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Den richtigen Beat eines Gitarrenstücks finden

Von Melanie, veröffentlicht am 11/04/2018 Blog > Musik > Gitarre > Gitarre Spielen Lernen: Die Rhythmik finden

Wenn man mit dem Gitarrenunterricht beginnt, stellt man relativ schnell fest, wie wichtig es ist, die Grundlagen zu beherrschen:

Noten und Tabs lesen, Noten auf der Gitarre greifen, mit dem Plektrum umgehen, mit den Fingern spielen können, die wichtigsten Dur- und Mollakkorde beherrschen usw.

Obwohl die Stücke in den Partituren oder Tabulaturen als Akkorddiagramme abgebildet sind, ist schnell klar, dass eine entscheidende Komponente fehlt: Der Rhythmus.

Dieser ist wichtig, wenn man eines Tages nach all dem Üben ein guter Gitarrist werden will.

Wie erkennt man den Rhythmus eines Stücks? Finden alle Gitarristen den richtigen Rhythmus?

Gibt es Gitarrentutorials zu diesem Thema?

Und: Wie kann man die verschiedenen Rhythmiken lernen?

Allgemeines zum Thema Rhythmik

Die musikalische Struktur eines Stücks

Egal, für welche Musik Du Dich interessierst, musst Du wissen, dass Musik aus 2 wesentlichen Elementen besteht, nämlich den Noten und dem Rhythmus.

Das ist eine allseits bekannte Tatsache.

Was die Noten angeht, ist es einfach, denn Du kannst sie schnell erkennen, beim Singen und Gitarre Spielen dringen sie direkt in Deinen Kopf.

Sie sind insbesondere in der klassischen Musik von Bedeutung.

Es ist wichtig, die musikalische Struktur eines Stückes zu verstehen. | Quelle: Pixabay

Der Rhythmus hingegen wirkt sich direkt auf den Körper aus, man hat Lust, zu tanzen, sich zu bewegen; er ist wie eine innere Musik, die einen wachrüttelt.

Insbesondere in der Rock- und Popmusik, der Funkmusik und der modernen Musik finden sich leicht erkennbare Rhytmusmuster.

2 Optionen, um den Rhythmus zu erkennen

Wenn Du Gitarrenunterricht nehmen und den Rhythmus eines Musikstücks nachspielen möchtest, gibt es hierzu zahlreiche Möglichkeiten:

  • Du kannst in einem Musikfachgeschäft oder im Internet ein „Songbook“ kaufen und genau nachspielen, was Du hörst.
  • Du hast auch die Möglichkeit, Dein musikalisches Gehör zu trainieren und zu üben, den Rhythmus zu erkennen, um ihn auf der Gitarre nachspielen zu können.
  • Eine dritte Option wäre, Gitarrenunterricht zu nehmen, aber auch in diesem Fall ist Geduld und viel Üben erforderlich.

Entschließt Du Dich, das Songbook Deines Lieblingsstücks zu kaufen, ist das relativ einfach.

Du musst lediglich die entsprechenden Partituren und Gitarrentabs finden und Dir die Zeit nehmen, die Schreibweise des Rhythmus zu entziffern.

Wenn Du allerdings lieber Dein musikalisches Gehör trainieren möchtest, ist mehr Zeit und Übung erforderlich.

Glücklicherweise gibt es ein paar Tricks und Tipps, die Dir helfen, diese Hürde zu nehmen.

Die 3 Grundpfeiler der Rhythmik beim Gitarre Spielen

Vor allem solltest Du wissen, dass es, beim Spielen eines Songs nicht nur einen einzigen richtigen Rhythmus gibt und alle anderen falsch sind.

Gitarre Akkorde Lesen und Spielen zu können ist eine wichtige Grundvoraussetzung!

Man kann ein Stück oft in ganz verschiedenen Tempi spielen, je nachdem, welchen Musikstil man wählt, klingen die unterschiedlichen Spielweisen mehr oder weniger gut.

Damit die Musik lebendig wird, ist es unbedingt notwendig, den Rhythmus zu beherrschen.

Das Erlernen der Rhythmiken basiert auf drei Grundpfeilern: dem Fuß, der rechten Hand und dem Kopf.

Grundpfeiler Nummer 1: der Fuß

Ein wesentlicher Faktor, um ein Stück im richtigen Rhythmus spielen zu können, besteht darin, den Takt mit dem Fuß mitzuspielen.

Der Fußschlag gibt das Tempo an und hilft Dir, im Takt zu bleiben.

Dieses Tappen mit dem Fuß ist einfach, es genügt, den Takt mit dem Fuß anzugeben. Der Fußschlag muss unbedingt gleichmäßig und kontinuierlich, ohne Unterbrechung, erfolgen.

Obwohl Du Dich am Anfang natürlich auf dieses Taktschlagen mit dem Fuß konzentrieren musst, wird es mit zunehmender Übung Routine.

Du kannst zum Taktschlagen sowohl den rechten als auch den linken Fuß benutzen, das ist egal.

Manche Gitarristen wechseln auch zwischen rechtem und linken Fuß ab.

Allerdings sollte man beim „Fußtappen“ zwei Regeln beachten:

  • Nur ein Fuß darf den Takt schlagen
  • Der Fuß muss bei jedem Taktschlag auf den Boden tappen

Mithilfe eines Metronoms im Takt bleiben! | Quelle: Pixabay

Ein Beispiel? Nehmen wir ein Stück im 4/4 Takt, bei dem 1, 2, 3, 4 gezählt wird.

Wenn Du ein Metronom benutzt, das auf 60 Schläge/Minute eingestellt ist, erfolgt ein Impuls pro Taktschlag.

Bei jedem Metronomschlag musst Du mit dem Fuß auf den Boden tappen.

Zwischen zwei Schlägen bewegt sich Dein Fuß entweder nach oben oder nach unten.

Es ist extrem wichtig, genau zeitgleich mit dem Metronomschlag mit dem Fuß auf den Boden aufzuschlagen.

Grundpfeiler Nummer 2: die rechte Hand

Mit der rechten Hand werden die Saiten der Gitarre angeschlagen, während die linke Hand für die Gitarrengriffe entscheidend ist.

Die rechte Hand muss also den Bewegungen Deines Fußes folgen, und genauso wie der Fuß darf sie nie aufhören, die Saiten der Gitarre im Takt anzuschlagen.

Wenn Dein Fuß nach oben geht, streicht auch Deine Hand nach oben und umgekehrt.

Die Hand muss auf jeden Fall immer die Bewegungen Deines Fußes nachahmen.

Wie geht das?

Wir nehmen noch einmal das vorherige Beispiel, das Metronom ist weiterhin auf 60 Schläge/Minute eingestellt und Du beginnst mit dem Fuß den Takt zu schlagen, ein Schlag (Metronomschlag) pro Sekunde.

Sobald Dein Fuß im gewählten Rhythmus den Takt angibt, kannst Du den Fußschlag mit der Bewegung Deiner rechten Hand synchronisieren.

Zum Thema Saiten: Erfahre hier außerdem, wie Du ganz einfach selbst Deine Gitarrensaiten wechseln kannst!

Grundpfeiler Nummer 3: der Kopf

Selbstverständlich ist es unmöglich, im Takt zu bleiben, ohne dabei seine grauen Zellen zu benutzen!

Aber was muss Dein Hirn leisten, um den Rhythmus zu lernen? Seine Aufgabe ist ganz einfach: Es muss bis auf 4 zählen.

AM besten den Takt im Kopf mitzählen … | Quelle: Unsplash

Wir greifen noch einmal auf das Beispiel des Metronoms mit der Einstellung 60 Schläge/Minute und einem Stück im 4/4 Takt zurück (das ist die Standardeinstellung für mehr als 90 % der Stücke bei Rock-, Blues-, Pop- oder Folkmusik), Dein Fuß und Deine Hand bewegen sich gleichzeitig im Takt.

Im Kopf zählst Du die regelmäßigen und kontinuierlichen Schläge Deines Fußes mit: 1, 2, 3, 4, 1, 2, 3, 4, 1 usw.

Mithilfe dieser simplen Methode kennst Du immer den ersten Schlag des Takts.

Tipps, um den Rhythmus eines Stücks zu finden

Zusätzlich zu den diversen Methoden und mechanischen Hilfestellungen geben wir Dir noch ein paar weitere Tipps, die Dir helfen, den richtigen Rhythmus Deines Lieblingssongs zu finden (was sicherlich auch zu größerer Motivation beim Gitarre Üben führen wird… 😉 ).

Die Interpretation

Wie bereits zuvor erwähnt, gibt es nicht einen einzigen richtigen Rhythmus pro Song.

Dieser Aspekt ist bei der Interpretation eines Stücks unbedingt zu berücksichtigen.

Wenn Du Instrumentalstücke anhörst, kannst Du dies selbst feststellen: Der Rhythmus verändert sich im Laufe des Stücks.

Meistens ist der Rhythmus der ersten Strophe nicht derselbe wie in der dritten Strophe.

Denn die Musiker und der Sänger interpretieren das Stück, in manchen Passagen benutzen sie einen anderen Rhythmus als in der Originalversion.

Beim Gitarre Spielen kommt es auf die eigene Interpretation an! | Quelle: Pixabay

Dieser Rhythmuswechsel ist oft noch extremer, wenn man die Stücke live auf einem Konzert hört.

Du solltest Dir also eine Sache merken: Es gibt nicht einen einzigen Rhythmus, sondern je nach Lust und Laune, kann man ein Stück in verschiedenen Tempi spielen.

Nicht den Originalrhythmus spielen

Als Gitarrenanfänger würdest Du am liebsten gleich den Rhythmus Deiner Lieblingsstücke originalgetreu nachspielen.

Damit dies gelingen kann, brauchst Du Zeit, Übung, Geduld und Durchhaltevermögen.

Am besten beginnst Du mit einfachen Stücken, die einen einfachen Rhythmus aufweisen, danach kannst Du dann den Schwierigkeitsgrad schrittweise erhöhen.

Vergiss nicht, dass Du nicht über dieselben Bedingungen verfügst wie der Musiker oder die Musikerin, der/die sein Album in einem Studio aufgenommen hat!

Den Kontext miteinbeziehen

Willst Du den Rhythmus eines Songs nachspielen, dann solltest Du beim Nachspielen des Songs auch den Kontext miteinbeziehen.

In der Regel besteht eine Band aus 2 Gitarristen, einem Bassgitarristen, eventuell einem Keyboarder, einem Schlagzeuger, einem Sänger und vielleicht noch anderen Instrumenten.

In dieser Konstellation müssen die Gitarren einen einfachen Rhythmus spielen, damit man auch die anderen Instrumente hören kann.

In diesem Fall bist Du also gezwungen, einen recht eintönigen Rhythmus zu spielen, der nicht unbedingt sehr interessant ist.

Such‘ Dir lieber Stücke mit einem lebendigeren, anspruchsvolleren Rhythmus aus, der geeignet ist, nur mit der Gitarre gespielt zu werden.

Coverstücke persönlich gestalten

Wenn Du bekannte Stücke mit Hilfe von CDs oder Videos auf YouTube nachspielen willst, wird Dir es nicht gelingen, exakt genau den gleichen Rhythmus und die gleichen Noten nachzuahmen.

Jeder Musiker spielt anders, da er von anderen Einflüssen und Gefühlen geleitet wird.

Von Anfang an solltest Du lernen, die Stücke auf Deine persönliche Art zu interpretieren, Dir die Freiheit zu nehmen, den Rhythmus zu ändern und ihn an Deinen aktuellen Geschmack anzupassen.

Je besser Du das beherrschst, desto interessanter sind Deine Cover-Versionen.

Nimm Dir die Zeit, den Rhythmus eines Stücks genau anzuhören. | Quelle: Pixabay

Du solltest auch nicht davor zurückschrecken, alles Mögliche auszuprobieren: Je mehr Du übst, desto besser stellen sich Automatismen und Reflexe ein.

Egal, ob Du Anfänger oder schon ein erfahrener Gitarrist bist: Fleiß und Übung bleiben die beiden wichtigsten Faktoren, um gut Gitarre spielen zu lernen.

Das gilt übrigens auch für das Lernen der Gitarrenakkorde!

Du solltest aber dennoch darauf achten, den Rhythmus nicht willkürlich zu wählen: Bestimmte Rhythmen klingen bei manchen Stücken nicht gut.

Man muss zumindest den Takt beachten, um den passenden Rhythmus zu finden.

Du siehst schon, dass der Rhythmus beim Spielen oder Nachspielen eines Stücks auf der Gitarre eine große Rolle spielt: Bei bestimmten Musikrichtungen wie dem Rock oder dem Blues ist der Rhythmus wichtig, um eine gewissen Dynamik zu erzeugen.

Wenn Du die entsprechenden Rhythmuswechsel nicht befolgst, besteht die Gefahr, dass man das Stück nicht mehr erkennt.

Erfahre abschließend außerdem noch, worum es bei der Spezialtechnik des Arpeggio beim Gitarre Spielen geht!

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