Vergiss die Toskana - fahr nach Umbrien! Zugegeben: Florenz, Siena und all die anderen schönen Ecken der Provinz werden nie ihren Zauber verlieren!
Bei einem verlängerten Osternwochenende in Assis lernte ich allerdings vor ein paar Jahren ihre Nachbarprovinz kennen, die völlig zu Unrecht etwas unter dem Radar liegt. Ich war überwältigt! Umbrien ist romantisch wie die Toskana, nur ursprünglicher und landschaftlich wilder als ihre touristische Nachbarin - und hat ausgesprochen viel zu bieten. Ein weiterer Pluspunkt: der umbrische Dialekt ist gut zu verstehen! Egal wie weit deine Italienischkenntnisse fortgeschritten sind, du wirst dich mit den Leuten unterhalten können.
Zwischen den Marken im Osten, Latium im Süden und der für ihre Sehenswürdigkeiten berühmten Toskana im Nordwesten gelegen, ist Umbrien die einzige Provinz, die keine Küste hat. Dafür beherbergt sie wunderschöne Seen, einen Nationalpark und unzählige alte Dörfer und Städte, die lebendig und nicht museal sind. Sie thronen meistens auf einem der unzähligen Hügeln, von denen aus man unbeschreiblich schöne Aussicht hat.
Nicht zu unrecht wird Umbrien das grüne Herz Italiens genannt. Auch im Sommer sind die Landzüge grün, gesprenkelt mit den typischen Heuballen-Feldern.
Außerdem bietet die Umbrische Küche mehr als Pasta und Pizza. In den bewaldeten Hügeln findet man zum Beispiel schwarzen Trüffel, der gerne in Kombination mit Wildschwein zubereitet wird. Verschiedene Käsesorten, Wurstwaren und der lokale Wein - zum Beispiel der Montefalco - rundet jeden Abend in der Trattoria perfekt ab. Slow Food wird hier übrigens viel und gerne kultiviert.
Lassen wir das Kulinarische beiseite und tauchen wir ab in Geschichte und Kultur.
Kultur
Festivals und Feiern
In der Umbrischen Kultur werden Geschichte und Religion in großen, alljährlich stattfindenden Feierlichkeiten zelebriert:
- In Narni erwacht in der letzten Aprilwoche und der ersten Maiwoche das Mittelalter mit Ritualen, Spielen und Verkleidung. Höhepunkt der Festwochen ist der Corsa all’Anello, einem Pferderennen, bei dem Ritter um die Ehre wetteifern.
- In Orvieto steht an Pfingsten alles im Zeichen der Taube.
- In Cubbio findet im Mai ein großes Fest zu Ehren des Heiligen Ubald statt, Festa dei Ceri genannt.
- In Assis wetteifert man im Juli beim Caldendimaggio um das schönste Renaissancekostüm und den prächtigsten Blumenkorso.
- In Perugia findet in der letzten Oktoberwoche das Eurochocolate Festival statt. Ein Traum für alle Schokoladenliebhaber!
Auch zeitgenössische Festivals finden jährlich statt:
- In Perugia findet im Juli das Umbria Jazz Festival statt, das seit 1973 Jazzfans aus der ganzen Welt anzieht. Lady Gaga stand hier schon auf der Bühne.
- Das Festival due Mondi in Spoletto bietet ein modernes Programm aus Musik, Tanz, Theater, Kunst und Film.
- In Spello findet das Blumenfest Infiorata di Spello im Juni statt. An diesen Tagen schmücken aus Blumen bestehende Bilder die Straßen und Plätze der Stadt - eine Augenweide!
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Städte Umbriens: Auf den Spuren von Adeligen und Mönchen
Umbrien bietet beeindruckende Kunst - und Kulturschätze, die einerseits auf den alten Adel und andererseits die christlichen Orden zurück zu führen sind, welche sich in der Region niedergelassen hatten. Viele Meisterwerke wie die romanische Kathedrale von Spoledo oder die im gotischen Stil erbaute Basilika di Assis sind Zeugen tiefen Glaubens und vergangenen Reichtums. Die beiden Dörfer Spello und Trevi zählen offiziell zu den schönsten Dörfern Italiens und sind reich an historischen Bauten.
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Perugia - die Universitätstadt
Die Universitätsstadt Perugia liegt auf einem der vielen Hügeln Umbriens. Mit ihren 655 000 Einwohnern ist die Schöne nicht nur Hauptstadt, sie zieht seit vielen Jahrzehnten auch internationale Studenten und Studentinnen aus der ganzen Welt an, die an der Università per Stranieri im Palazzo Gallenga Italienisch lernen. Vor allem im Sommer wimmelt es rund um die Fontana Maggiore von jungen Sprachschülerinnen - und Schülern die die warmen Sommerabende genießen. Die Altstadt erreicht man glücklicherweise nicht nur zu Fuß - man kann sich bequem mit einer Rolltreppe den Hügel hoch fahren lassen. Oben angekommen sollte man sich unbedingt in der Rocca Paolina, der unterirdischen Stadt, umsehen. Dieses Tunnelwerk aus Gassen und Treppen ist Teil der ehemaligen Festung und wurde 1540 von Papst Paolo III. in Auftrag gegeben.
In Perugia befindet sich das Archäologische Nationalmuseum Umbriens, in dessen Hallen man Funde aus diversen Epochen bis in die Ur- und Frühgeschichte findet.
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Orvieto - die Pitoreske
Nicht weit von Perugia entfernt liegt auf einem Felsplateau Orvieto, die Stadt mit der prächtigsten gotischen Fassade Italiens und dem berühmten Dom im Herzen der Stadt. Etwas skurril mutet der Pozzo di San Patrizio an, ein 58,5 Meter tiefer Brunnen, an dessen Rand spiralförmig zwei Treppen verlaufen, über die Esel im Mittelalter das Wasser hoch trugen. Heute kann man selber die Stufen runter bis an den Grund des Brunnens steigen. Die Stadt Orvieto ist neben der Architektur für ihre Töpferkunst bekannt.

Die Heimat von Franz von Assisi
Unter den Heiligen hat der Franz einen ganz besonderen Stellenwert: Er ist der Schutzpatron der Tiere, der Natur und des Umweltschutzes. Zeitlebens setzte er sich auch für die Armen, Gaukler und Randständige ein. Heute ist seine Geburtsstadt Assisi mit der beeindruckenden Basilica San Francesco am Fuße des Monte Subasio ein berühmter Pilgerort. Selbst wer mit Religion nichts am Hut hat, wird von dem UNESCO Weltkulturerbe Assisi beeindruckt sein. Ganz besonders zu empfehlen ist das Osterwochenende, das am Freitag mit einem stundenlangen Messe-Ritual in der Basilika eingeleitet wird und in eine feierliche Prozession am Abend mündet. Für dieses Ereignis werden alle Lichter der Stadt mit Fackeln getauscht, deren Lichter den Zug in eine mystische Atmosphäre tauchen.
Eine feierliche Stimmung macht sich über die Tage in der ganzen Stadt breit. Die Kirchen sind an dem Wochenende bis spät in die Nacht geöffnet und werden von vielen Menschen aufgesucht. Am Ostersonntag ist Assisi allerdings schon sehr voll und die Mystik weicht dem Gewusel der Touristen und Pilger. Ein perfekter Zeitpunkt um aus den engen Gassen zu fliehen, die Befestigungsanlage Rocca Maggiore zu erklimmen und einmal mehr den Blick über das Land schweifen zu lassen.
Der Heilige-Franziskus-Pilgerweg ist ein beliebter Wander - und Fahrradweg und führt bis nach Rom im Süden und Florenz oder La Verna im Norden.
Nationalpark, Wasserfälle und ein traumhafter See
Wer nach Umbrien reist, darf sich ein paar Naturschauspiele nicht entgehen lassen.
Einige hohe Berge des Apennin gehören zu Umbrien, wie der Monte Vettore mit seinen 2476 M.ü.M. Er befindet sich mitten im Nationalpark Monti Sibillini. Von da ist es nicht mehr weit in die Region Abruzzen. Im Mai bis Anfang Juni kann man hier in der Castelluccio Hochebene ein wunderschönes Spektakel erleben: tausende farbenprächtige Blumen verleihen der Ebene einen märchenhaften Zauber.
Die südlicher gelegene Provinz Abruzzen im Apennin hat übrigens auch drei riesengroße Nationalparks!
Der Lago Trasimeno (Trasimenischer See) ist der viertgrößte See Italiens. Er ist zwar nur 7 Meter tief, mit einem Umfang von 54 Kilometern und den 600 Meter hohen umliegenden Bergen kann er jedoch Naturliebhaber leicht in seinen Bann ziehen. Die Region um den See ist sehr beliebt bei Feinschmeckern die von Fischspezialitäten, regionalem Käse wie dem Peccorino, Olivenöl und dem lokal angebauten Wein angezogen werden.
Die 165 m hohen Marmore Wasserfälle (Cascata delle Marmore) bei Terni sind ein weiterer Magnet für Naturliebhaber. Dass die Wasserfälle künstlich von den Römern errichtet wurden, schmälert ihren Reiz keineswegs. Immerhin sind sie die höchsten von Menschen erbauten Stromschnellen der Welt. Vom Aussichtspunkt Balcone degli Innamorati (Balkon der Verliebten) hat man eine perfekte Sicht. Um Enttäuschungen vorzubeugen: das Wasser wird reguliert. Die Schleusen werden zwar täglich ganz geöffnet, je nach Jahreszeit aber mehr oder weniger oft. Der Preis für dein Eintritt beläuft sich auf 7.- Euro pro Person.

Cimo a casa - Der Dialekt Umbriens
Italiens Regionen sind reich an Dialekten. Manche unterscheiden sich nur wenig vom Schulbuch-Italienisch und manche werden von der Wissenschaft als eigene Sprache betrachtet. Grundsätzlich kann man von den nördlichen (Settentrionale) und den südlichen (centro-Meridionale) Gruppen sprechen. Die Trennlinie verläuft auf der Höhe von Rimini an der Adria bis La Spezia am Mittelmeer. Die nördliche Gruppe kann man noch einmal in zwei Familien unterteilen: die Region der Lombardei gegen Süden und Westen und das Gebiet Veneto in Richtung Osten. Ein bisschen kompliziert ist es im dreisprachigen Südtirol-Trentino in den Alpen. Der Süden teilt sich vier Sprachsektoren: den toskanischen Dialekt, den Umbrien-Marken-Lazio-Dialekt und im Süden die Meridionalen Sprachen aus Norapulien, Teilen von Kalabrien und schließlich dem sehr eigentümlichen Dialekt, den man in Teilen Südapuliens, Kalabrien und in Sizilien hört.
Nimmt man die Umgangssprache Umbriens genau unter die Lupe, kann man grob zwei Einflüssen ausmachen: im Süden vom römischen Dialekt Latios und im Norden von dem der Toskana und der Marken, wobei die Endungen in Umbrien etwas mehr verschluckt werden als in der Nachbarprovinz Marken. Besucher und Besucherinnen haben keine großen Schwierigkeiten, die Leute in der gesamten Region zu verstehen.
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Die Region Umbrien hat einige der ältesten Städte und Dörfer Italiens und wunderschöne Natur zu bieten. Wer einmal einen Fuss in die Gegend gesetzt hat, wird garantiert wiederkommen! Italien ist so vielfältig! Zwischen der Lombardei mit der Metropole Milano und den südlichen Regionen Kalabrien oder der Provinz Apulien liegen Welten. Die aber alle darauf warten, dass man sich unsterblich in sie verliebt!
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