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Wie kann ich am besten Klavier Spielen Lernen?

Von Alice, veröffentlicht am 12/07/2018 Blog > Musik > Klavier > Schnell Klavier Lernen mit diesen Tipps

Klavier und Gitarre sind die bekanntesten und üblichsten Instrumente.

Viele Leute wollen gerne Klavier Spielen lernen. Aber lernen, (richtig gut) Klavier zu spielen, braucht seine Zeit.

Es ist eine anspruchsvolle Tätigkeit!

Leider gibt es keinen magischen Trick, mit dem man innerhalb von zwei Monaten lernt, eine Sonate oder ein Kammermusik-Stück auf dem E-Piano oder klassischen Klavier zu spielen.

Also, wie lernt man Klavierspielen?

In diesem Artikel erfährst Du einige wichtige Informationen rund ums Klavierspielen (seinen Stil definieren, den richtigen Klavierlehrer auswählen, die Grundlagen auf dem Klavier lernen, Unterrichtsstunden nehmen….)

Sobald Du angefangen hast, Klavierspielen zu lernen, wirst Du schnell vor der größten Schwierigkeit dieses Instruments stehen: mit zwei Händen gleichzeitig spielen.

Du wirst merken, dass dies alles andere als einfach ist und dass zu Beginn ein Großteil Deiner Übungen darin besteht, dieses Hindernis zu überwinden.

Klavier Spielen Lernen: Unabhängigkeit der beiden Hände

Beim Klavierspielen hat die rechte Hand eher eine melodische und die linke Hand eher eine harmonische Aufgabe.

Anders gesagt: Die rechte Hand spielt die Melodie und die linke Hand die Akkorde.

Doch ganz so einfach ist es natürlich nicht. In der kontrapunktischen Musik beispielsweise ist die Aufteilung nicht so strikt.

Du wirst merken, dass es wesentlich einfacher ist, mit der rechten Hand zu spielen, als mit der linken.

Die linke Hand ist ungeschickter und schwächer (außer, man ist Linkshänder). Am Anfang wirst Du eher nur mit der rechten Hand spielen.

Es ist nicht so schlimm mit der rechten Hand zu beginnen, weil sie ja auch die Melodie spielt, d.h. das, was man am stärksten bei der Musik hört.

Um allerdings das Stück im vollen Klang zu spielen, ist die linke Hand unverzichtbar.

Als ich mir das Klavierspielen beigebracht habe, fand ich es viel einfacher, erst einmal die Melodie zu lernen.

Wenn ich sie draufhatte, konnte ich mich auf die Akkorde, also die Begleitung der Melodie, konzentrieren.

Das ist nur eine von vielen Methoden. Jeder muss für sich die beste Lerntechnik herausfinden.

Du wirst allerdings nicht um das Training der linken Hand herumkommen.

Wenn Du die Unabhängigkeit Deiner beiden Hände trainieren willst, musst mit der linken Hand spielen.

Wie spielt man mit der linken Hand Klavier? Oder eher: Wie kann man lernen, mit der linken Hand Klavier zu spielen?

Fingerübungen in der Luft Deine Hände müssen sich daran gewöhnen, sich unabhängig voneinander zu bewegen. | Quelle: Unsplash

Um dieses erste Hindernis zu überwinden, solltest Du zunächst einmal mit der linken Hand alleine spielen (zum Beispiel Tonleitern mit der linken Hand spielen).

Und das von Anfang an. Warte nicht zwei Monate ab, bis Du anfängst, mit der linken Hand zu spielen.

Du musst Dich damit von Anfang an auseinandersetzen.

Wenn Du Dich einmal sicher mit der linken Hand fühlst kannst Du anfangen, mit beiden Händen zusammen zu spielen.

Ein Tipp: Fange nicht direkt an, mit beiden Händen zu spielen, bevor Du nicht alleine mit der linken Hand geübt hast.

Um besser zu werden, kannst Du die gleichen Noten im gleichen Takt mit Deiner rechten und dann mit Deiner linken Hand spielen. Du spielst also genau das Gleiche mit beiden Händen.

Versuche danach, eine ganz leichte Partitur zu spielen, in der jede Hand ihren eigenen unterschiedlichen Part übernimmt.

Aber beginne auf jeden Fall damit, mit beiden Händen einzeln zu üben.

Das ist noch eine andere wichtige Regel: Achte darauf, nicht sofort mit beiden Händen gleichzeitig zu spielen, sondern erstmal beide Hände getrennt voneinander zu trainieren.

Nimm Dir die Zeit und schaue Dir die Noten ganz genau an, sodass Du ihren Klang verinnerlichst. Dein Gehirn wird es von ganz alleine machen.

Glaub mir, es bringt nichts, möglichst schnell ein Stück zu lernen. Das entmutigt Dich nur. 

Wenn Du beide Hände unabhängig voneinander bewegen kannst, wirst Du merken, dass es immer einfacher wird, mit beiden Händen gleichzeitig zu spielen.

Das braucht allerdings seine Zeit: Zeit, bis Dein Gehirn sich darauf eingestellt hat, und Zeit, bis Deine Hände sich an die Bewegungen gewöhnt haben.

Ab einem bestimmten Moment wirst Du eine Partitur vom Blatt direkt mit beiden Händen gleichzeitig spielen können.

Du solltest natürlich zu Beginn einfache Partituren aussuchen. Diese findest Du in den Klavier Lehrbüchern für Anfänger.

Sei Dir bewusst, dass Du mindestens ein Jahr Übung brauchst, bis Du wirklich mit beiden Händen unabhängig voneinander spielen kannst.

Also gib nicht zu schnell auf. Man wird nicht von heute auf morgen zu Mozart!

Klavier Lernen heißt auch: Noten lesen bzw. Musiklehre verstehen

Das nächste „Problem“, das Du haben wirst, ist die Musiktheorie (auch: Solfeggio oder Solfège).

Klavierspielen setzt Musik- bzw. Notenlehre voraus.

Das ist zwar sehr theoretisch und macht nicht wirklich Spaß, aber es ist notwendig, damit Du auf Deinem Synthesizer, Flügel oder Klavier spielen kannst.

Es ist auch möglich, Klavier zu lernen, ohne die Musiktheorie, aber dann wirst Du schnell an Deine Grenzen kommen, selbst wenn Du keine klassischen Stücke spielen willst.

Viele Klavierbücher basieren auf der Musiktheorie. Es ist sehr schwierig, ähnliche Tabulaturen wie beispielsweise für die Gitarre in der klassischen Musik zu finden.

Beim Klavierspielen sind YouTube Videos für den Anfang nicht schlecht.

Deswegen ist es für einen Musiker auch wichtig, die Musiktheorie zu kennen und eine Partitur lesen zu können.

Musiklehre kann anfangs sehr mühselig sein, aber wenn Du es einmal kannst, wirst Du viel schneller beim Erlernen neuer Stücke sein.

Musiklehre besteht aus zwei Komponenten: den Noten auf der einen Seite und dem Rhythmus auf der anderen. Du wirst beide lernen müssen.

Wie war das nochmal mit dem Notenlesen? Notenlesen gehört zum Klavierspielen dazu. Nach kurzer Zeit geht es wie von alleine. | Quelle: Unsplash

Du kannst mit Sicherheit Noten lesen. Es gibt ja nur sieben: c, d, e, f, g, a, h.

Wichtig ist, die Noten lesen zu können und sie in einem Stück wiederzuerkennen.

Auch wenn für Dich die Schule schon ewig her ist, kannst Du Dich vielleicht trotzdem noch an einzelne Musiknoten erinnern, die Du damals gelernt hast, um Blockflöte zu spielen.

Die Position der Noten zu erkennen ist relativ einfach. Du wirst sehen, nach einigen Minuten (oder Stunden) hast Du das (wieder) drauf.

Damit Du nicht zögerst loszulegen, musst Du zunächst noch eine weniger amüsante, aber sehr wichtige Übung machen: das Diktat.

Diese Übung wird von allen gefürchtet (und ich spreche aus Erfahrung) und besteht darin, die Musik zu hören und dann die Noten niederzuschreiben.

Das kann Dich einige Stunden Arbeit kosten.

Wenn Du das einmal beherrschst, ist es sehr angenehm, denn es erlaubt Dir, wann immer Du möchtest, die Sprache der Musik zu nutzen.

Eine kleine zusätzliche Schwierigkeit: Beim Klavier gibt es zwei Notenschlüssel, den Violinschlüssel und den Bassschlüssel.

Du musst Dich an diese zwei Schlüssel gewöhnen.

Die Position einer Note in einer Partitur ist nicht die gleiche beim Violin- oder Bassschlüssel: Im Bassschlüssel liegen die Noten eine Zeile oder einen Zwischenraum höher.

Beim Klavier Spielen den Rhythmus fühlen

Wenn Du Dich einmal sicher im Notenlesen fühlst, kannst Du anfangen, den Rhythmus zu lernen.

Musik ist gleichzeitig Klang und Rhythmus. Das eine geht nicht ohne das andere.

Die Arbeit mit dem Rhythmus gehört ebenfalls zur Musiklehre.

Nur hierbei geht es nicht nur darum, die Noten zu lesen, sondern gleichzeitig auch den Rhythmus zu beachten (dabei können Dir Deine Hände oder ein Metronom helfen).

Das setzt voraus, dass Du die verschiedenen Notenwerte kennst: eine ganze, halbe, Viertel-, Achtel- oder Sechzehntelnote.

Ein Tipp: Konzentriere Dich am Anfang nur auf den Rhythmus, ohne auf das Notenlesen zu achten.

Es ist notwendig, zuerst die Notenwerte zu kennen, bevor Du Dich um andere Dinge kümmerst.

Es ist übrigens nicht so wichtig, die Notenwerte an sich zu lernen, sondern vielmehr deren Beziehung untereinander.

Wichtig ist zu wissen, dass eine weiße Note doppelt so lang ist wie zwei schwarze Noten und dass die schwarze Note wiederum so lang ist wie vier Viertelnoten.

Das richtige Taktgefühl? Ein Metronom kann Dir dabei helfen, im richtigen Takt zu bleiben. | Quelle: Pixabay

Man sollte es wissen und in den Übungen anwenden können. Mache Dich auch mit dem Takt vertraut.

Eine Partitur ist in Zeiteinheiten eingeteilt, die man Takte nennt. Normalerweise besteht ein Takt aus vier schwarzen Noten.

Das mag zunächst einmal so schwierig wirken, wie Hieroglyphen auf dem Kopf zu lesen, aber wenn Du einmal die Grundlagen dieses Codes gelernt hast, wird Dir das beim Klavierspielen lernen sehr weiterhelfen.

Denn die Stücke von Beethoven, Mozart oder Bach sind nicht einfach nur ein Abfolge von Noten.

Die Tempi bei jeder Partitur sind Hinweise, um Dich bei der Interpretation leiten.

Wenn Du die Zeiten einmal perfekt beherrschst, kannst Du sie natürlich auch selber anpassen.

Mit der Zeit kannst Du sogar Improvisation auf dem Klavier lernen.

Klavierspielen Lernen: Übe das gleichzeitige Lesen und Spielen

Wenn Du einmal das Notenlesen und den Rhythmus beherrschst, musst Du noch das Wichtigste lernen.

Das bedeutet, die Noten der Partitur auf dem Klavier spielen und gleichzeitig im Rhythmus bleiben.

Eine langatmige und zu Beginn schwierige Aufgabe, weil Du dabei mehrere Sachen gleichzeitig machen musst.

Um gleichzeitig lesen und spielen zu können musst Du viel üben.

Das regelmäßige Spielen und Üben ist die Hauptsache bei dieser Aufgabe.

Die großen Virtuosen der Musikgeschichte, wie zum Beispiel Lang Lang, haben jemanden, der ihnen die Seiten umschlägt.

Um auch in diesen Genuss zu kommen, brauchst Du aber erst einmal ein gewisses Niveau 😉

Hier nun einige Tipps für Dich: Beginne mit dem Notenlesen, ohne die Klaviertasten zu berühren.

Danach arbeite mit jeder Hand einzeln und langsam. Deine Hände und Dein Gehirn müssen sich daran gewöhnen, die Noten der Partitur auf der Tastatur zu finden.

Kleiner Trick: Suche Dir für die Leseübung langsame Stücke aus. Vergiss also erstmal „Für Elise“ und jedes andere schnelle Stück.

Debussy hat sogar an Dich gedacht und ein Stück geschrieben, das „La Plus que Lente“ heißt, was so viel bedeutet wie „Das extra langsame Stück“.

Gleichzeitig spielen und Notenlesen? Mit ein bisschen Übung ist das bald kein Problem mehr für Dich. | Quelle: Pexels

Nach und nach wirst Du Dir Automatismen angewöhnen. Man kann es mit dem Schreiben auf einer Computer-Tastatur vergleichen.

Erinnere Dich daran, als Du noch mit Deinen zwei Zeigefingern getippt hast (wenn das nicht immer noch der Fall ist).

Aber wenn man den Computer immer mehr benutzt, merkt man, dass es immer einfacher wird, mit allen Fingern zu tippen, ohne hinzugucken.

Und das lernt man nur mit Erfahrung und Zeit. Also sei geduldig mit Dir!

Es kann eine gute Übung sein, Tonleitern zu spielen. So lernst Du, die Noten aus der Partitur mit ihrem Platz auf der Tastatur zu verknüpfen.

Ansonsten gibt es kein Geheimnisse: Je mehr Du übst, desto besser wirst Du.

Am Anfang wirst Du viele Fehler machen und das ist ganz normal.

Halte durch und dann wirst Du schon schnell bemerken, was Du für Fortschritte beim Klavier Spielen machst.

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