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Wie lernt man Tonleitern und Harmonielehre auf dem Klavier?

Von Alice, veröffentlicht am 09/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Wie kann man am Klavier Improvisation lernen?

Die Improvisation ist für alle Musiker verführerisch.

Sich von den engen Linien der Partitur lösen und seiner Kreativität freien Lauf lassen, oder aber seine persönlichen Emotionen über das Klavierspiel ausdrücken …

Wer hat noch nicht davon geträumt?

Wenn man mit dem Klavierspielen beginnt, lernt man auch zu improvisieren.

Die wichtige Frage bei der Improvisation auf dem Klavier ist die nach dem „wie“: Wie lernt man, auf dem Klavier zu improvisieren?

Ja, denn auch das Improvisieren ist erlernbar, wie wir gleich sehen werden.

Klavierspielen und Improvisation zu lernen erfordert viel Übung!

Improvisation auf dem Klavier – im Herzen der Musik

Die Improvisation ist wichtiger als die Komposition, sowohl „logisch“, als auch „historisch“ betrachtet.

Alle Komponisten von Klavierstücken und von Musik im Allgemeinen, sind zuallererst Improvisateure. Die Entwicklung der Jazz-Musik über mehr als ein Jahrhundert hinweg zeigt, dass die Musik das Ergebnis von Improvisation ist.

Aber die Improvisation spielt auch in der sog. klassischen Musik eine wichtige Rolle. Man muss zuerst in Erinnerung rufen, dass das aktuelle Notensystem noch relativ jung ist.

Es stammt aus dem Ende des Mittelalters.

Wie liest man nochmal Noten? Notenlesen ist eine Voraussetzung, um auf dem Klavier improvisieren zu können. | Quelle: Pixabay

Als das Notensystem noch nicht so weit entwickelt war wie heutzutage, war die Improvisation automatisch ein Kernelement in der Kreation und Reproduktion von Musik.

Auch nach der Festlegung des klassischen Notensystems blieb die Improvisation bestehen. Bach war zuerst Improvisateur, bevor er zu dem Komponisten geworden ist, den man heute kennt.

In einigen Kompositionen der damaligen Zeit, hatten die Interpreten eine große Freiheit in der Wahl der Technik, des Basses, der Intervallabstände und der Akkorde.

Sich mit der Improvisation am Klavier zu beschäftigen, ist also ein bisschen wie das Zurückkehren zu den Wurzeln der Musik.

Der richtige Gemütszustand, um Improvisation auf dem Klavier zu lernen

Die Improvisation ist das Ergebnis einer Technik, einer innigen Kenntnis der Musik und ihrer Sprache.

Wir kommen darauf später noch einmal zurück, wenn wir über die Grundlagen der Harmonielehre sprechen.

Es ist unmöglich, ohne dieses Vorwissen zu improvisieren.

Davor sollte man sich bewusst sein, dass die Improvisation einen Gemütszustand widerspiegelt.

Um in der Lage zu sein zu improvisieren und schnell Keyboard Spielen Lernen bzw. Klavierspielen zu lernen, muss man zunächst einmal daran arbeiten, sich in einen Zustand versetzen zu können, der eine Improvisation zulässt.

Tatsächlich stehen die Pianisten immer wieder vor psychologischen Blockaden.

Improvisation setzt ein gewisses Selbstbewusstsein voraus.

Improvisieren bedeutet, die altbekannten Pfade des Anfängerkurses zu verlassen, sich von der Partitur zu lösen und seine persönlichen und intimen Emotionen, die man sich manchmal im Anfängerkurs nicht traut zu zeigen, zum Ausdruck zu bringen.

Sich trauen ist die erste Etappe für diejenigen, die gerne Improvisation auf dem Klavier lernen wollen.

Keine Angst vor den Blicken der anderen zu haben oder sich lächerlich zu machen, vor allem zu Beginn, Spaß haben, seinem Instinkt folgen, sich entspannen, sich beruhigen, kurz sich gehen lassen.

Du wirst Deinen Klavierlehrer vom Hocker reißen!

Musik hören

Zur Improvisation gehört ein bereits ausgeprägtes Musikgefühl.

Normalerweise ist das der Fall. Denn wenn Du gerne lernen möchtest auf dem Klavier zu improvisieren, dann heißt das, dass du Musik sehr gerne magst und ein Liebhaber bist.

Aber es ist gut, nochmal daran zu erinnern: Je mehr Musik Du hörst, desto besser wirst Du in der Improvisation.

Du suchst nach Inspiration? Durch Musikhören verbessert sich Dein musikalisches Gefühl. | Quelle: Visualhunt

Denn Improvisation ist nicht einfach nur Spontaneität.

Die Inspiration kommt nicht allein durch Dein Inneres, Deine Gefühle, Deine Emotionen; sie ist das Ergebnis von dem, was Du hörst.

Die Musik anderer ist die Hauptquelle, das Hauptmaterial Deiner Inspiration und damit Deiner Improvisation.

Improvisieren ist größtenteils das bewusste oder unbewusste Übernehmen von Motiven, musikalischen Elementen oder Sequenzen, die Du irgendwo schon einmal gehört hast.

Die Grundlagen der Harmonielehre kennen

Anders, als man vielleicht denken könnte, improvisiert man nicht zufällig. Die Improvisation ist eine Mischung aus Freiheit und Gefangenheit.

Das gilt eigentlich für fast alle Formen der Kreation. Man erschafft nie etwas aus dem Nichts.

Um ein besonderes Gemälde zu malen reicht es nicht, inspiriert zu werden oder seiner Phantasie freien Lauf zu lassen.

Wenn Du nicht malen kannst, wirst Du nicht weit kommen (Du kannst es natürlich trotzdem versuchen).

Ein außergewöhnlicher Maler ist in erster Linie ein Maler, der malen kann. Das heißt, dass er die Technik der Malerei kennt. Auf dem Klavier ist es genau das Gleiche.

Wenn Du noch nie Klavier gespielt hast oder keinen blassen Schimmer von den Grundlagen der Harmonielehre hast, dann könnte es sein, dass Deine Improvisation komisch wird.

Es dabei nicht darum, einen kompletten Klavierkurs zur Harmonielehre zu machen, sondern einfach nur die Grundlagen in Erinnerung zu rufen, die Dir bei der Improvisation helfen. Du kannst Deinen Klavierlehrer um Hilfe bitten!

Wenn Du mit der Improvisation auf dem Klavier anfängst, solltest Du zuerst einmal mit der rechten Hand eine improvisierte Melodie spielen und mit der linken Hand die passenden Akkorde.

Die Aufteilung von rechter Hand – Melodie und linker Hand – Akkorde ist nirgendwo so strikt, wie in der Musik.

Je mehr Fortschritte Du machst, desto eher kannst Du Dich von dieser strengen Rollenverteilung lösen.

Welche Hand für was? Beim Klavierspielen haben unsere Hände jeweils ihre eigene Aufgabe. | Quelle: Visualhunt

Wir werden nun nacheinander zwei Dinge behandeln:

  • Wie erfindet man eine Melodie (mit der rechten Hand)?
  • Welche Akkorde passen gut zur Melodie (mit der linken Hand)?

Eine Melodie auf dem Klavier erfinden: die Grundprinzipien der Improvisation

Es gibt kein magisches Rezept für die Kreation einer Melodie auf dem Klavier.

Die Melodie ist das freieste und unbeschränkteste Element der Musik.

Wir werden später sehen, dass die Beschränkungen bei den Akkorden weitaus größer sind (mit der linken Hand).

Die Inspiration ist der wichtigste Faktor in der Kreation von Melodien.

Wie wir später noch einmal wiederholen werden, haben Melodien zwei Quellen:

  • Dein innerer Zustand, Deine Emotionen, Deine Gefühle in dem Moment. Die Melodie spiegelt mehr als jedes andere musikalische Element die Seele desjenigen wieder, der sie spielt.
  • Die Melodien von Komponisten, die Du hörst. Die Inspiration kommt nie von gar nichts. Sie wird genährt, durch die musikalische Sensibilität und diese wiederum kommt vom häufigen, aufmerksamen Hören von Musik (übrigens nicht unbedingt nur von Klaviermusik).

Um Melodien auf dem Klavier erfinden zu können, brauchst Du nur eine „Voraussetzung“, nur ein Vorwissen, und zwar das der Tonleitern.

Zur Improvisation musst Du die Struktur der Tonleiter kennen, in der Du improvisieren möchtest und diese auf dem Klavier spielen können.

Eine Tonleiter ist eine Aufeinanderfolge von sieben Noten, die durch halbe Noten voneinander getrennt sind, zum Beispiel E – F oder C – D.

Wenn Du in C-Dur spielst, ist die Tonleiter: C – D – E – F – G – A – H.

Wenn Du in C-Moll spielst, ist die Tonleiter: C – D – Es – F – G – As – B – C.

Es gibt insgesamt zwölf Dur- und zwölf Moll-Tonleitern. Eine Melodie bedient sich dieser Tonleitern, um sich zu entfalten.

Wenn Du eine Melodie in C-Dur improvisierst, kannst Du die Noten der C-Dur-Tonleiter nutzen: Das bedeutet alle weißen, aber keine schwarze Note. Am Anfang solltest Du nur auf der C-Dur-Tonleiter improvisieren.

Die Regel ist die folgende: Eine Melodie ist immer an eine vorgegebene Tonleiter, das heißt an insgesamt sieben Noten, angelehnt.

Natürlich kann man in C-Dur auch Noten aus anderen Tonleitern verwenden, aber am Anfang sollte man am besten nur Töne aus der Tonleiter nehmen.

Ein Tipp: eine Melodie macht meistens keine großen Sprünge. Wenn Du also C – A – E – H – D – A spielst, dann wird die Melodie nicht so schön klingen. Ihr fehlt der Zusammenhang und sie scheint ein bisschen holprig.

In einer Melodie sollten zwei aufeinanderfolgende Noten nicht weiter als drei oder vier Töne voneinander entfernt sein.

Hierbei handelt es sich natürlich auch nur um eine Regel, die am Anfang ganz nützlich sein könnte, aber die man später auch mal ignorieren kann.

Um sich von den musikalischen Zwängen befreien zu können, muss man sie erst einmal gut verstehen und sich ihnen beugen.

Erfahre hier, wie man sein Klavier stimmen kann…

Welche Noten passen zusammen und welche nicht? Noten aus einer Tonleiter hören sich gut zusammen an. | Quelle: Pixabay

Klavier Akkorde mit der linken Hand kombinieren: die Grundlagen der Harmonielehre

Wie begleitet man eine Melodie (angenommen gespielt mit der rechten Hand) mit der linken Hand?

Mit Akkorden natürlich. Die Akkorde bereichern die Melodie, die alleine manchmal ein bisschen dünn erscheinen mag.

Aber welche Akkorde soll man auswählen? Besser gesagt:

  • Wie schafft man es, dass der Akkord der linken Hand gut zur Melodie der rechten Hand passt?
  • Wie kriegt man es hin, dass die Akkorde unter sich stimmig sind?

Die Harmonielehre hat die Antwort darauf. Die Harmonielehre bezeichnet die Wissenschaft der Akkorde und ihre Anordnung.

Die Harmonielehre ist relativ jung. Im Mittelalter hatten die Musiker eine rein melodische Sicht auf die Musik.

Die Musik enthielt entweder nur eine Stimme (in den gregorianischen Gesängen) oder mehrere Stimmen; alle aber melodische Stimmen.

Die „Wissenschaft“, die sich mit der Koexistenz von Melodien in einem Stück beschäftigt, nannte man „Kontrapunkt“.

Kontrapunkt beantwortet die Frage: Wie schafft man es, dass die verschiedenen melodischen Stimmen in einem Stück gut zusammenpassen?

Man sprach nicht von Harmonie.

Die Musik hat sich danach weiterentwickelt (in der Renaissance): Die hohe Stimme (der Sopran) wurde unabhängig von den anderen melodischen Stimmen. So entstand die Harmonielehre.

Da der Platz ein bisschen begrenzt ist in diesem Artikel, werden wir nur auf ein paar Grundlagen der Harmonielehre eingehen.

In einer Tonleiter gibt es sieben verschiedene Noten, die man auch „Stufen“ nennt.

Wenn man die C-Dur-Tonleiter zum Beispiel nimmt hat man: C – D – E – F – G – A – H. Zu jeder dieser Noten kann man einen Akkord kreieren.

Ein Akkord ist eine Kombination aus zwei Intervallen: einer Terz und einer Quinte.

Der C-Akkord beispielsweise ist: C – E – G. Das Intervall C – E ist die Terz und das Intervall C – G ist die Quinte. Der Akkord von G wäre: G – H – D.

In einer vorgegebenen Tonleiter gibt es sieben verschiedene Akkorde, aber nicht jeder von ihnen ist gleich wichtig.

Die wichtigsten Akkorde sind die auf den Stufen I, IV und V.

Das heißt in der C-Dur-Tonleiter:

  • Der C-Dur-Akkord I: C – E – G (man spricht auch von der Tonika)
  • Der G-Dur-Akkord V: G – H – D (man spricht von der Dominante)
  • Der F-Dur-Akkord IV: F – A – C (man spricht auch der Subdominante oder Quarte)

Du kannst zu Beginn erstmal nur diese 3 Akkorde in ihrem Grundzustand verwenden, um ein bisschen in die Improvisation hineinzukommen.

Wechsle mit der linken Hand immer zwischen den drei Akkorden während Du mit der rechten Hand eine improvisierte Melodie spielst.

Versuche, Kombinationen zu finden, die gut zusammenpassen.

Du wirst sehen, dass mit diesen drei Akkorden Deine Improvisation nicht mehr „falsch“ klingen wird.

Du möchtest ein bisschen experimentieren? Probiere einfach mal ein paar Tonkombinationen aus und Du wirst hören, ob sie gut zusammenpassen oder nicht. | Quelle: Pexels

Wenn Du Dich ein bisschen in die Improvisation am Klavier eingefunden hast, kannst Du:

  • Auch andere Akkorde benutzen. Beachte: der Akkord II (D – F – A) ist sehr nahe am Akkord IV (zwei gleiche Noten). Somit kannst Du auch mal mit dem Akkord IV abwechseln. Der Akkord VII (A – C – E) ist herabgesetzt und ist sehr nahe am Akkord V. Der Akkord VI hat zwei Noten mit dem Akkord IV und I gemeinsam. Man könnte diese Akkorde also ersetzen. Sehr wichtig: der Akkord III (in C-Dur E – G – H) wird nur sehr selten verwendet. Man sollte ihn eher vermeiden.
  • Du kannst die Improvisation zu Deinen Methoden zum Klavier Spielen Lernen hinzufügen.
  • Die Akkorde in der umgekehrten Reihenfolge benutzen. Zum Beispiel: G – E – C anstatt C – E – G.
  • Eine andere Tonleiter als C-Dur verwenden.
  • Während der Improvisation von einer in eine andere Tonleiter springen. Diese Tonschwankung hat auch ihre Regeln, aber leider haben wir nicht die Zeit, sie hier zu behandeln.

Abschließend kann man sagen, dass die Improvisation einer der besten Wege ist, Klavierspielen zu lernen.

Und denke daran: Es ist niemals zu spät, Klavierspielen zu lernen!

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