„Beim Yoga geht es nicht darum, die Zehen zu berühren. Es geht darum, was Sie auf dem Weg nach unten lernen.“

– Jigar Gor

Weltweit denken die meisten Menschen bei Yoga an einfache Dehn- und Entspannungsübungen. Viele Menschen realisieren nicht, dass Yoga korrekt zu praktizieren weitaus mehr beinhaltet als das bloße Beherrschen der verschiedene Asana (Körperhaltungen) und Pranayama (Atemtechniken). Für die wirklich Hingebungsvollen unter den Yoga Praktizierenden ist Yoga viel mehr als das. Yoga ist eine Lebensweise, die ernst genommen werden will.

Immer mehr Menschen in Deutschland, aber auch in anderen Teilen Europas und der Welt, tun das auch. Sie nehmen das Yoga Praktizieren wirklich ernst und passen ihren Lebensstil entsprechend der Yoga Philosophie an.

Viele Yogis ändern ihre Ernährung und Essgewohnheiten, sobald sie feststellen, dass die Ernährung eine treibende Kraft unserer Handlungen und Lebensweise ist. Yogis sind der Meinung, dass unserer Ernährung das Potential hat, Yoga und Meditation neues Leben einzuhauchen.

In diesem Artikel geht es deshalb um Yoga und Ernährung. Superprof möchte Dir zeigen, worauf Du bei Deiner Yogi Ernährung ergänzend zu Deinem Yoga Online Kurs zu Hause oder Deinen Yogastunden im Studioachten solltest.

Yoga und Ernährung: Wieso beim Yoga übers Essen nachdenken?

Ganz einfach, weil es beim Yoga eben nicht nur um Dehnen und Atemkontrolle geht. Yoga ist eine ganzheitliche spirituelle Erfahrung, die eben nicht nur Kunst, sondern auch Wissenschaft ist.

Wie das?

Yoga ist eine Wissenschaft, den diese Disziplin bietet verschiedene praktische Methoden, den Körper und den Geist zu kontrollieren. Yoga ist aber auch eine Kunst, denn werden diese Methoden und Übungen nicht mit der nötigen Feinfühligkeit ausgeführt, werden sich die positiven Effekte des Yoga auch nur teilweise einstellen.

Außerdem liegt beim Yoga ein entscheidender Fokus auf der Verbindung von Körper, Geist und Seele. Hier kommt die Ernährung ins Spiel. Ein wichtiger Aspekt des Yoga ist es, Dir bewusst zu machen, was Du isst. Denn was Du in der Lage bist, zu tun und wie Dein Körper funktioniert, hängt ganz entscheidend davon ab, was Du isst. Wie man so schön sagt „Du bist, was Du isst.“. Deshalb sollte nur auf Deinen Teller kommen, was Deinem Körper auch wirklich gut tut, wovon er profitieren kann. Daher lohnt es sich, zu wissen, welche Nährstoffe Dein Körper benötigt und was damit im Körper passiert.

Glaubt man den Yogis, kann die Seele nicht gesund sein, solange der Körper nicht gesund ist. Ob Dein Körper gesund ist, hängt von Deinen täglichen Essgewohnheiten ab. Du siehst also, die Ernährung ist bereits ein wichtiger Teil der Achtsamkeit, eine wichtige Lehre des Yoga.

Es ist hilfreich, eine Art Yoga Ernährungsplan zu haben, also zu wissen, welche Zutaten Deinen Körper mit den nötigen Nährstoffen versorgen und wie Du diese am besten miteinander kombinieren kannst. Auf folgende Punkte solltest Du bei Deiner Yoga Ernährung außerdem besonders achten:

  • Iss ökologisch und verantwortungsbewusst,
  • Ernährst Du Dich vegetarisch oder vegan, bleibe Deinen Überzeugungen treu,
  • Respektiere religiöse Traditionen und Bräuche,
  • Versuche ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten,
  • Gib Acht auf Deinen Körper,
  • Übe Dich in Achtsamkeit.

Wie Du an diesen Punkten nur unschwer erkennen kannst, spielt Ernährung im Yoga durchaus eine Hauptrolle. Schön und gut, aber was essen Yogis denn nun?

Keine Sorge, es gibt eine große Auswahl verschiedenster Lebensmittel und leckerer Rezepte für die optimale Yogi Ernährung. Mehr dazu erfährst Du weiter unten.

Achtsamkeit spielt eine wichtige Rolle bei Yoga und Ernährung.
Beim Yoga geht es mehr als um Atem- und Dehnübungen. Achtsamkeit ist ein wichtiger Aspekt der beliebten indischen Lehre. | Quelle: Unsplash

Zuvor sei noch gesagt, dass es bei der Yoga Ernährungslehre vor allem um die Ausgewogenheit der Mahlzeiten geht. Yoga ist eine körperliche Betätigung und wie bei jeder anderen sportlichen Aktivität, fördert eine gesunde und ausgewogene Ernährung das Gesamtergebnis. Willst Du Deine Yoga Ziele erreichen, solltest Du deshalb auf eine besonders ausgewogene Ernährung achten.

Ausgewogen bedeutet vor allem, eine ausgewogene Auswahl an Zutaten und Aromen. Ob Kundalini Yoga oder Iyengar Yoga, auf diese Weise holst Du das meiste aus Deiner Yoga Erfahrung raus.

Das beinhaltet auch, beim Kochen auf die verschiedenen Aromen, die Konsistenz, die Farben und die Nährstoffe der Mahlzeiten zu achten. Kommst Du nach einem langen Arbeitstag müde nach Hause, gibt es nichts Verlockenderes als ein optisch ansprechendes und ausgewogenes Gericht, das Dich mit allen nötigen Nährstoffen versorgt, ohne dabei schwer im Magen zu liegen.

Praktizierst Du regelmäßig Yoga, sind ausgewogene Essgewohnheiten von größter Priorität, denn niemand möchte nach einer schweren und ermüdenden Mahlzeit noch Yoga Stellungen üben. So wie Du Dich während der verschiedenen Yoga Posen ausbalancierst, solltest Du auch die Kalorien und vor allem die Nährstoffe Deiner Mahlzeiten ausbalancieren. Das bedeutet aber nicht, dass Du Dir nun teure Proteinshakes kaufen oder hungern sollst. Auf keinen Fall! Entscheidend ist einfach, dass Du Dir darüber im Klaren bist, was Du isst und wie Deine Ernährung Deinen Körper positiv oder eben negativ beeinflusst.

Willkommen in der Welt der Yogi Ernährung!

Bewusste Essensvorbereitung

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass die meisten von uns nicht darauf achten, was sie essen und was sie ihrem Körper damit antun. Die ungesunden Essgewohnheiten verursachen unerwünschte Krankheiten. Das Risiko ernsthaft zu erkranken, steigt mit der mangelhaften Ernährung kontinuierlich an.

Beim Yoga Praktizieren, nimmst Du Deinen Körper bewusst war und lernst, wie Du ihn kontrollieren und koordinieren kannst. Das gleiche kannst Du auch beim Essen machen. Indem Du sorgfältig Zutaten wie Koriander, Ingwer oder Knoblauch miteinander kombinierst, kreierst Du wunderschöne und zugleich ausgewogene Aromen.

Machst Du Dir bewusst, was Du isst, wird es Dir auch leichter fallen, Deine Essgewohnheiten zu verstehen und gegeben falls zu verändern. Stellst Du zum Beispiel fest, dass Du in letzter Zeit mehr Fleisch isst als sonst, frage Dich selbst warum das so ist und versuche dann andere Lösungen zu finden.

Essen ist der Treibstoff für Körper, Geist und Seele. Deshalb solltest Du jede Mahlzeit bewusst auswählen. Achte darauf, was Du tust, warum Du es tust und wie Du es tust.

Die Yoga Ernährungslehre empfiehlt Achtsamkeit bei Yoga und Ernährung. Das beginnt schon mit der Auswahl der Zutaten.
In der Yogi Ernährung beginnt Achtsamkeit schon bei der Auswahl der Zutaten und der Zubereitung. | Quelle: Unsplash

Essgewohnheiten spiegeln nicht nur Deine Verfassung, Deine Gesundheit und Deinen Lebensstil wieder, sie beeinflussen sie auch. Was Du isst, kann sowohl Dein körperliches als auch Dein mentales Wohlbefinden stark beeinflussen. Mit den richtigen Zutaten auf dem Teller kannst Du Schmerzen und Muskelkater nach einer fordernden Yoga Sitzung lindern oder sogar verhindern.

Yoga ist eine ganzheitliche Disziplin, die Deinen gesamten Körper fordert. Die Ernährung versorgt den Körper mit notwendigen Nährstoffen, aber auch mit der nötigen spirituellen Unterstützung.

Ob Raja Yoga, Sutra Yoga oder Yoga für Kinder ­– entscheidend ist eine gute Ernährung; sei bedacht auf Deine Essgewohnheiten!

Neben der bewussten Essensvorbereitung solltest Du auch auf den Zeitpunkt des Essens achten, also was Du vor vor und was nach der Yoga Sitzung isst.

Vor der Yoga Stunde: Was soll ich essen?

Es gibt zahlreiche Diskussionen darüber, ob es wirklich ratsam ist, vor der Yoga Sitzung überhaupt etwas zu essen, da viele Yoga Posen Druck auf die Bauchmuskulatur ausüben. Erfahrene Yogis haben bestimmt schon von diesen Debatten gehört.

Tatsache ist, dass die meisten Deutschen vor oder nach der Arbeit zum Yogaunterricht gehen, oftmals hungrig und mit knurrendem Magen. Darunter leidet dann auch die Leistungsfähigkeit.

Deshalb ist es durchaus empfehlenswert, vor der Yoga Stunde bestimmte Lebensmittel zu Dir zu nehmen, um Deine Leistungsfähigkeit zu steigern und peinliches Magenknurren zu vermeiden.

Was essen Yogis vor der Yogastunde?

Sei unbesorgt, Superprof hat eine Reihe an Lebensmitteln für Dich zusammengetragen, die Du bedenkenlos vor dem Yoga Unterricht essen kannst und auch essen solltest:

  • Avocados: Die meisten Yogis lieben Avocados, denn sie eignet sich wunderbar für ein stärkendes Yoga Frühstück. Avocados sind reich an Kalium und Magnesium, was die einwandfreie Funktion Deiner Muskeln und Zellen sicherstellt. Außerdem sind sie leicht verdaulich, halten aber dennoch länger satt. Wie wäre es mit einem leckeren Avocado-Toast?
  • Smoothies: Du brauchst schnell noch was Gesundes für den Weg! Die Lösung: Smoothies! Die enthalten nicht nur viele wichtige Nährstoffe, sie versorgen Dich gleichzeitig auch mit Flüssigkeit. Kombiniere einfach ein paar süße Früchte wie Bananen, Erdbeeren, Ananas, Äpfel, Organe und Melone mit Joghurt und schon hast Du das perfekte Yoga Frühstück!
  • Äpfel: Die wohl beliebteste basische Frucht. Äpfel helfen bei der Regulierung des Säuregehalts in Deinem Magen. Außerdem sind sie eine tolle Quelle für Ballaststoffe und Vitamin C. Wie der Smoothie, sorgt auch der Apfel für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung während dem Workout.
  • Mandeln: Rohe Mandeln, nicht die gesalzenen, geben Dir den nötigen Energie-Kick vor der Yoga Stunde. Sie enthalten viele Proteine, Vitamin E, Magnesium und gesunde ungesättigte Fette. Eine tolle Kombination an Nährstoffen!
Zum Yoga Ernährungsplan gehören neben Avocados und Mandeln auch leckere Smoothies.
Mit einem Smoothie kannst Du Dich auf dem Weg zum Yoga Kurs noch mit wichtigen Nährstoffen und Flüssigkeit versorgen. | Quelle: Unsplash

Die aufgezählten Lebensmittel, sind am empfehlenswertesten. Es gibt aber noch weitere Lebensmittel wie Rosinen, Haferflocken, verschiedene Beeren, Mandelbutter oder Trockenfrüchte, die ebenso gute Energiequellen sind und sich deshalb für den Verzehr vor dem Yoga durchaus eigenen.

Was soll ich nach dem Yoga Kurs essen?

Nach der Yoga Klasse ist man oft verschwitzt, erschöpft und hungrig. Kommt Dir bekannt vor?

Du bist fast am verhungern und der nächste McDonalds ist nicht weit vom Yoga Studio entfernt. Das klingt verlockend, aber jetzt heißt es stark sein. Nach dem Yoga ist es besonders wichtig, Lebensmittel zu essen, die viele Nährstoffe, gesunde Fette, Proteine und gute Kalorien enthalten.

Was essen Yogis also nach dem Yoga Unterricht?

Superprof hat recherchiert und herausgefunden, welche Lebensmittel und Mahlzeiten Yoga Experten nach dem Yoga Workout empfehlen:

  • Selbstgemachte Gemüse-Suppe: Nachdem Du im Yoga Unterricht hunderte an Kalorien verbrannt hast, ist es Zeit für eine gute Mahlzeit. Nichts ist da besser als eine nährstoffreiche Gemüse-Suppe. Suppen sind eine tolle Option, weil Du sie schon vor der Yoga Stunde vorbereiten kannst und später nur nochmal aufwärmen musst. Die Suppe selbst zuzubereiten ist außerdem viel gesünder als eine Fertigsuppe aus dem Supermarkt, die in der Regel reichlich ungesunde Inhaltsstoffe mit sich bringt. Für die Gemüse-Suppe eigenen sich zum Beispiel Karotten, Sellerie, Kartoffeln, Spinat, Brokkoli und Kohl. Ein bisschen Pfeffer und Ingwer dazu – lecker!
  • Vollkornbrot mit Rührei: Eignet sich besonders nach morgendlichen Yoga Sitzungen als zweites Frühstück. Die Eier enthalten Proteine, das Vollkornbrot ist reich an gesunden Kohlenhydraten. Diese Mahlzeit versorgt Dich mit reichlich Energie!
  • Thunfisch: Jeder proteinreiche Fisch versorgt Deinen Körper mit Energie. Mit Lachs oder Thunfisch aus der Dose, kannst Du Dir einfach ein gesundes Sandwich zubereiten, um es nach der Yoga Sitzung zu genießen. Damit bist du für das nächste Workout gewappnet!
  • Grüner Tee: Natürlich ist Grüner Tee ein Getränk und kein Essen. Dennoch gebührt dem Grünen Tee einiges an Aufmerksamkeit, denn er bringt so einige gesundheitliche Vorteile mit sich. Yoga regt die Blutzirkulation im Körper an. Trinkst Du nach dem Yoga Unterricht Grünen Tee, der reich an Antioxidantien ist, werden diese über das Blut durch den Körper zirkuliert. Das reduziert Stress.
Was essen Yogis? Die Yoga Ernährung orientiert sich am Grundsatz der Achtsamkeit.
Laut Yoga Ernährungslehre solltest Du nach dem Yoga Unterricht Grünen Tee trinken. Das versorgt den Körper mit Antioxidantien und reduziert Stress. | Quelle: Unsplash

Zu diesen Lebensmitteln und Mahlzeiten solltest Du außerdem ausreichend Wasser trinken. Damit unterstützt Du die Erholung Deines Körpers bis zur nächsten Yoga Sitzung und verhinderst Dehydrierung.

Die Lebensmittelauswahl

Viele Yogis glauben, dass eine stille Reflexion für die sorgfältige Auswahl Deiner Lebensmittel nützlich ist. Die Reflexion ermöglicht es Dir, die für Dich richtige Entscheidung zu treffen.

Du solltest aber nicht nur darauf achten, welche Lebensmittel Du isst, Du solltest Dich auch auf das Essen dieser Lebensmittel konzentrieren. Das bedeutet, Dich auf das, was Du zubereitet hast und das Kauen zu konzentrieren.

Für die meisten Menschen scheint der monotone Akt des Kauens unwichtig zu sein. Für Yogis ist der Akt des Kauens dagegen eine Möglichkeit, sich seines Körpers bewusst zu werden und die Seele zu wecken.

Es ist außerdem sinnvoll, Deinen Lebensmittelkonsum zu kontrollieren, also Qualität über Quantität zu stellen. Die Yoga Ernährungslehre geht von der Idee aus, dass Essen eine wichtige Aktivität ist. Ist Dein Teller zu überladen, wird es Dir schwer fallen, Dich auf Dein Essen und Deine Ernährung zu konzentrieren. Du solltest Deinem Körper die Zeit geben, die Lebensmittel zu verdauen, die Nährstoffe aufzunehmen und die Aromen zu genießen.

Zu guter Letzt lohnt es sich für jeden angehenden Yogi über eine vegetarische oder vegane Ernährung nachzudenken. Die Yoga Philosophie verlangt keine vegetarische oder vegane Ernährungsweis. Allerdings gehören die Vermeidung von Gewalt und Leiden zu den grundlegenden Überzeugungen der Yogis. Deshalb ist die Lebensmittelauswahl der Yogis in der Regel ethisch bedingt und führt häufig zu einer fleischlosen oder zumindest fleischarmen Ernährungsweise.

Es gibt also eigentlich nicht den einen Yoga Ernährungsplan. Vielmehr gibt es viele Ernährungspläne, die aus der Philosophie des Yoga resultieren und Essen als eine wichtige Aktivität behandeln, die Reflexion und Achtsamkeit beinhaltet.

Egal ob Du Hatha Yoga, Asthanga Yoga oder Vinyasa Yoga machst, Du solltest die ganzheitliche Philosophie von Yoga immer im Hinterkopf behalten.

Auch wenn Dein Yoga Lehrer bzw. Deine Yogalehrerin den Fokus des Yoga Kurses auf die verschiedenen Körperhaltungen, Entspannungstechniken, Atemübungen und Meditation legt, spricht nichts dagegen einfach mal nach dem liebsten Yoga Ernährung Rezept zu fragen. Yoga Lehrer*innen freuen sich immer, ihre Erfahrungen zu teilen und ihren Schüler damit beim Yoga Praktizieren zu unterstützen.

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.