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Hispanophonie: Wie entstand die Spanische Sprache?

Superprof Blog DE > Sprachen > Spanisch > Die fabelhafte Geschichte der Spanischen Sprache

Hinter der spanischen Sprache versteckt sich eine Geschichte, die so reichhaltig wie leidenschaftlich ist.

Sie begann ab dem 8. Jahrhundert und reicht bis in unsere heutigen Tage.

Die spanische Sprache ist die deliziöse Frucht aus Immigration und den verschiedensten Entwicklungen im Laufe der Jahrhunderte voller spannender Entwicklungen, an denen wir Euch gerne teilhaben lassen würden.

Wenn Ihr Euch nicht nur für Geschichte, sondern auch für die spanische Kultur interessiert, ist dieser Artikel genau das Richtige für Euch.

Die Entwicklung der spanischen Sprache

Beginnen wir doch damit, ein paar Jahrhunderte zurückzublicken, in die Zeit der Römer.

Wir befinden uns im 3. Jahrhundert v. Chr. – noch vor Entstehung der spanischen Sprache.

Zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert v. Chr. eroberten die Römer die gesamte iberische Halbinsel, was nebenbei allerdings zu diesem Zeitpunkt aus Aussterben verschiedener Sprachen, die bis zu diesem Zeitpunkt gesprochen wurden, verursachte. Nur das Baskische besteht noch heute…

Laut der Geschichte lebten viele Völker in dieser Region. Dazu gehörten insbesondere die Kelten, die Iberer und die Basken. Nicht zu vergessen sind allerdings auch Völker wie die Griechen, die Phönizier und Karthager.

Nach der Eroberung der Region begannen die Römer damit, den anwesenden Völker das Lateinische als Standardsprache vorzuschreiben. Es entstanden so zwei verschiedene Arten von Latein: das schriftliche Latein und das Vulgärlatein.

Carpe Diem! Latein spielt bei der Entwicklung der spanischen Sprache eine wichtige Rolle. | Quelle: Pixabay

Da diese Region relativ weit von Nervenzentrum des Römischen Reiches (Rom) entfernt war, gingen linguistische Neuerungen nur langsam vonstatten. Dies ist der Grund dafür, dass sich das Vulgärlatein schneller auf einem breiten Territorium verbreiten konnte.

Das Vulgärlatein war die vom Volk, von Soldaten, von Kolonnen oder Händlern der Region gesprochene Sprache.

Etwa im 5. Jahrhundert erlebte das westliche Römische Reich barbarische Invasionen aus Germanien. Diese Invasionen zerbrachen die Region in verschiedene germanische Königreiche. Spanien wurde von den Westgoten besetzt und es waren auch letztere, die in das Vulgärlatein verschiedene germanische Vokabeln einbrachten.

Im 8. Jahrhundert sind die Mauren an der Reihe – und marschieren in die Region ein. Die aus Mauretanien und Marokko kommenden arabisch-muslimischen Populationen regieren Spanien bis ins 15. Jahrhundert.

Die Moschee wird der katholischen Kultur angepasst und in Ehren an die Maria Himmelfahrt gewidmet. Dieses Kulturerbe zeigt die verschiedenen Einflüsse auf die spanische und kastilische Sprache.

Obwohl die Bevölkerung weiterhin ihre Muttersprache genutzt hat, erlebte die Lexik dieser Epoche unzählige Einflüsse aus der arabischen Sprache.

Die Anfänge der kastilischen Sprache als offizielles Spanisch

Kastilisch wurde zum ersten Mal rund um das Jahr 1800 entdeckt.

Eine Grafschaft namens „Concado de Castilla“, Lehnsmann des Königreiches von Asturien, befand sich gerade mitten in der arabisch-muslimischen Besetzung als es von den Kastiliern erobert wurde und von einem größtenteils baskischen Volke bevölkert wurde. Im Jahre 1035 wurde dieses Gebiet zum Königreich Reino de Castilla.

Das Königreich von Asturien wuchs unter der Herrschaft von Alfons III dem Großen zwischen 838 und 910 weiter, indem es Galizien und León aufnahm. Im Jahr 1037 erbte Ferdinand I von Kastilien das Königreich von León.

So konnte er dieses Königreich mit dem kastilischen Königreich vereinen und die erste spanische Monarchie bilden.

Im Laufe der Jahrhunderte erweitert sich die kastilische Sprache immer mehr.

Obwohl dieser Dialekt noch im 10. Jahrhundert kaum verbreitet war (er wurde nur im Norden der Halbinsel und im Zentrum gesprochen), genoss er eine hohe Bedeutung dank der Basken, die das kastilische Königreich zwischen 1200 und 1370 integrierten.

So begann Nordspanien damit, sich zu vereinheitlichen, und die Stunde der Neueroberung des Südens näherte sich.

Die christliche Rückeroberung (Reconquista) begann also im Jahr 1212 unter der Herrschaft von Alfons VIII von Kastilien. Alle muslimisch besetzten Städte fielen – eine nach der anderen. Nur Granada hat bis 1492 standgehalten.

Woher kommen wohl die vielen arabischen Einflüsse in Granada? In Granada sind viele arabische Einflüsse zu erkennen. | Quelle: Pixabay

Nach der Neueroberung wurde Spanien in mehrere Königreiche aufgeteilt. Das kastilische Königreich (mit kastilisch), das Königreich von Aragon (mit katalanisch) das Königreich von Navarro (mit baskisch), das Fürstentum von Andorra (mit katalanisch) oder das Königreich Portugal (mit der portugiesischen Sprache).

Ach, übrigens… Sollte man besser Spanisch oder Portugiesisch lernen?

Im Jahr 1469 wurden die Königreiche Kastilien und Aragon vereint. Dadurch konnte sich die katalanische Sprache verbreiten, allerdings leider zum Nachteil des Katalanischen. Erst im Jahre 1512, mit der Eingliederung von Navarra, wurde das Spanien, was wir heute kennen, vollständig vereint.

Als letzte Bastion des Widerstandes der Katharer hat sich die katalanische Sprache auf allen Gebieten Spaniens entwickelt.

Dank der wirtschaftlichen und politischen Macht Kastiliens konnte sich die Sprache problemlos auf dem ganzen Gebiet verbreiten. Leider passierte dies zu Lasten von katalanisch und baskisch.

Im Laufe dieser Periode hat die spanische Sprache unzählige Entwicklungen erlebt, die auf die dort lebende baskische und arabisch-muslimische Bevölkerung zurückzuführen sind.

Die arabische Sprache hat das Kastilische um tausende Wörter bereichert – im Gegensatz zum Baskischen, dessen Beitrag geringer ausgefallen ist…

Das goldene Jahrhundert der spanischen Sprache

Die Blütezeit, die das Land im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts erlebt hat, wird oft als goldenes Jahrhundert Spaniens bezeichnet.

Unter dem Einfluss von Charles Quint (der ein gewaltiges Königreich erbte), wurden Expeditionen nach Amerika durchgeführt um sein Territorium noch weiter zu vergrößern. So wurde das aztekische Königreich im Jahr 1521 und das Reich der Incas um 1533 erobert.

Im Jahr 1550 war Spanien folglich an der Spitze des südamerikanischen Kontinentes, den Philippinen, Florida und Zentralamerika. Durch die spanische Politik konnte sich die kastilische Sprache immer weiterverbreiten.

Kastilisch wurde zur offiziellen Sprache des spanischen Königreiches. Durch die spanischen Expeditionen wurde die spanische Sprache auf breite Gebiete verteilt.

In Spanien wird Spanisch gesprochen, ist doch klar ?! So einfach ist es aber nicht... In Spanien gibt es eine Vielzahl an regionalen Sprachen. | Quelle: Pixabay

Etwa im Jahr 1700 gab es dank der Bourbon-Dynastie im 18. Jahrhundert und einer Zentralisierungspolitik weltweit etwa 6 Millionen Sprecher der spanischen Sprache.

Aufgrund dessen, obwohl viele Sprachen (wie etwa baskisch, asturisch, andalusisch, aragonisch und katalanisch) noch in vielen Regionen gesprochen wurden, ist kastilisch zur offiziellen Sprache des spanischen Königreiches geworden.

Erfahre hier mehr zu den Unterschieden zwischen kastilischem Spanisch und Katalanisch.

Die Geschichte der kastilischen Sprache

Wir befinden uns im 18. Jahrhundert – einem Zeitpunkt wo sich die kastilische Sprache langsam aber sicher dem Spanisch ähnelt, was wir heute kennen, nutzen, lieben und singen.

Aber bis die spanische Sprache den heutigen Zustand erreicht hat, ist noch einiges in der Geschichte geschehen. Neugierig? Dann lest hier….

Die spanische Sprache nach dem spanischen Kolonialreich

Die Französische Revolution im Jahre 1789 bewegte Spanien dazu, im Jahre 1793 gegen Frankreich in den Krieg zu ziehen. Napoleon besetzte dann Spanien und ermöglichte es so seinem Bruder, Joseph Bonaparte, den spanischen Thron zu besetzen.

Dies bewirkte einen starken Willen nach Unabhängigkeit vonseiten der spanischen Kolonien in Amerika, die diesen König nicht anerkannten. So verschwand im Jahre 1826, ausgenommen von Cuba und Porto Rico, das spanische Königreich in Amerika.

Zwischen 1833 und 1839 verpflichteten die verschiedenen spanischen Regierungen die Bevölkerung zur Nutzung der kastilischen Sprache in allen Regionen Spaniens. So wurde auch die spanische Verwaltung einsprachig.

Dies führte zu einer wahrhaftigen Renaissance der katalanischen Sprache – genährt vom Empfinden der Katalanen gegenüber dieser Entscheidung der Regierung.

Der Krieg zwischen Spanien und Amerika verpflichtete die Spanier im Jahr 1898 dazu, den Amerikanern die Inseln Kuba, Guam, die Philippinen und Puerto Rico zu schenken.

Nach dieser Niederlage entscheidet sich Spanien dazu, seine Kolonialpolitik in Richtung Afrika zu entwickeln, und übernimmt Spanisch-Guinea, heutzutage als Äquatorialguinea bekannt.

Zu dieser Epoche beginnt Spanien bereits sowohl politisch als auch wirtschaftlich zu schwächeln.

Daraufhin folgen mehrere Autonomiebewegungen, wodurch das Land der Monarchie und einer Militärdiktatur 1930 ein Ende setzte.

Ein Jahr später, im Jahr 1931, wurde die spanische Verfassung geändert, damit die verschiedenen Regionen Spaniens ihren regionalen Dialekt zusätzlich zum kastilisch nutzen konnten.

Die spanische Sprache während der Franco-Diktatur

Wir befinden uns im Jahre 1936 – genau in dem Moment als ein neuer Krieg ausbricht. Die Armee, die der Monarchie treu geblieben ist und gerade dabei war zu schwächeln, wollte die damalige Regierung stürzen.

Spanien erlebte also 40 Jahre faschistische Militärdiktatur, mit dem General Franco an der Spitze, der sich von Mussolini und Hitler unterstützen ließ.

Daraufhin folgte eine starke linguistische Unterdrückung.

Die Unterdrückung durch Franco war nicht nur physisch. Baskisch und Katalanisch waren während dieser Epoche der spanischen Geschichte unterdrückt und verboten.

Franco wollte eigentlich Spanien seinen Status der großen Macht wiedergeben, die das Land während des goldenen Jahrhunderts erlebte.

Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte kastilisch die einzige Amtssprache sein sollen.

Aus diesem Grund wurden zu dieser Zeit alle Regionaldialekte (und insbesondere Baskisch und Katalanisch) verboten und Bücher in den besagten Sprachen wurden verbrannt.

Auf gleiche Weise wurden alle baskischen Namen verbannt.

Spanisch, wie wir es heute kennen

Im Jahre 1975, am Tag nach dem Tod von Franco, wurde Juan Carlos I König von Spanien. Er war sehr viel demokratischer als sein Vorgänger und änderte das Land sowie die Nutzung der spanischen Sprache radikal.

So wurde Spanien in 17 autonome Kommunen aufgeteilt, die jeweils von lokalen Regierungen verwaltet werden. Alle von ihnen waren autonom und sprachen kastilisch.

Nur Katalonien, die valenzianische Gemeinschaft und die balearischen Inseln sprechen Katalanisch. In der Region Val d‘Aran wird aragonesisch gesprochen, die Foralgemeinschaft von Navarra und dem Baskenland wird baskisch gesprochen und Galizien spricht galizisch.

Natürlich sollte man in dieser Auflistung nicht etwa das Aragonische in Aragonien, das Leonische in der Region Kastilien und León, das Kanarische auf den Kanarischen Inseln, das Extremadurische in Extremadura, das Asturische in der Region Asturien oder auch Murciano rund um Murcia.

Das bedeutet natürlich, auch wenn Spanien diesen Regionen erlaubt, ihre Sprache zu sprechen, dass dennoch nur das Kastilische als offizielle Amtssprache gilt. Die anderen regionalen Sprachen sind immer noch nicht vollständig anerkannt.

Jetzt wisst Ihr alles über die Geschichte der spanischen Sprache – und auch das kastilisch die Sprache ist, die im ganzen Land gesprochen wird, nun ja, so zumindest die Theorie… ?… aber dazu kommen wir später…

Wenn wir erst jetzt so richtig Euren Wissensdurst geweckt haben, schaut doch mal unseren Artikel über die verschiedenen spanischen Akzente an.

Spanisch ist nicht gleich Spanisch... So bunt wie die spanischen Tapas sind auch die Sprachen in Spanien. Das macht doch Appetit auf mehr, oder? | Quelle: Pixabay

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