"Es ist der Geist, der sich den Körper baut."

– Friedrich Schillers Maxime, die einst Joseph Pilates inspirierten.

Yoga und Pilates sind Teil einer neuen Welle von achtsamer Fitness, die derzeit äußerst beliebt ist. Kaum ein Fitnessstudio hat diese beiden Trainingsformen heutzutage nicht im Programm.

Sie verbinden den Körper und den Geist und haben den Vorteil, für jeden und alle Niveaus zugänglich zu sein.

Yoga ist in all seinen Formen, ob Yoga für Anfänger, Schwangerschaftsyoga, Vinyasa oder Hatha Yoga, wahrscheinlich schon weiter verbreitet als Pilates.

Aber was is Yoga? Was ist Pilates? Die beiden Sportarten werden oft miteinander verglichen, dabei gibt es auch wichtige Aspekte, die Yoga und Pilates unterscheiden.

Einer Studie zufolge verbessere regelmäßiges Yoga zu 24% die Gelenkigkeit. Pilates, das sich auf eine intensive Muskelstärkung konzentriert, hat den gleichen Effekt.

Aber was sind nun die wirklichen Unterschiede zwischen beiden Disziplinen? Diese Frage beantworten wir Dir in diesem Artikel - doch zunächst schauen wir uns an, warum die beiden so häufig miteinander verglichen werden.

Das haben Yoga und Pilates gemeinsam

Es mag sich die Frage stellen: Warum werden Yoga und Pilates so häufig miteinander verglichen? Wo liegen die Gemeinsamkeiten?

Denn, wie wir gleich sehen werden, gibt es zahlreiche Unterschiede zwischen diesen beiden Disziplinen. Wohl aber auch einige Ähnlichkeiten, die es rechtfertigen können, dass sie in der Fitnesswelt gerne in die gleiche Schublade gesteckt werden.

So handelt es sich bei beiden um ganzheitliche Ansätze, die Ausgeglichenheit und Entspannung hervorbringen. Durch verschiedene Übungen wird die Energie im Körper gebündelt und geleitet, um Effekte auf Körper und Geist zu erzielen. Im Yoga geht dies auf eine uralte spirituelle Lehre und Philosophie zurück - und Pilates ist durchaus vom Yoga und dem chinesischen Qigong beeinflusst.

In beiden Trainingsformen finden die Übungen auf der Matte statt (abgesehen von den Pilatesübungen, die an der Maschine durchgeführt werden), viele sogar in Bodennähe bzw. im Sitzen oder Liegen. Sowohl für Yoga als auch Pilates wird vorausgesetzt, dass die Übungen mit hoher Konzentration durchgeführt werden. Nur so können sie ihre Wirkung entfalten.

Langsame, fließende Bewegungen stehen im Zentrum. Diese werden in beiden Systemen mit einer bewussten Atmung verbunden (auch wenn diese sich in ihren Details wiederum unterscheidet, wie wir gleich sehen werden). Viele Menschen versprechen sich Verbesserungen ihrer Dehnbarkeit, aber auch ihrer Kraft und Ausdauer - jedoch auf eine ruhige, entspannte Trainingsweise.

Die Art zu üben und die Effekte sind sich also durchaus ähnlich und erzielen Attraktivität bei einer sich überschneidenden Zielgruppe - Menschen, die ihrem Körper, aber auch ihrem Kopf etwas Gutes tun möchten und sich nach dem Training nicht ausgelaugt, sondern energetisiert und ausgeglichen fühlen wollen.

Die unterschiedlichen Ursprünge von Yoga und Pilates

Die ersten Unterschiede beider Trainingsformen beginnen jedoch bereits an der Wurzel, nämlich in der jeweiligen Entstehung.

Yoga (Sanskrit für "Einheit") ist eine mehrere Jahrtausende alte, aus Indien stammende spirituelle Lehre. Es umfasst eine umfassende Philosophie, die keineswegs nur die körperlichen Übungen, sogenannte Asanas, auf der Yogamatte umfasst. Im Vordergrund stand traditionell betrachtet schon immer der Geist der Yogis.

Mit der Yogapraxis, die neben Asanas auch Meditation, Atemübungen und bestimmte Werte und Moralvorstellungen umfasst, soll Samadhi, die Erleuchtung und Befreiung der Seele erreicht werden. Es handelt sich also um viel mehr als eine Sportart. Die Wurzeln der Yogalehre gehen auf den Hinduismus sowie auf Teile des Buddhismus zurück, auch wenn Yoga nicht als Religion betrachtet werden möchte.

Wie sind Yoga und Pilates entstanden?
Yoga ist deutlich älter als Pilates - es handelt sich um eine jahrtausende alte spirituelle Lehre aus Indien, mit Wurzeln im Hinduismus und Buddhismus | Quelle: Unsplash

Die ältesten Aufzeichnungen stammen aus der Zeit der Upanishaden. Als einer der ältesten und wichtigsten Quelltexte des Yogas gelten die Yogasutras von Patanjali. In vier Kapiteln erläutert er tiefgehend, wie der menschliche Geist tickt und was es braucht, um ihn kontrollieren zu lernen.

Weniger als eine Hand voll Sutren befassen sich dabei konkret mit den Asanas, welche heute überwiegend als Yoga bezeichnet werden. Auch in der Hatha Yoga Pradipika, einem weiteren bedeutenden Schriftwerk, werden nur 15 Asanas aufgeführt.

Die Asanapraxis verfolgte ursprünglich hauptsächlich das Ziel, den Übenden auf die Meditation vorzubereiten - so dass der Geist sich beruhigt und für längere Zeit eine Sitzhaltung eingenommen werden kann. Ohnehin waren die ersten Asanas ausschließlich Sitzpositionen. Standpositionen werden erst seit etwa 100 Jahren praktiziert.

Etwa vor 100 Jahren entstand zudem Pilates: Der 1883 in Deutschland geborene Joseph Pilates wurde während des ersten Weltkriegs in England interniert. Während seiner Zeit im Gefängnis entwickelte er eine ganzheitliche Trainingsmethode, um sich selbst und seine Mitinsassen in guter körperlicher Form und Fitness zu halten.

Zurück in Deutschland, hat er einige Jahre in Hamburg Polizisten sowie einige Privatklienten trainiert. Dort begann er wohl auch, mit Pilates-Maschinen zu trainieren. Als er 1926 in die USA auswanderte, eröffnete er mit seiner späteren Ehefrau sein erstes Trainingsstudio in New York City, im Haus des New York City Ballets.

So kamen in den folgenden Jahren auch zahlreiche weibliche Kundinnen, vor allem Tänzerinnen, in seine Unterrichtsstunden, nachdem er all die Jahre zuvor beinahe ausschließlich männliche Kunden hatte. Joseph Pilates selbst nannte seine Methode damals Contrology.

Bedeutend für die Fortführung dieser Trainingsform bis in die heutige Zeit war vor allem Pilates' Schülerin Romana Kryzanowska. Diese übte 1940 das erste Mal mit Pilates und bewahrte seine klassische Methode bis zu ihrem Tod 2013. In den 1990er Jahren erlebte die heute als Pilates bekannte Trainingsform einen wahren Aufschwung als Wellnessideen. Viele ehemalige Schüler von Joseph Pilates' haben in der Zwischenzeit eigene Studios eröffnet und entwickelten seine Lehren weiter.

Yoga und Pilates: Unterschiedliche Ziele

Für was ist Yoga gut?

Wir wir bereits gesehen haben: Yoga, ob nun dynamisches Yoga, Kundalini oder Yin Yoga, ist eine Praxis, die viel älter ist als Pilates.

Man versteht also, dass die beiden Disziplinen unterschiedliche Techniken entwickelt haben. Abhängig vom Ziel sind manche Techniken auch weiter entwickelt als andere.

Diese Ziele werden also einen weiteren Unterschied machen und für das Pilates wie für das Yoga die Essenz selbst der Disziplin ausmachen.

Zwischen Dehnübungen, Positionsabfolgen, Kräftigung und Lockerung gibt es viele verschiedene Mittel, um ein potentielles Ziel der Disziplin zu erreichen.

Was aber erstmal definiert werden muss, ist das Ziel.

Für was ist Pilates gut?
Es ist wichtig Yoga und Pilates voneinander zu unterscheiden, denn die beiden Disziplinen haben nicht die gleichen Ziele. | Quelle: Pexels

Beim Yoga, das eine stark entwickelte Identität hat, ist das Hauptziel, den Körper und den Geist miteinander zu verbinden, und zwar auf eine philosophische Art und Weise.

Die Yoga Schlüsselbegriffe wie der innere Frieden, die Beruhigung, das Wohlergehen und die Entspannung kommen der Sanftheit vieler Entspannungstechniken sehr nahe.

Es ist eine Etappe in Richtung Achtsamkeit, die aber nicht das einzige Ziel dieser Disziplin ist.

Denn wann immer ein spirituelles Ziel aufkommt, entwickelt das Yoga auch körperlichere Aspekte. Es erlaubt eine Harmonisierung von Atmung, Geschmeidigkeit, Gleichgewicht, Ausdauer in den Haltungen, aber auch des inneren Friedens durch Meditation und Atemübungen.

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Und was können wir über die Pilates Methode sagen, die im 20. Jh. von Joseph Pilates entwickelt wurde?

Für was ist Pilates gut?

Diese Praxis ist viel jünger als Yoga, hat aber auch eine Identität und Werte, die von Anfang an existiert haben und diese Disziplin daher vom Yoga und sanfter Gymnastik unterscheiden.

Durch seine Bewegungsabläufe und Haltungsübungen erreicht das Pilates viele Effekte, die anders als die einer Yoga Stunde sind.

Was für Effekte sind das?

Erst einmal musst Du wissen, dass die Pilates Methode im Vergleich zum Yoga sehr viel mehr auf die physische denn auf die spirituelle oder mentale Sphäre Acht gibt.

Das Ziel ist hier eine Entwicklung der Muskeln, den Körper zu formen, gelenkig zu sein und eine für den Sport angemessene Körperhaltung zu entwickeln.

Dieses Ziel macht den Unterschied zum Yoga, und so ist Pilates eher für Menschen gedacht, die sich auf den Körper, den Muskelaufbau und die physische Ausdauer konzentrieren wollen.

Sie werden dank Pilates viele positive Wirkungen erleben!

Pilates vs. Yoga: Unterschiedliche Atemformen

Magst Du Yoga oder Pilates lieber?
Pilates und Yoga scheinen sich sehr zu ähneln, das ist aber nur dem Anschein nach so! | Quelle: Visualhunt

Wie schon erwähnt, ist die Atmung ein zentraler Angelpunkt der beiden Disziplinen und gleichzeitig auch einer der wichtigsten Unterscheidungsfaktoren.

Manch einer denkt vielleicht, dass die Luft, die unsere Lungen füllt, nur ein nebensächliches Detail ist; sie werden aber schnell erfahren, wie die richtige Atmung Yoga oder Pilates Haltungen leichter, verständlicher und angenehmer macht.

Beim Pilates musst Du vor allem darauf achten, eine regelmäßige Atmung einzuhalten, damit Du nicht zu schnell außer Puste gerätst oder Seitenstechen bekommst. Bei den Übungen in einem Pilates Kurs geschmeidig zu werden ist viel einfacher, wenn die richtige Atmung vorhanden ist.

Die Atmung muss an die jeweiligen Bewegungen, aber auch an deren Intensität angepasst werden. Im Pilates atmest du dazu durch die Nase an und durch den Mund wieder aus.

Auch im Yoga kommt der Atmung eine immense Bedeutung zu - vielleicht gar noch höher, als im Pilates. Die yogische Atmung wird mit der inneren Ruhe, der Persönlichkeitsentwicklung und der Bewusstseinserweiterung verbunden. Ein Bewusstsein, das sich vor allem auf den Körper richtet, und durch eine gute Atmung gefördert sowie in fließender Koordination ausgeführt wird.

Im Yoga atmest du dazu durch die Nase ein und - anders als im Pilates - durch die Nase wieder aus. Mit dieser Technik führst Du das Yoga optimal aus und findest Ausgleich. Besonders geläufig ist während der Asanas die sogenannte Ujjayi-Atmung. Diese ist auch als Meeresrauschen-Atmung bekannt. Du verschließt dazu leicht deine Stimmritze und atmest weiterhin tief durch die Nase ein und aus. Es entsteht ein leichtes Rauschen, was an das Meeresrauschen erinnert (daher der Name).

Egal, ob Du nun Yoga oder Pilates machst, ist die Luft, die durch Deine Lungen strömt, eine wahre Energiequelle, die uns zeigt, dass wir wahrhaftig am Leben sind und mit der Welt um uns herum verbunden.

Die bewusste Atemweise vervollständigt beide sportlichen Disziplinen!

Yoga und Pilates: Unterschiedliche Körperhaltungen

Hast Du schonmal im Urlaub Yoga gemacht?
Selbst wenn die Bewegungen bei Yoga & Pilates nicht die gleichen sind, bleibt das Wichtigste doch, dass Du Dich bewegst! | Quelle: Pexels

Der wohl größte Unterschied zwischen Yoga und Pilates findet sich in den Haltungen.

Wie schon etwas höher beschrieben, sind die zu erreichenden Ziele, die Atmung und die fundamentalen Prinzipien in den zwei Sportarten nicht die gleichen.

Das Gleiche ist der Fall für die Haltungen. Jede dreht sich um ein bestimmtes Ziel, das jeder Technik eigen ist.

Pilates wird z.B. etwas stärkere Bewegungsabläufe beinhalten, die oft markanter als die im Yoga sind und eine Stärkung des unteren Rückens, mehr Dehnung und Cardiotraining und einen starken Fokus auf die Wirbelsäule bieten.

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Im Pilates liegt ein großer Fokus auf dem sogenannten Powerhouse. Dieses bezeichnet die Tiefenmuskulatur im Bereich des Beckens, unteren Rückens, des Bauchs und der Taille. Indem du dieses stärkst, verbesserst du deine Haltung und Standfestigkeit.

Insgesamt stärkst du im Pilates deine Muskulatur, ohne dabei deine Gelenke übermäßig zu belasten - schließlich finden die meisten Übungen im Sitzen oder Liegen auf der Matte statt. Es handelt sich um ein Ganzkörpertraining, das gleichzeitig auch deine Gelenke und Bänder geschmeidiger und dehnbarer macht.

Das Yoga bietet eine Vielfalt an Haltungen an, die sich auch auf die Werte und die Geisteshaltung dieser Disziplin konzentrieren.

Ein Gleichgewicht, das sich nicht egal wie findet, denn die Bewegungsabläufe müssen oft sehr genau ausgeführt werden, um ihre Wirkkraft zu behalten.

Die Bewegungen des Yogis sind fließend und finden im Einklang mit der Atmung statt. Sie können individuell angepasst werden und unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Du kannst mit Yoga sowohl deine Ausdauer, deine Beweglichkeit als auch deine Kraft verbessern.

Beim Yoga kommt der Anti-Stress Faktor nicht unbedingt nur aus den Haltungen. Wenn Du diese jedoch zu schlecht bzw. zu nachlässig ausführst, wird die Wirkung ausbleiben, und vielleicht sogar entgegen Deiner Erwartungen verlaufen. Übe also konzentriert und mit voller Aufmerksamkeit.

Jede Bewegung ermöglicht eine Erdung in Dir selbst, für Erwachsene und Kinder gleichermaßen, und führt zu einer gesteigerten Ruhe und vitalen Kraft. Denn Yogaübungen wirken auf Körper, Geist und Seele gleichermaßen - sie können dir ein neues Selbstbewusstsein und Lebensgefühl geben.

Alles in Allem ist dabei vor allem eins wichtig: Dass Du die Sportdisziplin gut ausführt wird, ob es nun Yoga oder Pilates ist.

Selbst wenn der Unterschied zwischen beiden groß ist, können sie miteinander kombiniert werden, sich gegenseitig ergänzen und zusammen eine optimale Verbesserung Deiner körperlichen Verfassung bieten.

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Doch ein fundamentaler Punkt wurde bisher nur am Rande behandelt: Die beiden Körpertechniken stützen sich nicht auf die gleiche Lebensphilosophie.

Pilates & Yoga: Zwei verschiedene Lebensphilosophien

Hast Du schonmal meditiert?
Yoga und Pilates gründen nicht auf der gleichen Lebensphilosophie. | Quelle: Visualhunt

Yoga und Pilates haben nicht nur unterschiedliche Entstehungsgeschichten, sondern auch unterschiedliche mit den Übungen verbundene Lebensphilosophien.

Die spirituelle Sichtweise, auf der die beiden Praktiken aufbauen, ist nicht die gleiche.

Zu weit von ihr entfernt zu sein drückt sich auch in einer schlechten Ausführung der Übungen aus, und, wer weiß, führt vielleicht sogar zu besonders starkem Muskelkater am Morgen danach ...

Nehmen wir beispielsweise Yoga: Diese aus Indien stammende Technik schöpft Kraft aus der ihr eigenen Philosophie des Geistes, die viel mit Entspannung und Meditation gemein hat.

So drückt sich in den Übungen und Bewegungen eine wahre Suche nach innerem Frieden und nach Achtsamkeit sowie einer spezifischen Atemtechnik aus.

Die Pilates Methode wurde erst im 20. Jahrhundert von Joseph Pilates in den Vereinigten-Staaten entwickelt. Diese sportliche Disziplin entwickelt die Verbindung zwischen Körper, Geist und Mentalem.

Ein Konzept, das jetzt schon weltweit seine Früchte trägt und die Idee einer sanften, aber auch kräftigenden Sportpraxis demokratisiert hat.

Bei manchen Pilates Übungen musst Du Deinen Rückengürtel stark nutzen und eine intensive, zielorientierte mentale Stärke und Aufmerksamkeit mitbringen.

Einen Sport zu machen, der weder Tanz noch Kampfsport oder Qi Gong ist, bringt seine eigenen Codes und Wirkkräfte mit, denen Du Dich anpassen musst.

Fazit: Yoga und Pilates überschneiden sich in manchen Punkten, bleiben aber unterschiedlich genug, um maximal vielen Menschen zu entsprechen.

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Yoga oder Pilates - was ist nun besser für mich geeignet?

Auf all die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Disziplinen folgt am Ende die Frage, welche sich nun besser für die persönliche Praxis eignet. Diese Frage kann natürlich nur individuell beantwortet werden, einige grundlegende Aspekte und Tipps können wir dabei aber behilflich sein.

So solltest du dir zum Beispiel Gedanken darüber machen, wie wichtig dir Spiritualität ist. Pilates basiert zwar zum Teil auf Yoga, hat aber die spirituellen Aspekte der Praxis nur kaum oder gar nicht übernommen. Im traditionellen Yoga steht Spiritualität und die damit verbundene Philosophie weiterhin im Mittelpunkt.

Die körperliche Praxis hat zwar so oder so ihre physischen Effekte, dienen aber im eigentlichen Sinne der geistigen Entwicklung. Yoga ist im Grunde eine Meditation in Bewegung - und auch jenseits der Matte lässt die Yogalehre sich ins Alltagsleben mitnehmen.

Wenn du daran interessiert bist, welche neue Welten sich dir durch die Erweiterung deines Geistes und das Erreichen höherer Bewusstseinszustände öffnen können, ist der ganzheitliche Yogaweg vielleicht der richtige für dich. Hier bist du auch frei von Leistungsorientiertheit, da es sich eben eher um ein mentales Training mit körperlichen Übungen handelt.

Ist Yoga oder Pilates besser für dich geeignet?
Während im Pilates das Körpertraining im Vordergrund steht, geht Yoga mit einer gewissen Spiritualität einher | Quelle: Unsplash

Pilates ist dann deine Wahl, wenn du überwiegend an der körperlichen Übung und ihrer Wirkung (die natürlich trotzdem auch den Geist umfasst) interessiert bist. Du stärkst gezielt deine Körpermuskulatur, trainierst deinen Beckenboden und gewinnst an Flexibilität. Gerade nach der Schwangerschaft wird Pilates häufig empfohlen.

Das Pilatestraining zielt auf die Gesundheit des Körpers und ein verbessertes Körpergefühl ab. Beides erreichst du auch im Yoga, traditionell steht hier aber die seelische Erlösung im Vordergrund.

Sowohl Pilates als auch Yoga verbinden Körper, Geist und Seele zu einer untrennbaren Einheit. Die Ausführung der jeweiligen Trainingsformen unterscheidet sich aber durch unterschiedliche Übungen, Atemweisen und Herangehensweisen.

Wenn du dich nicht entscheiden kannst, probiere doch einfach beides aus und schau danach, was dir besser gefällt oder wo du dich aufgehobener fühlst. Probieren geht bekanntermaßen schließlich über studieren.

Ohnehin gibt es bei beiden Trainingsformen unterschiedliche Arten. Pilates kann entweder nur auf der Matte oder an bzw. mit speziellen Pilatesmaschinen wie beispielsweise dem Reformer oder der Rolle stattfinden. Der Fokus des Trainings kann sich so nochmal etwas verlagern.

Auch im Yoga gibt es viele verschiedene Arten: Klassisches Hatha Yoga, dynamisches Ashtanga Yoga, fließendes Vinyasa Yoga, bewusstseinserweiterndes Kundalini Yoga, tänzerisches Jivamukti Yoga, ruhiges Restorative Yoga, meditatives Yin Yoga, schweißtreibendes Bikram Yoga... wie du siehst, die Liste ist lang.

Es kann eine Weile dauern, bis du für dich die passende Yoga- oder Pilatesart sowie den richtigen Trainer oder die richtige Trainerin gefunden hast. Am Ende entscheiden viele kleine Feinheiten. Gib also nicht gleich auf, sondern gib verschiedenen Formen und Lehrern eine Chance! Am Ende findet jeder Topf seinen Deckel.

In vielen Fitnessstudios wird mittlerweile auch eine Mischform namens Yogilates angeboten. Dabei werden Pilatesübungen mit Yogapraktiken kombiniert und zu einem ganzheitlichen Training verbunden. Du bekommst quasi das Beste aus beiden Welten - besonders sinnvoll für (noch) Unentschlossene.

Du willst mit Yoga oder Pilates beginnen?
Wenn du dich nicht entscheiden kannst, gib Yoga und Pilates zunächst eine Chance - oder probiere es mit Yogilates | Quelle: Unsplash

Das Gute ist, das die meisten Lehrkräfte auf Superprof eine kostenlose Probestunde anbieten. So kannst du problemlos Pilates und Yoga austesten. Schau dich auf dem Profil des jeweiligen Lehrers um und hör auf dein Bauchgefühl, ob dir der Unterrichtsansatz und die Trainingsmethode zusagt.

Der Unterricht kann entweder online über die Webcam stattfinden oder persönlich bei dir oder deinem Lehrer zuhause. Du kannst natürlich auch ein paar Freunde zusammentrommeln und eine Gruppenstunde buchen - gemeinsam macht das Üben oftmals noch mehr Spaß!

Wir wünschen dir viel Freude beim Ausprobieren und Üben - ganz egal, ob du dich am Ende für Yoga oder Pilates entscheidest...

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Miriam

Miriam arbeitet als freie Autorin & Yogalehrerin. Getrieben von großer Neugier liebt sie es, Neues zu entdecken und zu erlernen; sich selbst weiterzuentwickeln und anderen dabei zu helfen.