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Wie wird man ein guter Nachhilfelehrer?

Von Christiane, veröffentlicht am 30/05/2017 Superprof Blog DE > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Welche Eigenschaften braucht ein guter Privatlehrer?

Fachliche Kenntnisse allein reichen nicht, wenn Du Nachhilfe geben möchtest. Sie bilden zwar die Grundlage, doch Du benötigst auch andere Eigenschaften, um ein guter Privatlehrer zu werden.

Als Nachhilfelehrer musst Du also nicht nur das nötige Fachwissen haben, sondern auch…

  1. … für ein angenehmes Arbeitsklima sorgen,
  2. … wissen, wie Du den Lernstoff am besten vermittelst,
  3. … Deinen Nachhilfeunterricht an Deinen Schüler anpassen.

In diesem Artikel nehmen wir die unabdingbaren Eigenschaften eines guten Nachhilfelehrers genauer unter die Lupe. Dabei geht es vor allem um Pädagogik, Verständnis und Methodik – wichtige Aspekte, ganz egal ob Du nun Mathematik, Englisch oder Geige unterrichtest.

Diese Eigenschaften werden Dir auch dabei helfen, Schüler für Deinen Nachhilfeunterricht zu finden.

Organisiere Deinen Nachhilfeunterricht

Nachdem Du eine Anzeige für Deinen Nachhilfeunterricht verfasst und Schüler gefunden hast, geht es ans Unterrichten!

Natürlich ist es gut, wenn Du schon Deine eigene Methodik hast. Diese sollte jedoch nicht zu starr sein, denn jede Methodik muss an den Schüler, seine Bedürfnisse und Erwartungen angepasst werden. Insbesondere beim Nachhilfe geben als Schüler sollte es dir nicht schwer fallen, diese Bedürfnisse nachzuvollziehen und zu berücksichtigen.

Nur so macht Dein Schüler Fortschritte und wirst Du als Nachhilfelehrer Erfolg haben.

Die Methodik ist fachunabhängig.

Ob Du nun Französisch Kurse geben, Deutsch als Fremdsprache unterrichten, Biologie Nachhilfe geben, Informatik Schulungen anbieten oder Gesangsunterricht geben willst: Du musst Dir stets die Frage stellen, wie Du Deinem Schüler den Stoff verständlich rüberbringst.

Auch für Dich ist es wichtig, den Privatunterricht gut zu organisieren. So wirkst Du seriös! Mit einer guten Organisation Deiner Nachhilfe macht Dein Schüler schneller Fortschritte. | Quelle: Visualhunt

Zu gutem Privatunterricht gehört auch eine gute Vorbereitung der Nachhilfestunde.

Es macht wenig Sinn, mit der Einstellung „Mal sehen, was wir heute machen“ in den Kurs zu gehen. So verbessert Dein Schüler seine Leistung nicht, und Du als Nachhilfelehrer wirst weniger ernst genommen.

Eine gute Unterrichtsvorbereitung ist der Beweis für Deinen Einsatz und prägt Deinen Ruf mit.

Auch wenn Du Deinem Schüler gelegentlich an einem anderen Ort als bei ihm zu Hause Nachhilfe gibst oder Online-Nachhilfe via Webcam anbietest, behalte Deine Methodik bei und bereite den Privatunterricht entsprechend vor.

Mache Dir die Psychologie zu Nutze, um Blockaden zu lösen und Stress zu vermindern

In der ersten Nachhilfestunde geht es darum, die Erwartungen Deines Schülers zu definieren und Deine Methodik vorzustellen.

Auf diese Weise bereitest Du Deinen Nachhilfeschüler psychologisch auf den Privatunterricht vor.

Lege außerdem ein Ziel mit ihm fest, das er mit Hilfe Deines Unterrichts erreichen möchte.

Ein festgelegtes Ziel treibt nicht nur Dich, sondern auch Deinen Schüler an.

Ein solches kann z.B. eine bestimmte Note in einer Arbeit oder auf dem Zeugnis sein, das Bestehen einer Aufnahmeprüfung, das Erreichen eines nächsten (Sprach-)Levels oder Ähnliches.

Ein Ziel bildet eine psychologische Hilfestellung beim Lernen. Mit einem Ziel vor Augen lernt es sich leichter. | Quelle: Visualhunt

Frage Deinen Schüler ruhig, warum er mit einer bestimmten Übung seine Probleme hat oder warum das Verfassen eines Aufsatzes ihn stresst. Nur so weißt Du, wie Du die Blockade in ihm lösen kannst.

Wenn Du begreifst, wie Dein Schüler funktioniert, wirst Du auch den richtigen Hebel betätigen können, um ihm beim Lernen zu helfen.

Eine positive Einstellung dem Schüler gegenüber ist wichtig. Ermutige und lobe ihn, wenn er etwas geschafft hat.

Dazu gehört auch, nicht seine Fehler, sondern vielmehr das zu unterstreichen, was er gut gemacht hat. Seine Erfolge hervorzuheben ist konstruktiver, als ihm seine Fehler aufzuzählen.

Sorge außerdem für eine angenehme Atmosphäre, indem Du beispielsweise Szenen aus aktuellen Serien (z.B. The Big Bang Theory für die Physik-Nachhilfe) oder Filmen (z.B. A Beautiful Mind für die Mathe-Nachhilfe) zitierst.

Bleibe gelassen und fröhlich und mach auch ruhig mal Witze, auch wenn Dein Schüler denselben Fehler zum dritten Mal macht. Nur so erreichst Du, dass er in Deinem Nachhilfeunterricht entspannt ist.

Nachhilfe geben = Unterricht nach Maß

Das Programm Deiner Nachhilfe hängt von mehreren Dingen ab:

  • Das Bildungsniveau Deines Schülers: Es macht einen Unterschied, ob Du einem Schüler, der Abitur macht, nur vorübergehend Nachhilfe gibst, oder ob Du einer Chemie-Studentin regelmäßig Privatunterricht gibst. Das Programm ist nicht dasselbe, so dass Du Deine methodische Herangehensweise verändern musst.
  • Die Persönlichkeit Deines Schülers: Die Methodik muss sich, wie schon erwähnt, an die Persönlichkeit Deines Schülers anpassen. Mit den Fortschritten des Schülers sollte sich auch Deine Methodik weiterentwickeln.
  • Die aktuellen Lernbedürfnisse Deines Schülers: Die Methodik ist nicht dieselbe, wenn Dein Schüler in kurzer Zeit für eine Arbeit lernen oder sich auf eine Prüfung am Ende des Schuljahres vorbereiten muss. Kurz vor einer Prüfung muss die Nachhilfe z.B. intensiver sein als unter „normalen“ Umständen.

Man muss Lernphasen, in denen der Schüler Grundwissen erwirbt, von Wiederholungsphasen unterscheiden, in denen er für eine Prüfung lernt.

Anpassung ist also das A und O, denn ein guter Nachhilfelehrer gibt Unterricht nach Maß.

Der Privatlehrer muss seinen Unterricht nach den Bedürfnissen des Schülers formen. Guter Nachhilfeunterricht ist wie ein Kuchenteig: formbar und am Ende ein Genuss! | Quelle: Visualhunt

Langfristig Privatunterricht geben und Leistung fördern

Nachhilfe über einen langen Zeitraum hinweg mit demselben Privatlehrer ist am effektivsten, nicht nur für den Schüler sondern auch für den Lehrer.

Auch eine gewisse Regelmäßigkeit der Nachhilfestunden (z.B. einmal die Woche statt nur alle drei Wochen) fördert die Wirksamkeit des Unterrichts, da der Schüler das Gelernte nicht gleich wieder vergisst.

So kann der Lehrer den Lernstoff in der nächsten Stunde vertiefen, ohne auf das bereits Erklärte noch einmal explizit eingehen zu müssen.

Doch natürlich hängt die Regelmäßigkeit nicht nur von Dir ab.

Manchmal haben der Schüler oder seine Eltern einen Hinderungsgrund. Wenn das gelegentlich vorkommt, ist das kein Problem, nur bei häufigeren Absagen solltest Du das Wort ergreifen und der Familie erklären, dass der Nachhilfeunterricht auf diese Weise weniger effektiv ist.

Die erste Unterrichtsstunde ist wie gesagt ideal, um Dir ein Bild der Stärken, Schwächen und Erwartungen Deines Schülers zu machen.

Es ist aber auch möglich, mehrmals im Jahr eine Art „Leistungsbilanz“ zu machen. So sieht der Schüler, welche Fortschritte er in den letzten Monaten gemacht hat und gewinnt an mehr Selbstvertrauen.

Unabhängigkeit und Autonomie

Bringe Deinem Schüler bei, autonom zu lernen. Bei der Nachhilfe kommt Abhängigkeit nicht in die Tüte! Mit Dir lernt Dein Schüler selbstständiges Lernen. | Quelle: Visualhunt

Da der Privatlehrer seinen Schüler natürlich aber nicht ewig betreut, liegt seine Aufgabe darin, ihn immer selbstständiger zu machen.

Je nach Schüler dauert dieser Prozess länger oder kürzer, doch er bildet den Zweck einer jeden Nachhilfe, denn Du wirst Deinem Schüler nicht sein ganzes Leben lang helfen können, sondern musst ihn vielmehr auf den rechten Weg bringen.

Bringe Deinem Schüler also bei, wie man lernt.

Neben dem Vermitteln von Fachwissen bringst Du ihm also auch eine Lernmethode bei, die Deinem Schüler zur Autonomie verhilft – egal in welchem Fach, egal auf welchem Ausbildungsweg.

Zusammenfassung:

  • Ein guter Privatlehrer ist seriös, pädagogisch, aufmerksam und hat eine Methodik.
  • Er kann einschätzen, wo sein Schüler Schwierigkeiten hat, und seine Methodik an die Persönlichkeit des Schülers anpassen.
  • Er möchte, dass sein Schüler Fortschritte macht und beim Lernen autonom wird.
  • Ein guter Nachhilfelehrer lässt seinem Schüler also allmählich freie Hand, damit er lernt zu lernen.
  • Und Kommunikationsfähigkeit, Begeisterung fürs Unterrichten, ein offenes Ohr für den Schüler und eine Dosis Humor können auch nicht schaden!

Erfahre außerdem, welche Formalitäten Du als Nachhilfelehrer beachten musst und welche generellen Tipps für Deine Tätigkeit als Nachhilfelehrer wir Dir mit auf den Weg geben können.

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