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Wie schreibe ich ein Musikstück fürs Klavier?

Von Bertine, veröffentlicht am 17/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Wie kann ich am Klavier ein Musikstück komponieren?

Klavier Spielen Lernen ist anfangs nicht so leicht.

Das Lernen von Stücken, die andere komponiert haben, ist nach wie vor die gängigste Praxis des Klavierunterrichts. Man lernt, die Noten zu lesen, und dann das Stück so getreu wie möglich zu spielen, ohne die Gewissheit zu haben, dass man das auch wirklich tut.

Wenn man ein ausreichend gutes Niveau erreicht hat, kann man anfangen, seine eigenen Stücke zu komponieren.

Natürlich erfordert dies einiges an Können und einen kreativen Geist, um sich ein fertiges Stück vorstellen und aufschreiben zu können.

Aber es gibt Hilfen, um selbst ein schönes Klavierstück zu komponieren und sein Können zu vertiefen. 

Was musst Du können, bevor Du selbst am Klavier komponieren kannst?

Ein Musikstück, noch dazu eines für Klavier, schüttelt man nicht mal eben aus dem Ärmel, das ist klar.

Die verschiedenen Etappen der Schöpfung eines Musikstückes sollte man dabei schon respektieren.

Natürlich gibt es bereits unzählige Klavierstücke und Komponisten, weshalb Du vorsichtig sein musst, nicht des Plagiats beschuldigt zu werden, wenn Du Dich zu sehr von einem anderen Künstler inspirieren lässt.

Wenn Du Dir dessen bewusst bist, kannst Du mit dem Komponieren beginnen.

Über musikalische Referenzen verfügen und sie nutzen

Wenn Du anfängst, Klavier zu lernen, dann normalerweise, weil Du Musik liebst.

Und wer Musik liebt, verfügt zumeist auch über eine breitgefächerte Musikkultur.

Diese Kultur ermöglicht Dir, die Strukturen eines Stückes zu identifizieren und zu verstehen, wie Musik „funktioniert“.

Wenn du verstanden hast, dass die meisten Stücke auf ähnliche Art und Weise aufgebaut sind, ist es einfacher, selbst ein Stück zu komponieren.

Solide Kenntnisse sind Voraussetzung für eigene Kompositionen. | Quelle: Pexels

In einem zweiten Schritt kannst Du eine gewisse musikalische Sensibilität schulen, die es viel einfacher macht, sich den Musikstil vorzustellen, in dem Du komponieren möchtest.

Du solltest bereits über solide Fähigkeiten verfügen.

Ein Pianist, der gerade erst lernt, halbwegs passabel Klavier zu spielen, hat nicht genug Grundlagen und Übung, um ein Musikstück zu komponieren, das diesen Namen verdient.

Bevor man in der Lage ist, eigenständig Musik zu schreiben, sollte man alle Akkorde und Partitionen beherrschen.

Du solltest alle Stücke dieser Welt problemlos spielen können und nicht die geringsten Schwierigkeiten mit dem Lesen der Noten haben.

Du siehst: So schnell wird man kein großer Komponist!

Mehrere Jahre Klavierspiel und musikalische Stilentdeckungen sind notwendig, bevor Du anfangen kannst, eigene Stücke zu komponieren.

Professioneller Klavierunterricht ist daher für Dein Vorhaben unumgänglich.

Ein Klavierstück komponieren – Schritt für Schritt

Wenn alle vorhergehenden Schritte abgeschlossen sind und der Pianist alle Werkzeuge zum Komponieren hat, kann er sich den Schritten widmen, die zu einem fertigen Klavierstück führen.

Dafür gibt es wissenswerte Tipps und Techniken, die man lernen kann. 

Zuerst der Text oder zuerst die Musik?

Viele Komponisten werden Dir raten, die Musik nach dem Schreiben des Textes zu komponieren.

Die Gründe liegen auf der Hand: Es ist einfacher, ein musikalisches Universum zu schaffen, wenn der Text geschrieben und das Stück strukturiert ist (Verse, Strophen, Refrain, Semantik, Länge des Stücks usw.).

Wenn man das bereits hat, fällt es leichter, sich ein Tempo und den musikalischen Ton des Stückes vorzustellen.

Zuerst die Melodie oder zuerst der Text? Beides hat Vor- und Nachteile. | Quelle: Pexels

Es ist natürlich auch möglich, die Musik vor dem Schreiben des Textes zu komponieren. Wenn Du besonders einfallsreich bist, was die Musik angeht, kann es für Dich so herum einfacher sein.

Manchen Komponisten fällt es leichter, die Reime zu finden, wenn sie bereits das Tempo und den Ton zur Verfügung haben.

Probiere es aus!

Wie wählt man die Hauptakkorde?

Wenn Du mit dem Komponieren eines Stückes beginnst, musst Du zuerst vier Haupt-Akkorde definieren.

90% aller Musikstücke sind um diese vier Akkorde herum aufgebaut.

Es ist zweifellos der wichtigste Schritt, sie gut auszuwählen und sich die melodische Identität vorzustellen, die man dem Stück geben möchte.

Die erste Wahl, die Du zu treffen hast, ist die zwischen Moll-Akkorden und Dur-Akkorden. Die am häufigsten verwendeten Akkorde in modernen Stücken, sind C-, H- und G-Akkorde.

Entweder nimmst Du also diese Akkorde, weil sie gerade in Mode sind, oder du innovierst und entscheidest Dich für einen anderen Ton.  

Wie strukturiert man die Melodie um diese Hauptakkorde?

Das Hauptakkordquartett bildet den Bass, der von der linken Hand gespielt wird.

Vom Bass ausgehend, wird die passende Melodie für die rechte Hand komponiert.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Akkorde: Wenn Du ein Akkord-Stück (links und rechts) komponierst, bekommt das Stück eine dynamische, rhythmische Komponente. Wenn Du Dich für ein Stück dieses Stils entscheidest, solltest Du darauf achten, die Rhythmen zu variieren und Stil-Effekte für die Finger einzubauen, um das Stück aufzulockern.
  • Arpeggios: Arpeggios werden verwendet, um die Melodie fließend zu machen. Die Akkorde werden gebrochen, um dem Stück Fluss und Harmonie zu verleihen. Beispiel: Anstatt einen Akkord C-E-G zu spielen, spielst Du das C, dann das E und dann das G und zwar immer wieder hintereinander, wie bei einer Harfe.

Beide Methoden bieten Vor- und Nachteile. Das sagen selbst die besten Komponisten der Welt.

Welche Rolle spielt die Improvisation?

Die letzte Komponente, die im Kompositionsprozess nicht zu vernachlässigen ist, ist die Improvisation.

Das ist der Bereich, in dem die ganze Fantasie und Virtuosität des Musikers sich voll entfalten kann und der Pianist seine Fingerfertigkeit unter Beweis stellen kann!

Ein Tipp: Nimm diese Momente der Improvisation immer auf (auch während einer Klavierstunde). Denn wenn uns spontan etwas Interessantes einfällt, bedeutet das nicht, dass wir uns später noch daran erinnern, was es war…

Es muss keine spektakuläre Ausrüstung sein, aber nimm Deine Musik auf! | Quelle: Pexels

So ist die Aufnahme mit einem Mikrofon oder einem Diktiergerät ein Trick, der Dich später retten kann, wenn Du spontan einen melodischen Fund auf der Tastatur machst.

Schreiben und aufzeichnen: Wie läuft das ab?

Musikalisches Schreiben: die vorletzte Schaffensphase

Nachdem wir Melodien, Rhythmen und Akkorde aufgeschrieben, ausprobiert und wieder und wieder getestet haben, bringen wir die Ergebnisse, die Funde, auf Papier.

Musiktheorie und musikalisches Schreiben zu beherrschen, ist dabei fast unverzichtbar. Das Schreiben hilft, die Logik und das Gleichgewicht des Stückes zu verfeinern.

Außerdem kann man beim Schreiben noch kleine Effekte hinzufügen, die das Stück runder machen.

Es passiert auch beim Schreiben, dass wir die Musik an den Text anpassen. Dadurch bekommt das Stück eine Logik, einen rhythmischen und melodischen Sinn.

Das Schreiben ist ein also ein sehr wichtiger Schritt. Es ist sozusagen die Spur, die der Musiker hinterlässt.

Heute gibt es zwar Schreibsoftwares, die die Arbeit erleichtern, aber Blatt und Stift bleiben immer noch die zuverlässigsten Werkzeuge.

Wie zeichnest Du Dein Stück auf?

Dies ist der letzte Schritt, wenn alles fertig ist. Natürlich brauchst Du zum Aufnehmen das richtige Material: Ein oder zwei Mikrofone von guter Qualität und eine Aufnahmesoftware.

Das Aufnehmen von Musik erfordert viel Geduld!

Du musst damit rechnen, dass eine einzige Aufnahme nicht reichen wird. Für ein perfektes Ergebnis muss jedes Detail stimmen.

Wenn Du zu hastig arbeitest, führt das zu Fehlern, die Deiner Musik schaden. Das sollte nicht passieren.

Wer sein Stück aufnimmt, um es zu veröffentlichen, ist nicht mehr alleiniger Besitzer seiner Komposition.

Alle großen Klavierkomponisten betrachten ihre Stücke als öffentliches Eigentum. Und Du wirst sehen, dass das ein ganz besonderes Gefühl ist!

So wirst Du Klavier-Komponist

Wenn Du ein Stück komponierst, nachdem Du bereits ein paar Jahre Klavier gespielt hast, ist das eine der aufregendsten Herausforderungen, der Du Dich stellen kannst!

Es erfordert sowohl technische als auch organisatorische Fähigkeiten, die selbst im Alltag wichtig sind.

Das Komponieren schult die Phantasie und vielleicht entdeckst Du in Dir ein Talent, das Du vorher nicht vermutet hättest!

Die Art und Weise, wie wir Klavier spielen, spiegelt oft unsere Persönlichkeit wider. Und ein solches künstlerisches Projekt wie das Komponieren eines eigenen Musikstückes bis zum Ende durchzuziehen, stärkt das Selbstvertrauen ungemein.

Und Selbstvertrauen braucht man nicht nur für den Klavierunterricht. Es ist jeden Tag nützlich, bei jedem Projekt!

Komponiere keine zu komplexen Stücke

Der Fehler, der oft beim Komponieren von Musik gemacht wird, ist, die Dinge zu verkomplizieren.

Einfachheit ist der Schlüssel zur Schönheit. Klarheit ist der Schlüssel zur Perfektion.

Finde einfach eine einfache Melodie, entwickle sie, gib ihr eine besondere Note und beende sie.

Ich kenne einen sehr talentierten Pianisten, der unglaubliche Melodien schreibt, aber seine Lieder sind zu lang.

Einige Klavierstunden könnten ihm die folgenden methodischen Elemente beibringen:

  1. A) Melodie (Intro)
  2. A) Melodie (Wiederholung)
  3. B) Refrain (einfache Version)
  4. C) Bridge
  5. A) Melodie
  6. B) Refrain (einfache Version)
  7. C) Bridge
  8. A) Melodie
  9. D) Tonartwechsel nach oben
  10. B) Refrain (komplexe Version)
  11. C) Bridge (mit Verzierung)
  12. D) Change-up (mit viel Verzierung, wird zum Ostinato)
  13. B) Refrain (mit viel Verzierung)
  14. A) Melodie
  15. B) Refrain (einfache Version)
  16. C) Bridge
  17. A) Melodie (Ende)

Vielleicht werden wir schon bald Deine Melodie hören können?

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