Wenn wir an Mythologie denken, kommen uns meist zuerst die griechischen oder römischen Götter in den Sinn. Doch auch in Japan gibt es eine faszinierende Welt aus Schöpfungsmythen, Sonnengöttinnen, Drachenkämpfen und geheimnisvollen Naturgeistern.
Die japanische Mythologie ist eng mit dem Shintō verbunden, das ist eine Naturreligion, in der sogenannte Kami in Bergen, Flüssen, Bäumen oder sogar im Wind wohnen. Diese Mythen sind nicht nur alte Geschichten, sondern prägen Japans Kultur bis heute: in Ritualen, Festen, Kunstformen und sogar in modernen Anime- und Manga-Welten.
Das Fundament: Shintō und die Welt der Kami
Bevor wir in die Schöpfungsmythen eintauchen, lohnt sich ein Blick auf die religiöse Grundlage, aus der diese Geschichten entstanden sind.
Shintō – Der Pfad der Götter
Die japanische Mythologie ist eng mit dem Shintō verbunden. Das Wort bedeutet übersetzt „Weg der Götter“ – genauer: Weg der Kami.1 Kami sind göttliche oder spirituelle Wesen, die in der Natur, in besonderen Orten oder auch in außergewöhnlichen Menschen wirken.
Wer an einem Gott festhält, ist seiner Rache nicht ausgesetzt.
Japanisches Weisheit
Shintō ist eine polytheistische Religion, das heißt: Es gibt nicht nur einen Gott, sondern unzählige Kami. Sie wohnen in Bergen, Flüssen, Bäumen, Steinen oder Naturphänomenen wie Wind und Gewitter. Diese tiefe Naturverbundenheit ist eines der zentralen Merkmale des Shintō.

In ganz Japan gibt es heute über 80.000 Shintō-Schreine, in denen Kami verehrt werden.2 Anders als viele andere Religionen besitzt Shintō jedoch keinen Gründer, kein festgelegtes Dogma und keine heilige Schrift im klassischen Sinn. Stattdessen stehen Rituale, Reinheit und die harmonische Beziehung zwischen Mensch und Natur im Mittelpunkt.
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Die wichtigsten Quellen
Die Geschichten der japanischen Mythologie wurden über viele Jahrhunderte mündlich überliefert, bevor sie schließlich schriftlich festgehalten wurden. Besonders wichtig sind dabei einige frühe Chroniken aus dem 8. Jahrhundert, die als Grundlage für viele Mythen gelten.
Die beiden bedeutendsten Werke – das Kojiki und das Nihon Shoki – werden zusammen oft als „Kiki“ bezeichnet. Sie enthalten die ältesten überlieferten Schöpfungs- und Göttergeschichten Japans und verbinden Mythologie mit früher Herrschaftsgeschichte.
Im Überblick:
| Name | Bedeutung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Kojiki | Sammlung alter Gegenstände | Semi-historischer Text, der das Zeitalter der Menschen nach den Kami erzählt. Es ist das älteste noch existente Buch, das in japanischer Sprache geschrieben wurde |
| Nihon Shoki der Nihongi | Chroniken von Japan | Historische Darstellung Japans, Ursprüngen der Legende und Dokumentation der kaiserlichen Annalen |
| Rikkokushi | Sechs nationale Geschichten | Textkorpus der japanischen Geschichte von mythischen Ursprüngen bis ins 9. Jahrhundert. Darunter Nihon Shoki und 5 weitere Sammlungen |
| Fudoki | Hinweise zu Klima und Boden | Regionale Monographien über die Geographie und lokalen Bräuche der jeweiligen japanischen Provinzen |
| Engishiki | Verfahren der Engi-Zeit | Kompendium der Gesetze und Vorschriften. Enthält Regelungen über die Praktizierung Shintō-Religion |
| Kogo Shūi | Sammlung alter Geschichten | Historischer Bericht des Inbe Clans. Beschreibt die japanischen Mythologie und Nationalgeschichte. |
Diese Werke bilden bis heute das Fundament unseres Wissens über die japanische Mythologie.
Die Schöpfung Japans: Das Zeitalter der Götter
Jede große Mythologie beginnt mit einer Schöpfungsgeschichte, so auch die japanische:
Die Entstehung von Himmel und Erde
Die japanische Mythologie beginnt mit der Entstehung von Himmel und Erde. Am Anfang war die Welt noch formlos, also eine Art chaotische Urmasse, vergleichbar mit einer kosmischen Ursuppe. Aus diesem ursprünglichen Zustand trennten sich allmählich der lichte Himmel und die schwere Erde.
Mit dieser Trennung erschienen auch die ersten Götter. Sie traten zunächst unsichtbar auf und bildeten die Grundlage für alles, was folgen sollte. Anders als in manchen westlichen Mythen entsteht die Welt hier nicht durch einen einzigen Schöpfungsakt, sondern durch einen langsamen, fast natürlichen Prozess.
Schließlich wurden zwei Gottheiten beauftragt, die noch ungeformte Erde zu gestalten: Izanagi und Izanami.
Izanagi und Izanami
Izanagi und Izanami erhielten von den himmlischen Göttern einen mit Edelsteinen besetzten Speer. Mit diesem Speer rührten sie im urzeitlichen Meer, bis Tropfen herabfielen und die erste Insel bildeten: Onogoro.
Von dort aus erschufen sie nach und nach die weiteren japanischen Inseln sowie zahlreiche Gottheiten. Doch bei der Geburt des Feuergottes Kagutsuchi wurde Izanami schwer verbrannt und starb.

Izanagi wollte sie nicht verlieren und folgte ihr in das Totenreich Yomi. Doch als er sie dort erblickte, war ihr Körper bereits vom Tod gezeichnet. Er floh entsetzt zurück in die Welt der Lebenden und verschloss den Eingang zum Totenreich endgültig.
Nach seiner Rückkehr unterzog sich Izanagi einem Reinigungsritual. Aus dieser Reinigung entstanden weitere bedeutende Gottheiten – ein Motiv, das die große Bedeutung von Reinheit im Shintō unterstreicht.
Geburt der wichtigsten Kami
Als Izanagi sein Gesicht wusch, wurden aus seinem linken Auge die Sonnengöttin Amaterasu, aus seinem rechten Auge der Mondgott Tsukuyomi und aus seiner Nase der stürmische Meeresgott Susanoo geboren.
Diese drei Gottheiten gehören zu den wichtigsten Kami der japanischen Mythologie und prägen viele der folgenden Geschichten.
Der Feuergott Kagutsuchi, dessen Geburt Izanamis Tod verursachte, spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Seine Entstehung markiert zugleich einen Wendepunkt in der Schöpfungsgeschichte – von der reinen Erschaffung hin zu Konflikt, Tod und Neuanfang.
Amaterasu und Susanoo: Konflikte im Himmel
Nach der Schöpfung der Welt beginnt in den Mythen ein neues Kapitel: das Zeitalter göttlicher Konflikte. Vor allem zwischen den Geschwistern Amaterasu und Susanoo kommt es zu dramatischen Ereignissen, die Himmel und Erde erschüttern.
Wettstreit der Geschwister
Amaterasu, die Sonnengöttin, herrschte über den Himmel. Ihr Bruder Susanoo dagegen war impulsiv, stürmisch und unberechenbar.
Der Vogel im Käfig wird von den Wolken träumen.
Japanisches Sprichwort
Zwischen beiden entbrannte ein Wettstreit, bei dem sie ihre göttliche Macht unter Beweis stellen wollten. Aus Gegenständen des jeweils anderen erschufen sie neue Gottheiten, doch Susanoos Verhalten wurde zunehmend zerstörerisch.
Er verwüstete Amaterasus Reisfelder, zerstörte heilige Webhallen und sorgte schließlich für so viel Chaos, dass das Gleichgewicht im Himmel ernsthaft bedroht war.
Die Felsenhöhle
Verzweifelt über das Verhalten ihres Bruders zog sich Amaterasu in eine Felsenhöhle zurück und verschloss den Eingang. Mit dem Verschwinden der Sonnengöttin versank die Welt in Dunkelheit.
Die anderen Götter versammelten sich, um einen Plan zu schmieden. Sie stellten vor der Höhle einen Spiegel auf und veranstalteten ein ausgelassenes Fest. Die Göttin Ame-no-Uzume begann zu tanzen, und ihr fröhliches Treiben brachte die Götter zum Lachen.

Neugierig trat Amaterasu einen Spalt aus der Höhle heraus und erblickte im Spiegel ihr eigenes strahlendes Gesicht. In diesem Moment zogen die Götter sie zurück ins Freie und verschlossen die Höhle. Das Licht kehrte in die Welt zurück.
Der Spiegel wurde später zu einem der wichtigsten heiligen Gegenstände Japans.
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Susanoo und Yamata no Orochi
Nach seiner Verbannung aus dem Himmel wanderte Susanoo auf die Erde. Dort begegnete er einem alten Ehepaar, dessen Töchter nacheinander einem schrecklichen achtköpfigen Drachen geopfert worden waren: Yamata no Orochi.
Susanoo versprach Hilfe. Er machte den Drachen mit starkem Reiswein betrunken und besiegte ihn im Kampf. Als er den Körper des Ungeheuers zerteilte, fand er in dessen Schwanz ein besonderes Schwert: Kusanagi.
Dieses Schwert wurde später zu einem der kaiserlichen Insignien und verbindet die Götterwelt direkt mit der Herrschaftsgeschichte Japans.
Vom Mythos zur Kaiserlinie
Die japanische Mythologie endet nicht bei den Göttern. Sie führt weiter zur Entstehung der Kaiserlinie und damit zur politischen Identität Japans.
Ninigi no Mikoto und die Herabkunft des himmlischen Enkels
Amaterasu beschloss, ihre Herrschaft auf die Erde auszudehnen. Sie sandte ihren Enkel Ninigi no Mikoto vom Himmel hinab, um über das Land zu regieren.
Mit ihm kamen drei heilige Gegenstände – Symbole göttlicher Legitimation. Diese sogenannte „Herabkunft des himmlischen Enkels“ markiert den Übergang vom reinen Götterzeitalter zur menschlichen Geschichte.
Die japanische Kaiserlinie beruft sich bis heute auf drei heilige Gegenstände – Symbole göttlicher Legitimation und Verbindung zu den Kami.
🔆 Der Spiegel (Yata no Kagami)
Steht für Weisheit und Wahrheit. Er ist eng mit der Sonnengöttin Amaterasu verbunden und erinnert an den Moment, als sie aus der Felsenhöhle gelockt wurde.
⚔️ Das Schwert Kusanagi
Symbolisiert Mut und Tapferkeit. Es wurde von Susanoo im Körper des Drachen Yamata no Orochi gefunden.
💎 Das Juwel (Magatama)
Repräsentiert Wohlwollen und Harmonie, also Tugenden eines gerechten Herrschers.
✨ Diese drei Insignien gelten als Zeichen der göttlichen Abstammung des japanischen Kaisers und spielen bis heute eine wichtige Rolle bei Thronbesteigungen.
Jinmu Tennō
Der erste legendäre Kaiser Japans ist Jinmu Tennō. Laut Mythologie war er ein Nachfahre von Ninigi und damit indirekt ein Abkömmling der Sonnengöttin Amaterasu.
Mit ihm beginnt die kaiserliche Linie, die sich – zumindest mythologisch – direkt auf die Götter zurückführen lässt.
Diese Verbindung zwischen Mythos und Herrschaft spielte über Jahrhunderte eine zentrale Rolle für das Selbstverständnis Japans.
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Die wichtigsten Kami im Überblick
In der japanischen Mythologie gibt es unzählige Kami: Naturgeister, Gottheiten und Schutzwesen. Einige von ihnen spielen jedoch eine besonders zentrale Rolle in Mythen, Ritualen und bis heute im religiösen Leben Japans.
Es ist unmöglich, alle Kami des Shintōismus aufzuzählen. Es sind fast 8 Millionen an der Zahl!3 Die Tabelle verschafft euch einen Überblick über die zentralen Götter der japanischen Religion:
| Kami | Zuständig für | Besonderheiten und Bedeutung |
|---|---|---|
| Amaterasu | Sonne, Licht, Ordnung | Wichtigste Gottheit des Shintō. Herrscherin des Himmels. Ahnengöttin des Kaiserhauses. Zog sich in eine Höhle zurück und stürzte die Welt in Dunkelheit. |
| Susanoo | Meer, Stürme, Chaos | Bruder von Amaterasu. Impulsiv und zerstörerisch, aber auch heldenhaft. Besiegte Yamata no Orochi und fand das Schwert Kusanagi. |
| Tsukuyomi | Mond | Mondgott und Bruder von Amaterasu. Repräsentiert die Nacht. Nach einem Konflikt leben Sonne und Mond getrennt. |
| Inari | Reis, Fruchtbarkeit, Wohlstand | Einer der meistverehrten Kami Japans. Oft mit Füchsen (Kitsune) als Boten dargestellt. Schutzgott von Landwirtschaft und Handel. |
| Hachiman | Krieg, Schutz | Ursprünglich Schutzgott der Krieger und Samurai. Später auch Schutzgott des japanischen Staates. |
| Tenjin | Bildung, Gelehrsamkeit | Vergöttlichte historische Persönlichkeit (Sugawara no Michizane). Schutzgott der Schüler und Studierenden. |
| Ryūjin | Meer, Drachen | Meeresgott in Gestalt eines Drachen. Herrscher über die Ozeane und Symbol für Macht und Naturgewalt. |
| Fūjin & Raijin | Wind und Donner | Verkörpern Naturgewalten. Häufige Darstellungen in Tempeln und Kunst. |
| Kagutsuchi | Feuer | Feuergott, dessen Geburt Izanamis Tod verursachte. Symbol für schöpferische wie zerstörerische Kraft. |
Diese Auswahl zeigt, wie vielfältig die Welt der Kami ist: Manche stehen für Naturkräfte, andere für gesellschaftliche Werte wie Bildung oder Schutz.
Yōkai, Oni und Fabelwesen
Neben den ehrwürdigen Kami gibt es in der japanischen Mythologie eine zweite, geheimnisvollere Welt: die der Geister, Dämonen und Fabelwesen. Sie bevölkern Wälder, Berge, Flüsse und alte Häuser und tauchen bis heute in Geschichten, Theaterstücken, Manga und Filmen auf.
Was sind Yōkai?
Yōkai sind übernatürliche Wesen, die zwischen Göttern und Menschen stehen. Manche sind harmlos oder sogar verspielt, andere gelten als unheimlich oder gefährlich.
Oft sind sie eng mit der Natur verbunden, z. B. mit Bergen, Flüssen oder bestimmten Wetterphänomenen. In vielen Fällen erklären Yōkai unerklärliche Ereignisse: seltsame Geräusche in der Nacht, verschwindende Gegenstände oder unerwartete Unglücke.
Im Unterschied zu den Kami sind Yōkai meist keine verehrten Gottheiten, sondern eher ambivalente Gestalten. Sie können helfen oder schaden, je nachdem, wie man ihnen begegnet.
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Oni
Die bekanntesten dämonischen Figuren der japanischen Mythologie sind die Oni.
Sie werden häufig als riesenhafte Wesen mit Hörnern, scharfen Zähnen und wilden Gesichtern dargestellt. Oft tragen sie Tigerfelle und schwingen Keulen. In vielen Geschichten leben Oni in Bergen oder in der Unterwelt.
Ursprünglich wurden sie als bösartige Dämonen gefürchtet. Später entwickelten sie sich jedoch zu komplexeren Figuren: Manchmal stehen sie symbolisch für menschliche Schwächen wie Zorn oder Gier, manchmal werden sie sogar humorvoll dargestellt – so beim Frühlingsfest Setsubun, wenn man symbolisch „Oni hinauswirft“, um das Böse zu vertreiben.
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Bekannte Fabelwesen
Neben Oni gibt es zahlreiche weitere Wesen, die die Fantasie beflügeln:
Kappa
Wasserwesen, die in Flüssen und Teichen leben. Sie gelten als schelmisch und manchmal gefährlich, können aber auch hilfsbereit sein, wenn man ihre Regeln kennt.
Tengu
Geflügelte Bergwesen mit rotem Gesicht und langer Nase. Sie gelten als Meister der Kampfkunst und leben zurückgezogen in abgelegenen Regionen.

Kitsune
Füchse mit magischen Fähigkeiten. Sie können ihre Gestalt verändern und erscheinen oft als schöne Frauen. Als Boten des Kami Inari spielen sie eine wichtige Rolle im Volksglauben.
Yuki-Onna
Die „Schneefrau“ erscheint in kalten Winternächten. Sie wird als wunderschön, aber eiskalt beschrieben und ist eine Gestalt zwischen Tragik und Gefahr.
Tanuki
Marderhunde mit schelmischem Charakter. In vielen Geschichten sind sie Meister der Verwandlung und stehen für Glück, Wohlstand und Humor.
Noppera-bō
Geister ohne Gesicht. Sie erscheinen zunächst wie normale Menschen, bis ihr Gesicht plötzlich verschwindet und nur glatte Haut bleibt.
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Helden und Halbmythen
Neben Göttern und Geisterwesen kennt die japanische Mythologie auch große Heldengestalten. Manche stehen noch ganz im Bann der Götterwelt, andere bewegen sich bereits zwischen Mythos und historischer Erinnerung.
Ōkuninushi: Der Gestalter des Landes
Ōkuninushi gilt als Gottheit und Kulturheld zugleich. In vielen Erzählungen wird er als kluger, mitfühlender Herrscher dargestellt, der das Land ordnet und zivilisiert.
Er ist eng mit der sogenannten „Landübergabe“ verbunden: Schließlich übergibt er seine Herrschaft freiwillig an die himmlischen Nachfahren Amaterasus. Diese Episode markiert symbolisch den Übergang von einer älteren göttlichen Ordnung zur kaiserlichen Linie.
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Yamato Takeru: Der legendäre Krieger
Yamato Takeru ist eine der bekanntesten Heldengestalten Japans. Er soll im Auftrag seines Vaters zahlreiche Feinde besiegt und das Land befriedet haben.

In seinen Abenteuern begegnen ihm Täuschung, Magie und übernatürliche Kräfte. Besonders bekannt ist die Episode um das Schwert Kusanagi, mit dem er sich aus brennendem Gras rettet – daher auch der Name „Gras-Schneider“.
Seine Geschichte verbindet heroische Taten mit tragischen Elementen und zeigt den Übergang von göttlicher Abstammung zu menschlicher Schwäche.
Kaiserin Jingū und Ōjin
Auch Jingū gehört zu den halbmythischen Figuren. Der Legende nach führte sie – schwanger – eine erfolgreiche Expedition nach Korea. Ihr Sohn Ōjin wurde später selbst Kaiser und sogar als Gottheit verehrt.
Hier verschwimmen Mythos, politische Legitimation und nationale Erzählung besonders deutlich.
Historische Helden: Minamoto und die 47 Rōnin
Mit der Zeit treten stärker historisch belegte Figuren in den Vordergrund. Mitglieder des Minamoto-Clans spielten im Mittelalter eine zentrale Rolle in den Samurai-Kriegen.
Die Geschichte der 47 Rōnin aus dem 18. Jahrhundert erzählt von Loyalität und Ehrenkodex: Nach dem Tod ihres Herrn rächten sie ihn – wohl wissend, dass sie selbst dafür sterben würden.
Auch wenn diese Erzählung historisch verankert ist, wird sie bis heute fast mythisch verehrt und gilt als Symbol für Treue und Ehre.
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Rituale und Feste: Mythologie im heutigen Japan
Die japanische Mythologie ist kein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit. Viele ihrer Motive, Götter und Geschichten sind bis heute lebendig – in Schreinen, Festen und alltäglichen Ritualen.
Schreine, Torii und Rituale
Überall in Japan stehen Shintō-Schreine, erkennbar an ihren roten Torii-Toren, die symbolisch den Übergang vom Alltag in einen heiligen Raum markieren. Hier werden Kami verehrt und um Schutz, Glück oder Erfolg gebeten.
Typisch sind Reinigungsrituale wie das Harae oder das Misogi, bei denen symbolisch Unreinheit abgewaschen wird. Reinheit spielt im Shintō eine zentrale Rolle – ein Motiv, das sich bereits in der Schöpfungsgeschichte um Izanagi zeigt.
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Tanabata: Ein Fest aus Sternen
Das Sommerfest Tanabata geht auf eine alte Legende zurück: Zwei Liebende, repräsentiert durch die Sterne Vega und Altair, dürfen sich nur einmal im Jahr am Himmel begegnen.
Diese Geschichte wurde ursprünglich aus China übernommen und entwickelte sich in Japan zu einem beliebten Fest, bei dem Wünsche auf bunte Papierstreifen geschrieben werden.
Setsubun: Dämonen vertreiben
Beim Frühlingsfest Setsubun wirft man geröstete Bohnen und ruft:
Oni wa soto! Fuku wa uchi!
Dämonen hinaus, Glück herein!
Hier zeigt sich, wie mythologische Wesen wie die Oni bis heute symbolisch präsent sind als Teil lebendiger Tradition.
Hatsumōde: Der erste Schreinbesuch
Zum Jahresbeginn besuchen Millionen Menschen einen Schrein oder Tempel beim sogenannten Hatsumōde. Man dankt für das vergangene Jahr und bittet um Glück für das neue.
Auch wer sich nicht streng religiös versteht, nimmt an solchen Ritualen teil. Das ist ein Zeichen dafür, wie tief Mythologie und Kultur in Japan miteinander verwoben sind.
Bei uns lernst du auch mehr über wichtige Persönlichkeiten der japanischen Geschichte.
Referenzen
- Shintō: Versuch einer Begriffsbestimmung – Religion-in-Japan. (n.d.). https://religion-in-japan.univie.ac.at/an/Grundbegriffe/Shinto
- deutschlandfunkkultur.de. (2008, September 2). Wie man die Geister weckt. Deutschlandfunk Kultur. https://www.deutschlandfunkkultur.de/wie-man-die-geister-weckt-102.html
- Acht Millionen Götter und ein Tenno - Japans Religionen. (n.d.). oe1.orf.at. https://oe1.orf.at/artikel/675402/Acht-Millionen-Goetter-und-ein-Tenno-Japans-Religionen
Mit KI zusammenfassen:









