Wenn Du Musik machen möchtest, ist die Gitarre wirklich das ideale Instrument, um schnell Deine Lieblingssongs nachspielen zu können.

Sobald Du die Grundlagen beherrschst, kannst Du auch anfangen, zu improvisieren.

Die wichtigsten Grundlagen sind die Tonleitern, das Lesen von Noten bzw. Tabs und natürlich die Akkorde. Egal, ob Dur-, Moll- oder Septakkorde sind sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Gitarrenunterrichts (z.B. Gitarrenunterricht Berlin oder Gitarrenunterricht Stuttgart).

Man kommt um sie nicht herum, wenn man ein guter Gitarrist werden will.

Gitarre Akkordprogressionen spielen lernen: Schritt für Schritt

Das Gitarre Lernen für Anfänger ist nicht immer ein Kinderspiel ... Die Fingerkuppen schmerzen, die Koordination von rechter und linker Hand ist kompliziert und dann gibt es auch noch all diese Barréakkorde, die man beherrschen muss und die sich erstmal falsch anhören!

Das ist alles ganz normal und ging auch den besten Gitarrist*innen am Anfang so. Gib Dir und Deinem Körper etwas Zeit, um all die neuen Bewegungsabläufe und Haltungen kennenzulernen; sie werden irgendwann ganz selbstverständlich werden;

Am Anfang nimmt man sich oft etwas zu viel, vor weil man innerhalb von kürzester Zeit möglichst viel beherrschen möchte. Es geht aber schneller, wenn man in kleinen, sorgfältigen Schritten voran geht.

Fange mit wenigen, einfachen Akkorden an. Um Deine ersten Songs einüben zu können, brauchst Du nicht alle Gitarrengriffe zu kennen. Die berühmtesten Akkordprogressionen, die in unzähligen Rock und Popsongs zu finden sind, bestehen aus 4 Chords, die auch für Anfänger leicht zu erlernen sind!

Bevor wir uns diese genauer anschauen, möchte ich Dir ein paar Tipps auf den Weg geben, wie Du Akkordfolgen auf der Gitarre flüssig spielen lernen kannst.

Gemeinsamkeiten von Akkorden erkennen

Im Internet findest Du Tabellen mit Griffbildern zu allen Gitarrenakkorden. Dieses Hilfsmittel dar und sollte man gerne in Anspruch nehmen. Jedoch ist es ratsam, die Griffe nicht nur nachzumachen, sondern sie auch zu verstehen. Dadurch kann man sie sich leichter merken und auch einfacher aneinanderreihen.

Eine Herangehensweise geht über die Musiktheorie: zu verstehen, was Akkorde überhaupt sind, wie sie gebildet werden und wie man die entsprechenden Noten auf dem Gitarrengriffbrett findet. Die andere ist rein praktisch und wird uns beim Üben von Akkordfolgen schneller ans Ziel führen: es geht darum die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Gitarrengriffe zu erkennen.

Das Geheimnis der schnellen Akkordwechsel liegt darin, den Aufwand möglichst gering zu halten. Wann immer möglich, sollten zwischen zwei Griffen die Fingerhaltung beibehalten werden. Wenn Du bereits Gitarrentabs lesen kannst, können sie Dir bei der Orientierung helfen.

Schaue Dir die Tabs oder Griffdiagramme genau an und überlege, was Du von einem Akkord zum nächsten beibehalten kannst:

  • Welche Finger können liegen belieben? Häufig kommen zwei aufeinanderfolgenden Gitarrenakkorden ein oder mehrere gleiche Töne vor. In diesem Fall können oft die betreffenden Finger liegen bleiben und nur die anderen werden versetzt, weggenommen oder aufgesetzt (z.B. von C-Dur zu A-Moll).
  • Welche Fingerstellungen können als Block versetzt werden? Manche Gitarrengriffe sehen genau gleich aus, werden aber auf einer anderen Saite gespielt. In diesem Fall wird der Griff nicht aufgelöst; man hebt die Fingerspitzen nur leicht an und versetzt sie gemeinsam (z.B. von A-Moll zu E-Dur).
  • Kann der Griff komplett verschoben werden? Wenn Du schon etwas fortgeschrittener bist, sind Dir vielleicht auch schon verschiebbare Gitarrenakkorde begegnet. Gitarrengriffe sind immer dann vollständig verschiebbar, wenn keine Leersaite gebraucht wird (z.B. in Barré-Griffen).
  • Kann ich in einer Lage bleiben? Den Aufwand möglichst gering zu halten, heißt auch die Wege zu verkürzen. Für jeden Akkord gibt es unterschiedliche Griffe, je nach dem in welcher Lage (welchem Bund) man ihn spielt. Wenn es schnell gehen soll, sucht man deshalb für jede Akkordfolge diejenigen Griffe, die möglichst nah beieinander liegen.
  • Es gibt keine Gemeinsamkeiten? Es kann natürlich auch vorkommen, dass es keine Gemeinsamkeiten gibt oder ein Lagenwechsel aus praktischen oder musikalischen Gründen notwendig ist. In diesem Fall bleibt Dir nichts weiter übrig, als den Akkordwechsel sorgfältig zu trainieren, bis er gut klingt.

Generell gilt, dass bei einem Akkordwechsel die Noten nicht einzeln gesucht werden, sondern der Griff vollständig aufgesetzt werden sollte. Das braucht natürlich etwas Übung.

Akkordfolgen auf der Gitarre spielen zu lernen braucht etwas Ausdauer und Geduld.
Durch regelmäßiges Üben kannst Du schon bald schöne Akkordfolgen spielen. | Quelle: Haley Powers via Unsplash

Um Dein Muskelgedächtnis zu trainieren, kannst Du Dir für jeden Griff einzeln etwas Zeit nehmen. Während ein paar Sekunden drückst Du die Saiten sehr stark, dann entfernst Du die Finger ein wenig vom Griffbrett und setzt sie nach einer kurzen Pause wieder komplett auf. Wenn Du das einige Male wiederholst, werden sich Deine Fingermuskeln an die Position erinnern.

Es ist ganz normal, dass es zu Beginn nicht ganz so klar kling oder sogar etwas scheppert. Das wird besser, wenn Du mehr Kraft und etwas Hornhaut an den Fingerkuppen hast. Ein unklarer Klang kann auch daran liegen, dass Du eine Saite ausversehen berührst. Achte immer darauf, dass Du nur mit den Fingerspitzen spielst und alle anderen Saiten frei schwingen können.

Wenn es einfach nicht besser wird, obwohl Du alles richtig machst, kann es auch daran liegen, dass die Gitarrensaiten schon zu alt sind und gewechselt werden müssen. Lerne hier, wie Du ganz einfach selbst Deine Gitarrensaiten wechseln kannst!

Wie übe ich Akkordfolgen?

Eine ganze Akkordfolge in einem Rutsch zu erlernen, ist, selbst wenn Du Gitarrenunterricht nimmst, als Anfänger nicht möglich. Am schnellsten und sichersten ans Ziel kommt man wie immer in kleinen Schritten. Je geduldiger und sorgfältiger Du Dich mit jedem einzelnen Schritt beschäftigst, umso besser wird das Ergebnis sein.

Zuallererst brauchst Du natürlich eine Akkordfolge, für die Du Dir anschießen alle Griffe zusammensuchst. Wie oben beschrieben, solltest Du Dir dann einen Moment Zeit nehmen, um die Griffe zu analysieren und zu überlegen, wie Du mit möglichst geringem Aufwand von einem zum nächsten kommst.

Das hilft Dir übrigens später auch wenn Du Arpeggios auf der Gitarre übst.

Nach dieser kleinen Vorbereitungszeit, kann es ans eigentliche Einüben gehen. Auch hier gehen wir weiterhin in kleinen Schritten voran und üben nicht die komplette Folge, sondern jeden Wechsel einzeln.

Übe den Wechsel erst einige Male trocken indem Du den ersten Akkord greifst und jede Saite einzeln anschlägst, um zu überprüfen, ob sie sauber klingt. Dann wechselst Du, so wie Du es zuvor theoretisch vorbereitet hast, zum zweiten Griff und überprüfst wiederum, ob er sauber gegriffen ist.

Wenn das gut klappt, stellst Du auf Deinem Metronom ein langsames Tempo (ungefähr 60 BpM) ein und spielst drei Viertel mit dem ersten Griff und wechselst währen des vierten Schlags, sodass Du auf die nächste 1 den zweiten Griff spielst. Am Ende des Taktes wechselst Du wieder zurück auf den ersten.

Wenn Du das über einen längeren Zeitraum sauber spielen kannst, erhöhst Du das Tempo um 5 BpM (Beats per Minute). Setze das Ganze solange fort, bis Du bei einem Tempo angekommen bist, dass etwas schneller ist, als der Song an dem Du arbeitest.

Wenn Du jeden einzelnen Akkordwechsel der Folge so geübt hast, kannst Du sie endlich zusammensetzen. Fange wieder langsam an und steigere das Tempo Schritt für Schritt.

Wenn die Finger verkrampfen können Akkordfolgen nicht mehr flüssig gespielt werden.
Achte beim Greifen von Akkorden immer darauf, dass Deine Finger richtig positioniert sind. | Quelle: Alaine Johnson via Unsplash

Tipps & Hilfestellungen, um Akkordfolgen zu üben

Professionelle Gitarristen empfehlen eine tägliche Übungseinheit von 10 bis 15 Minute, damit die Bewegungen wirklich in Fleisch und Blut übergehen und Dein Muskelgedächtnis sich an die Fingerstellungen erinnern kann. Hierbei können Privatlehrer oder Websites zum Gitarre Lernen Online helfen.

Wenn Du Dich nicht selbst zum Gitarre Üben motivieren kannst oder mit der Spieltechnik Schwierigkeiten hast, dann solltest Du bei einem privaten Gitarrenlehrer Hilfe suchen, der Dir während des Gitarrenunterrichts qualifizierte Ratschläge geben kann.

Einen Gitarrenlehrer an seiner Seite zu haben, bedeutet, dass man ein unmittelbares Feedback erhält: Er kann Dir zeigen, ob Du eine falsche Haltung einnimmst, Dir schlechte Angewohnheiten angeeignet hast und er kann Dich bei Bedarf korrigieren.

Auch den Rhythmus auf der Gitarre zu beherrschen ist eine wichtige Komponente beim Musizieren. Wenn Du Akkordwechsel übst, darfst Du nicht plötzlich langsamer werden. Daher ist es sinnvoll, ein Metronom zu benutzen. Auf diese Weise lernst Du, genau das richtige Tempo zu halten.

Sobald Du mehrere Griffe sicher beherrschst, kannst Du die Stoppuhr einschalten und versuchen, in einer vorgegebenen Zeit so viele Gitarrenakkorde wie möglich zu greifen.

Aber Qualität geht immer vor Quantität: Es ist immer besser 5 richtige Griffe in einer Minute aneinander zu reihen als 15, die total verkrampft und falsch klingen.

Verkrampfen sollte auch der Rest Deines Körpers nicht. Achte auf eine gleichmäßige und ruhige Atmung. Du kannst Deine Atmung auch auf Dein Spiel anpassen und vor jedem Akkordwechsel eine „Atempause“ einlegen und kurz Luft holen. (Natürlich ohne dabei aus dem Takt zu kommen!)

Lerne, Dir den Akkordwechsel in Gedanken vorzustellen.

Schließe die Augen und stelle Dir die Fingerstellung vor und wie Du sie richtig auf dem Gitarrenhals positionierst, um den folgenden Akkord greifen. Wer Gitarrenakkorde visualisieren kann, kann sie auch flüssiger aneinanderreihen.

Akkordprogressionen – welche Akkorde passen zusammen?

Du möchtest anfangen eigene Lieder zu schreiben oder mit Deiner Band ein bisschen rum zu probieren und zu improvisieren; hast aber keine Ahnung wie Du das angehen sollst?

Du kannst natürlich frei drauf losspielen und alle Chords aneinanderreihen, die Du schon kennst. Mit der Zeit wirst Du ein Gefühl dafür entwickeln, was gut klingt und das als Basis für Dein Spiel nehmen. Das ist eine Freiheit, die Du Dir auch jederzeit beibehalten solltest, um Dein Ohr zu schulen und auch mal ungewohnte Wege zu gehen.

Trotzdem ist es natürlich gut zu wissen, warum welche Akkorde besonders gut zueinander passen und ein paar typische Akkordprogressionen auf Lager zu haben, die immer funktionieren. Um das zu verstehen, brauchen wir jetzt doch etwas Musiktheorie. Erstmal ist es wichtig zu wissen, wie Drei- und Vierklänge gebildet werden.

Intervalle und Akkorde

Akkorde sind mehrere gleichzeitig erklingende Töne, die in einem harmonischen Zusammenhang stehen. Man geht von einem Grundton aus, auf den weitere Töne aufgeschichtet werden. Diese stehen in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander, was dem jeweiligen Akkord seine eigene Farbe gibt.

Um das zu verstehen, müssen wir wissen, was Intervalle sind und wie Tonleitern aufgebaut sind.

Innerhalb einer Oktave gibt es 12 Halbtonschritte.
Lerne die Intervalle erkennen, um zu verstehen, wie Akkorde gebildet werden.

Bei den Grundakkorden, die wir hier brauchen werden, werden Terzen aufeinandergeschichtet. Je nachdem ob es kleine oder große Terzen sind, ergeben sich unterschiedliche Akkordtypen:

  • Dur-Dreiklang: Grundton + g3 + r5 (die Tonabstände sind also: eine große und eine kleine Terz)
  • Moll-Dreiklang: Grundton + k3 + r5 (die Tonabstände sind also: eine kleine und eine große Terz)
  • Verminderter Dreiklang: Grundton + k3 + v5 (die Tonabstände sind also: zwei kleine Terzen)
  • Übermäßiger Dreiklang: Grundton + g3 + ü5 (die Tonabstände sind also: zwei große Terzen)

Daraus ergibt sich bereits eine Vielzahl von Möglichkeiten, da jeder der 12 Töne unseres Musiksystems als Grundton verwendet werden kann. Wie kann man in dieser Menge nun die Dreiklänge finden mit denen sich schöne Akkordfolgen gestalten lassen?

Es ist weit weniger kompliziert, als Du jetzt vielleicht denken magst. Denn am besten passen die Akkorde zusammen, die zu derselben Tonart gehören.

Stufenakkorde

Die Stufenakkorde erhalten wir, wenn wir auf jedem Ton einer Tonleiter einen Dreiklang aufbauen, in dem nur tonleitereigene Töne vorkommen.

Schauen wir uns das mal an Hand der C-Dur- und der A-Moll-Tonleiter an:

Da Am die Moll-Parallele zu C-Dur ist, kommen die gleichen Töne und Akkorde vor.
Die I. Stufe heißt Tonika, die IV. Subdominante und die V. Dominante.

Wir erhalten so sieben verschiedene Dreiklänge, die alle derselben Tonleiter entstammen; jeweils drei Dur- und drei Moll-Dreiklänge, sowie ein verminderter Dreiklang. Der Unterschied zwischen Moll und Dur ist, dass sie sich auf unterschiedlichen Stufen befinden.

 IIIIIIIVVVIVII
DurDur-DreiklangMoll-DreiklangMoll-DreiklangDur-DreiklangDur-DreiklangMoll-Dreiklangverminderter Dreiklang
MollMoll-Dreiklangverminderter DreiklangDur-DreiklangMoll-DreiklangMoll-DreiklangDur-DreiklangDur-Dreiklang

Diese Formel lässt sich auf jede andere Tonart übertragen. Wenn Du die entsprechende Tonleiter kennst, kannst Du so ganz einfach selbst die E-Moll-, G-Dur- oder Es-Dur-Akkorde selbst bilden.

Wenn wir auf die Dreiklänge eine weitere Terz legen, erhalten wir Vierklänge:  Zu Grundton, Terz und Quinte kommt jetzt noch die Septime hinzu, die auch wiederum groß oder klein sein kann. In den verkürzten Akkordbezeichnung wird die kleine Septime zum Grundton mit der Ziffer 7 angegeben, die große mit maj7.

Vierklänge werden oft für Jazz Akkordfolgen verwendet.
Wenn wir auf die Dreiklänge eine weitere Terz aufschichten, erhalten wir Vierklänge.

Als Anfänger wird Dir vor allem der Akkord auf der V. Stufe begegnen, der Dominantseptakkord genannt wird.

Akkordprogressionen

Um eine Progression zu erhalten, werden zwei oder mehr Stufenakkorde aneinandergereiht. Im Laufe der Musikgeschichte, haben sich einige Akkordfolgen etabliert, die immer wieder verwendet werden und teilweise auch sehr typisch für einen bestimmten Musikstil sind.

Bei einer kurzen, einprägsamen Akkordfolge, die die Tonart eindeutig festlegt (das heißt, dass jeder Ton einer Tonleiter mindestens einmal vorkommt und keine tonleiterfremden Töne enthalten sind), spricht man auch von einer Kadenz.

Typische Kadenzen in C-Dur sind zum Beispiel | C | F | G | C | oder | C | Dm | G7 | C |. Die Abfolge | F | Bb | C | F | ist eine F-Dur-Kadenz.

In der Praxis werden Akkordprogressionen oft nicht durch die Akkordnamen, sondern in römischen Zahlen (die den Stufen entsprechen) angegeben. Dadurch können sie ganz leicht transponiert (in andere Tonarten übertragen) werden.

Zur schnellen Verständigung in einer Band hat sich das Zurufen der Akkordstufen als „Jahreszahlen“ als bewährt erwiesen. Die klassische Dur-Kadenz I-IV-V-I wird dann 14-51 genannt. Es wird dann nur noch hinzugefügt, in welcher Tonart sie gespielt werden soll (z. B. in D) und schon wissen alle Bandmitglieder, was sie zu tun haben.

Welche Akkorde passen zusammen - Tabelle.
Diese Tabelle gibt Dir eine Übersicht über die Stufendreiklänge aller Tonarten.

Beliebte Akkordfolgen

Wie bereits erwähnt, ist die Kadenz I-IV-V der große Klassiker unter den Kadenzen. Das liegt daran, dass sie aus den drei wichtigsten Stufen (Tonika, Subdominante und Dominante) besteht, die auch als Hauptdreiklänge bezeichnet werden.

Diese Progression nimmt den Zuhörer mit auf eine kleine Reise. Auf der Tonika sind wir sozusagen „zu Hause“, von dort geht es auf die weniger stabile Subdominante und schließlich zur Dominanten, die nach einer Auflösung in die Tonika strebt. Diese Variante hört man sehr oft am Ende eines Liedes.

Um die Spannung zu erhöhen, wird die fünfte Stufe häufig als Dominantseptakkord gespielt. Also dem Dur-Dreiklang die kleine Septime hinzugefügt. In diesem Fall wirst Du in den Chords die Bezeichnung Akkordname7 finden.

Akkordfolgen mit I, IV, und V

Mit diesen drei Hauptdreiklängen, die immer gut nebeneinander klingen werden, hat man schon unglaublich viele Möglichkeiten. Unter den häufig verwendeten Standartakkordfolgen findet man einige, die nur mit diesen drei Akkorden arbeiten und die Du schon oft gehört hast.

Hier einige Beispiele:

  • 11-45: La Bamba, Twist and Shout, Lucy in the Sky with Diamonds, Like a Rolling Stone
  • 54-11: Sweet Home Alabama, Ring of Fire, I Still haven’t found what I’m looking for, Love me Do
  • I-I-I-I-IV-IV-I-I-V-IV-I-V (Standard 12-Bar-Blues): Johnny B Goode, I Love Rock ‘n Roll, Little Red Rooster, Hound Dog

4 Akkorde – unzählige Songs

Wenn wir zu den die Hauptdreiklängen noch die sechste Stufe hinzunehmen, haben wir alles, was wir brauchen, um viele der bekanntesten Pop und Rock Songs nachspielen zu können.

Eine Progression, die in den 50er Jahren sehr beliebt war und deshalb auch die 50er-Formel genannt wird, ist I–VI-IV-V. Sie ist nie ganz aus der Mode gekommen und auch heute immer wieder zu hören.

Die gleichen drei Stufenakkorde in anderer Reihenfolge ergeben die sogenannte Hit-Formel (I-V-VI-IV). Sie hat sich ihren Namen durchaus verdient. Immer wieder schaffen es Songs mit genau dieser Folge in die Charts und da wir sie so oft im Radio hören, kommt sie uns mehr als vertraut vor.

Wenn man die Hit-Formel umdreht und mit der Moll-Parallelen beginnt (VI-IV-I-V) ist der Song mindestens genauso eingängig und ergreifend. Jedenfalls finden wir auch diese Akkordprogressionen in vielen Chart Hits.

Du möchtest Dir das an ein paar Song Beispielen anhören? Hier sind sie:

  • 50er-Formel 16-45: Return to Sender, Unchained Melody, Every Breath You Take, Goodbye My Lover, Stand by Me
  • Hit-Formel 15-64: No Woman No Cry, Proud Mary, Barbie Girl, With or Without You, Torn, Someone Like You
  • Verdrehte Hit-Formel 64-15: It’s My Life, Out of the Dark, Pokerface, The Passenger, Wake me Up, Complicated, Zombie, Whenever Wherever

Damit Du gleich loslegen kannst und diese Folgen selbst ausprobieren kannst, zeige ich Dir die Gitarren Griffe für die 4 Akkorde in zwei verschiedenen Tonarten.

Vier Akkorde reichen aus, um viele große Hits zu spielen.
Mit diesen Gitarrengriffen kannst Du unterschiedliche Akkordfolgen auf der Gitarre spielen.

Dur-Akkordfolgen mit der II. Stufe

Wenn wir der klassischen Dur-Kadenz die zweite Stufe hinzufügen, kommt wie bereits mit der sechsten Stufe, ein Moll-Akkord ins Spiel. Dieser fällt aber mehr auf und gibt den Akkordprogressionen eine ganz andere Farbe. (Die sechste Stufe, ist die Moll-Parallele zur jeweiligen Tonart und wirkt dadurch „selbstverständlicher“).

Kadenzen mit der zweiten Stufe finden wir sehr häufig im Jazz. Aber auch in Pop und Rock erfreuten sie sich um die Jahrtausendwende großer Beliebtheit.

Die Abfolge II-IV-I-V wird des halb auch die Millennium-Kadenz genannt. Du findest sie unter anderem in: Fly Away, How You Remind Me, Wonderwall, Mad World oder Boulevard of Broken Dreams. Ausgehend von C-Dur brauchst Du dazu|Dm|F|C|G|.

Auch die Umkehrung der Millennium-Kadenz (15-24) hat sich in der Pop-Musik etabliert. In Believe von Cher, Time To Say Goodbye oder Irreplaceable von Beyonce kannst Du sie beispielsweise finden.

Unter den Jazz Akkordfolgen ist die II-V-I-Verbindung der große Klassiker. In beinahe jedem Jazz-Standard kommt sie vor.  Für Gitarren Anfänger wird es hier etwas komplizierter, da im Jazz fast nur Vierklänge verwendet werden.

Das heißt es kommen bei einer 2-5-1 Verbindung in Dur der Moll-Septakkord der zweiten Stufe, der Dur-Septakkord der fünften Stufe (Dominantseptakkord) und der Durakkord der ersten Stufe mit großer Septime (manchmal auch ersatzweise der großen Sexte) zum Zuge.

All die vorgestellten Akkordprogressionen, kannst Du mit Hilfe der Stufenakkorde-Tabelle, die Du weiter oben findest, in alle Tonarten übertragen. Wenn Du erst wenige Gitarrengriffe kennst, ein Lied aber trotzdem transponieren möchtest, kannst Du einen Capo verwenden.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.