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Muss man einen Französisch Sprachkurs machen, um Franzose werden zu können?

Von Alice, veröffentlicht am 06/08/2018 Blog > Sprachen > Französisch > Französisch sprechen: Voraussetzung für die Staatsbürgerschaft?

Französisch zu lernen hilft bei der Integration: um kommunizieren zu können, eingeschult zu werden oder in Frankreich arbeiten zu können.

Nur in zwei Fällen ist die Kenntnis der französischen Sprache eine zwingende Voraussetzung: bei der Hochzeit oder bei Einbürgerung.

Wenn man französische Vorfahren hat, muss man nicht unbedingt Französisch sprechen können, um die französische Staatsbürgerschaft zu erhalten, .

Wenn Staatsbürger aus einem anderen Land nach Frankreich kommen, kann es passieren, dass sie nur unter sich bleiben und nur ihre Muttersprache sprechen.

Dies kann ein großes Hindernis sein, wenn man administrative Aufgaben erledigen muss, Kinder eingeschult werden oder man eine Arbeit aufnimmt.

Heutzutage werden in Frankreich viele Mittel bereitgestellt, um Ausländern dabei zu helfen, Französisch zu lernen. Französisch ist keine einfache Sprache, was die Rechtschreibung, den Satzbau und die Konjugation anbelangt.

Erwachsene können einen Französischkurs belegen, während ihre Kinder in der Schule sind.

Für Erwachsene und Jugendliche spricht man von sogenannten FLE-Kursen (FLE = Français Langue Étrangère).

Welche Rechte haben Geflüchtete, Einwanderer ohne Papiere, Asylanten, europäische Ausländer in Frankreich – und welche nicht?

Frankreich steht in der europäischen Kritik, was seinen Umgang mit Flüchtlingen und den Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen in Not anbelangt.

Die Immigrationspolitik des Landes wird in Frage gestellt.

Bürger des Europäischen Wirtschaftsraums (der 28 EU-Staaten, Islands, Liechtensteins und Norwegens) und der Schweiz dürfen sich in Frankreich aufhalten und arbeiten.

Innerhalb der ersten fünf Jahre ist es möglich, aber nicht verpflichtend, eine Aufenthaltsgenehmigung bei der EU zu beantragen. Danach muss man eine Aufenthaltskarte beantragen. Einen ständigen Wohnsitz muss man jedoch nicht beantragen.

Warum kommen so viele Menschen nach Frankreich? Durch die gemeinsame Sprache ist es für viele Menschen einfacher, nach Frankreich zu gehen. | Quelle: Visualhunt

Warum sollte man es überhaupt machen, wenn es freiwillig ist?

Dieses Dokument erspart es einem, jedes Mal belegen zu müssen, dass man eine Arbeit und eine Krankenversicherung hat.

Studenten dürfen bleiben, solange sie wollen. Arbeitslose müssen sich beim „Pôle Emploi“ melden und haben ein Aufenthaltsrecht von sechs Monaten.

Nichteuropäische Ausländer müssen ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt beantragen. Dies wird für Menschen ausgestellt, die aus familiären oder beruflichen Gründen länger in Frankreich bleiben wollen, oder für Studenten, Künstler, Besucher oder Jugendliche und ist maximal sechs Monate gültig.

Familienzusammenführung ist ebenfalls ein Grund, sich in Frankreich aufzuhalten. Ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis ermöglicht einem, in Frankreich zu arbeiten.

Ohne Genehmigung landet man in der Schwarzarbeit.

Der französische Staat kann Asylbewerbern, Ausländern, Menschen, die in ihrem Heimatland in Lebensgefahr schweben, und Opfern von militärischen Konflikten Schutz gewähren.

Man muss sich zunächst einmal bei der Stadt anmelden und bei der „Opfra“ (Office français de protection des réfugiés et apatrides) Asyl beantragen.

Dieses Amt kann die Anfrage ablehnen, den Flüchtlingsstatus anerkennen, einen Aufenthaltsgenehmigung für zehn Jahre erteilen oder subsidiären Schutz gewähren mit einer einjährigen Aufenthaltskarte.

Was ist ein „sans papier“?

Das ist eine Person, die sich illegalerweise in Frankreich aufhält. Entweder ist sie dort ohne Genehmigung oder nach dem Ablauf der Genehmigung geblieben.

Angeblich befinden sich mehr als 400 000 Menschen ohne Papiere in Frankreich.

Einige würden ihren Status gerne verändern; andere hingegen sehen Frankreich nur als Zwischenstopp, um in andere Länder wie England, die Niederlande oder Deutschland weiterzuziehen. Sie haben also kein Interesse daran, Französisch zu lernen.

Pflicht-Sprachkurse Französisch mit dem „contrat d’accueil et d’intégration“ (CAI)

Diese Maßnahme wurde von französischen Staat ins Leben gerufen, um nichteuropäischen Ausländern bei der Integration zu helfen.

Der Vertrag beinhaltet auch kostenlose Weiterbildungen und Kurse.

Menschen, die gerne in Frankreich bleiben würden, die ein Visum für längerfristigen Aufenthalt haben und damit berechtigt sind, einen Beruf auszuüben oder ihr Familienleben gestalten wollen, sollten einen solchen Vertrag machen.

Du möchtest Dich integrieren? Der französische Staat bietet Immigranten viele nützliche Kurse an. | Quelle: Pixabay

Dieser Vertrag wird von einem Vertreter des „Office Français de l’Immigration et de l’Intégration“ (OFII) unterschrieben.

Somit ist man verpflichtet, an folgenden Kursen teilzunehmen:

  • Ein sechsstündiger Kurs zur Bürgerkunde über das staatliche System Frankreichs, den Laizismus und die Gleichheit von Mann und Frau.
  • Das Leben in Frankreich, was aus verschiedenen administrativen Organen dem öffentlichen Dienst besteht.
  • Das Erlernen der Sprache. Man muss einen mündlichen und schriftlichen Französischtest machen. Wenn man den Test besteht, erhält man eine Bescheinigung, die einen vom Französisch-Sprachkurs befreit. Wenn man die Prüfung nicht besteht, muss man an einem Sprachkurs teilnehmen, der je nach Niveau bis zu 400 Stunden lang sein kann. Am Ende kann man das „diplôme initial de langue française (DILF)“ ablegen, um einen Nachweis für sein Niveau zu haben.
  • Die Kompetenzerfassung von unter 55-Jährigen. Dies ist verpflichtend für Arbeitssuchende. Die Kompetenzerfassung dauert drei Stunden und fasst die beruflichen Fähigkeiten einer Person zusammen, damit „Pôle Emploi“ die Jobsuche personalisieren und erleichtern kann.

Der Erhalt der französischen Staatsbürgerschaft durch Heirat

Nach einer Hochzeit muss man vier bis fünf Jahre warten, bis man die französische Staatsbürgerschaft beantragen kann.

Das Erlernen und Beherrschen der Sprache sind Voraussetzungen für den Erhalt der Nationalität.

Dafür muss man wissen, wie man als Ausländer am besten Französisch lernt.

Für minderjährige, nicht französischsprachige Menschen, die in Frankreich leben, gibt es extra Klassen (ENAF).

Man spricht von Einsteigerklassen in der Grundschule und Aufnahmeklassen in der weiterführenden Schule.

Zusätzlich zu der offiziellen Liste von geprüften Zentren, gibt es noch eine Online-Liste der FLE-Zentren in Frankreich.

Die Bibliothek von FLE befindet sich im 13. Arrondissement in Paris. Sie enthält alle Dokumente für den Unterricht bei FLE, auch in digitalisierter Form. Perfekt für einen FLE Sprachkurs!

Ein Empfang für alle Lehrer und angehenden Lehrer ist von Dienstag bis Freitag möglich.

Man muss dafür die Alltagssprache kennen und einfache Sachverhalte auf Französisch verstehen können.

Scheinehe oder nicht? Einige Menschen versuchen eine neue Staatsbürgerschaft durch eine Scheinehe zu erhalten. | Quelle: Pixabay

Es gibt noch weitere Bedingungen:

  • Man muss sich rechtmäßig in Frankreich aufhalten und eine Aufenthaltsgenehmigung haben.
  • Man muss einen französischen Lebenspartner haben und mit ihm zusammenleben.
  • Man darf keine strafrechtliche Verurteilung haben.

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob es sich um eine echt Ehe oder nur um eine Scheinehe handelt, damit man die Staatsangehörigkeit erhält. Die Sprache ist ein Hinweis darauf, ob die Person sich integrieren möchte und die Muttersprache ihres Partners lernen möchte.

Innerhalb einer Familie ist die Sprachkenntnis keine Voraussetzung um die französische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Das betrifft Ausländer über 65 Jahren oder Menschen deren Eltern oder Großeltern seit 25 Jahren in Frankreich leben. Das Gleiche gilt für Kinder, die in Frankreich geboren sind, deren Eltern Ausländer sind.

Das Französisch Lernen als wichtige Bedingung für die Einbürgerung

Die Einbürgerung ist eine administrative Entscheidung, die von vielen Bedingungen abhängt:

  • Der Wohnsitz muss seit fünf Jahren in Frankreich sein. Nicht nur physisch, denn der Aufenthalt muss auch von Familienmitgliedern und der Arbeitsstelle bestätigt werden. Er kann auf zwei Jahre verkürzt oder gar nicht anerkannt werden.
  • Ein gültiger Aufenthaltstitel.
  • Ein Arbeitsvertrag und ein beruflicher Werdegang.
  • Das Beherrschen der französischen Sprache. Die Person muss eine Französischprüfung in einer Ausbildungsstätte ablegen. Davon befreit sind Menschen über 60 Jahren und Behinderte.
  • Eine Unterschrift unter die Charta der Rechte und Pflichten als französischer Bürger, um den Respekt der Werte Frankreichs durch ein Mitglied der Stadt oder des Konsulats prüfen zu lassen.
  • Eine Befragung, um das bürgerliche Verhalten gegenüber dem Steuersystem und den Sozialeinrichtungen zu überprüfen.
  • Keine strafrechtliche Verurteilung in Frankreich oder im Ausland.

Die französische Sprache ist also sehr wichtig, um eingebürgert zu werden. Es ist undenkbar, dass jemand arbeitet , ohne Französisch zu sprechen. Selbst wenn es nur ein einfacher Job ist oder kein Kundenkontakt besteht.

Bei der Einbürgerung kann man gegen Bezahlung ebenfalls die teils nur schwer auszusprechenden Vor- und Nachnamen ändern lassen. Nach Einreichung der Unterlagen hat die Verwaltung 18 Monate Zeit, zu antworten.

Bei positiver Rückmeldung erhält die Person einen Brief. Dies wird auch in der Zeitung veröffentlicht.

Wie wichtig sind französische Integrationskurse?

Wenn die Immigranten nicht mehr Opfer von Armut und Obdachlosigkeit sind, sollten sie sich mittels der französischen Sprache integrieren.

Es ist undenkbar, dass man weder mündlich im Alltag, noch schriftlich im Job richtig kommunizieren kann. Ein Anfängerkurs bei FLE ist also notwendig.

Die Integrationskurse sind wichtig für den französischen Staat, um die Ausländer in ihrem Land willkommen zu heißen.

Dieses System ist hilfreich, aber nicht aufdringlich. Es ist möglich, innerhalb eines Jahres, Französisch zu lernen. Manche sind auch Analphabeten, die selbst in ihrer Muttersprache noch nie lesen gelernt haben.

Analphabetismus in Europa? Die Zahl der Analphabeten wird häufig unterschätzt. | Quelle: Pixabay

Es gibt aktuell 700 Millionen Menschen auf der Welt, die weder lesen noch schreiben können und zwei Drittel von ihnen sind Frauen.

Es wäre nützlich, wenn diese Menschen schnell Französisch lernen könnten.

Ein Qualitätslabel „Français langue d’intégration“ wurde zum Kampf gegen den Analphabetismus ins Leben gerufen.

Die Bildungszentren können von diesem Label profitieren und so guten Unterricht für die Einbürgerungsanwärter garantieren.

Wenn die Menschen keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen, kann es schnell passieren, dass sie in die Schwarzarbeit geraten, da sie keine Festanstellung bekommen können.

Dessen sind sich Frankreich und die anderen europäischen Länder bewusst und versuchen dies zu verhindern.

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