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Die englische Boxkultur: Ein Überblick

Von Julia, veröffentlicht am 10/05/2019 Blog > Sport > Boxen > Die englische Boxkultur: Ein Überblick

Jemand, der nie den Mut fasst, Risiken einzugehen, wird in seinem Leben nichts erreichen.“ Muhammad Ali (1942-2016)

Boxunterricht ist eine Sportart, die sich immer weiter ausbreitet: Abgesehen von Boxstilen und Kampfkünsten wie Kickboxen, Thai-Boxen, Fullcontact, Taekwondo, Aikido, Ju Jitsu, MMA oder Viet Vo Dao ist das englische Boxen der bekannteste und meist vertretene Kampfsport.

Außerdem lässt sich ein weltweites Phänomen feststellen: Die Feminisierung des Kampfsportes: Immer mehr Frauen nehmen an englischen Boxkursen teil – vor allem für eine bessere Selbstverteidigung.

Im Folgenden haben wir für Euch all das zusammengefasst, was Ihr über englisches Boxen wissen solltet. 

Die antike Geschichte des englischen Boxens

Kampfsportarten existieren schon mindestens seit der Antike und sind zweifellos die ältesten Sportarten Menschheit. Schon im 4. und 3. Jahrhundert v.Chr. praktizierten die Ägypter und Griechen bereits Nahkampfsportarten.

Im antiken Griechenland waren die ersten Spuren dieser Sportart erkennbar: Pankration und antiker Faustkampf.

Vergleichbar mit MMA (Mixed Martial Arts) waren im Pankration alle Kampfzüge bis auf  Bisse und Fingerdruck auf die Augen des Gegners erlaubt. Die Wettkämpfer im Pankration kämpften nackt und ohne jegliche Schutzausrüstung, während beim antiken Faustkampf eben nur Fäuste eingesetzt wurden und Lederriemen als Schutz dienten.

Pankration gilt als Vorreiter des heutigen Boxsportes. Damals wurde nackt und ohne Schutzausrüstung gekämpft! Quelle: VisualHunt

Somit gilt der antike Faustkampf als Vorreiter des englischen Boxsportes.

Für 800 Jahre blieb der antike Faustkampf Nationalsport der griechischen Antike!

Die Köpfe der Kämpfenden beim antiken Faustkampf wurden durch eine Bronzekappe geschützt – eine Art Vorreiter des Boxhelmes. Im Römischen Reich benutzten die Wettkämpfer auch manchmal Metalllanzen beim Kampf.

In Anbetracht der Tatsache, dass alle Schläge erlaubt waren, könnt Ihr Euch sicher den enormen schmerzhaften Verletzungen vorstellen, die bei diesen Kämpfen zustande kamen. Oftmals bedeuteten ein K.O. das Ende eines Kampfes – seltener der Tod des Gegners.

Zu dieser Zeit gab es weder Gewichtsklassen, zeitliche Begrenzungen noch Wettkampfrunden.

Ein Münzwurf entschied darüber, wer zuerst schlagen durfte – derjenige galt damals als Liebling der Götter.

Die moderne und zeitgenössische Geschichte des englischen Boxkampfes

Im Mittelalter und in der Renaissance verlor diese Sportart wieder an Bedeutung. Zumindest haben Historiker des 20. Jahrhundert keinerlei gegensätzliche Hinweise gefunden. Erst im 19. Jahrhundert erlebte der antike Faustkampf in England eine Renaissance.

Zu Beginn fanden meist illegale Kämpfe statt, die von sogenannten bookmakers organisiert wurden, um Wetten abzuschließen und  damit teilweise eine Menge Geld zu verdienen.

Die Serie Peaky Blinders erzählt die wahre Geschichte einer armen Familie in den 1920er Jahren im englischen Birmingham, die ihr Glück mit Pferdewetten versuchte.

Die illegalen Kämpfe veranlassten einige Verhaftungen – und die antiken Faustkämpfe inspirierten viele Wettbegeisterte dazu, etwas Neues auszuprobieren und nicht mehr nur im Pferderennsport zu wetten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Aber im England des 19. Jahrhunderts war es keine Seltenheit, dass unzufriedene Wettspieler nach einem Match den Kampf in die Realität umsetzten. Deshalb musste die Polizei hier oft einschreiten.

Das ist einer der Gründe dafür, dass das Tragen von Boxhandschuhen verpflichtend wurde und dass die Boxer ihr Geld nicht durch Wetten verdienten.

Boxhandschuhe gehören heute zur Grundausstattung beim Boxsport. Quelle: Marco Crupi, Visual Artist on VisualHunt

Grundsätzlich gibt es eigentlich kaum Regeln, und es wird mit bloßen Händen zugeschlagen. Der erste Boxchampion, im Jahr 1719, war ein gewisser James Figg. Sein Schüler Jack Broughton gewann etwa vierhundert Spiele. Er reglementierte zunächst das Boxen, nachdem er einen Herausforderer getötet und einen riesigen Schock davongetragen hatte.

Mitte des 19. Jahrhunderts standen Betrug und Tod noch an der Tagesordnung. Deshalb wurden Boxkämpfe in Großbritannien für illegal erklärt – sie wurden jedoch heimlich weiter geführt.

Die Reglementierung des englischen Boxsportes wurden durch den berühmten Marquess of Queensberry, John Sholto Douglas und den Journalisten John Graham Chambers weiter ausformuliert.

Nach 1865 wurden Schutzhandschuhe zur obligatorischen Ausrüstung. Außerdem wurde es verboten, einen Gegner auf den Boden zu schlagen, den Nahkampf zu suchen oder gar zu würgen.

Beweglichkeit und Feingefühl wurden immer wichtiger! Aber nicht alle fünfzehn Regeln wurden sofort von den Boxern akzeptiert.

Im ganzen Vereinigten Königreich verbreitet, traten die Regeln 1891 in Kraft. Auch die Vereinigten Staaten übernahmen die Regeln aus England. Gar nicht viel später – zwischen 1899 und 1903 – hat Louis Lerda aus den USA das englische Boxen auch in Frankreich etabliert.

Im 20. Jahrhundert erlebte das englische Boxen einen regelrechten Boom durch seine Institutionalisierung, die Einführung in verschiedene Meisterschaften und Turniere und eine deutliche Zunahme von Personen, die einen Boxclub eröffnen wollten.

Die Boxanfänger unter Euch können beruhigt sein – Körperkontakt ist heute nicht mehr notwendig, wenn Ihr Boxen lernt: Ihr könnt beim Trainieren auf Schattenboxen zurückgreifen.

Die Grundlagen des englischen Boxkampfes

In den meisten Fällen sind die Grundlagen des englischen Boxens bereits bekannt (zumindest unterbewusst). Deshalb denken wir – wenn wir an Boxen denken – im Allgemeinen an englisches Boxen, das im Vergleich zu anderen Boxstilen in der Öffentlichkeit besonders präsent ist.

Im Allgemeinen stehen sich beim englischen Boxen im Ring zwei Wettkämpfer mit Boxhandschuhen gegenüber. Es geht vor allem darum, den Gegner zu besiegen oder ihn durch einen Faustschlag zum Aufgeben zu bringen – allerdings ohne Fußtritte wie im französischen Savate.

Oft finden Kämpfe nicht ohne Einsatz von Gewalt statt: Auch, wenn man so gut wie möglich versucht, vor allem die Taktik und Technik der Gegner in den Fokus zu stellen. Verletzungen, Schürfwunden, Prellungen oder das K.O. stellen eine Gefahr für jeden Spitzensportler dar.

Die Kämpfe sind in Runden („rounds“) von jeweils drei Minuten eingeteilt, wobei die Erholungsphase zwischen den Runden jedes Mal nur eine Minute beträgt. Die beiden Herausforderer gehen dann jeweils in ihre Ecke des Ringes, wo ihr Trainer mit ihnen sprechen kann und ein Sanitäter mögliche Verletzungen verarzten kann.

Eine kleine Glocke gibt an, wann die Wechsel zwischen den Runden stattfinden.

Es gibt drei dreiminütige Runden für männliche Anfänger (dafür vier zweiminütige Runden bei den Frauen) bis hin zu zwölf bei den Profi-Boxern. Es gibt einen Ringrichter und zwei Zeitmesser.

Wenn der Gegner für mindestens 10 Sekunden auf dem Boden liegt, gilt er als K.O. geschlagen. Quelle: VisualHunt

Es sind ausnahmslos Faustschläge erlaubt, die entweder gegen das Gesicht oder die Brust (oberhalb der Taille) des Gegners gerichtet sein müssen. Das Umringen des Gegners sowie zu naher Körperkontakt sind verboten.

Zu den klassischen Schlägen im englischen Boxkampf zählen Jab, Cross, Haken, Uppercut und Overhand. Um ihre Technik zu verfeinern, lernen die Boxer unter anderem den Bolo-Punch oder den halben Aufwärtshaken.

Die spektakulären Profi-Boxkämpfe, von denen die Medien gerne berichten, sind diejenigen ohne jegliche Ausrüstung und mit K.O.-Faktor.

Die Trefferrate entscheidet am Ende über den Gewinner. Sollte es zu einer schwerwiegenden Verletzung kommen, wird der Kampf abgebrochen.

Man muss vor allem beweglich sein und eine gute Beinarbeit haben,um ständig auf der Hut zu sein und ausweichen zu können – und dabei die eigenen Absichten im Kampf zu vertuschen. Dann kann der Überraschungseffekt für den Gegner groß sein!

Nicht nur Widerstand und Ausdauer, sondern auch Motivation und moralische Stärke spielen eine große Rolle beim Boxen. Eine gut ausgearbeitete Strategie ist wichtig, um den Gegner körperlich und/oder an seine Grenzen zu bringen.

Außerdem sollte man als Boxanfänger vor allem wissen, wie man vor den Angriffen des Gegners ausweicht und sie am besten abwehrt. Daher sind qualitativ hochwertiges Coaching sowie Konzentration und Aufmerksamkeit sehr wichtig!

Einige Grundregeln des englischen Boxens

Die ersten Boxregeln hatten nicht die Kraft oder Stärke der Schläge im Fokus, sondern die Geschicklichkeit. Kämpfe mit bloßen Händen wurden verboten, ebenso wie Schläge unter die Gürtellinie, Nahkämpfe, Würgen, Schläge gegen den Boden sowie K.O.-Kämpfe. 

1865 wurde reglementiert, dass die Boxkämpfe in mehrere Runden aufgeteilt sind. Noch heute können professionelle Boxkämpfe bis zu 12 Runden betragen, mit Unterbrechungen von einminütigen Erholungsphasen.

Der Kampf gilt dann als verloren, wenn einer der beiden Gegner länger als zehn Sekunden auf dem Boden liegen bleibt. Auch wenn er sich dabei auf einem Knie abstützt, gilt er als unfähig, den Kampf fortzusetzen.

Diese ersten Regelungen umfassten außerdem die Maße des Boxrings, der von Hanfseilen umgeben ist: maximal 6 Meter lang und 4,90 m breit.

Heute wie damals lautet die Grundregel des Boxens: man sollte vermeiden, vom Gegner berührt zu werden.

Die Kämpfe sind gleichgeschlechtlich und finden zwischen zwei Boxern derselben Gewichtsklasse statt. Sie tragen dabei Boxschuhe, Schutzpanzer, Mundschutz und Boxing-Shorts. Frauen tragen außerdem einen Brustschutz.

Doch wie werden die Punkte gezählt?

Beim englischen Boxen gibt es drei Schiedsrichter und einen Ringrichter, die die Punkte zählen. Der Ringrichter ist für die Befolgung der Regeln verantwortlich, während die restlichen Schiedsrichter die Punkte berechnen.

Jede Runde wird mit zehn Punkten bewertet – das heißt, dass ein Boxer jedes Mal 10 Punkte erhält, wenn er die Runde gewinnt.

Um die Punkte zu vergeben, erhalten die Schiedsrichter zwölf Karten, die von 1 bis 12 nummeriert sind (eine Karte pro Runde). Am Ende jeder Runde werden die Karten dem Ringrichter ausgehändigt, der sie an den Vorstand des Boxverbandes weiterleitet.

Nur Schläge über die Taille und auf die Vorderseite des Körpers (Kopf, Schultern, Brust) werden in die Punktevergabe miteinbezogen. Schläge auf den Genitalbereich, den Rücken oder den Hinterkopf werden nicht gewertet.

Außerdem werden Schläge nur dann als gültig gewertet, wenn sie stark genug ausgeführt wurden: das bedeutet, dass ein Schlag klar und deutlich mit der Oberfläche und nicht mit der Innenseite der Handschuhe ausgeführt sein muss.

Die Ausstattung des Boxers und die verschiedenen Kategorien

Da wir nicht Muhammad Ali oder Mike Tyson heißen und noch keine Boxchampions sind, werden wir erstmal über die Boxausrüstung sprechen, die sich jeder Anfänger anschaffen sollte. Beim Amateur-Boxen ist es notwendig, Schutzhandschuhe, Boxschuhe, einen Schutzpanzer, Mundschutz zu tragen.

Ein Boxsack kann ein nützliches Utensil beim Training sein! Quelle: Unsplash

Auch im Training ist es wichtig, Sportkleidung und passende Ausrüstung zu tragen:

  • Sportoutfit zum Wechseln
  • gute Socken
  • Boxsack
  • Punchingball
  • Boxbirne / Speedball
  • Springseil
  • Zugstange
  • Hanteln
  • Fitness- und Krafttrainingsgeräte

Dieses Zubehör ist nicht obligatorisch, aber es verbessert die Bedingungen für ein effektives Training. Ihr könnt natürlich auch einfach in den nächsten Boxclub gehen – dort wird die ganze Ausrüstung, die Ihr braucht, vorhanden sein.

Heutzutage gibt es 10 verschiedene Gewichtsklassen bei den Männern:

  • Halbfliegengewicht: 46 bis 49 kg
  • Fliegengewicht: bis 52 kg
  • Bantamgewicht: bis 56 kg
  • Leichtgewicht: bis 60 kg
  • Halbweltergewicht: bis 64 kg
  • Weltergewicht: bis 69 kg
  • Mittelgewicht: bis 75 kg
  • Halbschwergewicht: bis 81 kg
  • Schwergewicht: bis 91 kg
  • Superschwergewicht: über 91 kg

Für die Frauen gelten folgende Gewichtsklassen: 

  • Halbfliegengewicht: 45 bis 48 kg
  • Fliegengewicht: bis 51 kg
  • Bantamgewicht: bis 54 kg
  • Federgewicht: bis 57 kg
  • Leichtgewicht: bis 60 kg
  • Halbweltergewicht: bis 64 kg
  • Weltergewicht: bis 69 kg
  • Mittelgewicht: bis 75 kg
  • Halbschwergewicht: bis 81 kg
  • Schwergewicht: über 81 kg

Das Internationale Olympische Komitee zählt bei den Olympischen Spielen im Frauenboxsport nur drei Gewichtsklassen: Fliegengewicht, Leichtgewicht und Mittelgewicht.

Eine Boxerin mit 47 kg, 55 kg oder 67 kg kann nicht an Wettkämpfen teilnehmen!

Warum sollte man beim englischen Boxen Sportausrüstung tragen?

Ihr seid noch neu in der Boxhalle und habt Euch nach einem Schnupperkurs für eine Mitgliedschaft entschieden?

Übrigens: Boxen ist lange nicht so brutal, wie man denkt. Trotzdem sollte man sich unbedingt eine gute Schutzausrüstung zulegen – auch, wenn Ihr nicht gleich auf Olympia-Niveau trainieren werdet!

Aber warum so viel Schutzkleidung?

Paradoxerweise handelt es sich beim Boxen um eine sehr respektvolle Sportart, aber wenn man nicht die richtige Ausrüstung hat, kann man sich leicht verletzen.

Im Eifer des Gefechts und durch versehentliche oder verbotene Schläge kann schnell ein Unglück passieren. Dank guter Ausrüstung braucht Ihr davor keine Angst zu haben! Es gibt kaum einen englischen Boxclub, der seine Mitglieder ohne Ausrüstung am Training teilnehmen lässt.

Ein paar Boxchampions der Geschichte

Jeder Boxprofi hat einmal klein angefangen.

Das sieht man auch bei Muhammad Ali, dem US-amerikanischen Profiboxer, der 1960 in Rom zum ersten Olympiasieger gekürt wurde, bevor er insgesamt sechs mal WBA-Weltmeister wurde und viermal den WBC-Titel holte. Eine beeindruckende Karriere mit 61 Kämpfen, davon 56 Siegen – und 40 davon durch K.O.!

Muhammad Ali gilt als US-amerikanische Boxlegende. Quelle: VisualHunt

Als geschätzte und berühmte Kulturikone ist Muhammad Ali auch eine wichtige Person im Kampf gegen den Vietnamkrieg, für die Emanzipation von Minderheiten und gegen die Rassentrennung in den Vereinigten Staaten.

Joe Frazier (1944-2011), ein großer amerikanischer Boxer der Ali-Generation, gewann 1964 bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold, bevor er zweimal die WBA-Weltmeisterschaften gewann. Er war der größte und gefürchtete Rivale von Ali, den er 1971 zum ersten Mal besiegte.

Es gibt noch einige weiter Boxlegenden – die Liste ist lang. Doch einen davon kennt Ihr mit Sicherheit alle: Mike Tyson. Sein Spitzname: Iron Mike. Mit 20 Jahren war er der jüngste Boxer der Geschichte, der einen Weltmeistertitel in der Kategorie Schwergewicht gewann.

Die englischen Boxstile

Das, was als edle Kunst bezeichnet wird, ist zu einer Sportart geworden, bei der Geschick und Schönheit vereint wird. Wir möchten Euch einige der unterschiedlichen Stile des englischen Boxens vorstellen.

Der traditionelle Boxer

Beim sogenannten „puristischen Boxen“ geht es vor allem um Strategie und Technik. Boxer im traditionellen Boxsport halten Abstand von ihren Gegnern, um sich auf ihre eigenen Schläge zu konzentrieren und den Gegner mit Raffinesse und Präzision zu besiegen.

Hierbei sind vor allem Beinarbeit, Ausdauer, eine gute Koordination der Arme und Beine, Rhythmusgefühl und Schnelligkeit gefragt. Der Boxer ist sowohl Angreifer als auch Verteidiger. Meist sind traditionelle Boxer größer und schlanker als ihre Gegner.

Ein Beispiel für einen traditionellen Boxer ist Muhammad Ali.

Der Druckkampf-Boxer

Dieser Boxer versucht stets, die Angriffe und Gegenangriffe seines Rivalen zu Nichte zu machen, indem er ständig Druck im Nahkampf ausübt. Raffinesse und Eleganz spielen dabei kaum eine Rolle.

Druckkampf-Boxer sind in der Regel kleiner und stämmiger als ihre Gegner. Sie versuchen, dem Rivalen seitlich auszuweichen, um einen direkten Angriff zu vermeiden. Er attackiert vorzugsweise Bauch und Oberkörper des Gegners.

Ein guter Schlagrhythmus, Ausdauer und eine extreme Kampfbereitschaft sind wichtig, um den Gegner zu besiegen. 

Ein Beispiel für einen Druckkampf-Boxer ist Joe Frazier.

Der Schläger

Wie der Name schon sagt, geht es dem Schläger vor allem darum, hart zuzuschlagen, um so viel Schaden wie möglich zu verursachen.

Schläger sind oft viel größer, schwerer und stärker als ihre Gegner. Stärke ist ihr wichtigstes Kapital und sie versuchen, mit ihrer Erscheinung Eindruck zu erwecken.

Geringere Beweglichkeit und körperliche Ausdauer sind die Nachteile eines Schlägers.

Ein Beispiel für einen Schläger ist George Freeman.

Jeder Profi-Boxer braucht einen guten Trainer an seiner Seite! Quelle: Unsplash

Mischformen

Es gibt auch Boxstile, die aus einer Mischung der oben genannten bestehen.

Der „traditionnelle Schläger“ besitzt zum Beispiel die technischen Qualitäten und die Eleganz des traditionellen Boxers und die Kraft eines Schlägers. Hierzu gehört Lennox Lewis.

Der Druckkampf-Schläger besitzt die Kraft eines Schlägers, ist aber oft nicht groß genug, weshalb er ständig versucht, sich dem Gegner zu nähern, um ihm den letzten Schlag zu verpassen. Rocky Marciano ist hierfür ein Beispiel.

Der „Polyglotte“-Stil bezeichnet eine Boxform, bei der der Boxer mehrere Stile vermischt. Mike Tyson kombinierte Vorwärtsdruck, Schlagkraft, Schnelligkeit und Gegenangriffe, was ihn zum „gefürchtetsen Mann der Welt“ machte.

Der „Chamäleon-Stil“ spricht letztlich für sich: Boxer dieses Stils passen Ihre Kampftechniken an ihre jeweiligen Gegner oder die jeweilige Situation in ihrer Karriere an.

Was sind die verschiedenen Ausgangsstellungen?

Beim Boxen ist das Ziel, den Gegner zu treffen, ohne dabei selbst geschlagen zu werden. Man kann sich vor Schlägen schützen, indem man die Fäuste vor das Gesicht hält: Dies ist eine Ausgangsposition.

Es gibt verschiedene Arten von Ausgangsstellungen im Boxkampf:

  • Die traditionelle Ausgangsstellung: Die am häufigsten verwendete Technik, bei der die Vorderhand auf Kinnniveau gehalten wird und die hintere Hand nah am Gesicht auf Kieferhöhe gehalten wird
  • Die europäische Ausgangsstellung: Die Hände werden sehr hoch und nach vorne gehalten
  • Die Krabbe – hier wird eine Hand schützend vor den Bauch gehalten, die andere wird in der Nähe des Ohres positioniert, sodass der Schlag des Gegners nicht den Kopf, sondern die Schulter trifft
  • Peek-a-boo: hier werden die Hände vor das Gesicht gehalten
  • Die Position mit verschränkten Armen

Wir hoffen, Ihr könnt unsere Tipps im Ring anwenden! Viel Spaß beim Boxen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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