewegungen dieses Yogastils sind vor allem bei Tanzbegeisterten aller Altersklassen beliebt),
  • Bikram Yoga (sehr dynamisches Yoga, das für alle Fitnessfanatiker geeignet ist),
  • Kundalini Yoga (eine ruhige Yogaform, für spirituelle Personen).

Auf diese Yogastile wollen wir uns im Folgenden konzentrieren.

Du musst Dein Yogakurs entsprechend des praktizierten Yogastils aufbauen.

Obwohl die Übungen je nach praktiziertem Yogastil variieren, bleibt die Grundstruktur der Kurse dennoch gleich.

Deine Schüler sollen ihre Alltagssorgen vergessen können.

In erster Linie hast Du dafür zu sorgen, dass sich Deine Schüler entspannen und sich eine kurze Auszeit gönnen können.

Wenn sie an Deinem Kurs teilnehmen, möchten Sie bestimmte Ereignisse in ihrem Leben für einen Moment hinter sich lassen.

Yoga – ein kurze Auszeit vom Alltagsstress! | Quelle: Pixabay

Weil dies nicht auf Kommando funktioniert, musst Du Deinen Schülern einen Ort zum Entspannen und Loslassen bieten.

Denke an den Moment, wenn Dein Arbeitstag zu Ende ist.

Auf dem Nachhauseweg lässt Du Deinen Tag Revue passieren und entspannst dabei.

In der Yogastunde ist es das Gleiche.

Allerdings mit dem Ziel, den Körper für das, was danach kommt, vorzubereiten.

Egal, ob im Liegen, Sitzen oder Stehen: Du musst Deine Yogaschüler dazu animieren, sich auf ihre Atmung zu konzentrieren und ihre Gedanken loszulassen.

Es ist nicht weiter schlimm, wenn die Gedanken dennoch umherschweifen oder störende Gedanken auftreten.

Die Gedankengänge werden beim Menschen ständig unterbrochen (selbst im Schlaf).

Deine Schüler sollten wenigstens fünf Minuten lang versuchen, durch Stillhalten ihres Körpers und bei absoluter Stille (oder bei ruhiger Musik) ihre innere Ruhe zu finden.

Wie kann ich im Yogakurs eine Sequenz von Atemübungen zusammenstellen?

Die Atmung ist eine große Hilfe, um eine Verbindung zu Deinem Körper und Deiner Gefühlswelt herstellen zu können.

Du hast mit Sicherheit bereits die Erfahrung gemacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Deinem Gefühlszustand und Deiner Atmung gibt.

Wenn Du wütend oder gestresst bist, kannst Du Deine Atmung nicht mehr kontrollieren.

Dein Atemrhythmus ist schneller als wenn Du ruhig und gelassen bist.

Nur dann kannst Du tief und langsam durchatmen.

Yoga ist ideal zum Entspannen und Relaxen. Meditation und richtige Atmung spielen eine wichtige Rolle. | Quelle: Pixabay

Bereits die Yogis im Altertum hatten verstanden, dass es eine Verbindung zwischen Atemrhythmus und geistigem Zustand gibt.

Falls Du schon einmal etwas von Sophrologie gehört hast, weißt Du, dass in dieser Disziplin vor allem mit der Atmung, mit der Luft, die in unseren Körper bzw. unsere Lungen einströmt und anschließend wieder ausgestoßen wird, gearbeitet wird.

In der Sophrologie ist es gang und gäbe, dass der Körper durch starkes Ein- und Ausatmen „gereinigt“ wird.

Beim Yoga spielt die Atmung ebenfalls eine wichtige Rolle.

Die Atemübungen haben im Yoga eine spezielle Bezeichnung: Pranayama.

Während der Meditationsphase zu  Beginn der Stunde solltest Du Deine Schüler dazu animieren, sich vollständig auf ihren Atemrhythmus zu konzentrieren und ihre Atmung zu spüren.

Nur so können sie sich auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren und sich geistig auf die weitere Stunde einstellen.

Während dieser Phase können Schüler, die zur Stressbewältigung gekommen sind, lernen, dass langsames und tiefes Atmen ihnen in Situationen helfen kann, in denen sie sich überfordert fühlen.

Wie kann ich eine Abfolge von Asanas (Yogapositionen) erstellen?

Wir kommen jetzt zur wichtigsten Phase der Yogastunde.

Je nach praktiziertem Yogastil gibt es an dieser Stelle große Unterschiede!

Die bekanntesten Yoga Stellungen (Asanas) sind folgende:

  • der Schulterstand bzw. Kerze,
  • die Kobra,
  • die Vorbeuge,
  • der Lotussitz,
  • die Heuschrecke,
  • der Sonnengruß,
  • der Pflug,
  • der Fisch,
  • Der tote Mann / (Shavasana).

Es gibt natürlich noch viele andere.

Der Lotussitz, eine der bekanntesten Yogapositionen zum Meditieren. | Quelle: Pixabay

Die Asanas kommen nach der Aufwärmphase, während der der Körper vorbereitet wird, um Verletzungen zu vermeiden.

Wie übrigens in allen Sportarten.

Beim Hatha Yoga musst Du eine Abfolge von Stellungen auswählen, die jeweils drei Minuten lang gehalten werden müssen.

Zwischen jeder Stellung gibt es einen kurzen Entspannungsmoment, in dem die Teilnehmer die Empfindungen der jeweiligen Position in sich aufnehmen können.

Ashtanga Yoga besteht aus sechs identischen Asanas-Abfolgen, sogenannten „Serien“, die in einem flüssigen und dynamischen Flow aneinandergereiht werden.

Da die Übungen zunehmend schwieriger werden, ist es normal, dass Anfänger zunächst nicht in der Lage sind, alle Abfolgen zu beenden.

Du musst sie dazu auffordern, ihre körperlichen Grenzen zu suchen.

Vinyasa Yoga ging aus Ashtanga Yoga hervor.

Auch wenn die Prinzipien des Asthanga Yoga übernommen werden, kannst Du die Abfolge der Asanas frei wählen.

Der Fokus liegt auf der präzisen Ausführung verschiedener Positionen und dem beständigen Wechsel von einer in die nächste Position, so dass ein Flow entsteht.

Lass Deiner Kreativität freien Lauf und biete Deinen Schülern ständig neue Abfolgen an.

Das Wichtigste dabei ist, dass Du Dich an das Niveau der Gruppe anpasst.

Bei Bikram Yoga muss die Raumtemperatur auf 40°C aufgeheizt werden.

Dieser Stil wird nicht umsonst Hot Yoga genannt.

Danach werden 26 Positionen in einer genauen Reihenfolge aneinandergereiht, wobei jede Stellung zwei Minuten gehalten werden muss.

Beim Kundalini Yoga kannst Du die Haltungen frei wählen.

Die Abfolge der Haltungen wird Kryas genannt. Sie sind mehr oder weniger lang.

Nur wenn Du die körperlichen Fähigkeiten Deiner Schüler gut kennst, kannst Du Deine Yogakurse an deren Niveau anpassen.

In der Regel sind die Kundalini Yogakurse relativ ruhig.

Spiritualität, Gesang und Mantras stehen im Vordergrund.

Die Meditation: eine sehr wichtige Phase in jeder Yogastunde

Die Asanas sind beendet. Jetzt kannst Du Deinen Schülern zum Abschluss der Stunde eine Meditationssitzung anbieten.

Da bestimmte Positionen hierfür besser geeignet sind als andere, kannst Du die Meditation auch in die Sequenz der Asanas integrieren.

Wenn Du jedoch eine spezielle Meditationsphase in der Yogastunde anbieten möchtest, sind folgende Haltungen besonders gut geeignet.

  • Die Todesstellung (Shavasana): Entspannungshaltung in der Rückenlage, die Beine sind leicht ausgestellt und die Muskeln vollkommen entspannt.
  • Der Lotussitz: eine der bekanntesten Positionen, die am häufigsten zur Meditation genutzt wird. Strecke die Beine gerade vor Dir aus und platziere Deine Füße auf Deine Oberschenkel (rechter Fuß auf den linken Oberschenkel und umgekehrt) und die Hände auf die Knie (flach aufgelegt auf oder in Chin Mudra Position (Daumen und Zeigefinger berühren sich, die restlichen Finger werden abgespreizt).

Chinmudra ist ein Mudra, bei der Daumen und Zeigefinger zusammengehalten werden. Symbolisch steht es für die Selbstverwirklichung. | Quelle: Pixabay

  • Der halbe Lotussitz: Es handelt sich um die gleiche Position wie der Lotussitz, er ist jedoch leichter auszuführen. Die Fußsohle Deines linken Fußes wird gegen Dein Schambein geschoben und der rechte Fuß darüber gelegt.
  • Der Schneidersitz wird im Yoga Sukhasana genannt: Strecke Deine Beine gerade nach vorne. Beuge anschließend Deine Knie nach außen. Dann legst Du das rechte auf das linke Schienbein – und zwar so, dass sie sich in der Mitte kreuzen.
  • Die ägyptische Stellung: das ist die einfachste Position, zur der Du allerdings einen Stuhl benötigst. Setze Dich auf den Stuhl und lege die Hände auf Deine Oberschenkel, die Füße stehen gerade auf dem Boden auf. Dein Kopf muss gerade gehalten werden.

Der Rücken muss ebenfalls in jeder Position gerade gehalten werden, so dass die Wirbelsäule immer gestreckt ist und Du frei und tief atmen kannst.

Gegebenenfalls kannst Du Deinen Schülern Meditationskissen (Zafu) zur Verfügung stellen.

Während der Meditation muss absolute Stille herrschen, evtl. kann im Hintergrund eine beruhigende Musik spielen oder es können Mantras rezitiert werden (Meditation mit Gesang).

Wie soll ich meine Yogakurse beenden?

Nun sind die Yogaübungen abgeschlossen.

Ein guter Yogalehrer nimmt sich Zeit, seine Schüler zu fragen, wie sie die Stunde erlebt haben, was sie empfunden haben.

Denn ein echter Coach möchte seine Leidenschaft mit seinen Schülern teilen und sein Wissen vermitteln.

Am Ende der Stunde solltest Du Dir die Zeit nehmen, Dich mit Deinen Schülern auszutauschen. | Quelle: Pixabay

Da es beim Yoga auch um Gefühle und Emotionen geht, ist es wichtig, nach jedem Kurs nach den Eindrücken der Teilnehmer zu fragen, egal, ob es sich um Yoga Anfänger oder Fortgeschrittene Yogis handelt.

Zwischen Lehrer und Schüler sollte ein Austausch stattfinden. Beide können voneinander lernen.

Durch den Austausch mit Deinen Schülern hilfst Du ihnen, die neuen körperlichen Sensationen zu assimilieren.

Es ist ebenfalls eine gute Gelegenheit, Ihnen Tipps zu geben, wie sie Yoga zuhause praktizieren können.

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