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Wie kann man mit Gitarrentabs Gitarre Spielen Lernen?

Von Melanie, veröffentlicht am 12/04/2018 Blog > Musik > Gitarre > Gitarren Tabs Lesen können

Wenn Du Gitarre spielen lernen möchtest, Du aber keine Ahnung von Musiktheorie hast, keine Noten oder Partituren lesen kannst, dann gibt es glücklicherweise eine interessante Alternative: Die Gitarrentabulaturen.

Egal, aus welchem Land Du kommst oder welches Niveau Du beim Gitarren Spielen erreicht hast: Jeder kann Gitarren Tabulaturen lesen und entziffern.

Natürlich sollte man ein Grundverständnis dafür haben, wie man sie liest!

Wie liest man also Gitarrentabs? Gibt es allgemeingültige Symbole, die jeder verstehen kann?

Gibt es Gitarrentutorials, um das Lesen der Tabs zu üben und Gitarre online lernen?

Beschreibung einer Gitarrentabulatur

Es ist also nicht mehr notwendig, Noten lesen zu können, denn alle Gitarristen können Musikstücke mithilfe von Tabulaturen, die auch „Tabs“ genannt werden, lesen.

Dieses System, das nur wenige Nachteile aufweist, ist optimal, um schnell und einfach sämtliche Musikrichtungen mit anderen Musikern teilen zu können.

Falls Du bereits alle Tutorials für Gitarrenanfänger angeschaut hast, weißt Du ja, dass das Lesen der Tabulaturen eine Grundvoraussetzung ist, um als ernst zu nehmender Gitarrist zu gelten: Denn es ist die Sprache schlechthin, mit der sich alle Musiker verständigen können.

Das hilft dann auch mal, wenn die Motivation fürs Gitarre Üben nicht ganz so hoch ist…

Analyse einer Tabulatur

Die Tabulatur ist ein vereinfachtes System der Musik-Notation und speziell für ein Instrument bestimmt: Es gibt also spezielle Tabulaturen für die Gitarre, das Klavier, den Bass oder das Schlagzeug.

Welche Saite muss ich greifen?

In einer Tabulatur entspricht jede Linie einer Saite der Gitarre.

Die Linie ganz unten in der Tabulatur entspricht der tiefsten Saite Deiner Gitarre (tiefes E).

Folglich entspricht die Linie ganz oben der höchsten Saite (hohes E).

e|————-0—1-0——————————————
h|——1—3———–3—0——–0–1—————0——-
G|—2–2——0——–0——0—2—-2—2–2—1-2——1—
D|—————————–0——————————-2
A|——0——3————————0——0—————-
E|———————-3——3————————0——-

| Quelle: Wikipedia

Lesen einer Tabulatur

Die Tabulatur wird von links nach rechts gelesen, jede Zahl entspricht einem Bund, in dem die Saite gegriffen wird, wobei der Bund durch ein Bundstäbchen begrenzt ist.

Die Gitarrentabulaturen geben nur an, wo Du Deine Finger auf dem Gitarrengriff auflegen musst.

Linien, auf denen sich keine Angaben befinden, sind Saiten, die nicht gespielt werden.

Siehst Du aber zum Beispiel eine 1 auf einer Linie, bedeutet dies, dass Du die Saite im ersten Bund, vom Sattel aus gerechnet, greifen musst.

Die 1 entspricht dem Bund, der direkt neben dem Sattel liegt und demnach dem tiefsten Ton der Saite.

Stehen die Zahlen vertikal übereinander, müssen sie gleichzeitig gespielt werden, denn es handelt sich um einen Akkord.

Das Lesen einer Tabulatur ist an sich nicht schwierig.

Genau wie alle anderen Noten oder Partituren in der Musik liest man sie von links nach rechts.

Und wenn man am Ende einer Linie angekommen ist, geht man einfach zur nächsten Linie über.

Erfahre hier mehr zum Thema Gitarrenakkorde lesen und spielen sowie zu Spezialtechniken auf der Gitarre wie dem Arpeggio.

Die Besonderheiten einer Tabulatur

Allerdings weisen Tabulaturen einige Besonderheiten auf, die man beachten muss und die man eventuell im Gitarrenunterricht lernt.

Die meisten Tabulaturen enthalten keine Angaben zum Rhythmus, der jedoch beim Gitarre Spielen ebenfalls sehr wichtig ist.

Die Tabulatur ist in Takte unterteilt, allerdings fehlen meistens Erläuterungen zum Rhythmus.

Du solltest Dir das Stück, das Du spielen oder nachspielen willst, am besten zunächst sehr gut einprägen, beim Hören darauf achten, wie es aufgebaut ist, den Takt mitzählen (90 % der Stücke aus der Rock-, Pop- und Folkmusik bestehen aus einem 4/4 Takt).

Jede Linie der Tabulatur entspricht einer Saite Deiner Gitarre. | Quelle: Pixabay

Manche etwas anspruchsvollere Tabs enthalten Rhythmusmarkierungen: Jede Markierung stimmt mit einer Note überein, um aufzuzeigen, wie lange der Ton oder die Pause zu halten ist.

Typische Rhythmusmarkierungen sind:  w = Ganze Note h = Halbe Note q = Viertelnote. e = Achtelnote. s = Sechzehntel-Note.

Ein Punkt nach einer Rhythmusmarkierung bedeutet, dass die Note um die Hälfte ihrer Dauer länger gehalten wird.

Die Sondersymbole einer Gitarre Tabulatur

Du wirst schnell feststellen, dass in den Tabulaturen viele kleine Symbole enthalten sind, die Dir Hinweise geben, wie die Noten zu spielen und zu verbinden sind.

Es ist also wichtig, diese Symbole zu erkennen.

Am besten lernst Du sie auswendig, damit Du den entsprechenden Ton wiedergeben kannst.

Hier die am meisten verwendeten Symbole in Gitarrentabs:

Hammer-on

Hammer-ons spielt man, indem man mit der Greifhand auf eine Saite hämmert und dabei den Finger so schnell niederdrückt, dass der Ton entsteht, ohne dafür die Saite anschlagen zu müssen.

Die durch das Hämmern gespielte Note ist folglich eine Note höher als die zuvor gespielte Note.

Ein Hammer-on wird durch den Buchstaben „h“ angezeigt, der zwischen dem ersten Bund und dem Bund, bei dem die Hammer-on-Technik angewendet wird, eingefügt wird (zum Beispiel: 4 h 8, um anzuzeigen, dass zuerst der 4. Bund, und dann der 8. zu spielen ist).

In manchen Fällen findet man das Symbol „^“ anstatt des „h“, wie zum Beispiel 4^9.

Pull-off

Diese Technik ist das Gegenteil des Hammer-on.

Hierbei spielt man eine Saite an und hebt dabei ganz schnell den Finger an, ohne die Saite noch einmal anzuschlagen, der erzeugte Ton ist eine Note tiefer.

Mit Hammer-ons und Pull-offs seine Spieltechnik verfeinern. | Quelle: Pixabay

Das Symbol „p“ (oder „po“) steht für Pull-off, es wird zwischen dem ersten Bund und dem Bund, bei dem die Pull-off-Technik ausgeführt wird, eingefügt.

Das ergibt dann je nach Schreibweise 8 p 6 oder auch 8^6.

Bending

Die Technik des Bendings besteht darin, die Saite im gleichen Bund in Richtung der tieferen Saiten oder in Richtung der höheren Saiten zu ziehen.

In der Regel wird die Technik mit einem Pfeil und einer Markierung wie „½“ oder „¼“ oder auch „full“ angezeigt, um die Zieltonhöhe anzugeben.

Wenn der Pfeil wieder zurückzeigt oder ein „R“ für Bend Release abgebildet ist, bedeutet dies, dass Du nach dem Bend wieder zu Ausgangsnote zurückkehren musst.

Das Bending kann auch mit einem „b“ angezeigt werden, das sich zwischen dem ersten Bund und dem Bund, in dem das Bending ausgeführt wird, befindet (Beispiel: 10b12).

Der Buchstabe „r“ für Release kann hinzugefügt werden, zum Beispiel 8b10r8.

Wenn Du die Symbole der Gitarrentabs beherrschst, wird das Spielen Deiner Lieblingssongs zum Kinderspiel! | Quelle: Pixabay

Slide

Einen einfachen Slide macht man, indem man einen Ton anspielt und den Finger auf der Seite verschiebt, entweder nach oben, um einen höheren Ton zu erzeugen (Slide up) oder nach unten, um einen tieferen Ton zu erzeugen (slide down).

Dabei bleibt der Finger auf dem Griffbrett.

Ein Slide up wird durch ein „/“ symbolisiert, ein Slide down durch „\“, wie zum Beispiel 6/8\6.

Der Slide kann auch ein Legato sein. Es handelt sich um einen normalen Slide, du spielst jedoch nur die erste Note an.

Die zweite Note erklingt einfach durch die Bewegung der Greifhand.

Das ergibt einen sehr natürlichen Klang.

Manche Gitarristen sind der Meinung, dass man für den Zielton kein Plektrum verwenden sollte. Wichtig ist aber nur, dass zwischen den beiden Tönen keine Lücke entsteht.

Eine weitere Sonderform der Slides sind die Shift-Slides.

Bei Shift-Slides spielst Du eine Note auf derselben Saite und nicht auf einer anderen, um zu vermeiden, dass zwei Saiten erklingen.

Mit dieser Technik musst Du auch Deine Gitarrensaiten weniger oft austauschen!

Shift-Slides werden in den Tabulaturen mit „S“ dargestellt.

Selten verwendete Symbole

Es gibt weitere Symbole, auf die Du in den Tabulaturen stoßen kannst, sie werden jedoch weniger oft verwendet.

Allerdings ist es immer hilfreich, sie zu kennen, um Deine Technik beim Gitarre Spielen verbessern und einen guten Klang erzeugen zu können.

  • Das Symbol „ ~“ gibt an, dass Du ein Vibrato spielen musst: Diese Technik besteht darin, den Klang eines Tons vibrieren zu lassen (sehr oft bei E-Gitarren, die mit einem Vibratohebel ausgestattet sind oder an einen spezielles Fußpedal angeschlossen werden, verwendet).

E-Gitarren können Vibratos auch mit einem Pedal erzeugen. | Quelle: Pixabay

  • S oder T stehen für Slap oder Thumb, diese Technik besteht darin, mithilfe des Daumens auf die Saite zu schlagen. Die Slap-Technik wird häufig bei Bässen, aber auch bei E-Gitarren sowie bei elektro-akustische Gitarren eingesetzt.
  • PM bedeutet Palm Mute: Bei dieser Technik wird der Ton durch leichtes Auflegen der Handfläche oder des Handgelenks auf die Saiten in der Nähe des Stegs, gedämpft. Das Symbol PM gilt in der Regel für eine Reihe von Noten, die durch kleine Punkte über den Noten, gekennzeichnet sind.
  • „X“ steht für „mute“ und bedeutet, dass die Saite vollständig von der linken Hand blockiert wird, um den Ton komplett zu dämpfen.
  • Wenn Du ein „n“ siehst, musst Du ein Tremolo spielen. Befindet sich das „n“ zwischen zwei Schrägstrichen, gibt die Zahl zwischen den Schrägstrichen einen Hinweis auf die Tonhöhe, die du erreichen solltest. \6/ bedeutet zum Beispiel, die Tonhöhe um 6 Halbtöne zu senken. \n gibt an, dass ein abfallendes Tremolo zu spielen ist, die Tonhöhe muss abgesenkt werden, n/ steht für ein aufsteigendes Tremolo, die Tonhöhe muss also erhöht werden.
  • Der Buchtstabe „t“ gibt an, dass Du mit der rechten Hand „tappen“ musst. Dies ist eine nützliche Technik, um schnell die Tonhöhe zu ändern. Dies sieht in der Tabulatur folgendermaßen aus: 2h6t12p6p2. Diese Methode bringt die Akkorde auf der Gitarre richtig zum Klingen.

Na, worauf wartest Du noch?

Schnell das Instrument hervorgeholt und ab geht’s ans Gitarre Lernen!

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