Während Deiner akademischen Laufbahn kommst Du früher oder später sicherlich auch mit der Aufsatzart Essay in Kontakt. Teilweise muss man schon in der Schule einen/ein Essay (das Substantiv kann maskulin oder Neutrum sein) schreiben können – wenn nicht in Deutsch, dann vielleicht im Fach Englisch. Because many students need to write essays in English.

Vielleicht bleibt einem das aber auch erspart, und man muss erst an der Uni lernen, wie man gute Essays schreibt (vorausgesetzt, man geht überhaupt studieren und entscheidet sich für ein geisteswissenschaftliches Fach).

Egal wie, wie für jede andere Aufsatzart (z.B. das Schreiben einer Inhaltsangabe) gibt es auch für diese Form des schriftlichen Ausdrucks bestimmte Grundsätze und Regeln, an die man sich halten sollte, um die Aufgabenstellung zufriedenstellend bearbeiten und einen guten Text abliefern zu können.

Was Du alles beachten solltest, wenn Du für die Schule oder Uni einen Essay schreiben können sollst, erfährst Du in diesem Artikel. Viel Spaß!

Was ist ein Essay?

Im Gegensatz zu Aufsatzformen wie der Inhaltsangabe kann man beim Essay nicht so leicht vom Namen ableiten, worum es sich dabei genau handelt.

Außer natürlich, man weiß, dass das Wort nicht nur eine Aufsatzart beschreibt, sondern (wie auch das französische essai) auch ganz einfach "Versuch" heißen kann. Aber selbst dann sagt der Name nicht so viel aus wie "Charakterisierung", oder?

Nun, der Versuch bezieht sich in diesem Fall auf einen Denkversuch, ein Gedankenexperiment. Und genau das ist ein Essay im Kontext der literarischen Gattung, wie sie von Michel de Montaigne (1533–1592) begründet wurde.

Was ist ein Essay?
Essay kommt vom Wort essay bzw. essai, was "Versuch" bedeutet. | Quelle: Unsplash

Es geht also darum, zu einer bestimmten Thematik Überlegungen anzustellen, Fragen oder eine These aufzuwerfen bzw. -stellen und diese dann im Laufe des Essays für den Leser nachvollziehbar zu behandeln.

Im Gegensatz zu anderen Formen des Aufsatzes bzw. einer Hausarbeit geht es nicht darum, zu beweisen, dass man methodisch/wissenschaftlich arbeiten können kann, sondern es handelt sich um eine subjektivere Art des Schreibens.

Dabei gibt es verschiedene Essay-Arten:

  • vergleichender Essay
  • argumentativer Essay
  • erklärender Essay
  • analytischer Essay

Welche Form Du schreiben musst, ist in der Regel durch den Lehrer bzw. die Dozentin vorgegeben. Es kann aber auch sein, dass Du anhand der Aufgabenstellung selbst erkennen musst, um welche Art es sich handelt (z.B. wenn Signalwörter und -ausdrücke wie "Vergleichen Sie ...", "Erörtern Sie ...", "Erklären Sie ...", "Ordnen Sie ein ..." usw. vorkommen).

Und auch wenn Du im Fach Englisch einen Essay abgeben musst, gibt es in der Aufgabenstellung nicht nur allgemeine Wörter wie write, sondern auch bestimmte Schlüsselwörter wie discuss, examine, compare usw., die Dir einen Hinweis darauf geben, was gefragt ist.

Übrigens: An der Uni schreibt man in der Regel einen sog. wissenschaftlichen Essay. Dies ist der Oberbegriff dafür, dass man sich wissenschaftlich bzw. innerhalb einer bestimmten Studienrichtung schriftlich mit einer Thematik auseinandersetzt. Doch auch der wissenschaftliche Essay kann argumentativ, vergleichend, analytisch oder erklärend sein.

Kurz gesagt ist ein Essay eine kurze Abhandlung (meist 4-12 Seiten) zu einem Thema, in dem Du Deine eigenen Gedanken, Ideen und Argumente zu Papier bringst. Beim Essay geht es nicht darum, neue Erkenntnisse zu gewinnen, sondern darum, eine neue Sichtweise auf bereits Bekanntes darzustellen!

Essay schreiben – so bereitest Du Dich vor

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wie Du Dich am besten vorbereiten kannst. Nun, das ist im Vergleich zur Vorbereitung für eine Gedichtanalyse z.B. gar nicht mal so einfach, da Du keinen konkreten Ausgangstext hast, an dem Du Dich orientieren und in dem Du wichtige Stellen markieren kannst.

How to write an essay in english? Erfahre in diesem Video, was Du für Essays auf Englisch beachten musst.

Beim Essay geht es vielmehr darum, sich mit einem bestimmten Thema auszukennen und sich vielleicht auch schon eine eigene Sichtweise bzw. Meinung oder Standpunkt dazu gebildet zu haben.

Wenn Du selbst entscheiden darfst, zu welchem Thema Du einen Essay redigieren willst, ist es natürlich etwas einfacher, denn dann kannst Du einen Bereich wählen, für den Du Dich sowieso interessierst, zu dem Du vor Kurzem einen interessanten Artikel gelesen oder Podcast gehört hast.

Wenn das Thema dagegen von der Lehrerin oder dem Dozenten vorgegeben ist, kann es natürlich passieren, dass Du noch nicht so viel darüber weißt und Dir noch keine eigene Meinung gebildet hast.

In diesem Fall solltest Du Dich natürlich erst einmal mit der Thematik auseinandersetzen: Gib das Thema in die Suchmaschine Deiner Wahl ein, such nach Artikeln, Blog-Beiträgen, Videos, Podcasts usw.

Auch wenn Du im Essay Deinen eigenen Standpunkt zum Ausdruck bringen, und nicht einfach "nachplappern" sollst, was andere dazu sagen, kann es doch hilfreich sein, sich verschiedene Standpunkte und die Argumentation anderer anzuhören, um sich davon inspirieren zu lassen und dann seine eigenen Schlüsse zu ziehen.

Du hast das Gefühl, es wurde schon alles zum Thema gesagt, und Du weißt nicht, wie Du da eine neue Sichtweise hineinbringen sollst? Das kann bei tagesaktuellen Themen natürlich schnell passieren, v.a. wenn es sich um einen argumentativen Essay handelt.

Vielleicht findest Du in diesem Fall aber ein ähnliches Thema, dem Du dieses gegenüberstellen kannst, oder neue Fragen, die etwas weiter weg vom Mainstream-Diskurs liegt. Oder Du kannst verschiedene Argumente neu kombinieren und entsprechend aus Deiner eigenen Argumentation andere Schlüsse ziehen.

Aber machen wir uns nichts vor, es handelt sich hierbei nicht um einen einfachen Grundschulaufsatz: Einen guten Essay zu aufs Papier zu bringen, ist eine Kunst, und im Vergleich zu anderen Aufsatzformen wie dem Bericht kannst Du nicht einfach nach Schema F vorgehen. Du musst eigenen Überlegungen anstellen und wenn möglich, auf interessante Art und Weise etwas Schlaues präsentieren.

Doch keine Angst, je nach Klassenstufe oder Unisemester wird mehr oder weniger erwartet, und wenn Du beweist, dass Du Dich ein wenig mit dem Thema auseinandergesetzt und verstanden hast, was von Dir erwartet wird, kann das schon viel bewirken und Dir eine gute Note einfahren.

So viel mal zur allgemeinen, sozusagen der gedanklichen Vorbereitung bzw. Einstimmung aufs Thema. Doch natürlich gibt es auch ganz konkrete Schritte, die es vor dem Schreiben einer solchen Hausarbeit zu beachten gilt.

Aufgabenstellung genau lesen:

  • Um welche Art von Essay handelt es sich?
  • Gibt es eine vorgegebene Seiten- oder Wortzahl?
  • Gibt es Vorgaben zum Layout (z.B. Schriftgröße, Quellenangaben usw.)?
  • Gibt es sonst noch etwas zu beachten?
Hat Deine Uni einen Essay-Styleguide?
Lies Dir unbedingt eventuelle leitfäden zum Schreiben von Essays durch! | Quelle: Unsplash

Und wenn Du an der Uni bist, kann es gut sein, dass Deine Fakultät/Dein Fachbereich einen eigenen Leitfaden bzw. Styleguide zum Schreiben von Essays hat. Je nach Disziplin/Fachrichtung können nämlich ganz unterschiedliche Dinge gefordert bzw. Usus sein. Wenn das der Fall ist, lies Dir den Leitfaden auf jeden Fall gut durch und beachte unbedingt alle genannten Punkte!

Denn es gibt nichts Ärgerlicheres, als aufgrund von formalen Fehlern Punktabzüge und deshalb eine schlechtere Note zu bekommen ...

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Die richtige Essay-Struktur

Einleitung

Im Gegensatz zur Interpretation, bei der Du in der Einführung nur kurz auf den zugrundeliegenden Originaltext eingehst, ist eine Essay-Einleitung schon etwas anspruchsvoller: Du erklärst, warum Du Dir zu diesem Thema Gedanken machst und stellst eine These auf oder wirfst eine Fragestellung auf, mit dem Verweis, dass Du dieser im Folgenden nachgehen willst.

Da dies schon ein recht wichtiger Teil Deines Textes (z.B. Hausarbeit) ist, solltest Du die Einleitung erst nach dem Hauptteil schreiben! Denn oft ergibt sich im Laufe der Argumentation doch noch eine neue Sichtweise oder leicht abgewandelte These, oder der Fokus verschiebt sich.

Übrigens: Auch wenn das Thema vorgegeben ist, solltest Du in Deinem Text in der Einleitung eine Begründung liefern, warum Dich das Thema interessiert bzw. Du darüber schreiben willst. Denn selbst wenn Du den Aufsatz nur schreibst, weil Du "musst", sollte man das Deinem Werk am Ende natürlich nicht anmerken.

Du kannst dafür auf aktuelle Geschehnisse verweisen, ein berühmtes Zitat anführen oder eine Begebenheit schildern, die Dir vor Kurzem passiert ist (oder die Dir erzählt wurde) und Dich auf das Thema gestoßen hat usw.

Wenn es zum Beispiel ums Thema Fairtrade und Umweltverschmutzung in der Textilindustrie geht, kannst Du einleitend erzählen, wie Du kürzlich in der Innenstadt warst und Dir im Kleiderladen die Frage kam, wie es sein kann, dass ein T-Shirt nur 3€ kostet.

Solche kleinen Geschichten als Einführung müssen natürlich nicht wahr sein, es geht einfach darum, einen passenden Aufhänger zu finden und das Interesse der Leser*innen zu wecken, sodass sie Lust bekommen, weiterzulesen.

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Hauptteil

Das ist – wie der Name schon verrät – das Kernstück Deiner Arbeit. Hier nimmst Du Deine Leser*innen mit auf Deine Gedankenreise und legst ihnen Schritt für Schritt dar, wie Du zu Deiner Meinung gekommen bist.

Wichtig ist hierbei vor allem der viel genannte Rote Faden. Reihe Deine Argumente oder Ideen nicht einfach wahllos aneinander, sondern präsentiere sie so, dass sie gut nachvollziehbar und logisch verknüpft sind.

Dabei bist Du allerdings ziemlich frei in der Gestaltung, es gibt keinen typischen Essay-Aufbau – im Gegensatz z.B. zur klassischen Erörterung, mit den verschiedenen Pro-Contra-Modellen. Wenn Du allerdings argumentative Essays schreiben willst, kann die Methodik, Pro- und Contra-Argumente abzuwechseln, durchaus sinnvoll sein.

How to write an essay in English?
You need to write an essay in English? Good luck! | Quelle: Unsplash

Insgesamt ist es schwer, eine Pauschalaussage zu treffen, was die Gestaltung des Hauptteils betrifft, denn das hängt natürlich sehr stark von der Art des Essays ab (verschiedene Formen s. oben). Wichtig ist einfach, dass Du Deinen eigenen Standpunkt ausdrückst und logisch darlegst, wie Du dazu gekommen bist. Du präsentierst also nicht nur Fakten bzw. Endergebnisse, sondern lässt diejenigen, die Deinen Text lesen, an Deiner gedanklichen Reise teilhaben.

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Schluss

Der Schluss rundet Deine Arbeit ab. Dabei ist eine Möglichkeit, das im Hauptteil Erarbeitete noch einmal zusammenzufassen, aber das birgt die Gefahr, dass man sich unnötig wiederholt und diejenigen, die Deinen Text lesen müssen, langweilt.

Stattdessen ist es – je nach Frage-/Problemstellung – interessanter, einen Lösungsansatz oder Ausblick zu bieten oder weitergehende Fragen zu eröffnen.

Denn so wird der/die Leser*in zum Denken angeregt, und genau das sollte das Ziel sein! Ihr Interesse sollte geweckt werden, sodass sie Lust bekommen, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

Tipps & Tricks rund ums Thema Essay schreiben

Wie Du in diesem Artikel wahrscheinlich gemerkt hast, ist es gar nicht so einfach, einen guten Essay zu schreiben. Doch wenn Du Dich an die folgenden Tipps & Tricks hältst, bist Du schon auf einem guten Weg zu einem überzeugenden Text – Deine Gedankengänge und sprachliches Können erledigen dann den Rest!

  • Aufgabenstellung und eventuellen Leitfaden gut durchlesen und vollständig beachten!
  • Sprachstil: Gestalte Deinen Text neutral, aber Stilmittel wie Alliteration usw. sind erlaubt und erwünscht (ansprechende Schreibweise).
  • Zeitform: In der Regel Präsens für die Darlegung der Argumente (diese sollten ja allgemeingültig sein); für die kleine Geschichte/das Geschehnis Vergangenheitsform, falls diese(s) in der Vergangenheit liegt.
  • Einleitung: aktuellen Bezug herstellen oder eigene kleine Geschichte als Einleitung erzählen (auch wenn das Thema vorgegeben ist)
  • Hauptteil: nachvollziehbare Argumentation/Auseinandersetzung mit dem Thema; Roter Faden!
  • Schluss: Fazit, Ausblick, Lösungsvorschlag oder weiterführende Fragestellung bieten

Viel Spaß und fröhliches Gedankenexperimentieren wünschen wir!

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Anna

Man lernt nie aus ...