Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport
Teilen

Wie werde ich ein guter Klavierspieler?

Von Bertine, veröffentlicht am 19/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Pianist Werden: Tipps & praktische Ratschläge

Klavier Lernen ist nicht einfach. Am Wichtigsten sind Motivation und Herzblut.

Der Weg von der anfänglichen Musiktheorie über den Klavierunterricht für Anfänger bis hin zur fortgeschrittenen Stufe, auf der ein Pianist seine eigene Musik komponiert, kann hart und steinig sein.

Um Klavier spielen zu lernen, ist es notwendig, mit viel Fleiß und Regelmäßigkeit bei der Sache zu bleiben, um weiterzukommen.

Lass Dich nicht entmutigen und überspringe keine der einzelnen Stufen.

Zuerst musst Du lernen, Klaviernoten zu lesen, dann lernst Du die Musiktheorie. Dann musst Du Deine Fingerfertigkeit trainieren und die Koordination des Spiels mit beiden Händen lernen.

Sich am Klavier wohl zu fühlen, eine Partitur lesen zu können, wie man ein Buch liest, spielen und improvisieren, selber komponieren – all das wird nach ein paar Jahren Übung kommen.

Hier sind unsere Tipps, um Pianist zu werden und richtig gut Klavier zu spielen.

Wann solltest Du Klavier spielen?

Um Klavier zu spielen und wirkliche Fortschritte zu sehen, ist es wichtig, dass einige Schlüsselparameter erfüllt sind.

Du brauchst:

  • Zeit
  • Motivation
  • Willen
  • Disziplin
  • musikalisches Gespür

Während des Klavierunterrichts ist es am Lehrer, Dir eine bestimmte Arbeitsmethode zu vermitteln, die Erfolge zeigt und seinen Schüler voranbringt.

Aber zwischen zwei Unterrichtsstunden steht er nicht hinter Dir und schaut Dir über die Schulter: Üben musst Du schon allein.

Die Frage, die sich Dir stellt, ist die Häufigkeit und Qualität Deiner persönlichen Arbeit.

Klavierspielen bedeutet Regelmäßigkeit in der Arbeit: Drei Stunden lang sporadisch oder kurz vor dem Klavierunterricht zu spielen, bringt Dich nicht weiter, wenn diese Übungen ineffizient sind.

Es ist wichtig, Konzentration zu mobilisieren und sich neu Erlerntes einzuprägen und das schafft man eher durch Regelmäßigkeit.

Auf die Frage „Wann soll ich Klavier spielen?“ könnte man antworten: Wenn Dir danach ist.

Es mag offensichtlich sein, aber es ist die Freude am Spielen, durch die die Motivation entsteht, an seinem Klavierspiel zu arbeiten. Außerdem ist die Häufigkeit effektiven Übens wichtig.

Kurz vor dem Klavierunterricht noch mal schnell zwei Stunden zu üben, ist sicherlich der beste Weg, um Dein Lerntempo zu verlangsamen.

Am besten wäre, wenn Du es schaffst, täglich eine halbe Stunde Deines Tagesplans für Dein Klavier zu reservieren.

Sich jeden Tag einen Moment Zeit für das Klavierspiel zu nehmen, mag bedeuten, dass Du auf andere tägliche Aktivitäten verzichten musst.

Wenn Du wirklich motiviert bist und Fortschritte machen möchtest, sollte eine Änderung Deines Zeitplans kein zu großes Opfer sein.

Ein Vorschlag von Superprof: Setze Dich am Abend nach dem Abendessen 30 Minuten ans Klavier, anstatt gleich den Fernseher einzuschalten – das ist eine viel entspannendere und kreativere Aktivität.

Du findest keine Zeit? Mache das Klavier zu Deiner täglichen Oase der Ruhe. | Quelle: Pixabay

In Bezug auf das Arbeitstempo gilt für alle Instrumente: Wir haben nicht alle die gleichen musikalischen Prädispositionen, es gibt also kein Wunderrezept.

Einige Lehrlingspianisten kommen schneller voran als andere.

Manche lernen in einer Stunde, das zu spielen, was andere in vier Stunden lernen. Das hängt auch von der Motivation jedes Einzelnen ab.

Zwei Faktoren betreffen aber absolut alle Schüler:

  • Das Üben muss ein Vergnügen bleiben
  • Du musst Deine Konzentration und Dein Gedächtnis mobilisieren, damit Du weiterkommst

Je mehr Du übst, desto gelenkiger werden Deine Finger und Du wirst bald über mehrere Oktaven spielen können. Deine Fingerfertigkeit wird sich stetig verbessern.

Wie trainierst Du Deine Fingerfertigkeit am Klavier?

Die Gelenkigkeit der Finger ist für viele Lehrlingspianisten eine Herausforderung. Dein Klavierlehrer kann Dir helfen, indem er Dir gute Übungen zeigt.

Fingerfertigkeit ist die Fähigkeit, auf der Tastatur mobil zu sein.

Manchmal liegt die Schwierigkeit darin, schnell spielen zu müssen, und manchmal darin, dass die Noten, die Du spielen musst, weit voneinander entfernt sind.

Die Finger auf dem Klavier zu bewegen und gleichzeitig das richtige Tempo exakt zu halten – das ist nicht so einfach.

Anfangs sind die Hände angespannt und die Sehnen nicht geschmeidig.

Um gut Klavier zu spielen und eine gewisse Fingerfertigkeit zu erlangen, gibt es nur eine Lösung: Arbeit.

  • Spiele Oktaven rauf und runter
  • Übe, Klavierakkorde schnell und reibungslos aneinander zu reihen
  • Mache Übungen, um die Finger zu spreizen
  • Beuge und strecke die Finger, um sie zu lockern
  • Spiele langsam mit jeder Hand Tonleitern mit Achtelnoten und erhöhe langsam das Tempo
  • Übe, einfache Akkorden in Dur und Moll aneinander zu reihen (C, F, G, A)
  • Übe, beim Klavierspielen nicht auf die Finger zu schauen, sondern auf die Partitur

Diese Übungen werden Deine Genauigkeit und die Qualität Deines Spiels verbessern.

Sie sind unerlässlich, wenn Du eines Tages Deine eigene Musik komponieren möchtest, also ein ausgezeichneter Pianist werden willst!

Wie trainiere ich die Fingerfertigkeit? Pianisten dürfen ihre Fingerübungen nicht vernachlässigen. | Quelle: Pixabay

Wenn Du gelernt hast, Tonleitern in schnellem Tempo zu spielen, dann arbeite weiter an Deiner Koordination, indem Du Passagen mit der linken Hand und dann mit Deiner rechten Hand spielst, bevor Du sie mit beiden Händen spielst. Zuerst langsam, dann schnell.

Spiele vor dem Klavierunterricht zu Hause oder in der Musikschule ein paar Tonleitern.

Diese Übung streckt nicht nur Deine Finger, sondern hilft Dir dabei, Dein musikalisches Gehör zu trainieren.

Außerdem kannst Du dank der Tonleitern Akkorde anderer Musiker wie Gitarristen, Flötisten, Klarinettisten, Akkordeonisten usw. improvisieren.

Ein angehender Pianist, der seine Tonleitern übt, wird schnell weiterkommen.

Verwende ein gutes Klavierlehrbuch: Hanon und Cherny, zwei Pianisten, haben beispielsweise in kleinen Heftchen technische Übungen zusammengestellt, um die Finger zu lockern und die Akkordfolge zu beschleunigen.

Um die Fingerfertigkeit zu trainieren, ist es wichtig, technische Übungen regelmäßig zu wiederholen.

Das wird auch Deine Spielgenauigkeit verbessern und Deine Finger dazu bringen, besser Klavier zu spielen.

Ein guter Pianist ist in der Lage, seine Klavierakkorde und Arpeggios präzise zu verflüssigen. Es ist gutes Gefühl, wenn es endlich gelingt!

Es macht Spaß, sich darauf zu konzentrieren. Indem Du allmählich ein immer besserer Musiker wirst, ziehst Du Freude und Befriedigung aus Deinen Bemühungen.

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Pianisten ist nicht ganz einfach: Zu lernen, gleichzeitig zu singen und zu spielen.

Wie lerne ich, gleichzeitig zu singen und zu spielen?

Singen und gleichzeitig Klavier Spielen ist fast wie zwei Instrumente gleichzeitig zu spielen.

Selbst wenn Du schon eine Weile Klavierunterricht hast, passiert es schnell, dass Du Dich in Deinen Akkorden verirrst, wenn Du Dich auf Deinen Gesang konzentrierst und umgekehrt. Auch kommt man schnell aus dem Takt.

Um gleichzeitig Klavier zu spielen und zu singen, ist es wichtig, zuerst den Klavier- und dann den Gesangsteil perfekt zu beherrschen, um beide problemlos zusammenzufügen.

Eine zweite Synchronisationsaufgabe findet also nicht nur zwischen den beiden Händen, sondern auch zwischen der Stimme und den Händen statt.

So wie die Handkoordination für Anfänger, musst Du erst trainieren, die Teile des Songs zu spielen, und dann den Songtext separat singen lernen.

Dies setzt voraus, ein musikalisch relativ einfaches Lied auszuwählen: Nicht mehr als vier einfache Akkorde, keine komplexen Verkettungen, keine Sprünge in der Tonlage, kein Offbeat.

Wähle ein binäres Stück (zweier- oder Vierertakt) ohne schwierige Noten (ganze oder Achtelnoten).

Ein weiterer Trick, um zu lernen, gleichzeitig zu singen und zu spielen: Summe die Melodie beim Spielen.

Diese Technik fördert das Auswendiglernen von Klavierstücken. Durch genaues Zuhören, trainierst Du Dein musikalisches Gehör und kannst in das Originalstück „eintauchen“.

Um gleichzeitig zu singen und Klavier zu spielen, musst Du nach einer guten Interpretation für Klavier und Gesang suchen.

Dafür ist es am besten, sich den Text und die Intonation des Originals genau einzuprägen.

Singen und Spielen gleichzeitig? Elton bekommt es hin! | Quelle: Pixabay

Zusammengefasst sind hier sind die wichtigsten Tipps zum gleichzeitigen Singen und Spielen:

  • Sei geduldig, entschlossen, beharrlich
  • Nimm eine gute Haltung an: Den Rücken gerade, das Bauchfell nicht eingeklemmt, atme durch den Bauch
  • Übe den Klavierpart und den Gesangsteil separat
  • Wähle ein einfaches Lied
  • Sprich den Text des Liedes beim Spielen (um zu sehen, ob Du es gut verinnerlicht hast)
  • Höre Dir das Original mehrmals genau an
  • Zerlege die Silben der Texte und achte darauf, welche Silbe auf welche Note fällt
  • Benutze einen Rhythmusmarker (Metronom oder Fuß)

Bei einem komplexen Lied kann die Interpretationsphase schwierig sein. Dann ist es notwendig, die Musik zu vereinfachen.

Dein Lehrer ist nicht nur dafür da, Dir eine Klaviermethode beizubringen, er kann Dir auch dabei helfen, ein komplexes Stück zu vereinfachen.

Wie vereinfacht man ein Stück am Klavier?

Es kann nützlich und notwendig sein, eine Klaviermusik zugänglicher zu machen.

Manche Stücke sind fast nicht zu entziffern, vor allem, wenn sie Akkord-Substitutionen enthalten (die vor allem für Jazzklavier verwendet werden), die zumindest für die Phase der Assimilation eines Klavierstückes entbehrlich sind.

Die Vereinfachung des Stücks, das heißt, eine einfachere Anordnung des Stücks für Klavier zu finden, kann notwendig sein, wenn der Schüler noch nicht so lange Klavier spielt.

Das Stück wird also an das Niveau des Pianisten angepasst.

Man sollte das Stück perfekt kennen und mehrmals gehört haben, um es zu vereinfachen.

Achte während des aktiven Hörens auf die Akkordnoten des Liedes und spiele sie auf dem Klavier.

Durch diese Übung machst Du schnell Fortschritte, besonders wenn Du gerade erst anfängst, Klavier lernen.

Identifiziere die Akkorde des Stücks und übe, sie im Tempo des Stücks zu spielen.

Wenn wir ein Stück entschlüsseln, suchen wir zuerst nach Akkorden.

Genauer: Wir suchen nach der ersten Note jedes Akkords. Sie ist ein wichtiger Anhaltspunkt, um die verschiedenen Akkorde zu identifizieren.

Dann sucht der Pianist nach der Terz und der Quinte, findet heraus, ob er Moll oder Dur spielen muss, ob es Siebtel- oder Neuntelnoten gibt …

Die Vereinfachung eines Klavierstücks bedeutet daher, die Musiktheorie und den Aufbau der Akkorde zu kennen.

Und wenn Du an Deiner Fingerfertigkeit gearbeitet hast, solltest Du in der Lage sein, Akkorde und Arpeggios aneinander zu reihen.

Wie komponiere ich ein Klavierstück?

Hier sind ein paar Tipps, um Komponist zu werden:

Kenne die Musiktheorie und sei mit einem kreativen Geist gesegnet.

Verfüge über solide technische Grundlagen am Klavier: Anfänger komponieren nicht.

Auf jeden Fall solltest Du wissen, wie man Akkorde aneinanderreiht und Umkehrungen, Unterbrechungen des Rhythmus und Nuancen meistern.

Außerdem erfordert das Komponieren eine gute Musikkultur, um die verschiedenen Klavierstile zu kennen.

Und natürlich solltest Du Noten lesen können wie Buchstaben. Notenlehre ist wie das Lernen einer neuen Sprache, der Sprache des Komponisten.

Wenn Du Deine Partitur nicht wie in der letzten Klavierstunde lesen kannst, findest Du online Kurse in Notenlehre.

Wie kann ich meine eigenen Klavierstücke komponieren? Um Klaviermusik zu komponieren, benötigt man Können, Konzentration, Kreativität – und etwas Koffein…! | Quelle: Unsplash

Komponieren am Klavier regt Phantasie und Kreativität an. Es ist eine schwierige, aber lohnende Übung, die Dir Selbstvertrauen schenken wird.

Benutze ein Metronom, um den Rhythmus zu halten. Es wird Dir helfen, weil Du die Taktschläge nur dann hörst, wenn Du ein falsches Tempo spielst …

Du brauchst eine Vorstellung von der rhythmischen Natur des Stückes, das Du schreiben möchtest: Soll es ein Walzer oder ein binäres Stück werden?

Leitende Akkorde ermöglichen Dir, Brücken zwischen den verschiedenen Höhepunkten des Taktes zu schaffen, gleichzeitig aber das Hauptthema der komponierten Musik zu bewahren.

Wähle den richtigen Modus. Moll-Akkorde oder -Arpeggien geben Deinem Klavierstück eine melancholische Dynamik.

Im Gegensatz dazu werden Akkorde in Dur Deine Komposition zu einem eher fröhlichen Stück machen. Das musst Du entscheiden und dabei auch Deinen Text und die Botschaft des Stückes berücksichtigen.

Wähle Akkorde, die gut zusammenpassen: Wenn Du von Moll-Akkorden zu Dur-Akkorden wechselst, ist es wahrscheinlich, dass Deine Komposition nicht harmonisch klingt.

Wenn diese Arbeit getan ist, dann ist es wie mit einem Schriftsteller auf der Suche nach einem Szenario für seinen Roman: Du musst Deine Art zu spielen etablieren, in einfachen Akkorden oder Arpeggios.

In einfachen Akkorden klingt der Rhythmus Deines Klavierstücks abgehackt. Spielst Du Arpeggien mit der linken Hand, reihen sich die Akkorde harmonisch aneinander.

Ein letzter Trick, um ein versierter Pianist zu werden: Es ist sehr wichtig Deine Improvisationen immer aufzunehmen.

Es ist ärgerlich, wenn man etwas Gutes gefunden hat und sich nachher nicht mehr erinnert, was es war.

Deine Stimmung schwankt von Tag zu Tag und niemand ist immer inspiriert.

Das macht es oft schwierig, die musikalischen Funde des Vortages zu reproduzieren. Also schreibe sie auf oder nimm sie auf!

Mache gleich mehrere Aufnahmen mit einem Mikrofon und einer Musiksoftware und lasse Dich von Deinem Gefühl tragen.

Das ist der beste Weg, gute Klavierimprovisationen aufzunehmen.

Bei einem Notenheft besteht die Schwierigkeit darin, die Partituren Deiner eigenen Kreationen zu schreiben. Dafür musst Du die Notenlehre perfekt beherrschen.

Es ein weiter, steiniger Weg, Pianist zu werden und wirklich gut Klavier zu spielen. Aber angesichts der Schönheit dieses Instruments ist es die Mühe wert.

Und Du wirst sicher von Anfang an nicht nur Momente der Frustration, sondern auch Momente des Stolzes und der Freude erleben.

Vergiss also nicht: Der Weg ist das Ziel!

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar