Du gehst in Deutschland zur Schule und bist mindestens in der 6. Klasse? Dann kommst Du im Fach Deutsch früher oder später auch mit der Aufsatzart Inhaltsangabe (und natürlich auch anderen Aufsatzarten, wie z.B. Interpretationen) in Kontakt. Vielleicht hast Du auch schon selbst Inhaltsangaben geschrieben?

Oft muss man solche Aufsätze als Übung zu Hause schreiben, es kann aber auch gut sein, dass eine Prüfung, Schulaufgabe, Test – oder wie auch immer man benotete Prüfungsleistungen in der Schule in Deinem Bundesland nennen mag – zu dem Thema geschrieben werden muss. (Das kommt auch ein bisschen darauf an, in welcher Klasse Du aktuell bist.)

In diesem Fall musst Du gut vorbereitet sein und wissen, welche einzelnen Schritte aufeinander folgen, damit Du bei der Prüfung keine Panik kriegst und stattdessen eine gute Note einfahren kannst. Denn keine Angst, Inhaltsangaben zu schreiben, kann man lernen!

Im folgenden Artikel erklären wir Dir, wie Du Schritt für Schritt gute Inhaltsangaben schreibst, und was es dabei zu beachten gilt.

Inhaltsangabe – Definition

Doch fangen wir erst mal am Anfang an und fragen uns: Was ist eine Inhaltsangabe eigentlich?

Nun, wie der Name schon verrät, geht es bei dieser Aufsatzart darum, den Inhalt eines Textes, Dramas oder auch Films wiederzugeben.

Dabei gilt es zu beachten, dass es sich nicht um eine Nacherzählung handelt. Das heißt: Details, ausschmückende Floskeln oder Spannungselemente haben in einer Inhaltsangabe nichts zu suchen! Genauso wenig wie Deine eigene Meinung (das ist ein wichtiger Unterschied zu anderen Aufsatzarten, wie beispielsweise dem Essay). Vielmehr solltest Du sachlich und neutral schreiben, also wirklich nur die wichtigsten Inhaltspunkte und Informationen wiedergeben.

Was ist eine Inhaltsangabe?
Bei der Inhaltsangabe handelt es sich um eine Zusammenfassung eines Werks. | Quelle: Unsplash

Dein Ziel muss sein, dass eine Person, die den Text (das Drama, den Film) nicht gelesen (bzw. gesehen) hat, nach dem Lesen Deiner Inhaltsangabe weiß, worum es geht, wer die wichtigsten Personen sind, und was grob passiert (zu den W-Fragen, die es zu beantworten gilt, kommen wir gleich noch).

Merke: Eine Inhaltsangabe soll eine Kurzübersicht sein und muss deshalb auch unbedingt deutlich kürzer sein als der Originaltext (schließlich könnte man sonst ja auch gleich das Original lesen, um den Inhalt zu erfahren).

Es ist ungefähr so, als würdest Du einen Mini-Wikipedia-Artikel zu dem jeweiligen Werk schreiben. Frag Dich: Welche Informationen sind wirklich wichtig, und wobei handelt es sich um Details, die nicht nötig sind, um grob zu verstehen, worum es geht?

Übrigens: In diesem Artikel gehen wir auf die Vorgaben für das Schreiben einer Inhaltsangabe fürs Fach Deutsch in der Schule ein. Zu anderen Zwecken (Rezension in Zeitungen oder Zeitschriften, Theaterheften, ausführlicher Wikipedia-Artikel usw.) kann bewusst von den Vorgaben abgewichen werden bzw. es können andere Konventionen gelten. Nachhilfe Deutsch Grundschule hilft Dir, Dich zu verbessern.

Eine Inhaltsangabe will gut vorbereitet sein

Genau wie bei anderen Aufsatzarten, z.B. der Charakterisierung, ist es so, dass eine gute Vorbereitung schon fast die halbe Miete ist.

Als allererstes solltest Du Dir immer die Aufgabenstellung ganz genau durchlesen. Vielleicht ist ein bestimmtes Zielpublikum für Deine Zusammenfassung angegeben, was einen Einfluss auf das Sprachregister (also die Wortwahl) und Länge haben kann. Vielleicht ist auch konkret eine Wort-/Seitenzahl vorgegeben, die es nicht zu unter- bzw. überschreiten gilt.

Wenn Du weißt, was zu tun ist, fängst Du aber nicht gleich an zu schreiben! Erst einmal heißt es Textarbeit, Textarbeit, Textarbeit.

In der Schule ist es meist so, dass der Text (meist eine Kurzgeschichte), den es zusammenzufassen gilt, als Kopie vorliegt. Das bedeutet, dass Du Textstellen markieren kannst und auch Notizen und Kommentare an den Rand schreiben kannst.

Halte also wie bei der Gedichtanalyse auch Deine Textmarker bereit und los geht's! Doch das ist gar nicht so einfach. Oft neigt man dazu, zu viel zu markieren, und dann leuchtet einem der halbe Text entgegen, und man weiß am Ende wieder nicht, was man schreiben soll.

Wie kann ich eine Zusammenfassung vorbereiten?
Du solltest die Formen der indirekten Rede lernen – Karteikarten können dabei helfen! | Quelle: Pixabay

Wenn Du Dich also fragst, was um Himmels Willen Du markieren sollst, richte Dich am besten nach den folgenden W-Fragen:

  • Wer sind wichtige Personen der Handlung?
  • Wo ereignet sich die Handlung?
  • Wann spielt die Handlung?
  • Was passiert in der Geschichte?
  • Warum passieren bestimmte Teile der Handlung und welche Auswirkung haben sie?

Deine Markierungen sollten ausschließlich Passagen hervorheben, die Dir bei der Beantwortung dieser Fragen helfen, wobei Du aufpassen musst, bei der Frage nach dem "Was?" nicht zu viel und keine unnötigen Details, sondern wirklich nur ganz wichtige Handlungsschritte zu markieren.

Du fragst Dich, was Du sonst noch vor einer Inhaltsangabe lernen kannst?

Weitere Tipps zur Vorbereitung: Such Dir verschiedene Konjunktionen und Ausdrücke/Floskeln heraus, um Deine Sätze schön und abwechslungsreich verbinden zu können, und wiederhole die Formen der indirekten Rede. Mehr dazu findest Du im Unterkapitel Hauptteil.

Nachhilfe Deutsch kann Dir helfen, Dich beim Schreiben zu verbessern.

Inhaltsangabe – Aufbau

Die Inhaltsangabe bildet unter den Aufsätzen im Fach Deutsch keine Ausnahme. Wenn Du z.B. schon einmal eine Erörterung geschrieben hast, weißt Du, dass Aufsätze in der Regel aus Einleitung, Hauptteil und Schluss bestehen.

Allerdings kann es bei dieser Aufsatzart sein, dass ausnahmsweise mal kein Schluss verlangt wird. Das besprecht ihr dann aber sicher vorher im Unterricht bzw. vielleicht steht dazu auch explizit etwas in der Aufgabenstellung.

Wie ist eine Inhaltsangabe aufgebaut? Also was kommt in welchen Teil? Schauen wir uns doch den Aufbau einer Inhaltsangabe mal etwas genauer an ...

Einleitung

Wie der Name schon sagt soll die Einleitung den Aufsatz einleiten, also zum Thema hinführen. Das heißt auch, dass in diesem Teil noch keine inhaltlichen Aspekte behandelt werden sollten.

Um eine passende Einleitung zu schreiben, kannst Du Dir das Akronym TATTE merken. Es steht für:

  • Textsorte
  • Autor
  • Titel
  • Thema
  • Erscheinungsjahr

Und genau diese Elemente sind es, die in Deiner Einleitung vorkommen sollten.

Hier ein Beispiel: "Die Kurzgeschichte [Textsorte] 'Das Brot' [Titel] von Wolfgang Borchert [Autor] ist 1946 [Erscheinungsjahr] erschienen und handelt von einem Ehepaar, das nicht genug zu essen hat [Thema]."

Länge: Die Einleitung einer Inhaltsangabe sollte ganz kurz gehalten sein. Oft umfasst sie nur diesen einen Basissatz, bevor dann auch gleich der Hauptteil beginnt.

In Deiner Nachhilfe Deutsch lernst Du alles Nützliche rund ums Schreiben.

Hauptteil

Schauen wir uns also den Hauptteil etwas genauer an. Hier passiert, wie der Name schon erahnen lässt, die eigentliche Arbeit.

Jetzt gilt es also, das, was Du Dir während der Vorbereitung erarbeitet hast, als Fließtext aufs Papier zu bringen. Bei der Inhaltsangabe gehst Du chronologisch, also in der Reihenfolge des Originaltextes (oder -films), vor.

Arbeite Schritt für Schritt die wichtigsten Punkte ab, also die oben genannten W-Fragen. In unserem Beispiel "Das Brot" von Wolfgang Borchert würdest Du also damit beginnen, die weibliche Figur (es werden keine Namen genannt) zu erwähnen und zu erklären, was als erstes passiert, also dass sie nachts wach wird und in die Küche geht.

Achte darauf, wie beim Bericht im Präsens, also in der Gegenwartsform zu schreiben, und in Deinem Stil sachlich, nüchtern zu bleiben. Einzige Ausnahme zur Zeitform: Wenn im Text etwas in der Vorvergangenheit steht (Plusquamperfekt), also vor der Handlung der Geschichte liegt, wird es bei der Zusammenfassung im Perfekt wiedergegeben.

Bei einer Inhaltsangabe darfst Du nichts hineininterpretieren und nicht Deine eigene Meinung kundtun, sondern sollst lediglich das wiedergeben, was auch wirklich so im Text steht.

Das kann manchmal etwas schwierig sein, weil man immer irgendwie auch zwischen den Zeilen liest, aber bei dieser Aufsatzform geht es nunmal darum, seine Fertigkeiten und sein Können im Umgang mit Texten unter Beweis zu stellen, und so knapp wie möglich, aber ausführlich wie nötig einen Text zusammenzufassen.

Schließlich soll das Ganze ja schon etwas fordernder sein als ein einfacher Grundschulaufsatz, oder?

Wichtig ist, dass Du dabei Deine eigenen Worte benutzt, und nicht einfach aus dem Text abschreibst. Dafür ist es gut, wenn Du einen großen Wortschatz hast. Wie Du den bekommst? Einfach, indem Du viele Inhalte in deutscher Sprache konsumierst, z.B. Bücher und Zeitschriften liest, Nachrichten schaust oder auch Podcasts hörst.

Das klingt sehr allgemein, aber es ist nicht zu unterschätzen, wie viel einem ein großer Wortschatz und viele Synonyme im Fach Deutsch weiterhelfen!

Außerdem solltest Du beachten, dass wenn Du wiedergibst, was eine Figur aus dem Text sagt, Du keine direkten Zitate verwenden darfst, sondern das Gesagte in eigenen Worten und indirekter Rede wiedergeben musst.

Beispiel: "Ich habe das Leben satt!" wird zu "Er sagte, er habe das Leben satt."

Das bedeutet aber auch, dass Du die Formen der indirekten Rede, also den Konjunktiv I und II wiederholen solltest, damit es dann nicht daran scheitert, wenn Du Gesagtes wiedergeben willst!

Das gleiche gilt für Konjunktionen, also Satzverbindungen. Da Du nacheinander verschiedene Handlungsschritte wiedergibst, ist die Gefahr groß, immer nur "und dann, und dann, und dann" zu schreiben. Such Dir im Vorfeld zu Deiner Prüfung oder Hausaufgabe verschiedene Konjunktionen und Ausdrücke heraus, um Sätze abwechslungsreicher verbinden zu können.

Das gibt auf jeden Fall sprachliche Pluspunkte!

Hier einige Beispiele:

Synonyme für "dann/danach"Synonyme für "davor"GleichzeitigkeitGegensätzeFolge
Im Anschluss ...Vorausgehend ...Zur gleichen Zeit ...Obwohl ..., ...... , sodass ...
Daraufhin ...Zuvor ...Zeitgleich ...Während ..., ......, dass ...
Im Folgenden ...Bevor ..., ...Während ..., ...Trotz ...In der Folge ...
Nachdem ..., ...Nichtsdestoweniger ......, was dazu führte, dass ...
..., woraufhin ...Nichtsdestotrotz ......, woraufhin ...
Obgleich ..., ...

Dies ist natürlich bei Weitem keine vollständige Liste. Sie soll Dir einfach nur aufzeigen, dass es im Deutschen ganz viele verschiedene Möglichkeiten gibt, Sätze zu verbinden. Abwechslungsreiches Schreiben macht Deinen Text angenehmer zu lesen und wirkt sich auch nicht unerheblich auf die Note aus!

Es lohnt sich also auf jeden Fall, einige Ausdrücke (und auch die Formen der indirekten Rede) zu wiederholen bzw. zu lernen.

Schluss

Der Schluss einer Inhaltsangabe kann relativ kurz gehalten werden (falls überhaupt einer gefordert ist). Hier kannst Du z.B. auf die mögliche Intention des Textes, also Absicht des Autors/der Autorin eingehen.

Was wollte er/sie mit diesem Text, Drama, Film aussagen bzw. bewirken? Welche Gedanken sollen sich die Leser bzw. Zuschauer machen? Was soll in ihnen ausgelöst werden?

Wenn wir noch einmal kurz beim Beispiel von Borchert bleiben (ein sehr beliebter Autor für Inhaltsangaben, aber auch Interpretationen in der Schule, v.a. ab der 7. Klasse): Vielleicht weißt Du, dass er zur sogenannten Trümmerliteratur gezählt wird.

Das heißt, seine Geschichten spielen nach dem Krieg und handeln oft vom Leid, das die Menschen erfahren haben und die Notsituation, in der sie sich aufgrund der Folgen des Krieges noch immer befinden.

Auf diesen Aspekt könntest Du beispielsweise im Schluss der Inhaltsangabe von "Das Brot" eingehen und erklären, dass durch die Geschichte deutlich wird, welch großer Mangel an Nahrungsmitteln nach dem Krieg herrschte, und wie schwierig es für Familien war, im Alltag damit umzugehen, ohne vor dem Partner das Gesicht zu verlieren.

Was sind die wichtigsten Inhaltsangabe Merkmale?
Beim Schreiben einer Inhaltsangabe musst Du die besonderen Merkmale dieser Aufsatzart beachten. | Quelle: Unsplash

Jetzt weißt Du also, wie der Aufbau von Inhaltsangaben in der Regel aussieht. Im letzten Kapitel fassen wir Dir noch mal alle wichtigen Aspekte und Tipps rund um diese Aufsatzart zusammen!

Tipps & Tricks für gute Inhaltsangaben

Zum Abschluss möchten wir Dir noch eine kleine Übersicht bzw. Checkliste mitgeben, was Du bei einer Inhaltsangabe alles beachten solltest.

  • Form: Fließtext; keine Aufzählungen oder unvollständige Sätze
  • Zeitform: Präsens; Perfekt nur, wenn im Text auf etwas vorher Geschehenes verwiesen wird
  • Besonderes: Wiedergabe der Informationen/des Inhalts in eigenen Worten; direkte Zitate in indirekte Rede umwandeln
  • Einleitung: führt zum Thema hin, sollte TATTE (s. oben) enthalten
  • Hauptteil: Zusammenfassung der Handlung; objektiver und sachlicher Stil, keine Deutung oder eigene Meinung!
  • Schluss: wenn überhaupt gefordert, kurz auf die Intention des Textes bzw. des Autors/der Autorin eingehen

Hoffentlich fühlst Du Dich nun einigermaßen gerüstet, um eine Inhaltsangabe im Fach Deutsch schreiben zu können. Das Wichtigste ist auf jeden Fall immer, sich nicht vom Originaltext oder von der vorgegebenen Seiten- oder Wortzahl einschüchtern zu lassen. Wenn Du unsere Tipps & Tricks rund ums Thema Inhaltsangabe einfach Schritt für Schritt befolgst und Dich gut vorbereitest, kann eigentlich so gut wie nichts mehr schief gehen.

Wir wünschen schon jetzt viel Spaß und viel Erfolg mit Deiner nächsten Inhaltsangabe!

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Anna

Man lernt nie aus ...