Nehmt ihr in der Schule auch gerade in Deutsch die Aufsatzart Bericht durch? Und vielleicht wird das sogar Thema eurer nächsten Deutsch-Klassenarbeit? Oder Du bist in der Mittelstufe und musst ein Praktikum machen und darüber im Anschluss einen Praktikumsbericht schreiben?

Egal, in welche Klasse Du gehst, oder was Deine Motivation war, auf diesen Artikel zu klicken, hier erfährst Du, welche Arten von Berichten es gibt, und wie Du einen guten Bericht schreiben kannst!

Was ist ein Bericht und welche Arten von Berichten gibt es?

Der Duden definiert das Wort "Bericht" wie folgt:
"sachliche Wiedergabe eines Geschehens oder Sachverhalts; Mitteilung, Darstellung".

Bei einem Bericht (oder auch Report) geht es also darum, Deinem Leser bzw. Deiner Leserin ein Geschehen, ein Ereignis oder einen Sachverhalt auf objektive Art und Weise darzustellen, sodass eine andere Person, die nicht dabei war bzw. den Sachverhalt nicht kennt, die wichtigsten Punkte nachvollziehen kann.

Die typischste Form ist dabei der journalistische Bericht, also die Weitergabe von Informationen: Es wird über ein bestimmtes Ereignis berichtet, informiert.

Welche Arten von Berichten gibt es?
Reiseberichte bilden in der Reihe der verschiedenen Berichtarten eine Ausnahme – sie dürfen subjektiv sein! | Quelle: Unsplash

Doch es gibt noch viele weitere Formen von Berichten.

Wenn Du ein Praktikum machen musst (z.B. Pflichtpraktikum in der Schule), musst Du oft im Anschluss daran einen Praktikumsbericht schreiben, um Deine Erfahrungen zu teilen.

Und wenn wir gleich in der Arbeitswelt bleiben wollen, gibt es natürlich noch viele weitere Berichte, die man im Rahmen seiner Tätigkeit an Kundinnen, Kollegen oder die Chefin abliefern muss, z.B. einen Forschungsbericht, einen Projektbericht usw.

Auch wenn es nicht gerade der klassische Zeitungsbericht ist, geht es also stets darum, bestimmte Informationen an den Leser bzw. die Leserin weiterzugeben.

Im Zusammenhang mit einem Unfall oder einem Ereignis, das Versicherungen etwas angeht, muss man vielleicht einen Unfallbericht oder Schadenfallbericht schreiben.

Und die Polizei schreibt zu den Ermittlungen einen Polizeibericht. In diesem Zusammenhang kann es auch zu einer Personenfahndung kommen (z.B. wenn Fahrerflucht begangen wurde). Dann ist eine gute Personenbeschreibung (nicht zu verwechseln mit der literarischen Charakterisierung) Gold wert!

Auch schön sind natürlich Reiseberichte. Die gibt es in klassischer Form als Romane oder Zeitschriftenartikel, heutzutage finden sie sich aber häufiger online, also auf Webseiten und Blogs. Der Reisebericht bildet im Gegensatz zu seinen verwandten Formen auch eine entscheidende Ausnahme: Er ist oft sehr subjektiv, also nicht sachlich, und darf es auch sein (ein bisschen wie ein Essay subjektiver geschrieben sein darf als eine Inhaltsangabe).

Nun kennst Du also einige gängige Beispiele von Berichten. In der Schule lernt man aber vor allem in der Unter- und Mittelstufe den klassischen Bericht, also eine sachliche Wiedergabe eines Geschehnisses (z.B. eines Unfalls oder eines Ereignisses in der Schule).

Im Folgenden erfährst Du, wie so ein Bericht aufgebaut ist.

Bericht – Aufbau

Berichte sind im Gegensatz zur Gedichtinterpretation auch schon gut für die Unter- oder Mittelstufe geeignet, da sie nicht so lang sind und meist auch leichter zu verfassen. Auch muss man nicht viel analysieren,  deuten oder Argumente abwägen (wie bei der Erörterung) oder sich seine eigene Meinung zu einem Thema bilden.

Das solltest Du im Hinterkopf haben, wenn Du Dich ans Schreiben Deines Berichts setzt.

Der Bericht besteht wie andere Aufsatzformen (z.B. die Interpretation) auch aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Allerdings fallen diese meist deutlich kürzer aus und sind auch nicht so klar gekennzeichnet wie bei anderen Arten von Schulaufsätzen.

Einleitung

In der Einleitung beantwortest Du in einem Schritt zunächst in ein bis zwei kurzen Sätzen diese W-Fragen:

  • Wann?
  • Wo?
  • Was?
  • Wer?
Was ist beim Bericht Schreiben wichtig?
Du gehst wie ein Detektiv auf die verschiedenen W-Fragen ein. | Quelle: Unsplash

Das ist wichtig, damit Dein Leser/Deine Leserin gleich weiß, worum es geht, und ob sie/er Interesse hat, den Bericht zu lesen.

Eine Bericht-Einleitung könnte also wie folgt lauten: "Am Donnerstag, den 5. Juli um 17 Uhr, kam es in der Lilienstraße zu einem Zusammenstoß zwischen einer 16-Jährigen Fahrradfahrerin und einem 10-Jährigen Kind auf einem Tretroller."

Hauptteil

Der nächste Schritt ist der Hauptteil.

Im Hauptteil Deines Berichts führst Du dann das Was? noch etwas genauer aus und präzisierst es, indem Du auf das Wie? und Warum? antwortest.

Das könnte dann so klingen: "Der 10-Jährige Junge war auf dem Heimweg und gerade dabei, den Zebrastreifen in der Nähe seines Zuhauses zu überqueren, als die Fahrradfahrerin von links angefahren kam und in den Jungen hineinfuhr. Sie hatte ihn nicht gesehen, weil sie während des Fahrens auf ihr Smartphone geschaut hatte. Es kam zum Zusammenstoß und beide Beteiligten stürzten. Ein Passant hielt sofort an und half den Verunfallten von der Straße."

Schluss

Im Schluss Deines Berichts gehst Du schließlich darauf ein, wie sich das Geschehnis gelöst hat (falls man das schon weiß) und was die Folgen sind. Die klassischen W-Fragen sind also schon beantwortet, aber jetzt fragt sich der Leser vielleicht: "Wie geht es weiter?" oder "Was ist danach passiert?". In unserem Fall z.B. "Geht es dem Kind gut?" "Was ist mit der Jugendlichen?" "Ist das Kind verletzt?"

Im letzten Schritt solltest Du mit Deinem Text also diese Fragen beantworten und erklären, was die Folgen des Vorfalls sind, zum Beispiel so: "Das Kind steht unter Schock, hat aber nur leichte Schürfverletzungen davongetragen. Die Jugendliche hat eine leichte Gehirnerschütterung erlitten, konnte das Krankenhaus aber noch am selben Abend verlassen."

Tipps & Tricks rund ums Thema Bericht

Als Letztes wollen Wir Dir noch einige Tipps geben, wie Du im Fach Deutsch einen guten Text aufs Papier bringst, wenn das Thema gerade "Verfassen eines Berichts" oder vielleicht sogar "einen Zeitungsbericht schreiben" lautet.

Das Wichtigste ist natürlich, eine klare, objektive, Sprache zu verwenden, also immer sachlich zu bleiben. Denn schließlich handelt es sich ja um eine sachliche Wiedergabe eines Ereignisses. Es geht um die reine Information derjenigen, die Deinen Bericht lesen, und nicht darum, sie zu unterhalten oder auf irgendeine Art und Weise Spannung aufzubauen.

Das bedeutet, dass wertende Wörter im Bericht absolut nichts zu suchen haben! Auch wenn Du selbst eine Einstellung zu dem Geschehenen hast (z.B. Schock, Trauer oder Freude), darf man das Deiner Berichterstattung nicht anmerken.

Vermeide also Wörter wie toll, schön, krass, schlecht, mega, natürlich und Formulierung wie "Meiner Meinung nach ...", "Ich denke, ... " "Ich finde, ..." usw.

Einzige Ausnahme ist wie gesagt der Reisebericht, da ist es natürlich logisch, dass es um Deine persönliche Erfahrung geht, die Du mit Deiner Familie oder Deinen Freunden/Bekannten/Followern teilen willst.

Und auch der Praktikumsbericht bildet hier eine kleine Ausnahme, aber nur in der Einleitung und im Schluss. Am Anfang kannst Du beispielsweise erwähnen, warum Du Dich für einen bestimmten Beruf interessierst, wie das Bewerbungsverfahren für Dich war usw. Im Schluss kannst Du ein kleines Fazit Deiner Erfahrung ziehen und erklären, ob und warum Dir das Praktikum gefallen hat (oder warum nicht).

Und wenn wir schon bei der Sprache sind: Ein sachlicher Stil bedeutet oft auch, dass man sehr sachliche Wörter verwendet, die man in der Alltagssprache eher nicht benutzen würde. Sind Dir solche Wörter in den Beispielen oben aufgefallen? Genau, ich spreche natürlich von Begriffen wie "Beteiligte", "Verunfallte", "Passant", aber auch typischen Verben und Ausdrücken wie "verunfallen", "Schäden davontragen", "Verletzungen erleiden". Warum sind manche Berichte geheim?

Manche Berichte enthalten so wichtige Informationen, dass sie streng geheim sind. | Quelle: PixabayGerade im Straßenverkehr gibt es viele solcher Wörter.

Zur Vorbereitung auf eine Klassenarbeit lohnt es sich also, einen Zeitungsbericht (oder mehrere Zeitungsberichte) zu lesen – in der Zeitung oder online auf News-Portalen (z.B. dem Online-Portal der Lokalzeitung oder auch von überregionalen Zeitungen wie der FAZ) – und sich solche Wörter zu markieren bzw. herauszuschreiben. Wenn Du diese dann in Deinem Aufsatz verwendest, ist Dein Lehrer garantiert beeindruckt!

Außerdem solltest Du beim Schreiben eines Berichts auch auf die richtige Zeitform achten. Da es sich um ein Geschehnis aus der Vergangenheit handelt, solltest Du das Präteritum verwenden. Wenn Du auf Ereignisse in der Vorvergangenheit eingehst, musst Du entsprechend das Plusquamperfekt benutzen.

Wie zum Beispiel oben: "Sie hatte ihn nicht gesehen, weil sie während des Fahrens auf ihr Smartphone gesehen hatte." Da der Zusammenstoß im Präteritum steht und die Tatsache, dass sie ihn übersehen hat, weil sie auf ihr Handy geschaut hat, auf der Zeitachse davor liegt, muss dieser Satz im Plusquamperfekt, also der Vorvergangenheit stehen.

Übrigens: Berichte werden auch gerne schon in der Grundschule geschrieben, allerdings handelt es sich dabei oft um subjektive Erlebnisberichte.

Wir hoffen, dieser Artikel und die Tipps & Tricks haben Dir geholfen und Du weißt jetzt noch besser, wie Du Deinen nächsten Bericht angehen sollst. Viel Erfolg dabei!

Willst Du noch mehr über andere Aufsatzarten erfahren? Unser Artikel rund ums Thema Aufsatz schreiben in der Schule verschafft Dir einen umfassenden Überblick!

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Anna

Man lernt nie aus ...