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Verschiedene Wege, um Klavier spielen zu lernen

Von Tobias, veröffentlicht am 29/06/2018 Blog > Musik > Klavier > Gibt es die Eine Perfekte Methode zum Piano Lernen?

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten, um Klavier spielen zu lernen.

Allein im Internet bieten sich Euch viele interessante Optionen und jeder Lehrer auf YouTube ist davon überzeugt, Euch die Grundlagen des Pianos innerhalb weniger Tage beibringen zu können.

Das ist natürlich nicht immer zutreffend…

Meistens ist es sinnvoll, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen und aus jedem das Beste herauszuziehen.

Häufig kann man die verschiedenen Methoden, Klavier spielen zu lernen, dafür in 3 Kategorien unterteilen, die alle auf ein unterschiedliches Ziel hinführen.

Diese wollen wir uns im Folgenden etwas genauer anschauen!

Die traditionelle Methode des Klavierunterrichts

Egal, ob Ihr Klavier spielen für Euch alleine, in einer Musikschule oder mit einem privaten Nachhilfelehrer lernt, gibt es generell gesprochen drei verschiedene Unterrichtsmethoden.

Die erste, die wir hier besprechen werden, ist gleichzeitig die traditionellste.

Sie lässt sich wiederum in drei Teile unterteilen: Solfeggio, Rhythmus-Lehre und praktisches Spiel, also Songs und klassische Stücke spielen.

Mit Solfeggio Klavier spielen lernen

Das Solfeggio (auch: Solfège) ist gewissermaßen die „Sprache der Musik“.

So hat auch Musik ihre eigene Grammatik (die Harmonielehre) und ihre eigenen Schriftzeichen (die Noten).

Solfeggio lernt man in der Theorie, indem man sich die Partituren und Noten ansieht, ohne sie zu spielen.

Solfeggios helfen Euch beim Verstehen der Musik Hinter der Praxis steckt auch immer ein Gerüst an Musiktheorie | Quelle: Pixabay

Für Anfänger beinhaltet das auch meistens Noten-Lese-Übungen.

Damit Solfeggio-Übungen so effizient wie möglich sein können, sollten sie in den professionellen Musikunterricht mit eingebaut werden und auch in der Praxis angewandt werden.

Denn es bringt nichts zu wissen, welcher Ton sich auf welcher Notenzeile des Violin-Schlüssels versteckt, ohne eine Idee davon zu haben, wie er klingt bzw. wo man ihn auf den Klavier Tasten findet.

Wer sich beim Solfeggio nur auf die Theorie der Lehre konzentriert, der riskiert es zu vergessen, dass Musik in aller erster Linie aus Tönen besteht und eine Sache des Gehörs und nicht des Auges sind.

Dennoch hat das Solfeggio eine wichtige Funktion beim Erlernen des Instruments!

Den Rhythmus verinnerlichen

Neben Euren Solfeggio-Übungen solltet Ihr den Rhythmus auf keinen Fall vernachlässigen, denn er ist wichtiger Bestandteil jedes Stückes.

Es ist sinnvoll, sich ein gesundes Rhythmusgefühl anzutrainieren, ganz unabhängig vom Klavier.

So kann man zum Beispiel mit einfachen Klatsch- oder Stampf-Übungen anfangen und so verschiedene Rhythmen meistern.

Dann kann man beginnen, den Rhythmus auf einer Partitur abzulesen und Notenwerte „nachklatschen“.

Wie Ihr wisst, gibt es verschiedene Notenwerte: Achtel, Sechzehntel, Triolen aber auch unterschiedliche lang dauernde Pausen.

Verschiedene Taktarten regeln die Anzahl der Notenwerte in einem Takt (z.B. 3/4 – Takt im Walzer).

Wenn Ihr den Rhythmus verinnerlicht habt und auch auf dem Papier versteht, dann könnt Ihr nach und nach mit „echten“ Übungen anfangen und einmal versuchen, wie Ihr in der Praxis zurechtkommt.

Praktischer Musikunterricht

Klar, im Endeffekt geht es einzig und allein darum, Klavier spielen zu können.

Mit auswendig gelernter Theorie werdet Ihr niemanden beeindrucken können.

Auch macht graue Theorie natürlich viel weniger Spaß, als seine Lieblingsstücke herunterzuspielen.

Auch wenn Tonleitern heute eine immer weniger zentrale Rolle im Musikunterricht einnehmen, so sind sie doch nach wie vor eine exzellente Möglichkeit, die Fingerfertigkeit an der Tastatur zu verbessern.

Vergesst also niemals, am Klavier fleißig Tonleitern zu üben!

Alle Arten von Klavierunterricht für Anfänger beinhalten auch technische Übungen und einfache Stücke zum Nachspielen.

Nach und nach wird dann eine Schippe draufgelegt und die Übungen werden schwerer.

Wer weit kommen will, muss sich stetig steigern It’s a long way to the top – auch beim Klavierspielen | Quelle: Pixabay

Achtung, die drei Herangehensweisen an den Klavierunterricht bauen nicht aufeinander auf!

Man kann also nicht eines nach dem anderen lernen, also erst Solfeggio, dann Rhythmus und dann erst praktisches Spiel.

Vielmehr sollte man versuchen, die Elemente gleichmäßig von Anfang an in den Klavier-Unterricht einzubauen.

Auch sind sie nicht voneinander zu trennen, denn wer Solfeggio lernt, der wird auch theoretischen Rhythmus üben.

Gleiches gilt für alle, die angewandte Stücke üben und gleichzeitig Ihr Verständnis für Musiktheorie ausbauen.

Die vereinfachte Methode, um Klavier spielen zu lernen

Die traditionelle Herangehensweise ans Klavier Lernen verlangt viel Arbeit und die Übungsstunden sind oftmals anstrengend und machen nicht besonders viel Spaß.

Zudem dauert es relativ lang, bis man die ersten Ergebnisse auf die Tasten bringt, auch wenn das Ergebnis dann Hand und Fuß hat.

Wer wirklich gut werden will, für den führt an der klassischen Lernmethode leider kein Weg vorbei.

Wenn Ihr aber nur Eure Lieblingssongs spielen können wollt, die oftmals vielleicht nicht einmal besonders anspruchsvoll sind, dann gibt es auch einfachere und schnellere Methoden, um Klavier spielen zu lernen.

Genau diese Methoden findet Ihr auch meistens in Internet-Tutorials.

Ihr kennt bestimmt schon einige dieser Videos auf YouTube oder Dailymotion. Eine Person sitzt am Klavier und erklärt Euch anschaulich, wie Ihr Eure Lieblingssongs am besten nachspielen könnt.

Diese Art von Videos versprechen so viel, dass sie einen manchmal sogar an ominöse Pop-Up-Werbungen im Internet denken lassen, die Euch als „magischem“ 1-millionstem Besucher 100.000 Euro Sofortgewinn versprechen.

Aber sind Tutorial-Videos auch nur Marketing-Gags für die Naiven unter Euch?

Mit dem Internet und Videos könnt Ihr effektiv Klavier lernen Manche Videos im Intern versprechen Euch wahre Wunder… | Quelle: Pixabay

Nicht unbedingt, denn häufig sind Piano-Tutorials auf YouTube ganz nützlich, um schnell Fortschritte machen zu können.

Dabei verzichten sie zum größten Teil auf theoretischen Background wie Harmonielehre oder Solfeggio.

Das Prinzip heißt hier: Nachspielen!

Natürlich werdet Ihr Euch das Video nicht einmal anschauen, um danach direkt den gelehrten Song wiedergeben zu können, auch wenn dieser meist stark vereinfach dargestellt wird.

Vielmehr solltet Ihr Euch auf einzelne Abschnitte des Songs fokussieren und dann die Teile nach und nach zusammenzusetzen.

Auch hier gilt, dass Ihr Euch konzentrieren sollt und nicht nebenbei zwei oder drei andere Videos laufen haben dürft!

Am Klavier Improvisieren lernen

Natürlich gib es auch einige Videos, die Euch das „Blaue vom Himmel“ versprechen, etwa, dass Ihr nach 7 Videos schon vor einem Publikum auftreten könnt.

Auch wenn das natürlich übertrieben ist, so ist doch ein Fünkchen Wahrheit dran, denn: Gerade Popmusik besteht aus einer Folge von Akkorden, die sich oft wiederholen und immer einer gewissen Logik folgen.

In einer Tonart (z.B C-Dur) hat jede Note eine Funktion, abhängig vom Intervall zum Grundton (C).

E ist beispielsweise die Terz und klingt mit dem Grundton besonders harmonisch, wenn gemeinsam angeschlagen.

Der fünfte Ton (Quinte bzw. Dominante), G, ist ebenfalls wichtig, da mit ihm die wichtigsten Dreiklänge konstruiert werden, also z.B. C-E-G.

Die Sub-dominante, in diesem Fall F, gesellt sich hinzu zu den vier wichtigsten Tönen der Tonart C-Dur, und wenn Ihr diese 4 Töne variiert, dann klingt das meist ziemlich gut!

Viele moderne Pop-Songs bauen auf diesem Gerüst auf.

Anfänger können so ziemlich effizient und einfach auf dem Klavier improvisieren.

Wie das genau geht?

Die Idee ist es, die 4 Töne immer wieder mit der Begleithand anzuschlagen und dazu mit der rechten Hand innerhalb der C-Dur-Tonleiter zu improvisieren.

C-Dur ist besonders dankbar, da es keine einzige Schwarze Taste umfasst und Ihr so immer wisst, welche Töne in die Tonart fallen (nämlich alle weißen).

Nach und nach könnt Ihr so Eure Improvisations-Künste verbessern.

Es gibt keine richtige oder falsche Methode, alles hängt von Euren Zielen ab

Wenn Ihr ernsthaft Klavier spielen lernen, die Musik in all ihren Facetten verstehen und Eure Lieblingssongs fehlerfrei vorspielen können wollt, dann braucht Ihr auch Unterricht, der Hand und Fuß hat.

Wer sich nur auf YouTube-Tutorials stützt, der sollte auch nicht allzu viel erwarten.

Das sollte Euch bewusst sein, wenn Ihr Euch Eure persönlichen Ziele steckt.

Überlegt Euch gut, was Ihr Euch vorstellt, wie Ihr lernen wollt und was Ihr erreichen möchtet, und wählt dann die ideale Unterrichtsmethode für Euch aus (z.B. mit einem Klavierlehrer von Superprof).

Spezielle Methoden für das Erlernen des Pianos

Wie jeder weiß, gib es nicht nur verschiedene Methoden fürs Klavierlernen, sondern es gibt auch verschiedenste Musikrichtungen, z.B. Jazz, Blues, Rock, Klassik oder Pop.

Aber egal, welche Musikrichung Euch gefällt, oder wenn Ihr mehrere gerne mögt, zum Beispiel Jazz-Improvisation und seichte Popmusik: Beim Klavier kann man zwischen den verschiedenen Musikstilen relativ einfach hin- und herspringen, denn es wird immer Noten, Akkorde und Rhythmen geben, die sich nicht verändern.

Trotzdem ist es ratsam, sich eine Unterrichtsmethode herauszusuchen, die zu Eurer Lieblings-Musik passt.

Im Jazz geht es so in weiten Teilen um Akkorde und die dazugehörige Improvisation.

Jazzlegenden können oft keine Noten lesen Im Jazz spielt Theorie keine große Rolle | Quelle: Pixabay

Wer Klassik-Unterricht nimmt, der wird nicht unbedingt viel mit Improvisation in Berührung kommen.

Wer Jazz lernen will, der braucht eine spezielle Unterrichtsmethode und unter Umständen auch einen spezialisierten Jazz-Lehrer, die sich gut in Sachen Improvisation und Harmonielehre auskennt.

Bei klassischen Klavierlehrern ist das häufig nicht der Fall. Hier stehen Solfeggio und andere Techniken im Vordergrund.

Wie schon gesagt solltet Ihr Euch also im Vornherein Gedanken machen, was Ihr auf welche Art lernen möchtet und mit welcher Art von Lehrer.

Auf Superprof findet Ihr eine Auswahl an verschiedenen Privaten Klavierlehrern, die sich auf unterschiedliche Arten von Klavierunterricht spezialisiert haben.

Je nachdem schwankt dann auch die Schwierigkeit.

Klassische Werke sind häufig komplizierter als moderne Pop-Songs à la Justin Bieber, da bei Letzteren die Akkord-Folge meistens beständig bleibt.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen und manche klassische Werke sind recht einfach zu meistern!

Entdeckt hier einige praktische Tipps zum Thema Klavierakkorde Üben.

Jede Art von Klavierunterricht erfordert ein Mindestmaß an Motivation und Disziplin

Jeder kann Klavier auch als Autodidakt für sich alleine lernen.

Allerdings nur, wenn ein gewisses Maß an Motivation vorhanden ist!

Mithilfe von Lehrbüchern, YouTube-Videos oder auch der Unterstützung von Freunden oder Bekannten kann es jeder zum Piano-Man bringen!

Um die Motivation und die Disziplin nicht zu verlieren, alle Hindernisse und Schwierigkeiten hinter Euch zu lassen und schnell und effizient Klavier lernen zu können, empfehlen wir Euch aber in jedem Fall einen privaten Klavierlehrer!

Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Üben!
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