Klavier spielen erfordert und schult eine Reihe von Fähigkeiten: Rhythmusgefühl, ein musikalisches Gehör und eine gewisse Fingerfertigkeit.

All das verbessert sich im Laufe der Zeit bei regelmäßigem üben automatisch. Du kannst aber auch gezielt gewisse Kompetenzen trainieren.

Oft wird in dieser Hinsicht die Musik mit Sport verglichen. Beides erfordert eine Aufwärmphase, regelmäßiges Training und die Körper und Geist müssen eng zusammenarbeiten.

Schnelle, kräftige und flexible Hände erlauben Dir eine höhere Präzision beim Klavier spielen. In diesem Artikel beschäftigen wir und mit Fingerübungen am Klavier; wozu sie da sind und worauf Du beim Üben achten solltest.

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Was versteht man unter Fingerfertigkeit beim Klavierspielen?

Beim Klavierspiel ist Fingerfertigkeit die Fähigkeit, mit großer Präzision und hoher Geschwindigkeit über die Klaviertastatur zu flitzen. Dies kann auch als Flexibilität bezeichnet werden.

Eine gute Fingerfertigkeit bedeutet, dass wir in der Lage sind, komplizierte Akkorde schnell und flüssig aneinander zu reihen und Melodien auch bei hohem Tempo noch präzise zu spielen.

Präzisionsarbeit ist für Pianist*innen unabdingbar, unabhängig von ihrem Niveau und der Erfahrung. An der Fingerfertigkeit kannst Du das ganze Leben lang arbeiten, auch wenn Du bereits fortgeschritten bist.

Einerseits willst Du Dich bestimmt immer weiter verbessern, andererseits will bereits Erreichtes gepflegt werden. Wie Sportler*innen müssen auch Musiker*innen täglich ihre Flexibilität, ihre Schnelligkeit, ihre Agilität trainieren.

Die richtige Haltung beim Klavierspielen

Die Haltung der Hände beim Klavierspielen ist erstmal recht ungewohnt. Sie liegen parallel nebeneinander, sodass jede Fingerkuppe eine einzelne Taste berührt.

Dabei muss das Handgelenk gerade gehalten werden und darf nicht seitlich abknicken. Trotzdem musst Du es locker halten und darfst auf keinen Fall verkrampft sein. Die Fingergelenke sind leicht gebeugt, aber ebenfalls weder geknickt noch steif.

Die Lockerheit setzt sich im Ellenbogen bis hin zur Schulter fort. Dein ganzer Arm, bis zu den Fingerspitzen, muss flüssig und trotzdem kontrolliert bewegt werden können. Es geht also nicht allein um das Training der Finger, sondern auch der Handgelenke und Arme.

Wenn Du Fingerübungen ausführst, solltest Du das immer im Hinterkopf behalten und genau auf Deine Haltung achten.

Kraft und Kontrolle aufbauen

Klaviertasten leisten einen leichten Widerstand, wenn man sie runterdrückt. Das Spielen ist also immer mit einem Kraftaufwand verbunden, der erstmal die Geschwindigkeit drosselt. Beim Klavier üben geht es auch darum Kraft in den Fingern aufzubauen.

Fingerübungen am Klavier trainieren Deine Hände.
Deine Hände müssen sich erst an die ungewohnten Bewegungen und die Haltung beim Klavierspielen gewöhnen. | Quelle: Luis Quintero via Unsplash

Wie in jedem anderen Körperteil auch, hast Du in Deinen Händen Muskeln, die Du trainieren kannst. Je kräftiger sie sind, umso leichter kannst Du die Klaviertasten herunterdrücken und umso besser kannst Du Deine Finger auch bei schnellen Bewegungen kontrollieren.

Das Kontrollieren ist unglaublich wichtig, damit Du beim Spielen das richtige Timing hast. Schnelle Läufe klingen nur gut, wenn sie im richtigen Rhythmus gespielt werden und dazu musst Du Deine Finger kontrollieren können. Das perfekte Timing lernst du im Klavierunterricht Hannover!

Zudem müssen auch die richtigen Töne, sprich die richtigen Klaviertasten, getroffen werden. Dazu musst Du auch ein Gefühl dafür entwickeln, wo ein Finger genau hingeführt werden muss. Bei einem Lagenwechsel ist wiederum der ganze Arm im Spiel.

Unabhängigkeit und Flexibilität

Die Finger kontrollieren zu können, heißt auch, dass man sie unabhängig von einander bewegen kann. Das stellt für viele Klavieranfänger oft die größte Herausforderung dar.

Lege einmal Deine Hand locker auf den Tisch und versuche nacheinander jeden Finger einzeln anzuheben. Du wirst dabei feststellen, dass es Dir beim Ringfinger deutlich schwerer fallen wird, als bei den anderen.

Das ist ganz normal und hat wahrscheinlich evolutionsbiologische Gründe. Der Ringfinger hat normalerweise keine eigene Aufgabe. Er kommt nur zur Unterstützung seiner Nachbarn beim Greifen zum Einsatz. Beim Erlernen eines Musikinstruments muss er also etwas ausführen, wofür er eigentlich nicht gemacht ist.

Bis zu einem gewissen Punkt kann aber auch die Unabhängigkeit des Ringfingers trainiert werden. Man sollte es dabei aber nicht übertreiben:

Der Komponist Robert Schumann wollte zu Beginn seiner Karriere Konzertpianist werden und hat nach einem Weg gesucht, seine Ringfinger gezielt zu stärken und unabhängiger zu machen. Dazu hängte er sich Gewichte an die Ringfinger, was schließlich zu schwerwiegenden Sehnenscheidenentzündungen führte, die dauerhafte Schäden hinterließen und seine Pianisten Laufbahn vorzeitig beendeten.

Neben der Unabhängigkeit will auch die Flexibilität der Finger trainiert werden. Dabei geht es vor allem um die Dehnung, damit auch Klavier Fingersätze mit großen Abständen zwischen den Tasten gespielt werden können.

Mit Klavierunterricht Kiel bleibst Du in Übung.

Geschwindigkeit und Gehör

Es ist wahrscheinlich keine neue Information für Dich: beim Klavierspielen kommt dem Gehör eine wichtige Bedeutung zu. Aber was hat das nun mit Fingerübungen zu tun?

Wenn Du einen neuen Fingersatz lernst, ist das nicht nur ein mechanischer Vorgang, bei dem Du übst, im richtigen Moment mit den richtigen Fingern die richtige Taste anzuspielen. In Deinem Gehirn soll sich die Bewegung mit dem entsprechenden Klang des Akkords oder der Melodie verknüpfen. Und das passiert über das Gehör.

Die schnellsten und beweglichsten Hände bringen Dir nichts, wenn Du nicht weißt, welche Auswirkung die Fingerakrobatik auf das Klangergebnis hat. Das wird Dir beim Improvisieren helfen, aber auch beim Spielen nach Noten. Mit Klavierunterricht Hamburg wirst du schnell ein Profi!

Die geschriebene Note, die entsprechende Taste und der gehörte Ton bilden eine Einheit. Je öfter man das gezielt übt, umso besser kann das Gehirn sie miteinander verknüpfen. Gut ausgeführte Übungen sind also immer auch Gehörbildung.

Eine hohe Spielgeschwindigkeit ist nur möglich, wenn Dein Gehör aktiv beteiligt ist. Bereits im Voraus gilt es zu wissen, wie der nächste Ton klingen muss und auf welcher Taste er zu finden ist.

Um schnell Klavier spielen zu können, muss auch das Gehör mitarbeiten.
Egal wie trocken die Fingerübung am Piano auch klingen mag: halte Deine Ohren offen. | Quelle: Kyle Smith via Unsplash

Ein gut ausgebildetes musikalisches Gehör ist auch von Vorteil, wenn Du Deinen Gesang am Klavier begleitest oder selbst Klavierstücke komponieren möchtest.

Koordination

Damit sind wir auch schon bei der häufig vernachlässigten Komponente, wenn es um Koordination geht. Natürlich müssen Deine beiden Hände zusammenarbeiten und auch gegenläufige Bewegungen ausführen können. Du musst in der Lage sein, sie miteinander zu koordinieren.

Aber die Koordination findet eben auch zwischen verschiedenen Sinnen statt: dem Tastsinn, dem Gehör und dem Sehsinn. Egal ob Du eine Fingerübung machst oder Deinen Lieblingssong nachspielst, Deine Finger arbeiten nicht losgelöst vom Rest.

Welche Pianisten arbeiten an ihrer Fingerfertigkeit?

Die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach: Alle! Aber nicht alle tun es auf dieselbe Art und Weise. Während die Einen gezielte Fingerübungen für unerlässlich halten, bezeichnen sie Andere sogar als schädlich.

Das liegt daran, dass der Begriff „Fingerübung“ sich nach einem gezielten Workout, an dem nur die Finger beteiligt sind, anhört und tatsächlich leider oft von Klavierschüler*innen genauso ausgeführt werden. Wie wir gesehen haben geht es dabei aber um viel mehr.

Bei falsch ausgeführten Übungen kann man sich Fehler angewöhnen, die später nur schwer wieder abzutrainieren sind. Außerdem erfüllen sie schnell und unpräzise runtergespielt ihren Zweck nicht und sind nichts weiter als Zeitverschwendung. Entgegen wirken kannst du mit professionellem Klavierunterricht.

Wenn Du Dir aber bewusst bist, warum Du sie ausführst und was Du damit alles trainieren sollst, werden sie die Qualität Deines Klavierspiels verbessern.

Wie machen es denn nun Pianist*innen, die nie eine spezielle Fingerübung ausüben? Wie ich Dir oben erklärt habe, ist Klavierspielen eine ganzheitliche Angelegenheit, bei der mehrere Sinne beteiligt sind und verschiedene Kompetenzen erworben und miteinander verknüpft werden sollen.

Auch wenn man sich beim Üben oft auf eine ganz bestimmte Sache konzentriert, fallen die anderen nicht komplett weg. Um effektiv zu üben und Fortschritte beim Klavier Spielen zu machen, solltest Du Dir dessen immer bewusst sein; und nicht, zum Beispiel, zu Gunsten des Tempos die korrekte Haltung aufgeben.

Die Fingerfertigkeit wird also auch trainiert, wenn man ein Klavierstück sorgfältig übt.

Es müssen nicht immer besondere Übungen sein. Du kannst auch beim Lernen eines Klavierstücks Deine Fingerfertigkeit verbessern.
Verwandle das Klavierstück, das Du gerade übst in eine Fingerübung. | Quelle: Debby Hudson via Unsplash

Klavier Fingerübungen für Anfänger

Kommen wir nun also zu konkreten Übungen. Achte dabei immer darauf, dass Du locker bleibst und die die korrekte Haltung beibehältst. Es geht auch erstmal nicht um die Geschwindigkeit, diese kannst Du mit der Zeit Schritt für Schritt aufbauen. Übe am besten von Anfang an mit einem Metronom, damit Du das Tempo hältst und gleichmäßig spielst.

Einzelne Tasten

In einem ersten Schritt geht es darum, sich an die Handstellung am Klavier oder Keyboard zu gewöhnen und zu lernen gezielt einzelne Töne zu spielen, ohne dass die Position verändert werden muss.

Lege dazu Deine rechte Hand in Spielhaltung auf nebeneinander liegende Klaviertasten. Zu Beginn werden wir nur weiße Tasten brauchen. Deshalb bietet es sich an, den Daumen auf das C zu legen (Du kannst die Übung aber auch auf einem anderen Ton ausführen).

Fange nun mit dem Daumen an. Drücke die Taste und löse sie wieder, direkt im Anschluss spielst Du mit dem Zeigefinger, löst ihn wieder und machst so weiter, bis Du beim kleinen Finger angekommen bist. Von da geht es direkt wieder zurück: Ringfinger, Mittelfinger, Zeigefinger, Daumen.

Die Töne sollen dabei alle gleich lang klingen und lückenlos aneinander anschließen, ohne sich zu überlagern. Fange langsam an und steigere das Tempo in kleinen Schritten. Wenn Du die Bewegung nicht mehr wirklich kontrollieren kannst oder anfängst unregelmäßig zu spielen, ist es schon zu schnell.

Dasselbe kannst Du genau spiegelverkehrt mit der linken Hand machen. Fange mit dem kleinen Finger an, der auf dem C liegt (oder welchen Ton auch immer, Du als anfangs Ton gewählt hast).

In einem weiteren Schritt kannst Du jede beliebige Reihenfolge der Finger auf die gleiche Art trainieren. Schreibe sie Dir am besten auf, damit Du sie auch strickt einhältst. Wie gesagt, verwendest Du dafür erstmal nur weiße Klaviertasten und veränderst die Handposition nicht.

Tonleitern üben

Tonleitern sind der Klassiker unter den Einspiel- und Fingerübungen auf allen Instrumenten. So auch auf dem Klavier. Sie sind immer auch eine Lektion in Musiktheorie und Gehörbildung. Wenn Du ganz neu am Piano bist, wirst Du mit der C-Dur-Tonleiter anfangen, denn dafür braucht man nur weiße Tasten.

Da in einer Dur-Tonleiter sieben verschiedene Töne vorkommen und am Ende nochmal der Grundton in der Oktave vorkommt, wirst Du acht Tasten anspielen müssen. Weil Du aber nur fünf Finger an einer Hand hast, werden also drei davon gleich zweimal zum Einsatz kommen.

Der Klavier Fingersatz für die C-Dur Tonleiter für beide Hände.
Mit diesem Fingersatz kannst Du die C-Dur Tonleiter auf dem Klavier üben.

Damit Du das Ganze flüssig spielen kannst, wird nicht einfach die Hand umplatziert. Beim Aufwärtsspielen führst Du den Daumen unter Ring- und Mittelfinger durch, um zum F zu kommen. Der Rest folgt dann ganz automatisch. Beim Abwärtsspielen wird der Mittelfinger über den Daumen zum E geführt. Auch hier bewegt sich die ganze Hand von allein mit; nur den Daumen musst Du wieder in die „normale“ Position ziehen.

In der linken Hand funktioniert wie immer alles spiegelverkehrt. Das heißt, hier läuft beim Aufwärtsspielen nach fünf Tönen der Ringfinger über den Daumen und beim abwärtsspielen nach drei Tönen der Daumen unter den anderen Fingern durch.

Übe das Ganze mit jeder Hand einzeln. Erst wenn das gut klappt, kannst Du anfangen an der Koordination und Unabhängigkeit Deiner beiden Hände zu arbeiten.

Die erste Variante ist, die Bewegung zu spiegeln, also bei beiden Händen mit dem Daumen anzufangen, mit rechts hoch und mit links runter zu spielen. Das klingt teilweise etwas schräg. Wenn Du Dich bereits mit Intervallen beschäftigt hast, wirst Du auch wissen warum!

Schon etwas schwieriger auszuführen, aber fürs Ohr deutlich angenehmer, ist mit beiden Händen die gleichen Töne zu spielen. Es fangen also der Daumen der rechten und der kleine Finger der linken Hand an. Wie immer ist Präzision wichtiger als Geschwindigkeit!

Einen eigenen Fingersatz erstellen

Jede*r kann sich kleine Übungen ausdenken. Der Vorteil davon besteht darin, dass Du Dich dazu mit Deinen Stärken und Schwächen auseinandersetzt und zielgerichtet arbeiten kannst.

In der ersten Übung habe ich Dir bereits beschrieben, wie Du sie selbst verändern kannst. Im Grunde hast Du diese Möglichkeit bei allen Fingerübungen. Wenn Du schon etwas fortgeschrittener bist, kannst Du sie zum Beispiel in eine andere Tonart übertragen, über mehrere Oktaven spielen oder rhythmisch verändern.

Das sollte aber nie nach dem Zufallsprinzip geschehen. Überlege Dir genau, wie die Übung aussehen soll und halte Dich dann daran.

Eine eigene Fingerübung zu erstellen kann auch bedeuten, keine Fingerübung zu machen. Wie das? Wenn Du ein Klavierstück übst, unterteilst Du es im besten Fall in kleine Abschnitte, die Du gut überblicken kannst (oft bieten sich zwei bis vier Takte an). An jedem dieser Teile arbeitest Du dann einzeln.

In einem ersten Schritt wirst Du den besten Fingersatz für die Noten finden müssen. Probiere langsam aus, wie sich die Töne in der richtigen Reihenfolge am flüssigsten spielen lassen; wann Du die Position der Hand wie verändern musst.

Hast Du den Klavier Fingersatz einmal gefunden geht es ans Üben. Dabei gehst Du genau gleich vor, wie bei einer klassischen Fingerübung: langsam anfangen, auf die Haltung achten, den Rhythmus einhalten, das Gehör mitarbeiten lassen usw.

Du kannst Dir also immer genau die Übung zusammenstellen, die Du brauchst. Wenn ein bestimmter Lauf oder Rhythmus in einem Stück nicht so klappt, wie Du es gerne hättest: mach eine Übung draus!

Erfahre außerdem, wie Du Partituren fürs Piano vereinfachen kannst!

Fingerübung ohne Klavier

Auch ohne Klavier kannst Du Fingerübungen machen.
Trainiere Deine Finger auch ohne Instrument. | Quelle: Ali Yahya via Unsplash

Am Besten ist es natürlich immer am Instrument selbst zu üben, damit auch alles berücksichtigt und geschult werden kann. Wenn Du aber auch neben dem Üben weitertrainieren willst – in der Bahn, in der Vorlesung, im Wartezimmer, vor dem Fernseher – ist auch das möglich. Du brauchst dazu nichts weiter als Deine beiden Hände.

Es geht darum mit dem Daumen und jeweils einem weiteren Finger einen Kreis zu formen und kurz die Fingerkuppen aufeinander zu drücken und sie wieder zu lösen. Mit dieser Übung kannst Du einerseits Kraft aufbauen, andererseits auch die Unabhängigkeit und Koordination beider Hände trainieren.

Die einfachste Variante ist, sie alle nacheinander durch zu wechseln. Das geht sogar mit beiden Händen gleichzeitig fast von alleine, ohne dass man sich groß konzentrieren muss.

Etwas schwieriger wird’s bereits, wenn man sich eine andere Reihenfolge auferlegt oder mit der linken Hand die genau gegenläufige Richtung zur rechten ausführt. Wenn Dir das immer noch zu einfach ist, sind Deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Jede erdenkliche Kombination und jeder Rhythmus ist erlaubt, solange Du Dich an Deine Vorgabe hältst.

Übungshefte für Klavier Fingersätze

Du hast noch nicht genug und bist auf der Suche nach einer Klavierschule mit einer Sammlung von Fingerübungen, an denen Du Dich abarbeiten kannst? Wir stellen Dir hier zwei Standardwerke zu diesem Thema vor.

Werde ein Piano-Virtuose mit dem Buch von Charles-Louis Hanon

Hanon war Komponist und in Pionier in Sachen Fingerübungen. Seine Idee ist einfach: Sehr einfache bis außerordentlich schwierige Übungen, um die Finger zu lockern, zu kräftigen und sie voneinander unabhängig zu machen.

Die Sammlung Der Klaviervirtuose in 60 Übungen ist in drei Teile mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen gegliedert. Die ersten zwanzig sogenannten Vorübungen sind bereits für Anfänger*innen geeignet. Wer sich einmal bis zu Ende durchgearbeitet hat, solle (laut Autor) alle 60 Übungen täglich wiederholen.

Notiert sind alle Fingerübungen der Klavierschule in C-Dur und es wird empfohlen, sie auch in andere Tonarten zu transponieren und sie in verschiedenen Tempi einzuüben.

Bereits 1873 zum ersten Mal erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt, ist es eines DER Standardwerke unter den Klavierschulen. Genauso oft wie gelobt, wird es jedoch auch kritisiert. Die Übungen haben keinen musikalischen Mehrwert, was gerade moderneren Lernmethoden ein Dorn im Auge ist.

Carl Czerny und die Schule der Geläufigkeit

Auch Carl Czerny ist ein Komponist des 19. Jahrhunderts, der sich in einigen seiner Werke der Ausbildung der Fingerfertigkeit widmete und dafür bis heute bei unzähligen Klavierschüler*innen bekannt ist.

In mehreren Etüden-Sammlungen sind die Noten für Klavierübungen für Anfänger*innen bis weit Fortgeschrittene zusammengestellt. Während manche davon, wie bei Hanon, recht technisch klingen, sind andere recht melodisch und stimmungsvoll.

Die Schule der Geläufigkeit ist das wohl bekannteste Buch von Czerny. Für Anfänger*innen ist sie aber noch etwas zu kompliziert. Als Vorbereitung ist die Vorschule der Geläufigkeit erschienen.

Tipps zum Üben

Beim Klavier lernen ist Regelmäßigkeit der Schlüssel zum Erfolg.
Fingerübungen bringen nur etwas, wenn Du sie korrekt und bewusst ausführst. | Quelle: Tadas Mikuckis via Unsplash

Natürlich gibt es viele Methoden zum Klavierspielen lernen und auch die Fingerübungen von Hanon und Czerny können hilfreich sein. Wie bereits erwähnt, geht es aber auch hierbei immer um das Wie!

Fingerübungen, egal wie trocken sie klingen, sollten nie nur einfach schnell runtergespielt werden. Auch wenn es um eine Routine und einen gewissen Automatismus im Bewegungsablauf geht, muss der Kopf dabeibleiben. Achte auf die Haltung, halte den Rhythmus ein und höre Dir aufmerksam zu.

Gestalte Deinen Übungsplan abwechslungsreich. Stundenlang nur trockene Klavierübungen hoch und runter spielen, wird nicht nur irgendwann langweilig, sondern ist auch ein sehr einseitiges Training. Übe genauso Akkorde und Harmonien.

Wenn Du zulange dasselbe übst und Dich dabei verkrampfst, besteht außerdem eine Verletzungsgefahr. Bei stetiger Überanstrengung kann es zu einer schmerzhaften und langwierigen Sehnenscheidenentzündung kommen, die Dich länger vom Üben abhalten wird. Wenn Dir irgendetwas weh tut, solltest Du also sofort aufhören zu spielen und eine Pause einlegen!

Egal ob Du Deine Fingerfertigkeit mit gezielten Übungen oder durch sorgfältiges Üben eines Stücks verbessern willst: Regelmäßigkeit und Wiederholung sind der Schlüssel zum Erfolg. Übe wenn möglich täglich und wiederhole auch Stellen eines Liedes oder einer Etüde, die schon mal gut geklappt haben. Das Gelernte muss sich noch festigen.

Sei geduldig mit Dir selbst und Deine Finger werden viel eher virtuos über die Tasten flitzen! Schau nach Klavierunterricht München und leg los!

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.