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So kannst Du in 5 Schritten Deine Gitarrensaiten wechseln

Von Melanie, veröffentlicht am 18/03/2018 Blog > Musik > Gitarre > Wie kann ich Neue Gitarrensaiten Aufziehen?

Ein guter Gitarrist trifft immer den richtigen Ton und kann ihn so klingen lassen, wie er es wünscht.

Selbstverständlich muss man viel Gitarre üben, um permanent den richtigen Ton zu treffen, aber das ist noch nicht alles: Man benötigt auch eine ausgezeichnete Ausrüstung, angefangen bei den Gitarrensaiten.

Wann muss man auf der Gitarre Saiten wechseln?

Wie erkannt man eine abgenutzte Gitarrensaite?

Gibt es Tutorials, die erklären, wie man neue Gitarrensaiten aufziehen kann?

Wie tauscht man einen Saitensatz aus?

Im Folgenden liefern wir Dir Antworten auf all diese Fragen, denn beim Gitarre Lernen im Gitarrenunterricht wird dieses Thema nicht immer angesprochen…

Die passenden Gitarrensaiten auswählen

Bevor Deine Saiten reißen oder zu sehr abgenutzt sind, dass sie beim Gitarre Spielen nicht mehr die notwendige Spannung haben, ist es an der Zeit, die Saiten zu wechseln.

Dazu ist es wichtig, neben Spezialtechniken wie dem Arpeggio beim Gitarre Spielen zunächst einmal ein paar grundlegende Informationen zu kennen.

Es gibt ganz unterschiedliche Gitarrensaiten. Welche muss ich für meine Gitarre wählen? | Quelle: Pixabay

Weißt Du eigentlich, wie eine Gitarrensaite aufgebaut ist?

Welche unterschiedlichen Typen von Gitarrensaiten gibt es?

Weißt Du, welchen Typ Saite Du für Deine Gitarre wählen musst?

Die Wicklung

Eine Saite hat eine Wicklung (man spricht auch von Umspinnung), d. h. die Seele bzw. der Kern der Saite ist mit einem Draht umwickelt.

Es gibt 3 verschiedene Typen:

  • Roundwound-Saiten (mit einem runden Draht): das sind heutzutage die beliebtesten Saiten, sie erzeugen einen brillanten Ton und haben eine komfortable und geriffelte Oberfläche.
  • Half-Round-Saiten: Sie haben einen weicheren Grip und ergeben einen wärmeren Ton.
  • Flatwound-Saiten: Sie weisen eine extrem glatte Oberfläche auf und erzeugen einen gedämpfteren Vintage-Sound. Diese Saiten sind vor allem bei Jazzmusikern sehr beliebt.

Die Materialart der Saiten

Für jeden Gitarrentyp gibt es die passenden Saiten: Für eine E-Gitarre wirst Du keine Nylonsaiten verwenden, die in der Regel nur für die Akustikgitarre bestimmt sind, und umgekehrt.

Weiterhin wirst Du bestimmt keine Stahlsaiten auf eine Akustikgitarre aufziehen.

Das ist das A und O eines jeden Gitarristen, der Gitarre spielen, Gitarrenunterricht nehmen oder geben möchte.

Welche Saiten muss ich für eine E-Gitarre verwenden? | Quelle: Pixabay

Wenn Du Dich für das Thema Gitarre Lernen und die verschiedenen Techniken interessierst, musst Du wissen, dass es verschiedene Gitarrensaiten mit unterschiedlichen Materialien und Verwendungszwecken gibt.

Hier eine grundlegende Übersicht:

  • Saiten aus Edelstahl: Diese Saiten, die auch „Stainless Steel“ genannt werden, bieten eine klaren Sound und sind sehr präzise.
    Aber Vorsicht, sie nutzen die Bundstäbchen am Griff schnell ab.
  • Nickel-Stahl-Saiten: Sie sind fast identisch mit den Edelstahlsaiten, haben allerdings einen weniger brillanten, aber runderen Ton.
  • Nickelsaiten: Dieses Material ist weniger haltbar, daher wird es oft mit Stahl gemischt, um eine festere Legierung zu bilden.
    Sie erzeugen einen warmen und runden Klang, die Töne sind jedoch nicht ganz so präzise wie bei Stahlsaiten.
  • Nylonsaiten: Sie sind speziell für akustische und klassische Gitarren gedacht.
    Du solltest wissen, dass jeder Hersteller seine eigene Methode hat, Nylonsaiten herzustellen.
  • Saiten aus Seide und Stahl: Diese speziell für Folkgitarren gefertigte Saiten erzeugen einen weichen und warmen Klang mit einem relativ soften Anschlag und bieten ein ausgezeichnetes harmonisches Klangerlebnis.
  • Bronzesaiten: Für Folk- und Elektro-Akustikgitarren. Ihr Klang ist wärmer, satter und sehr ausgeglichen.

Die Saitenstärke

Die Saitenstärke entspricht der Dicke einer Saite in Zoll, also ihrem Durchmesser.

Sie wird als Zahl bzw. Zahlenpaar angegeben wie zum Beispiel „10-46“ oder „11-57“, wobei die erste Zahl den Durchmesser der dünnsten Saite und die zweite den der dicksten Saite angibt.

Die Stärke verweist ebenfalls auf den Klang und den Anschlag, den die Saite erzeugen kann.

Die Spannbreite der herkömmlichen Saitensätze reicht von „Extra-Light“ bis „Heavy“ und selbst wenn Anfängern der Unterschied gering erscheint, hat die Saitenstärke einen großen Einfluss auf die Spielbarkeit.

Je höher die Stärke, desto dicker die Saite und je dicker die Saite, desto stärker die Spannung beim Stimmen der Saite.

Anders gesagt, ist die Saitenstärke groß, tun Dir die Finger mehr weh, das Spielen dieser Saiten ist vor allem für Anfänger schwieriger, dafür sind sie aber sehr haltbar.

Saiten mit einer kleineren Stärke sind angenehmer für die Finger, spielen sich leichter (ideal für Liebhaber des Bendings), sie reißen allerdings auch schneller.

In der Regel empfiehlt man Anfängern, mit „Light“ zu beginnen, um leichter spielen zu können und die Fingermuskeln zu trainieren.

Gitarrensaiten mit der Stärke „light“ erleichtern Anfängern das Spielen. | Quelle: Pixabay

Faktoren, die zur Abnutzung der Saiten führen

Wann muss man die Saiten wechseln? Wie erkennt man, dass die Saiten abgenutzt sind?

Welche Faktoren führen zur Abnutzung der Saiten?

  • Eine Saite ist gerissen: Es ist offensichtlich, dass man die Saite austauschen muss, wenn man weiterspielen möchte. Das Reißen einer Saite ist nicht schlimm, es handelt sich um eine natürliche Abnutzungserscheinung. Wenn die Saite jedoch wiederholt reißt, sollte man prüfen, ob die Gitarre keinen mechanischen Defekt aufweist.
    Ein zu hartes oder zu weiches Plektrum kann ebenfalls die Saiten beschädigen und zum wiederholten Reißen der Saiten führen.
  • Eine Saite ist oxidiert: Rost entsteht an Stahlsaiten und sogar an der Wicklung der tiefen Saiten einer Akustikgitarre.
    Schweiß verstärkt den Oxidationsprozess dieser Saiten.
  • Der Klang verändert sich: Oft erzeugen neue Saiten einen brillanten und klaren Sound, der jedoch schnell nachlässt. Im Laufe der Zeit werden die Töne klangloser und dumpfer, die Saiten haben weniger Schwingung.
    Dies bedeutet, dass die Saiten gewechselt werden müssen.
  • Die Gitarre klingt falsch: Trotz sämtlicher Justierungsversuche und dem Stimmen aller Saiten klingt die Gitarre falsch.
    Die Saiten leiern mit der Zeit aus, daher klingen einige Noten falsch, wohingegen andere noch richtig klingen.
  • Die Qualität der Saiten ist schlecht: Das ist ein häufig auftretendes Problem bei neuen Gitarren und nicht nur bei Gitarren der unteren Preisklassen.
    Viele Hersteller ziehen aus Preisgründen Saiten mit schlechter Qualität auf.
    Ein Tipp: Du solltest die ursprünglich aufgezogenen Saiten durch hochwertigere Saiten ersetzen, um den Klang Deiner Gitarre und die Spielbarkeit zu verbessern.

Du siehst schon, es gibt verschiedene Ursachen, warum man die Saiten wechseln muss.

Je nach Gitarre und Gitarrist kann die Häufigkeit des Saitenwechsels variieren.

Manche Gitarristen wechseln sie jeden Monat, andere nur einmal im Jahr – das ist wirklich ganz unterschiedlich.

Erfahre hier auch mehr zum Thema Gitarrenakkorde Spielen Lernen!

Auf der Gitarre Saiten wechseln (Schritt für Schritt)

Es ist wirklich kein sehr komplizierter Vorgang, die Saiten seiner Gitarre zu wechseln. Allerdings scheint es, dass vor allem Anfänger vor dieser Aufgabe zurückschrecken.

Dabei sollte sich jeder Gitarrist, sobald er seine erste Gitarre und das passende Zubehör erworben hat, mit dieser Thematik auseinandersetzen.

Das gehört einfach dazu!

Jeder Gitarrist sollte wissen, wie man neue Saiten aufzieht! | Quelle: Unsplash

Im Folgenden stellen wir Dir die wichtigsten Schritte für den Saitenwechsel dar.

Die alten Saiten und die Hülsen der Saitenhalter entfernen

Es gibt zwei gegensätzliche Methoden, zu denen es unterschiedliche Meinungen gibt: Soll man eine Saite nach der anderen entfernen oder alle auf einmal, um dann alle gleichzeitig auszutauschen?

Egal, für welche Methode Du Dich entscheidest, keine der beiden Vorgehensweisen stellt ein Risiko für Deine Gitarre dar.

Wenn Du allerdings alle Saiten gleichzeitig entfernst, hast Du die Gelegenheit, Deine Gitarre gründlich zu reinigen, insbesondere die Bundstäbchen, an denen sich gerne eine Mischung aus Schweiß, Staub und Hautpartikeln ansammelt.

1/ Alte Saiten entfernen

Zuerst musst Du durch Drehen der Wirbel gegen den Uhrzeigersinn eine oder alle Saiten komplett lösen, bis keine Spannung mehr spürbar ist.

Anschließend kannst Du sie mithilfe eines Saitenschneiders abtrennen oder Du löst sie über die Wirbel so weit, bis Du sie per Hand aus den Löchern der Hülsen herausziehen kannst.

2/ Hülsen der Saitenhalter entfernen

Die Endstücke der Saitenhalter sehen aus wie schwarze oder weiße Hülsen auf der Gitarre. Sie dienen dazu, die Saiten im Innern der Gitarre befestigen zu können.

Falls nötig, kannst Du auch einen Hülsenabzieher verwenden und die Hülsen dann anschließend säubern.

3/ Gitarre reinigen

Das ist die Gelegenheit, Deine Gitarre gründlich zu reinigen: Das beinhaltet den Korpus, den Hals, den Kopf und die Bünde.

Kein Poliermittel oder Glasreiniger verwenden, diese Mittel können Deine Gitarre langfristig beschädigen.

Ein feuchtes Fensterleder oder Baumwolltuch (Mikrofasertuch) reichen vollkommen aus.

4/ Neue Saiten vorbereiten

Manche Saiten sind an ihren Enden farblich gekennzeichnet, um die jeweilige Note, die sie erzeugen, anzugeben.

5/ Neue Saiten aufziehen

Die weit verbreitetste Methode ist es, mit der dünnsten Saite zu beginnen und danach die dickste aufzuziehen. Nach dem gleichen Schema geht es dann weiter, das ergibt also 1-6-2-5-3-4.

Bei dieser Vorgehensweise kann eine regelmäße Spannung aufrechterhalten werden.

Du musst lernen, die Saitenspannung richtig einzustellen. | Quelle: Pixabay

Zuerst musst Du das Ende der Saite in das Loch der Hülse einführen und anschließen die Hülse wieder aufsetzen.

Es ist wichtig, dass die Saite bei diesem Vorgang gehalten wird.

Danach muss jede Saite gespannt werden.

Ziehe die Saite, die Du festziehen willst, bis zum entsprechenden Wirbel hoch und setze die Hülse in das Loch des Wirbels ein.

Achtung, die Saite wird gespannt, indem man den Wirbel im Uhrzeigersinn dreht.

Du musst die Saite in das Loch einfädeln und ziehen, dabei solltest etwas Überschuss lassen, damit Du diesen um den Wirbel wickeln kannst.

Spanne die Saite nicht so fest, dass sie genau den vorgesehenen Ton erzeugt, sondern einen höheren.

Denn es ist noch nicht notwendig, die Gitarre jetzt zu stimmen.

Wiederhole diesen Vorgang für jede Saite und erst dann musst Du die Gitarre stimmen.

Jetzt bist Du startklar für die nächste Gitarrenstunde, in der Du u.a. lernen wirst,

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