Wenn Du auf dieser Seite gelandet bist, bist Du entweder ein sehr aufgewecktes Grundschulkind, das schon sehr gut lesen kann (also wahrscheinlich schon in der 4. Klasse), oder eine jugendliche/erwachsene Person, die einem Grundschulkind bei der Vorbereitung aufs Thema Aufsatz in der Grundschule helfen möchte.

Egal, was Dein Hintergrund ist: Hier bist Du richtig! Denn wir schauen uns an, welche Aufsatzarten im Unterricht im Fach Deutsch in der Grundschule behandelt werden, und was man generell beachten sollte, um einen guten Aufsatz in der Grundschule zu schreiben und somit den Grundstein für die spätere Laufbahn im Fach Deutsch zu legen.

Aufsatz in der Grundschule – diese Aufsatzarten gibt es

Wie ihr sicherlich wisst, gibt es nicht den EINEN Deutschaufsatz. Vielmehr kommt man während seiner Schullaufbahn im Unterricht im Fach Deutsch mit ganz verschiedenen Aufsatzarten in Kontakt: von der vielgepriesenen Erörterung bis hin zur doch sehr komplexen Gedichtanalyse.

Doch natürlich arbeitet man sich von Klasse zu Klasse hoch und erlernt in der Grundschule zunächst einmal das Grundwerkzeug. Es ist ja auch logisch, dass man nicht gleich mit einer vielschichtigen Interpretation eines Dramas einsteigt, sondern erst einmal kleine, leichte Geschichten schreibt, die der Lebenswelt der Kinder nahe sind.

Welche Aufsatzthemen gibt es in der Grundschule?
In der Grundschule werden im Unterricht oft Fantasiegeschichten geschrieben. | Quelle: Unsplash

Ein typischer Aufsatz, den Grundschulkinder schreiben können sollen, ist deshalb eine ganz simple kleine Geschichte. Dabei kann es sich um eine erfundene Geschichte handeln, die heutzutage spielt (und vielleicht an wahre Erlebnisse angelehnt ist), oder auch um Fantasiegeschichten.

Dabei sind dem Kind keine Grenzen gesetzt: Von Drachen und Einhörnern über Ritter und Prinzessinnen bis hin zu Ufos und Aliens kann alles mit dabei sein. Das Wichtige ist, dass die Geschichte einem klaren Aufbau folgt, auf den wir im nächsten Kapitel eingehen werden.

Und wenn wir schon bei den Geschichten sind, gibt es natürlich noch zwei weitere Geschichtsarten zu nennen, die allerdings nicht ganz frei erfunden werden müssen, sondern anhand eines Aufhängers geschrieben werden: nämlich die Bildergeschichte und die Reizwortgeschichte.

Im Gegensatz zur Aufsatzart Essay, die man erst viel später schreiben können muss, hört man diesen beiden sofort an, worum es geht. Bei der ersten hat man ein Bild oder mehrere Bilder, z.B. einen kleinen Comic, vorgegeben, und muss dazu eine passende Geschichte schreiben.

Bei der zweiten hat man eine Rehe von Wörtern – eben Reizwörtern –, die dann in der Geschichte vorkommen müssen. Sie bieten also einen Aufhänger und sind der Vorläufer eines vorgegebenen Themas, wie man es in höheren Klassenstufen bearbeiten muss.

Außerdem werden im Unterricht in der Grundschule auch gerne Briefe geschrieben. Dabei wird oft ein Thema vorgegeben, z.B. "Schreibe einen Brief an Deine Oma und erzähle ihr von Deinem ersten Schultag".

Als nächstes ist noch die Aufsatzart Bericht zu nennen, die einem in der Schullaufbahn auch immer wieder begegnen wird. In der Grundschule bezieht sich ein Bericht meist auf ein kleines Ereignis, z.B. ein Geschehen auf dem Schulhof oder einen kleinen Unfall zwischen Kindern, der in sachlicher Form wiedergegeben werden muss.

Und damit wären wir auch schon bei der nächsten Aufsatzart, die in der Grundschule gelernt wird: die Nacherzählung. Im Grunde ist dies nichts anderes als der Vorläufer der Inhaltsangabe in der Mittelstufe, die man später abliefern können muss.

Es geht darum, eine Geschichte (meist ein Märchen oder eine Fabel) in verkürzter Form wiederzugegeben. Dabei darf nichts verändert werden, es geht lediglich darum, das Geschehene zusammenzufassen, also Details wegzulassen und nur das Wichtigste wiederzugeben.

Und eine Aufsatzart haben wir noch nicht genannt: die Personenbeschreibung. Wie beim Charakterisierung Schreiben in der Mittel- und Oberstufe geht es darum, eine Person (fiktiv oder echt) möglichst genau zu beschreiben. Allerdings muss man in der Grundschule natürlich noch nicht den Charakter interpretieren und in einen größeren Kontext einbetten.

Worüber schreibe ich einen Grundschule Aufsatz?
Auch beliebt im Deutschunterricht in der Grundschule: die Personenbeschreibung. | Quelle: Unsplash

Wie Du also siehst, gibt es viele verschiedene Themen, die man in der Grundschule im Fach Deutsch behandelt. Wenig überraschend ist, dass alle das Grundhandwerkszeug zum Umgang mit der deutschen Sprache stärken und auf die unterschiedlichen Aufsatzarten, die man in der späteren Schullaufbahn schreiben muss, vorbereiten sollen.

Grundschulaufsatz – Aufbau

Wie ist so ein Grundschulaufsatz nun aber aufgebaut?

Das hängt natürlich auch von der jeweiligen Aufsatzart ab, aber bei der häufigsten Aufgabe im Fach Deutsch in der Grundschule, der klassischen Geschichte (frei erfunden, Bildergeschichte oder Reizwortgeschichte), gibt es ein schönes Bild, das man sich für den Aufbau merken kann, und zwar die Aufsatzmaus.

Überschrift

Doch bevor wir uns den Maus-Aufbau genauer anschauen, ist es ganz wichtig, die Überschrift nicht zu vergessen.

Wenn es sich um eine Reizwortgeschichte handelt, kann vielleicht ein Schlüsselwort als Aufhänger für die Überschrift dienen. Bei der Bildergeschichte hat man vielleicht eine erste Assoziation, die gut als Überschrift passen könnte.

Oder man schreibt erst die Geschichte und schaut dann im Anschluss, was als Titel passen könnte. Dies ist aber ein bisschen gefährlich, weil man dann vielleicht am Ende vergisst, die Überschrift noch hinzuzufügen.

Deshalb empfehlen wir, eine erste Überschrift hinzuschreiben, die man dann ja vielleicht noch mal verändern kann, wenn einem noch etwas Besseres einfällt.

Die Überschrift sollte gut zum Thema passen, aber nicht gleich verraten, was im Höhepunkt passiert. Immer gut ist es, wenn sie den Leser/die Leserin dazu motiviert, die Geschichte zu lesen, also eine Art "Teaser" bietet.

Ein Beispiel könnte sein: "Ein Ausflug mit Überraschungen" oder "Der etwas andere Kindergeburtstag". So fragt man sich gleich am Anfang, was denn die Überraschung ist bzw. warum dieser Kindergeburtstag nicht normal ist, und wird so dazu angeregt, die Geschichte zu lesen.

Wie ist ein Aufsatz Grundschule aufgebaut?
Denke beim Aufbau Deines Aufsatzes einfach an die Aufsatzmaus.

Einleitung

In Anlehnung an die Form einer Maus beginnt man den eigentlichen Aufsatz mit einer kurzen Einleitung. In diesem Teil sollte man nur kurz den Rahmen abstecken, sodass der Leser/die Leserin weiß, wer die Hauptperson ist, um die es in der Geschichte geht, und wo sich das Geschehen abspielt.

Eine Einleitung für eine Geschichte könnte z.B. so lauten: "Wie immer ging Lena nach der Schule mit ihren Freundinnen in den Park."

Hauptteil

Der Hauptteil ist der längste Teil des Aufsatzes. Hier schreibt man ausführlich und spannend.
Folgende Fragen sollten dabei beantwortet werden:

  • Wer ist die Hauptperson der Geschichte?
  • Was macht diese Hauptpersonen? Was passiert ihr? Was erlebt sie? Und was fühlt sie dabei?
  • Wo spielt sich die Geschichte ab? Gibt es etwas Besonderes an diesem Ort?
  • Was passiert genau? Was ist das Besondere/die Gefahr/die Überraschung? Also: Was ist der Höhepunkt oder die Pointe der Geschichte?
  • Welche weiteren Personen oder Tiere sind auch noch wichtig für die Handlung? Wie verhalten sie sich?

Schluss

Die Geschichte ist jetzt erzählt, aber niemand wird nach dem Höhepunkt gern einfach in der Luft hängen gelassen. Es liegt in der Natur des Menschen, einen Abschluss zu suchen, also wissen zu wollen, wie es endet, oder wie es im Anschluss mit den Personen der Geschichte weitergeht.

Deshalb solltest Du/sollte Dein Kind einen kurzen Schlusssatz – so kurz wie das Hinterteil einer Maus – schreiben, der die Geschichte abrundet.

Zum Beispiel so: "Als Lena abends im Bett lag, dachte sie immer noch an die aufregenden Ereignisse des Tages. Erschöpft schlief sie ein und war im Traum bald schon wieder im Park."

Tipps & Tricks rund ums Thema Aufsätze in der Grundschule

Zum Schluss möchten wir Dir bzw. Deinem Kind noch einige Tipps mit auf den Weg geben, sodass gute Aufsätze im Fach Deutsch kein Problem mehr sind.

1. Fantasie ist wichtig, Struktur aber auch!

An sich ist der erste Teil nicht schwierig, denn Kinder haben in der Regel sehr viel Fantasie. Das Problem ist eher, diese zu bündeln, sodass daraus letztlich kohärente Texte entstehen.

Denn Kinder tendieren dazu, sehr viele Ideen zu haben, die sie dann alle in ihren Text einbauen wollen. Wichtig ist aber, sich für eine zu entscheiden und diese dann von der Einleitung bis zum Schluss durchzuziehen.

Falls Du also die Aufgabe hast, einem Kind bei der Vorbereitung auf den nächsten Aufsatz zu helfen (z.B. beim Verfassen einer Erzählung in der 3. Klasse), erkläre ihm, dass seine vielen Ideen super sind, aber es noch ganz viele Möglichkeiten haben wird, weitere Geschichten und andere Texte, inkl. Erzählungen, zu schreiben.

Fürs Verfassen dieses einen Textes ist es nun aber wichtig, dass er/sie sich entscheidet.
Welche Idee, welches Thema gefällt ihr/ihm am besten?

Wenn das Kind die Entscheidung gefällt hat, geht es für den Aufbau der Erzählung darum, folgende Fragen zu beantworten:

  • Wer soll vorkommen? Z.B. eine Person, ein Tier?
  • Was soll dieser Person/diesem Tier passieren?
  • Wer ist noch dabei? Freunde? Familie? "Feinde"?
  • Wo soll die Geschichte spielen? Wechselt der Ort?

Die Antworten auf diese Fragen bieten einen Rahmen und helfen, sich nicht von anderen Ideen und Eingebungen ablenken zu lassen.

Wenn man dann also den Inhalt hat, muss man ihn "nur noch" in die Form der Aufsatzmaus gießen und schon hat man einen schönen Text!

2. Übung macht den Meister

Kinder, die noch nicht so lange zur Schule gehen, haben natürlich auch noch nich so viel Erfahrung, sie müssen sich ihr Können erst noch erarbeiten, müssen noch lernen, wie was geht.

Deswegen heißt die Zauberformel für gute Texte im Fach Deutsch wie so oft: üben, üben, üben!

Dabei kann man sich ja auch gerade zunutze machen, dass Kinder so viel Fantasie haben: Wenn sie mehrere Themen gleichzeitig bearbeiten wollen, kannst Du sie etwas bremsen und vorschlagen, dass sie erst das eine, dann das andere Thema in Texte verarbeiten. So lernen und üben sie diese bestimmten Aufsätze für die Schule (z.B. Bericht oder Reizwortgeschichte) und werden ganz automatisch besser – ein super Deutsch-Training!

3. Die deutsche Sprache als Basis

Es ist fast so selbstverständlich, dass man es sich kaum zu erwähnen traut, aber natürlich braucht man für gute deutsche Texte auch solide Deutschkenntnisse.

Die allerbeste und einfachste Methode, von klein auf die Deutschkenntnisse zu verbessern, ist ganz simpel: lesen, lesen, lesen! Wer viel liest, erweitert auf unterhaltsame Art und Weise seinen Wortschatz. Dabei gibt es natürlich viele altersgerechte Bücher, die auf den Entwicklungsstand des Kindes, die Klasse usw. angepasst sind.

Manchen Kindern fällt das einfacher, manchen schwerer, aber die deutsche Grammatik ist nunmal nich die einfachste. Deshalb ist es auf jeden Fall sinnvoll, schon früh in der Schule damit zu beginnen, Deinem Kind beim Grammatik-Training zu helfen.

Je nach Klasse geht es dann erstmal um die Konjugation im Präsenz (Gegenwartsform), bevor dann – gerade für Aufsätze – auch das Präteritum (Vergangenheitsform) wichtig wird. Da es im Deutschen viele unregelmäßige Verben gibt, will diese gut gelernt sein, damit es nicht an der Grammatik scheitert, dass man keine guten Deutschaufsätze schreibt.

Wie kann man einen Aufsatz Grundschule vorbereiten?
Viel lesen hilft! | Quelle: Unsplash

Doch nicht nur die Grammatik ist wichtig, auch die sprachliche Vielfalt spielt für Aufsätze in der Schule eine wichtige Rolle! Grundschullehrerinnen und -lehrer wollen die Kinder schon früh auf die nächst höhere Klasse und die spätere Schullaufbahn vorbereiten. In der Grundschule wird dafür der Grundstein gelegt, und das ab der ersten Klasse!

Damit also Dein Kind nicht immer nur "und dann", "und dann" schreibt, kannst Du ihm alternative Ausdrücke für eine abwechslungsreiche Sprache an die Hand geben, z.B.

  • anschließend
  • (einige Minuten/Stunden) später
  • nach kurzer Zeit
  • danach
  • im Anschluss
  • außerdem
  • des Weiteren
  • usw.

Auch ein Adjektiv-Training kann eine gute Idee sein, denn gerade bei Aufsätzen in der Grundschule ist es besonders wichtig, die Geschichten spannend zu gestalten und auch etwas auszuschmücken. Natürlich gilt das für die Bildergeschichte mehr als für den Bericht, aber allgemein ist eine vielfältige Sprache im Repertoire immer gut.

4. Aufsatzhilfen und weiteres Lernmaterial

Bei all diesen Punkten muss man das Rad natürlich nicht neu erfinden. Das wäre auch gar nicht so einfach, denn schließlich hat man als Elternteil oder älterer Bruder ja nicht unbedingt Ahnung von sinnvollen pädagogischen Ansätzen in der Schule.

Deshalb ist es sinnvoll, sich online umzuschauen und ggf. Materialien zu bestellen. Dort gibt es alles Mögliche, von Grammatik-Trainern über Aufsatzhilfen bis hin zu pdf-Dateien (Erklärungen, Arbeitsblätter, Übungen usw.).

Ein Beispiel ist das Buch "Pfiffikus - der Sprachgestalter" vom Finken-Verlag. Dabei handelt es sich um ein Nachschlagewerk zur Wortschatzerweiterung und Ausdrucksverbesserung, das ab der 2. Klasse geeignet und sinnvoll ist. 

Die Gestaltung ist recht ansprechend gemacht, inkl. Klappkarten zum einfachen Nachschlagen. Mit 15,90€ (inkl. MwSt.) ist es auch noch recht erschwinglich, also vielleicht könnt ihr es einfach mal ausprobieren?

Vom Verlag AS Medien gibt es außerdem verschiedene Drehscheiben aus der Reihe "Mein Aufsatzhelfer" mit Wort- und Formulierungsvorschlägen, die ganz natürlich und auf spielerische Art und Weise den Wortschatz erweitern. Preis: 10-15€ (inkl. MwSt.).

Ganz zu schweigen natürlich von den vielen verschiedenen Büchern konkret zum Thema Aufsatz in der Grundschule, z.B. "Aufsätze planen, schreiben, überarbeiten – 3. Klasse" von Katrin Sahlmann (erschienen im Verlag Persen).

Du willst lieber über Online-Portale Infos bekommen, inkl. pdf-Dateien zum Runterladen? Dann kannst Du Dich natürlich auf verschiedenen Seiten anmelden, ein Abo abschließen oder auch kostenlose Blogs und Webseiten zum Thema besuchen.

Die Webseite lehrerbuero.de ist nur ein Beispiel für eine Plattform, auf der man verschiedene pdf-Dateien zum Thema Deutschaufsatz in der Schule herunterladen kann.

Wie kann ich meinem Kind beim Aufsatz Grundschule helfen?
Es gibt viele Lern- und Aufsatzhilfen, die man nutzen kann. | Quelle: Pixabay

Das waren jetzt ganz schön viele Tipps, inkl. Materialempfehlungen. Klar, dass man da schnell etwas überrumpelt ist, schließlich geht das Kind ja noch nicht lange in die Schule, und man will es nicht gleich von Anfang an überfordern.

Klar sollte man es nicht übertreiben, Kinder sollten auch noch Kinder sein dürfen. Aber je nachdem, wie leicht oder schwer dem Kind das Fach Deutsch fällt, kann man schon früh zusätzliche Inputs und Unterstützung bieten, damit es nicht abgehängt wird.

Denn am Anfang ist das noch einfacher als später, wenn es z.B. in der 5. Klasse nicht mitkommt. Wie immer gilt es also, ein Mittelmaß zu finden, um die Schülerin/den Schüler bei seinem individuellen Lernen zu unterstützen.

Aber nicht vergessen: Es liegt nicht alles an Dir, es gibt ja auch noch den Unterricht, in dem die Lehrerin/der Lehrer auch alles erklärt und im Idealfall darauf achtet, dass alle Kinder mitkommen.

Wir wünschen Dir und Deinem Kind viel Erfolg und vor allem: viel Spaß!

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Anna

Man lernt nie aus ...