„Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne Kampf zu brechen.“
– Sunzi

Während es im englischen Boxen, dem Muay Thai oder dem Savate-Boxsport darum geht einen Gegner herauszufordern und K.O. zu schlagen, verfolgen die meisten chinesischen Kampfsportarten eine ganz andere Philosophie. Im besten Falle, soll es gar nicht erst zum Kampf kommen.

Es gibt zahlreiche Kampfsportarten mit chinesischem Ursprung und es ist schwierig, die verschiedenen chinesischen Kampfstile einzugrenzen. Es gibt so viele davon, dass diese Sportarten oft gemeinsam als "Chinesische Kampfkunst" bezeichnet werden.

Im Westen benutzen wir dafür meist die Begriffe Kung Fu oder Gongfu. In der chinesischen Sprache wird Kampfkunst als Wushu bezeichnet – übersetzt bedeutet das: Kriegskunst.

Der Ursprung der Kampfkünste liegt in der Notwendigkeit der Selbstverteidigung und der militärischen Ausbildung im alten China. Im letzten Jahrhundert wurden sie immer mehr zu publikumswirksamen Showkämpfen weiterentwickelt.

Wir wollen in diesem Artikel versuchen, Dir einen Überblick über die verschiedenen Stile der chinesischen Kampfkunst zu geben.

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Ein kleiner historischer Überblick über die chinesische Kampfkunst

Die chinesische Kampfkultur ist von vielen Mythen und Legenden geprägt. Daher ist es unmöglich, alle historischen Tatsachen nachvollziehen zu können.

Zwischen 1100 und 220 v.Chr. wurden Waffen wie das Schwert, der Säbel, die Hellebarde und der Dolch erfunden, was mit der Entwicklung der Kriegskunst einhergeht. Zeitgleich entstand auch die waffenlose Kampfkunst Xiangbo.

In den darauffolgenden 400 Jahren wurden viele unterschiedliche Kampfstile populär, wie zum Beispiel der Ringkampf Juedi oder die Kampfkunst Shoubo. Diese Stile wurden oft über mehrere Jahrhunderte hinweg gepflegt und weiterentwickelt.

Bereits in dieser Zeitspanne dienten Kampfsportarten nicht nur der Selbstverteidigung, sondern wurden auch als spirituelle und gesundheitsfördernde Praktiken betrieben. Eine wichtige Rolle in der weiteren Entwicklung, dieser Vereinigung von Selbstverteidigung, spiritueller und gesundheitlicher Praxis spielte der buddhistische Mönch Boddhidharma im 5. Jahrhundert n. Chr.

Er lehrte die Mönche des Shaolin-Klosters in der Provinz Honan Übungen, die gegen Müdigkeit bei langen Meditationen helfen und unterrichtete Kampftechniken, damit sie sich gegen mögliche Angreifer verteidigen konnten.

Der Stil dieser Kampfkunst hat sich bald in ganz Asien verbreitet und brachte weitere Kampfformen wie Karate (Japan) und Taekwondo (Südkorea) hervor. Bis heute ist die Shaolin Kampfkunst erhalten geblieben.

Eine weitere prägende Figur für den chinesischen Kampfsport war Zhang Sanfeng. Es ist nicht klar ob er bereits im 10. oder erst im 13. Jahrhundert geboren wurde. Die eine Legende besagt, dass er, nachdem er den Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange beobachtet hatte, ein Kampfsystem entwickelt hat, das auf Nachgiebigkeit und weichen Bewegungen beruht.

In einer anderen Version der Geschichte hat er den Kampf nur geträumt, nachdem er als alter Mann in einem Kloster die Lebensenergie, das Chi (auch Qi), erfahren hatte. Aus dieser Erfahrung leitete er Grundsätze der „inneren Kampfkünste“ ab.

Während die Kampfkünste über einen langen Zeitraum hinweg vor allem von Kriegern und Soldaten praktiziert wurden, gewannen sie ab den 1920er Jahren an Popularität und verbreiteten sich mehr und mehr in der Bevölkerung.

Als M. Zedong 1949 in der Volksrepublik China an die Macht kam, entwickelte sich die Kung Fu Stile zu einer offiziellen Volkssportart. Es wurden akrobatische Bewegungen integriert, die Selbstverteidigung trat zu Gunsten des Showeffekts in den Hintergrund.

Mit dem Begriff modernes Wushu meint man dieses, von der Regierung anerkannte, Repertoire an akrobatischen Kampfkunstbewegungen.

Erst mit dem Ende des maoistischen Regimes (1975) war die Praxis der traditionellen chinesischen Kampfkunst wieder erlaubt. Seither wird auch seitens der Regierung versucht, sie wiederzubeleben.

Die Kong Fu Wettbewerbe, die heute ein Sinnbild für die chinesische Kultur sind und gerne von Touristen besucht werden, haben sich immer weiter von den ursprünglichen Prinzipien entfernt. Anstelle der Selbstverteidigung und der spirituellen Erfahrung stellen sie Sport und Akrobatik in den Mittelpunkt.

In der chinesischen Kultur sind Mythen und Legenden fest verankert, so auch in der Kampfkunst.
Die Geschichte des chinesischen Kampfsports ist voller Mythen und Legenden. | Quelle: Wu Dae via Unsplash

In einem weiteren Artikel haben wir für Euch all das zusammengefasst, was Ihr über englisches Boxen wissen solltet.

Chinesische Kampfkunst - Definitionen

Es gibt etwa 360 verschiedene Formen der chinesischen Kampfkunst. Im Großen und Ganzen kann man sie in die inneren Kampfkünste und die äußeren Kampfkünste unterteilen. Eine weitere Differenzierung erfolgt unter den südlichen und nördlichen Kampfarten.

Beide Einteilungen helfen bei der Orientierung, können aber nie ganz zuverlässig und exakt sein. Die Vielzahl und die Komplexität der einzelnen Stile macht es unmöglich, sie in ein Schema zu zwängen; oft weisen sie Merkmale aus beiden Kategorien auf.

Innere Kampfkünste

Auf Chinesisch heißt die Innere Kampfkunst Neijia Quan. Das Wort Quan steht für Faust oder Kampfkunst, Nei bedeutet innen und Jia kann sowohl Familie als auch Stil oder Schule bedeuten. Der Name kann daher unterschiedlich gedeutet werden.

  • Innerhalb der Familie: die Kampftechnik wird als Handwerk nur an einen ausgewählten Personenkreis weitergegeben; oder sie hat ihren Ursprung in China (genauer dem Wudang Gebirge)
  • Die innere Schule: Traditionell wurde die Kampfkunst hinter den Mauern der Schule unterrichtet, sodass von außen niemand zuschauen konnte.
  • Ausbildung der inneren Kraft: Es werden die äußerlich unsichtbaren Körperpartien trainiert: Sehnen, Bänder, Knochen und tiefliegende Muskeln.
  • Die eigentliche Technik spielt sich innerlich ab: Gedankenkraft ist ein wichtiger Teil der Kunst. Es geht auch darum, wie man den Kampf vermeiden kann und wie man sich verhält, wenn es doch dazu kommt.

Die Inneren Kampfstile werden auch als die weichen Stile bezeichnet. Damit sind sie schon ziemlich gut beschrieben, denn sie weisen eine eher weiche Bewegungsqualität auf und beschäftigen sich mit der Wahrnehmung und Steuerung körperinnerer Prozesse.

Die Inneren Stile setzen auf eine maximale Wirkung durch minimalen Kraftaufwand. Es geht also nicht um Muskelkraft oder athletische Fähigkeiten. Sie suchen viel mehr danach das Chi, die Lebensenergie, zu erfahren, zu trainieren und weiterzuentwickeln.

Zu den Kampfkunstformen der Inneren Stile gehören:

  • Tai-Chi
  • weißer Kranich
  • Yiquan
  • Baguazhang
  • Xingyiquan
  • Wasserstilboxen
  • Tongbeiquan

Diese Kampfstile stehen oft dem Daoismus nahe und gehen auf den Mönch Zang Sanfeng zurück.

Äußere Kampfkünste

Im Gegensatz zu den Innern Stilen setzen die äußeren Kampfkünste auf die athletische Ausbildung. Muskelkraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Abhärtung werden trainiert. Bei manchen äußeren Stilen sind auch akrobatische Fähigkeiten gefragt.

Der chinesische Name ist Wajia Quan, der aus den bereits bekannten Begriffen Quan und Jia sowie Wa (außen) zusammengesetzt wird.

  • Außerhalb der Familie: Kampfsportarten, die ihren Ursprung nicht in China haben, werden oft zu dieser Kategorie gezählt. Außerdem werden auch die Kampfarten, die aus dem Shaolin-Kloster stammen dazugezählt.
  • Ausbildung der äußeren Kraft: Der Fokus liegt auf der direkten Kraftausübung und schnellen Bewegungen.
  • Die Technik spielt sich außen ab: Ausgebildet und gefördert werden körperäußerliche Prozesse.

Die Äußeren Kampfkünste werden auch als die harten Stile bezeichnet. Wenn sie traditionell aus China stammen, gehen sie auf das ursprüngliche Shaolin Kung Fu zurück und stehen dem Buddhismus nahe.

Die Kung Fu Stile haben ihren Ursprung in den Klöstern.
Die Kampfkünste sind nicht nur chinesische Sportarten; sie beinhalten alle die buddhistische oder daoistische Lehre. | Quelle: Lee Bernd via Unsplash

Die Einteilung in innere und äußere Kampfstile findet sich auch bei anderen asiatischen Kampfsportarten, wie den japanischen, indischen und thailändischen.

Nördliche und südliche Kampfkunst

Bei dieser Unterscheidung geht es um den geografischen Ursprung eines Kampfstils. Die nördlichen Stile sind dabei durch eher harte Techniken, große Bewegungen (Sprünge, hohe Tritte, schnelle Läufe) und eine große Flexibilität gekennzeichnet.

Die südlichen Stile werden als deutlich weicher und statischer beschrieben. Bei tiefem, stabilem Stand werden kurze, explosive Bewegungen ausgeführt.

Der Einsatz von Waffen

Waffen kommen in den meisten chinesischen Kampfkünsten zum Einsatz; einerseits zu dem ganz offensichtlichen Zweck der Selbstverteidigung, andererseits helfen sie auch dabei besondere körperliche und mentale Fähigkeiten auszubilden.

Neben den klassischen, traditionellen Waffen, wie:

  • Speer
  • Schwert
  • Säbel
  • Hellebarde
  • Lanze
  • Stock
  • Drei Segment Stock
  • langer Stock
  • kurzer Stock
  • Peitsche

kommen auch neuere Waffen und sogar Alltagsgegenstände, die der Selbstverteidigung dienen können, zum Einsatz. Die Grundlagen für das nicht ganz ungefährliche Waffentraining werden erstmal im waffenlosen Training erworben, damit due notwendige Körperbeherrschung ausgebildet werden kann.

Genau wie die chinesische Kampfkunst gehört auch das französische Savate-Boxen zu den bekanntesten Box- beziehungsweise Kampfsportarten. In einem weiteren Artikel haben wir für Euch außerdem all das zusammengefasst, was Ihr über das Muay Thai Boxen wissen solltet.

Die Lebensenergie – Chi oder Qi

Bei Chi und Qi handelt es sich um dasselbe, es sind nur unterschiedliche Schreibweisen. Es ist einer der zentralen Begriffe des Daoismus und wird oft mit Lebensenergie übersetzt. Er findet sich auch in der traditionellen chinesischen Medizin.

Vereinfacht gesagt geht es dabei darum, dass die Welt aus einem großen Ganzen entstanden, das sich in Yin und Yang aufgeteilt hat. Diese beiden Gegensätze trägt auch jeder Mensch in sich. Sie müssen in einem Gleichgewicht sein, damit das Ganze (chi) funktioniert. Geraten sie ins Ungleichgewicht, können mentale oder körperliche Probleme auftreten.

Die Inneren Kampfkünste, in denen das Qi eine große Rolle spielt, sind deshalb auch als Gesundheitssysteme anzusehen. Ihnen wird durch die körperlichen, aber auch die geistigen Übungen und die Meditationen eine große Heilkraft zugesprochen.

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Die chinesischen Kampfsportarten – eine Übersicht

Ich möchte Dir hier vier chinesische Kampfkünste vorstellen, die an vielen Schulen, auch in Deutschland, gelehrt werden. Die Abgrenzung der verschiedenen Kampfsportarten ist nicht immer ganz einfach, da sie sich immer wieder an Elementen aus anderen Stilen bedienen.

Asiatische Kampfkunst ist eng mit der Philosophie und Religion der jeweiligen Herkunftsgegend verbunden. Es lohnt sich also, sich auch mit den Hintergründen zu beschäftigen, um zu verstehen, was man da eigentlich lernt.

Es kann auch vorkommen, dass die verschiedenen Kampfsportschulen unterschiedliche Philosophien verfolgen und dementsprechend das Training gestalten. Während Du an einem Ort modernes Kung Fu als spektakuläre, energiegeladen Kampfkunstform lernen kannst, wird anderswo der innere Aspekt im Vordergrund stehen und Meditationsübungen ein wichtiger Teil des Trainings sein.

Sanda - chinese Boxing

Bei Sanda (auch Sanshou genannt) handelt es sich um das chinesische Boxen oder Kickboxen, das nah verwandt ist mit Thai-Boxen (Kickboxen Berlin).

Seinen Ursprung hat das Sanda-Boxen bereits in der Frühzeit, als die Menschen die Kampf- und Verteidigungstechniken von Tieren beobachteten, um daraus ihre eigenen Kampfpraktiken abzuleiten.

Mittlerweile ist es nicht nur einer der wichtigen Bestandteile des Wushu, sondern hat sich sogar als Nationalsport Chinas einen Namen gemacht.

Die Angriffs- und Verteidigungstechniken des Sanda lassen sich in drei Kampfformen einteilen, die von der Distanz der beiden Gegner*innen abhängen:

  • Kicken bei weiter Entfernung
  • Faustkampf, boxen bei mittlerer Entfernung
  • Ringen im Nahkampf

Beim Sanda-Boxen gilt es, ganz anders als in den meisten anderen Boxstilen, Verletzungen zu vermeiden. Aus diesem Grund sind Schläge und Tritte auf den Unterleib, den Hals oder das Rückenmark verboten.

Im Sanshou Training werden Kondition, Kraft und Koordination trainiert, verschiedene Schläge, Kicks und Würfe gelehrt und Abwehrtechniken vermittelt. Sanda soll vor allem das Selbstvertrauen stärken und zur Selbstverteidigung angewandt werden.

Chinese Boxing, Wushu, Kung Fu - die Begriffe sind nicht immer klar voneinander zu trennen.
Sanda, das chinese Boxing, gehört zu den Äußeren Kung Fu Stilen. | Quelle: Soon Santos via Unsplash

Shaolin Kung Fu

Die Mutter der Äußeren Kampfkünste. Für den Begriff gibt es zwei leicht verschiedene Definitionen: Im engeren Sinne sind damit nur auf die Kampftechniken, die im Shaolin-Kloster in der Provinz Henan entwickelt und gelehrt wurden gemeint. Im weiteren Sinn bezieht er sich auf alles Stile, die in irgendeiner Weise mit dem Shaolin-Kloster in Verbindung stehen und auch in anderen Klöstern und von Wandermönchen verbreitet wurden.

Es ist die bekannteste und beliebteste Kampfkunst überhaupt und gehört zum immateriellen Kulturerbe Chinas.

Shaolin Kung Fu wurde über viele Generationen weitergeben und entwickelt. Es beinhaltet neben konkreten Kampftechniken, mit und ohne Waffen, auch Akrobatik und innere Techniken, die das Körpergefühl schulen.

Die buddhistische Achtsamkeit ist zugleich die Grundlage als auch der Höhepunkt der Kung Fu Kunst.

Tai Chi

Bei Tai-Chi handelt es sich um chinesisches Schattenboxen. Da es für Menschen jeden Alters und Körperbaus geeignet ist und in der westlichen Welt häufig als kräftigende und zugleich entspannende Bewegungslehre angeboten wird, hat es den Ruf ein reiner Gesundheitssport zu sein.

Genau genommen handelt es sich aber auch bei Tai-Chi um eine Nahkampftechnik, die vor allem der Selbstverteidigung dient. Die heilende Kraft kommt dadurch, dass bei dem Training Körper und Geist in Einklang gebracht werden sollen – der Name Tai-Chi steht für das Yin-Yang-Prinzip.

Während die ursprünglich (auch) zur physischen Selbstverteidigung entwickelten Kampftechniken eine langjährige Ausbildung erfordern und heute kaum noch praktiziert werden, hat das Prinzip des „inneren Kampfes“ keineswegs an Bedeutung verloren.

Es geht darum, die mentalen und seelischen Kräfte so zu stärken, dass in Konfliktsituationen bedachter reagiert werden kann. Um das zu verstehen, lohnt es sich die ursprüngliche reale Kampfweise im Tai-Chi zu betrachten.

Diese Kampfkunst ist nicht darauf ausgelegt, dass der Stärkere, Geschicktere und Schnellere gewinnt, sondern der Besonnenere, Gewaltfreiere. Die Technik besteht darin, den Gegner genau zu beobachten, um den Angriff zu stoppen und die Kraft umzulenken.

Die Grundlegenden Bewegungen sind daher sehr ruhig, fast schon sanft und werden mit Meditation und Atemübungen verbunden.

Wusstest Du schon, dass Schattenboxen eine spezielle Boxtechnik ist, die darin besteht, während der Bewegung in die Leere zu schlagen und dabei englische Boxtechniken anzuwenden. Erfahre hier alles über das Schattenboxen!

Wushu Kung Fu ist nicht nur Kampfsport.
Viele Kung Fu Stile schulen sowohl die äußere, als auch die innere Kraft. | Quelle: Alci Alliata via Unsplash

Qi Gong

Auch die Kampfkunst Qi Gong trägt das Chi, oder eben Qi, bereits im Namen. Gong bedeutet Arbeit oder Fähigkeit. Es handelt sich also um einen Stil, bei der die Fähigkeit das Chi zu nutzen, ausgebildet wird. Qi Gong ist ein wichtiger Bestandteil aller Kung Fu Arten.

Obwohl auch beim reinen Qi Gong Training einige Kampfübungen vorkommen können, handelt es sich zuallererst um eine Mediations-, Konzentrations- und Bewegungsform, die die mentale und körperliche Gesundheit fördert.

Wenn Du mehr über Amerikanisches Boxen, Karaté, Kickboxen, Teakwondo, Lethwei, MMA, vietnamesisches Boxen und deren Unterschiede wissen möchtest, dann erfährst Du hier mehr über die unterschiedlichen Boxstile und Kampfkünste! Lies Dir zum Beispiel unseren Artikel zum Thema Amerikanisches Boxen durch!

Dim-Mak – die große Ausnahme

Ursprünglich wurde der Begriff Dim-Mak für die heilende Kunst der Akupunktur verwendet. Er besteht aus den Wörtern für „drücken“ und „(Nerven)-Punkt“. Im Laufe der Zeit hat sich das Blatt gewendet und das Wissen um die besonderen Nervenpunkte wurde nicht mehr nur zum Heilen, sondern auch als Mittel im Kampf eingesetzt.

Um die Dim-Mak Kampfkunst ranken sich viele Legenden. Sie soll nur im Geheimen gelehrt worden sein und gut ausgebildete Kämpfer seien in der Lage gewesen, den Gegner mit nur einer Berührung zu töten. Damit unterscheidet sich diese Kampfart in der Philosophie grundlegend von den meisten anderen chinesischen Kampfkünsten.

Jedoch weißt sie auch eine bedeutende Gemeinsamkeit mit allen Inneren Kampfstilen auf: Nicht der Kräftigere und Gewalttätigere wird als Sieger aus dem Kampf hervorgehen. Gewinnen wird der, der über das Wissen um die tödlichen Nervenpunkte verfügt und sie auch in einer Kampfsituation zu finden und aktivieren weiß.

Die Praxis und die Bewegungsabläufe im Kung Fu

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die chinesische Kampfkunst nicht darauf ausgelegt, einen Gegner K.O. zu schlagen.

Es geht vor allem darum, Körper und Geist zu beherrschen, eine Lebensphilosophie zu verfolgen und das körperliche und mentale Potenzial der Praktizierenden mithilfe von kraftvollen Kampftechniken zu entfalten. Im Fokus steht beim chinesischen Boxen der geschickte Umgang mit Energien und Kräften.

Viele Kung Fu Stile verwenden ähnliche Bewegungen.
In der chinesischen Kampfkunst gewinnen nicht immer die Stärkeren. | Quelle: Thao Le Hoang via Unsplash

Chinesischer Kampfsport sorgt zum einen für die Stärkung von Muskeln, um Schläge auszuüben, ohne dabei Verletzungen zu verursachen und erlaubt es zum anderen, die richtigen Körperpositionen für eine gute Abfolge von Angriffs- und Verteidigungstechniken herauszufinden.

Beim Kung Fu Training wirst Du lernen den menschlichen Körper (nicht nur Deinen eigenen) ganz anders wahrzunehmen. Da in den meisten Formen Schläge auf die Nervendruckpunkte verboten sind, wirst Du lernen, wo sie zu finden sind.

Dein*e Kampfportlehrer*innen werden Dir genau erklären, welches die sensiblen Punkte am menschlichen Körper sind.

Um den Körper und Geist in Einklang zu bringen, werden die Positionen und Bewegungen sehr präzise geübt und ausgeführt. Jede Bewegung hat ein Anfangspunkt, eine Qualität (schnell, langsam, stoßend, schlagend, …) und ein Ziel. Du wirst lernen, sie sehr bewusst und kontrolliert auszuführen.

Da all die unzähligen verschiedenen Formen der chinesischen Kampfkunst miteinander verwandt sind, verwenden sie teilweise dieselben Positionen:

  • Der Reiter: die Beine stehen auseinander und die Füße parallel dazu, die Knie sind nach außen gebeugt und die Brust zeigt nach vorne
  • Der gewölbte Schritt: ein Bein ist nach vorne gebeugt, das andere wird nach hinten ausgestreckt, die Brust zeigt nach vorne. Dies ist eine Haltung, die es Euch ermöglicht, schnell mit der Faust oder dem Fuß zuzuschlagen.
  • Die Katzenposition: mit Zehenspitzen auf einem Bein stehend wird mit dem vorderen Fuß zugeschlagen.
  • Der Kranich: Haltung auf einem Bein, das Knie angezogen, auf Zehenspitzen stehend, um mit dem Fuß zu schlagen
  • Die Ziege: die sogenannte "Wing Chun"-Position. Die Füße sollten hierbei schulterbreit positioniert werden und die Knie und Füße dabei nach innen gedreht werden.
  • Die Position des Betrunkenen: eine traditionelle Haltung, mit einem Ausweichschritt auf die Seite, ein Bein liegt dabei über dem anderen.
  • Der rasante Schritt: das vordere Bein ist ausgestreckt, das hintere gebeugt. Der Fuß des hinteren Beins sollte im 45°-Winkel nach außen gedreht sein. Diese Position dient dem Ausweichen und Verteidigen.
  • Der Ausfallschritt: Dieser wird ausgeführt, indem das hintere Bein gebeugt ist und das vordere ausgestreckt ist, wobei die Brust dabei nach vorne zeigt.
  • Der Drache: Diese Position dient dem Fußtritt oder der Drehung. Es handelt sich um eine Angriffsposition. Das vordere Bein ist gebeugt, der Fuß wird im rechten Winkel gedreht. Das hintere Bein ist ebenfalls gebeugt und stützt sich auf die Zehenspitzen. Das hintere Knie berührt die Ferse des Vorderbeins.
  • Der Tiger: Diese Position sorgt für die Stimulation der Bein- und Bauchmuskulatur. Das Bein ist gebeugt, während das Knie des hinteren Beines den Boden berührt.

Wenn Du Dich entschiedest eine Form des Wushu zu lernen, wirst Du Dich nicht nur dem Kampfsport widmen. Du begibst Dich auf eine Reise, auf der Du Dich selbst besser kennenlernen wirst. Wichtiger als die reale physische Selbstverteidigung, ist die Art des Denkens, die Dir in vielen Lebenssituationen weiterhelfen kann.

Wichtiger als die Konfrontation mit einem Gegner ist es, Dich mit Dir selbst auseinander zu setzen; mit Deinem Körper und Deinem Geist. Du lernst zu Entspannen und stärkst zugleich Deine Muskeln, Bänder und Sehnen.

Bei der chinesischen Kampfkunst handelt es sich um ein ganzheitliches Training. Du musst nicht vom Fitnessstudio zum Yoga Kurs eilen, sondern erhältst alles in Einem.

Du bist neugierig geworden? Dann zögere nicht und buche eine Probestunde.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.