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Ein historischer Überblick über die französische Sprachgeschichte

Von Alice, veröffentlicht am 26/04/2018 Blog > Sprachen > Französisch > Französische Sprache: Herkunft & Geschichte

Was wisst Ihr über die Herkunft und Entwicklung der Sprache Molières?

Um Französisch lernen zu können, ob als Anfänger oder als angehender Schriftsteller, ist es besonders von Vorteil, den Reichtum der französischen Sprache zu kennen.

Im Schulunterricht kommt die kulturelle Komponente der französischen Sprache manchmal zu kurz.

In französischsprachigen Ländern und in Frankreich werden die Ursprünge des Französischen oft nur wenig behandelt.

Dabei ist die französische Sprache kulturell sehr reichhaltig: Zu Beginn wurde eine gemeinsame Sprache gesprochen, diese wurde aber in Frankreich schnell zu einer eigenen Sprache weiterentwickelt.

Frankreich hat sich dabei von anderen Nationen inspirieren lassen und eine besonders ausgeschmückte Sprache geschaffen.

Wenn Du einen Französisch-Test machen möchtest oder Französisch als Schwerpunkt in Deinem Studium wählst, solltest Du zunächst bei der Geschichte beginnen!

Taucht mit uns ein in die Geschichte der französischen Sprache!

Eine indoeuropäische Sprache

Das Indoeuropäische stammt aus der Urgeschichte und vereint viele der heutigen Sprachen!

Zur damaligen Zeit existierten noch keine spezifischen Sprachen. Menschen kommunizierten in einer einheitlichen Sprache miteinander, die hauptsächlich aus Gestik bestand.

Aus diesem Grund ist es unmöglich, Schriftspuren dieser Sprache zu finden!

Das Indoeuropäische war eine gesprochene Sprache, basierend auf der Lautsprache, der Aussprache und der Kommunikation zwischen den Völkern.

Diese Eigenheit hat die Arbeit der Forscher erschwert, da ihre Quellen nur sehr vage waren: Die getätigten Forschungen bleiben also meist nur Hypothesen (gleichwohl manche von ihnen schon bestätigt werden konnten).

Dieses gemeinsame Erbe ist in 10 unterschiedliche Sprachzweige aufgeteilt:

  • die italischen Sprachen
  • die indoiranischen Sprachen
  • die keltischen Sprachen
  • die hellenischen Sprachen
  • die baltisch-slawischen Sprachen
  • die anatolischen Sprachen (sie existieren heute nicht mehr)
  • die tocharischen Sprachen (sie existieren heute nicht mehr)
  • die armenische Sprache
  • die albanische Sprache

Zu welcher Sprachfamilie gehört die französische Sprache? Französisch gehört zu den indoeuropäischen Sprachen | Quelle: Visualhunt

Es hat bis zum XVII. Jh. gedauert, bis das Altfranzösisch von Linguisten entdeckt wurde!

Es wurden viele Hypothesen über den Ursprung dieser Sprache aufgestellt: Einige Forscher behaupten, die indoeuropäische Sprache stamme aus einer Region in Russland.

Dies konnte allerdings bis jetzt noch nicht bestätigt werden.

In den damals verwendeten Wörtern findet man Spuren des Lateinischen und Griechischen!

Durch die kulturelle Vielfalt in der Urgeschichte entwickelte jedes Volk seine eigenen Variationen, was schließlich zu der Vielzahl an Sprachen führte.

Die Erforschung der indoeuropäischen Sprache erlaubt es heute, den Fachbereich der vergleichenden Sprachwissenschaften auszuweiten und die Unterschiede zwischen den europäischen Sprachen besser verstehen zu können.

Dieses Feld wird heute überwiegend von Historikern untersucht, da die gemeinsame Sprache die kulturellen Bräuche der damaligen Zeit beschrieb.

Das lateinische Erbe der französischen Sprache

Um Französisch lernen bzw. Französisch unterrichten zu können, muss man zunächst einmal die Ursprünge der Sprache kennen!

Das 1. Jh. v. Chr. war geprägt von der Invasion Julius Caesars und seiner römischen Truppen in Gallien.

Latein wurde zur offiziellen Sprache in Kirche, Armee und Verwaltung: Natürlich wurde die Sprache Galliens dadurch durcheinandergebracht.

Die Ausdrucksweise wandelte sich, um sich an die neue Kultur anzupassen.

Im Gegensatz zu dem, was die meisten Menschen meinen könnten, hat die französische Sprache ihren Ursprung also nicht im klassischen lateinischen Schriftsystem.

Der Linguist Jean-Marie Pierret erklärt in seinem Buch „Phonétique historique du franҫais“:

„Das Latein, aus dem das Französische entstand, ist nicht das klassische Latein, das heißt das literarische Latein des goldenen Zeitalters (ungefähr von Mitte des I. Jh. v. Chr. bis zum Tod Augustus 14 n. Chr.), sondern das alltäglich gesprochene Latein des Volkes.“

Dieses gesprochene Latein wird von Linguisten oft als „Vulgärlatein“ bezeichnet!

Um vom Volk verstanden zu werden, war das verwendete Latein weitaus weniger literarisch als das, welches man heute im Französischunterricht lernt.

Die Sprache zur damaligen Zeit entlehnte vieles aus dem Latein: Substantive, Verben, Adverbien, den Satzbau oder auch die Konjugation.

Die gesamte Sprache hat sich gewandelt!

Wie haben sich die lateinischen Lehnwörter über die Zeit verändert? Einige der lateinischen Lehnwörter kann man noch heute sehr gut wiedererkennen. | Quelle: Visualhunt, Credits: Yale Law Library

Diese Lehnwörter sind auch heute noch leicht zu erkennen, da fast alle Wörter unseres Wortschatzes aus dem Lateinischen stammen und nur wenig verändert wurden.

Einige Wörter hingegen, wie etwa „examen“ oder „agenda“ oder „famille“ haben keine Veränderung durchlaufen und sind in ihrem Ursprungszustand verblieben.

Das Erlernen von Französisch über Latein, wie es in der Schule häufig empfohlen wird, ist also sehr hilfreich, vor allem in der Literaturwissenschaft.

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2016 mit 1001 Befragten glauben 49% der Franzosen, dass es nützlich sei, Latein zu lernen!

Latein zu lernen trägt sowohl dazu bei, die französische Sprache zu fördern, als auch die Kenntnisse über die französische Linguistik zu verbessern.

Wo finden sich erste Spuren des Französischen oder Altfranzösischen?

Man muss bis in das IX. Jh. zurückgehen, um die ersten Spuren der französischen Sprache zu entdecken.

Zur damaligen Zeit war Französisch eine Mischung aus Entlehnungen von Kulturen verschiedenster Länder.

Dank der neuen Transportmittel ist die französische Sprache tatsächlich viel in der Welt herumgekommen!

Unter den Sprachen, die das Französische inspiriert haben, findet man:

  • die arabische Sprache
  • das mittelalterliche Latein
  • das Vulgärlatein
  • die englische Sprache
  • die altnordische Sprache (eine skandinavische Sprache)

Durch die Entwicklung des Handels wurde das Französische sogar über die Grenzen Frankreichs hinweg verbreitet.

Durch die unterschiedlichen Einflüsse hat sich die französische Sprache wesentlich weiterentwickelt.

Wie wurde Französisch durch andere europäische Sprachen beeinflusst? Der Einfluss vieler europäischer Nachbarländer auf die französische Sprache. | Quelle: Unsplash

Besonders in England setzte sich das Französische nach den erfolgreichen Eroberungen durch Wilhelm den I. durch!

Dieses Altfranzösisch wurde im XIV. Jh. zum „Mittelfranzösisch“ und im Zeitalter der Renaissance zum „klassischen Französisch“.

Durch die Verbreitung und den Einfluss des Hochschulwesens wurden zum ersten Mal Begriffe aus dem Griechischen entlehnt.

Vor dem kulturellen Hintergrund der Expansion Italiens wurde die französische Sprache natürlich auch von italienischen Wörtern beeinflusst.

Man konnte nun schon vertrautere Begriffe („horaire“, „patriotique“ etc.) und auch komplexere Strukturen („aigre-doux“) entdecken.

Die Spanische Sprache wiederum spielte vor allem im Zuge der Entdeckung exotischer Produkte („chocolat“, „tabac“, „patate“ etc.) eine Rolle.

Frankreich fing an, ein wahres Vokabular aufzubauen, was sich auch in seiner Literatur widerspiegelte.

Die Erfindung des Buchdrucks Mitte des XV. Jh. trug ebenfalls dazu bei, dass das Französische seine Rolle in der Welt einnahm.

Die Gründung der Académie Franҫaise

Die Französische Sprache wurde verbessert, verbreitete sich im Ausland und wurde im XVII. Jh. zu einer auch international wichtigen Sprache.

Angesichts dieser Verbreitung entschied Kardinal Richelieu im Jahr 1634, die Académie Franҫaise zu gründen, um die Sprache des Hexagons besser vereinheitlichen zu können!

Hauptziel war es, die Sprache einerseits reichhaltiger zu machen und gleichzeitig Regeln durchzusetzen, um die Ausbreitung der Sprache besser regulieren zu können.

Welche Aufgaben hat die Académie française? Die Académie française in Paris wacht über die französische Sprache. | Quelle: Visualhunt, Credits: archer10 (Dennis)

Die Académie Franҫaise hatte, und hat auch heute noch, 40 offizielle Sitze, welche von wichtigen historischen Persönlichkeiten besetzt werden.

Der Ausdruck des „41ème fauteuil“ (41. Sitz) bezeichnet Persönlichkeiten, die nicht in die Académie aufgenommen wurden.

Entweder aufgrund einer abgelehnten Kandidatur oder eines vorzeitigen Todes.

Unter diesen berühmten französischsprachigen Persönlichkeiten befinden sich u.a.:

  • Molière
  • Émile Zola (er gehört zu den 10 wichtigsten Botschaftern der französischen Sprache in der Welt)
  • Jean-Jacques Rousseau
  • René Descartes
  • Guy de Maupassant
  • Marcel Proust
  • Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais
  • Denis Diderot

Die „Unsterblichen“ der Académie tragen auf eine diplomatische Art und Weise zur Anerkennung der französischen Sprache bei.

Sie empfehlen eine neuartige Reflexion und Herangehensweise an die französische Grammatik und Rechtschreibung.

Im Jahr 1694 erschien das erste Wörterbuch der Académie Franҫaise; aktuell ist es schon in der neunten Auflage!

So ebnete es den Weg für andere, heute sehr bekannte Wörterbücher (wie z.B. Larousse oder le Petit Robert), die trotz allem weniger offiziell sind als jenes der Académie.

Um sich auf Französisch besser ausdrücken und schreiben zu können, sollte man sich also auf das Wörterbuch der Académie beziehen, welches die Regeln der Französischen Sprache festlegt.

Die Académie Franҫaise hat darüber hinaus mehrere Rechtschreibreformen der französischen Sprache durchgesetzt.

Die Entstehung des modernen Französisch bis zur jetzigen Zeit

Das „moderne Französisch“ entstand im XVIII. Jh und macht sich noch bis heute in der französischen Sprache bemerkbar!

Nach der Französischen Revolution wurden sich die Intellektuellen bewusst, dass nur ein Viertel der Bevölkerung ein offizielles Französisch sprach!

In der Tat war die Soziolinguistik einer der Hauptgründe für dieses Phänomen: Die Franzosen sprachen überwiegend in ihren regionalen Sprachen.

Es wurde viel in Dialekten gesprochen, da fast jede Region ihre eigene Sprache hatte.

Es sollte also die Möglichkeit für die Bildung einer offiziellen Nationalsprache geschaffen werden, um das Zugehörigkeitsgefühl zu einer gemeinsamen Kultur zu verstärken.

Die französische Sprache konnte sich dank der Reformen der Académie Franҫaise besser an soziale Veränderungen zu dieser Zeit anpassen.

Dies ermöglichte auch die Verbreitung des Französischen in der ganzen Welt!

Man erkannte neue Entwicklungen:

  • eine Vereinfachung der Terminologie (in der Konjugation, das „oi“ wird zu „ai“ also „j’avois“ wird zu „j’avais“)
  • eine neue französische Rechtschreibung
  • das Aufkommen englischer Wörter („bifteck“, „club“, „punch“, „meeting“ etc.)
  • neue Wortschätze, um moderne Konzepte benennen zu können („tramway“, „rails“, „tunnels“ etc.)
  • die Berücksichtigung der Folgen der Globalisierung („show-biz“, „cash-flow“, „data“ etc.)

Allerdings gefallen diese Veränderungen in der Frankophonie nicht allen!

Laut einer Umfrage der Zeitung „l‘Obs“ aus dem Jahr 2016 sprachen sich 82% der Franzosen gegen eine neue Rechtschreibreform aus!

Wenn Du Französischlehrer werden möchtest, gilt es trotz allem einige Regeln zu beachten.

Mit einer solch komplexen Vergangenheit kann das Französische nicht ausschließlich anhand seiner Linguistik betrachtet werden.

Die historischen Hintergründe verdienen es ebenfalls, von allen gekannt zu werden!

Schließlich sei noch hinzugefügt, dass die französische Sprache heute häufig auch als Sprache der Liebe bezeichnet wird.

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