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Welche Übungen trainieren die Fingerfertigkeit von Pianisten?

Von Bertine, veröffentlicht am 17/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Dank der richtigen Fingerübungen Klavier Virtuose werden

Klavierspielen lernen erfordert eine Reihe von Eigenschaften: Motivation, Entschlossenheit, musikalisches Gehör und … eine gewisse Fingerfertigkeit.

Persönlich arbeite ich jedes Mal, wenn ich mich ans Klavier setze, an meiner Fingerfertigkeit.

Meine Finger waren anfangs nicht sehr beweglich, es war daher notwendig, doppelt soviel Zeit in diesen technischen Aspekt zu investieren.

Auch jemand, der „kleine Hände“ hat, kann diesen Nachteil durch hohe Flexibilität, eine gute Geschwindigkeit der Ausführung und Präzision kompensieren. 

Ich vergleiche oft die Musik mit Sport. Beides erfordert eine Aufwärmphase, regelmäßiges Training und körperliche und geistige Qualitäten.

In diesem Sinne widme ich mich mit Hingabe meinen Fingerübungen, was vielleicht weniger glamourös, aber genauso wichtig ist wie der Rest beim Klavierspiel.

Was versteht man unter Fingerfertigkeit beim Klavierspielen?

Beim Klavierspiel ist Fingerfertigkeit die Fähigkeit, die Finger mit großer Präzision und hoher Geschwindigkeit auf der Tastatur zu bewegen.

Dies kann auch als Flexibilität bezeichnet werden.

Eine gute Fingerfertigkeit bedeutet, dass wir in der Lage sind, komplizierte Akkorde schnell und flüssig aneinander zu reihen.

Präzisionsarbeit ist für einen Pianisten unabdingbar, unabhängig von seinem Niveau und seiner Erfahrung. An seiner Fingerfertigkeit kann man sein ganzes Leben lang arbeiten, auch wenn Du bereits ein versierter Pianist bist.

Wie ein Sportler muss ein Musiker täglich seine Flexibilität, seine Schnelligkeit, seine Agilität trainieren. Dafür gibt es Übungen und Unterricht.

Welche Pianisten arbeiten an ihrer Fingerfertigkeit?

Die Antwort auf diese Frage ist sehr einfach: ALLE!!

Jeder Pianist, der etwas auf sich hält, arbeitet zu jeder Zeit an seiner Flexibilität. Die Fingerfertigkeit zu trainieren, bedeutet, an der Qualität des Spiels zu arbeiten.Wenn du spielen willst, was du möchtest, dann arbeite an Deiner Fingerfertigkeit.

Egal, ob man bereits existierende Stücke übt, Gesang am Klavier begleitet oder sogar (und vor allem) selbst Klavierstücke komponiert: Wenn Du vergisst, zu trainieren, werden sich auch irgendwann Deine Fortschritte verlangsamen.

Aber keine Bange: Es gibt eine sehr große Anzahl von Hilfsmitteln, um diese Bremse zu vermeiden.

Fingerfertigkeit: Klavierübungen für Anfänger

In welchem Bereich auch immer, wir haben alle mindestens einmal diesen Ausspruch gehört oder selbst gesagt, wenn wir oder jemand anderes mit etwas beginnt: „Er übt noch seine Tonleitern.“

Warum spielt man Tonleitern? Weil sie eine sehr effektive Übung sind, um sich vor dem Klavierunterricht aufzuwärmen.

Außerdem arbeitest Du an der Geschicklichkeit Deiner Finger. Warum?

Beginne mit der C-Tonleiter. Selbst wenn sie sich nur auf den weißen Tasten abspielt, macht der Wechsel der Daumen die Sache nicht einfach. Dann übst Du die D-Tonleiter, die E-Tonleiter usw.

Was nutzen Fingerübungen? Mit Fingerübungen kann man gar nicht früh genug anfangen. | Quelle: Pixabay

Dabei wirst Du immer schneller. Es ist diese Veränderung der Geschwindigkeit, die uns voranbringen wird.

Zunächst die rechte Hand alleine, dann die linke, und schließlich beide Hände, um an der Koordination zu arbeiten.

Die Tonleitern sind die Basis-Übungen jedes Pianisten. Tonleitern spielen ist Klavier spielen. 

Hanon & Czerny 

Diese Übungen, die in Büchern zusammengefasst sind und vom Komponisten gleichen Namens stammen, erfüllen keinerlei musikalischen Zweck.

Das Ziel ist wirklich, lediglich sein Spiel, seine Technik und seine Geschicklichkeit zu verbessern.

Hanon und die Bedeutung des Daumens

Hanon war Komponist. Ein Pionier in Sachen Fingerübungen. Seine Idee ist einfach: Leichte Übungen, nur auf den weißen Tasten, um die Finger zu lockern und sie voneinander unabhängig zu machen. 

Er stellte seine Übungen in Büchern mit insgesamt etwa zwanzig Übungen zusammen. Übungen, die man nach Belieben immer wieder machen kann, deren Geschwindigkeit geändert werden kann, um die Schwierigkeit zu steigern.

Auch der Daumen bekommt bei diesen Übungen viel Arbeit. Er soll gestärkt werden, indem er oft über den Zeigefinger, den Mittelfinger oder den Ringfinger geführt wird.

Cerny und die Bedeutung der Schnelligkeit

Für Czerny liegt die Wichtigkeit der Übungen eher in der Geschwindigkeit der Sequenzen und in der Unabhängigkeit der einzelnen Finger voneinander. Auch hier wird auf den weißen Tasten gearbeitet.

Man könnte meinen, dass diese Übungsbücher nur für Anfänger sind. Weit gefehlt!

Es ist ratsam, seinen Fingerübungen regelmäßig Zeit zu widmen und dabei die Geschwindigkeit und eventuell den Fingersatz zu ändern, um die Schwierigkeit zu steigern. Die Arbeit mit diesen Übungen ist sehr effektiv als Vorbereitung auf das Klavierspiel.

Tipps für die Fingerfertigkeit beim Klavier Spielen Lernen

Natürlich gibt es viele Methoden zum Klavierspielen lernen und auch die Fingerübungen von Hanon, Czerny oder van de Velde helfen Dir dabei.

Aber darüber hinaus gibt es auch noch einige hilfreiche Tipps.

Jeder kann sich kleine Übungen ausdenken, um seine Finger zu trainieren – ganz egal, ob Du lieber am Klavier oder auf dem Keyboard lernen willst.

Erstelle Deine eigenen Übungen

Zum Beispiel kannst Du Dir eine Fingerkombination vorstellen (Beispiel: 1-3-2-4-3-5 für die rechte Hand und 5-3-4-2-3-1 für die linke Hand) und sie dann immer schneller wiederholen.

Der Vorteil dieser Übung besteht darin, seine Stärken und Schwächen in Bezug auf die Fingersätze zu kennen und präziser zu arbeiten. 

Dabei kannst Du Deiner Phantasie, Deiner Kreativität und Deinem Erfindungsreichtum freien Lauf lassen, um immer neue Übungen zu finden, die Dir entsprechen, je nach Können und Bedarf.

Hieran erkennt man auch einen guten Lehrer: Er sollte in der Lage sein, die Fähigkeiten und die Fortschritte seines Schülers richtig einzuschätzen.

Einfache Akkorde aneinanderreihen

Du kannst auch üben, zunächst einfache Akkorde zu spielen, und dann die Schwierigkeit steigern, indem Du nicht auf die Tastatur schaust.

Achte dabei darauf, dass Deine Hände ausgeglichen positioniert sind.

Diese Übung trainiert das visuelle Gedächtnis und lässt Dich eins mit der Tastatur werden.

Ein Pianist, der nur sehr wenig auf die Tastatur schaut, kann sich besser auf seine Partitur und sein Stück konzentrieren.

Wie lange sollte man als Pianist seine Finger trainieren?

Die Investition kann minimal sein, aber damit es sich auszahlt, solltest Du regelmäßig trainieren.

Aber wann und wie lange?

10 Minuten pro Tag sind genug!

Es gibt keinen idealen Moment, um Deine Fingerfertigkeit zu trainieren. Entweder bevor Du das Stück, das Du gerade lernst, spielst oder danach oder am am Anfang oder am Ende des Klavierunterrichts.

Wichtig ist, nicht zu viel und nicht zu wenig zu trainieren. Zwischen 5 und 10 Minuten pro Stunde genügen. Wenn Du vor dem Klavierspiel trainierst, dient das auch dem Aufwärmen der Finger.

Wenn Du Deine Übungen nach dem Klavierspielen machst, fordert das die Muskeln zusätzlich und Du gewinnst an Flexibilität, wie ein Turner.

Vergiss dabei nicht, dass Muskeln und Sehnen am Klavier gefordert werden und bei Überanstrengung das Risiko einer Sehnenentzündung oder anderer Verletzungen besteht. Also übertreibe es nicht!

Regelmäßigkeit: Der Schlüssel zum Erfolg

Die Fingerfertigkeit kann jederzeit trainiert werden. Wenn Du regelmäßig arbeitest, wirst Du bald schneller, länger, präziser und natürlich auch schöner spielen.

Wie bei jeder anderen Aktivität wird Fortschritt nur durch regelmäßiges Training erreicht. Natürlich solltest Du von Zeit zu Zeit Pausen einlegen, um Verletzungen zu vermeiden.

Übertreibe es nicht mit den Fingerübungen, um Verletzungen zu vermeiden. | Quelle: Pixabay

Aber nicht regelmäßig zu trainieren, birgt ebenfalls Risiken: Das Risiko der Stagnation oder sogar einer Regression!

Welchen Nutzen hat eine hohe Geschicklichkeit mit den Fingern beim Klavierspiel?

Ganz einfach eine verbesserte Performanz in allen Bereichen, besonders eine erhöhte Geschwindigkeit und Präzision des Fingersatzes.

Und ein technisch guter Pianist hat auch mehr Freude am Spielen. Die Musik, das Klavierspiel muss ein Vergnügen bleiben.

Alle Übungen, die es dem Pianisten ermöglichen, Fortschritte zu machen und sein Spiel zu verbessern, lohnen sich. Die Schwierigkeit der Übungen sollte an das Zielniveau angepasst werden und die Übungen regelmäßig gemacht werden.

ƒFingerfertigkeit ist ein ganz wesentliches Element für einen Pianisten.

Darüber hinaus werden die Übungen Dir helfen, besser zu improvisieren.

Du solltest konstant daran arbeiten, ein immer besserer Musiker zu werden.

Bleibt die Frage, welche anderen Aspekte des Spiels nicht vernachlässigt werden sollten. Die Fingerfertigkeit kann nicht das einzige sein, woran Pianisten arbeiten müssen. Noten lesen? Musikalisches Gehör? Der Fingersatz? Die Positionierung der Hände?

Viele Bereiche haben eine Verbesserungsspanne. Und sind genauso wichtig wie die Fingerfertigkeit. Aber das ist ein anderes Thema.

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