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Mein Kind wächst Deutsch Französisch Bilingual auf! Wie lernt es beide Sprachen perfekt?

Von Anna, veröffentlicht am 27/06/2018 Blog > Sprachen > Französisch > Tipps, wie zweisprachige Kinder Deutsch und Französisch perfekt lernen

Man kann es nur so sagen: Es ist ein großes Glück für ein Kind, wenn ein Elternteil aus einem anderen Land stammt und es somit von Geburt an zweisprachig erzogen wird.

Doch ist es nicht unbedingt gang und gäbe, dass Kinder beide Muttersprachen der Eltern beherrschen.

Warum?

Da meist eine Sprache dominiert – und zwar die des Landes, in dem das Kind aufwächst.

In unserem Beispiel ist es ein deutsch-französisches Kind, welches in Deutschland heranwächst. Deutsch ist also präsenter als Französisch.

Doch auch für andere bilingual aufwachsende Kinder gilt Gleiches.

Nun werden manche sagen, dass es doch ausreicht, wenn beide Eltern mit ihrem Kind in ihrer Muttersprache sprechen.

Das ist an und für sich nicht falsch, doch ist das Thema weitaus komplexer und einige Goldene Regeln sind dabei zu beachten, wenn das Kind nicht nur Deutsch sprechen, sondern auch Französisch lernen soll.

Die Seite Bilingual Erziehen hat sogar einen ganzen Webauftritt nur zu diesem Thema konzipiert.

Es gibt unzählige Fälle, in denen das Kind beispielsweise eine Sprache bevorzugt und die andere vernachlässigt, beide Sprachen mixt oder die Sprache eines Elternteils gar nicht lernt, da die Eltern die Chance verpasst haben, beide Sprachen mitzugeben.

Worauf sollten Eltern also unbedingt bei einer zweisprachigen Erziehung achten?

Die Grundregeln Bilingualer Erziehung

Kinder haben das Potential, spielend mehr als eine Sprache von Geburt an zu erwerben.

Zum Thema „Ideales Alter, um Französisch zu lernen“ haben wir Euch bereits einen Beitrag zusammengestellt.

Möchtet Ihr mehr darüber erfahren, klickt einfach in den Artikel.

Eine deutsch-französische Spracherziehung stellt auf jeden Fall keine Überforderung für Euer Baby dar.

Vielmehr wird es Vorteile durch Eure Deutsch Französisch bilinguale Erziehung erleben.

Und was heißt schon „perfekt“? Natürlich werden Eure Kinder „Fehler“ machen, genauso wie einsprachig aufwachsende Kinder.

Die Goldene Regel Nummer 1, damit eure deutsch-französische Spracherziehung von Anfang an von Erfolg gekrönt ist, ist die konsequente Aufteilung der Sprachen unter beiden Elternteilen.

Das Natürlichste ist, in seiner Muttersprache mit seinem Kind zu sprechen.

Das französische Elternteil spricht demzufolge auf Französisch und das deutsche Elternteil auf Deutsch mit dem Kind und das konsequent ab Geburt.

Deutsch und Französisch von Geburt an in die Wiege gelegt zu bekommen, funktioniert mit einige wichtigen Grundregeln problemlos. Wenn Ihr Eurem Kind deutsch und französisch in die Wiege legen wollt, solltet Ihr konsequent von Geburt an die Sprache trennen. | Quelle: Pexels

Vom Hin-und Herswitchen in beiden Sprachen wird hingegen abgeraten!

Warum?

Das Kind verbindet die Sprache mit der jeweiligen Person.

Wenn sich beide Elternteile (auch wenn sie die Sprache des jeweils anderen können) konsequent in ihrer Muttersprache an das Kind wenden, legen sie die beste Grundlage, damit das Kind in Zukunft beide Sprachen trennen kann.

Gleichzeitig beugt es das dem „Sprachenmixen“ vor.

Dass das natürlich unter Umständen dennoch passieren kann, sollte mit Gelassenheit hingenommen werden, denn fehlerfrei ist kein Kind, auch Einsprachige nicht.

Die zweite Goldene Regel ist Präsenz.

Meist können die Kinder die Sprache der Mutter in den ersten Jahren besser als die des Vaters.

Das liegt daran, dass das Kind in vielen Fällen mehr Zeit mit der Mutter verbringt, diese eventuell Elternzeit nimmt und demzufolge präsenter ist als der Vater.

Natürlich kann das auch andersherum der Fall sein, denn letztendlich kommt es auf die Präsenz und die Häufigkeit der Kommunikation an.

Ist ein Elternteil wenig präsent, wird das Kind natürlich weniger Berührungen mit dessen Sprache erleben.

Zieht sich das durch die ganze Kindheit, ist ein unterschiedliches sprachliches Niveau im Deutschen und Französischen durchaus begründet.

Doch spielt auch eine weitere Goldene Regel eine große Rolle – und die lautet Geduld!

Niemals sollte die Sprachvermittlung wichtiger werden als die eigentliche Eltern-Kind-Beziehung.

Das heißt, keinen Druck ausüben, auch wenn Ihr Euch wünschen würdet, dass Euer Kind Eure Sprache besser kann.

Nur indem ihr so viel wie möglich für Euer Kind da seid, könnt Ihr Sprache und Kultur vermitteln. Wenn Euer Kind Französisch und Deutsch von Euch lernen soll, müssen beide Elternteile präsent sein und so viel wie möglich mit dem Kind kommunizieren.| Quelle: Pexels

Und selbst wenn Euer Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Sprache besser spricht als eine andere, so heißt es nicht, dass das so bleiben wird.

Sollte beispielsweise das Kind die Sprache der französischen Mutter anfangs besser können, dann wird sich die Lücke automatisch schließen, sobald Euer Kind in einer deutschen oder auch deutsch-französischen Einrichtung (Krippe, Kindergarten oder Schule) ist.

Das Umfeld und seine Sprache sind ausschlaggebend.

Schwieriger gestaltet sich die deutsch-französische Erziehung in diesem Fall: Die Mutter ist Deutsche, der Vater Franzose (es kann auch in der umgekehrten Konstellation sein) und beide leben in Deutschland.

Ist der Vater in diesem Fall die einzige Person, die im ganzen Umfeld mit dem Kind Französisch spricht, so ist die Deutsche Sprache natürlich viel präsenter.

In diesem Fall sollten sich die Eltern die folgenden Tipps durchlesen.

So wird Euer Kind auch in der französischen Sprache fit!

Bedeutung und Notwendigkeit der Sprache

Wann hat eine Sprache Bedeutung?

Eine Sprache wird bedeutend, wenn im Umkreis des Kindes die Sprache von vielen Menschen bzw. sehr häufig gesprochen wird.

Kinder gehen sehr ökonomisch mit ihren Sprachen um.

Sie müssen verstehen, dass es für sie notwendig ist, in dieser oder jener Sprache zu sprechen.

Die Sprache muss also eine zentrale Bedeutung für die Kommunikation in der direkten Umgebung haben.

Laut Volker Struckmeier, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft, können Kinder im Alter bis zu fünf Jahren völlig unproblematisch Sprachen lernen, wenn sie denn ausreichend in der Umwelt des Kindes zur Verfügung stehen.

Das können zwei, drei oder mehr Sprachen sein.

Deshalb geht das Konzept „Chinesisch oder Englisch Lernen im Kindergartenalter“ selten auf, wenn die Kinder keine sonstige Berührung mit der Sprache haben.

Sie fragen sich sehr schnell, warum sie diese lernen müssen, wenn sie denn sonst keiner spricht.

Für ein Kind macht das keinen Sinn.

Nur wir Erwachsenen können uns in die Zukunft projizieren und wissen, dass das Kind damit später Vorteile haben wird.

Aber das ist einem Kind egal.

Die Sprache muss im Alltag gesprochen werden, alles andere bringt Frust.

Französischlernen mit Freude und Liebe und ohne Lerndruck. Nur wenn Französisch im Alltag gesprochen wird und das Kind eine emotionale Bindung zur französischen Sprache hat, wird es die Liebe zu ihr entdecken. | Quelle: Unsplash

Je häufiger eine französische Mutter oder ein französischer Vater in Deutschland mal Französisch, mal Deutsch mit dem Kind spricht, desto eher wird sich das Kind fragen:

Warum soll ich eigentlich Französisch sprechen? Alle können doch Deutsch…

Dieses Beispiel führt uns wieder auf die Goldene Regel Nummer 1 zurück: konsequent in seiner Muttersprache sprechen!

Wenn das deutschsprachige Umfeld in Deutschland größer ist als das französische oder sich gar auf nur ein Elternteil reduziert, muss die Bindung zu dieser Person sehr eng und intensiv sein, damit das Kind Französisch lernen kann und will.

Damit wären wir auch wieder bei Punkt 2: Präsenz.

Je mehr positive Erfahrungen in der französischen Sprache gesammelt werden, umso intensiver wird die emotionale Bindung zu ihr.

Emotionale Bindungen sind beim Sprachenerwerb von zentraler Bedeutung.

Diese emotionale Bindung an eine Sprache kann neben den Eltern auch mit Großeltern, Freunden oder einem Babysitter oder einer Nanny entstehen.

Hier kommt es aber tatsächlich auf die Intensität der Beziehung an und häufiges und konsequentes Sprechen auf Französisch ist grundlegend.

Und damit wären wir schon beim nächsten Punkt…

Eine Französische Sprachumgebung schaffen

Ihr könnt ganz bewusst eine intensive französische Sprachumgebung schaffen – und das auch in Deutschland.

Natürlich solltet auch Ihr von klein auf so viel wie möglich mit Eurem Kind Französisch sprechen.

Um die Spracherfahrung des Kindes auf  Französisch zu vervielfältigen, könnt Ihr außerdem:

  • eine französischsprachige Babysitterin, Erzieherin oder ein französischsprachiges Au-pair anstellen,
  • regelmäßig französische Lern- und Spielgruppen für Kleinkinder besuchen,
  • andere französische oder deutsch-französische Familien treffen,
  • eine französischsprachige Krippe oder eine zweisprachige deutsch-französische Kindereinrichtung suchen,
  • gemeinsame Reisen ins französischsprachige Ausland unternehmen,
  • einen Schüleraustausch mit einer französischen Schule organisieren,
  • Französische Sommerkurse in den Schulferien buchen,
  • Französische Freunde oder Chat- oder Brieffreunde für Euer Kind suchen,
  • Eurem Kind längere Auslandsaufenthalte im französischsprachigen Ausland während oder nach der Schule vorschlagen (Work&Travel, Au-pair, Freiwilligen Dienste),
  • ein Studium oder eine Ausbildung Eures Kindes im französischsprachigen Ausland anregen,

Je größer der französische Personenkreis, umso einfacher fällt es Eurem Kind Französisch zu lernen. Französische Großeltern oder andere Verwandte und enge Bekannte geben Eurem Kind zusätzliche Motivation Französisch von klein auf zu lernen. | Quelle: Pexels

Sollten Großeltern, Verwandte oder Bekannte Französisch sprechen, solltet Ihr sie regelmäßig treffen, damit Euer Kind von Anfang an in die französische Sprache eintauchen kann.

Mit der zusätzlichen Bindung zu anderen Familienmitgliedern ergibt sich für Euer Kind eine zusätzliche Motivation, die Sprache zu lernen.

Ein längerer Aufenthalt bei „Mamie et Papi“ in Frankreich in den Sommerferien beispielsweise kann, wenn das Kind damit einverstanden ist, der Schlüssel zum Spracherfolg sein.

Indem Euer Kind während der Ferien bei Oma und Opa oder Tante und Onkel andere Kinder kennenlernt, die nur Französisch sprechen, wird das Französischlernen zum Klacks.

Je zahlreicher die Spracherfahrungen auf Französisch sind, umso mehr sieht Euer Kind den Sinn und die Notwendigkeit, diese Sprache zu lernen.

Hilfsmittel, die das Französisch Lernen Eures Kindes unterstützen

Wir geben Euch hilfreiche Tipps, wie Ihr Euer Kind zum Französisch Lernen motivieren könnt:

  • Kinderbücher auf Französisch vorlesen: Dies ist wohl die schönste und klassischste Art, Sprache zu transportieren. Vorlesen kennt kein Alter, auch wenn Kinder ab 1 1/2 Jahren natürlich erst aktiver mitlesen können.
  • Kinderlieder und Fingerspiele auf Französisch: Alle Kinder lieben Lieder und das Singen stärkt die emotionale Bindung zu den Eltern. Über das Singen von Liedern transportiert man nicht nur Sprache, sondern auch Kultur. Vorsingen könnt Ihr in jedem Alter. Später könnt Ihr zusammen singen.
  • Französische Kinderzeitschriften abonnieren: Es gibt französische Kinderzeitschriften, beispielsweise von Bayard Jeunesse, die Ihr Eurem Kind ab dem ersten Lebensjahr abonnieren könnt. Es gibt Zeitschriften bis zum Alter von 15 Jahren.
  • Französisch Lernen mit Lernvideos, Internetseiten & Apps: Ab dem Alter von 3 Jahren könnt Ihr Euch im großen Fundus des Internets bedienen. Zeichentrickserien, altersgerechte Apps und Internetseiten können Euer Kind beim Französisch Lernen unterstützen.
  • Französische Lern- und Spielgruppen für Kleinkinder: Vielleicht gibt es auch in Eurer Umgebung französischsprachige Spielgruppen-Angebote. Von Vorlesestunden in Bibliotheken bis hin zu Theatergruppen und Sprachkursen ab 3 Jahren gibt es so einiges an Auswahl.
  • Privater Französischunterricht für Kinder: Geeignet für Kinder ab dem Vorschul- bzw. Grundschulalter. Ein Privatlehrer Französisch widmet sich voll und ganz Eurem Kind. Auf Superprof findet Ihr Französischlehrer für Kinder aller Altersgruppen.

Französische Spielgruppen ermöglichen neue Kontakte zur Sprache für Euer Kind. Der Kontakt zu anderen französischen Kindern uns später Jugendlichen ist förderlich beim Französischlernen Eures Kindes. | Quelle: Unsplash

Detaillierte Informationen sowie Buch und Linkempfehlungen zum Thema „Wie Ihr Eurem Kind Kind Französisch beibringen könnt“ findet Ihr unter diesem Link.

Französisch Online Lernen für Kinder ist heutzutage gang und gäbe.

Das Tolle am Internet: Es kennt keine Ländergrenzen.

Das heißt, Ihr könnt auch aus Deutschland auf viele französische Medien zurückgreifen.

Macht Euch die Vielfalt des Internets zu Nutze, damit Euer Kind noch intensiver mit der französischen Sprache in Berührung kommt.

Ob Kinderlieder, Fingerspiele oder Zeichentrickserien: Die Auswahl ist immens.

Vieles findet man auf Videoplattformen wie YouTube oder Vimeo.

Aber auch die Mediatheken der Fernsehsender wie ARTE oder der WDR haben tolle Onlineangebote auf Französisch, und das auch für Kinder.

Außerdem gibt es auf Kinder spezialisierte Sprachlern-Apps, wie LinguPinguin Deutsch FranzösischLaura’s Stern Sprachen lernen App – Französisch und Eli Explorer – Sprach-Lernspiel App oder Französisch Onlinekurse für Kinder wie Petra LinguaDinolingo.com oder Sprachenlernen24 auf dem Markt.

Damit Ihr einen besseren Überblick über alle Apps und Internetseite zum Online Französisch Lernen für Kinder bekommt, haben wir uns diesem Thema bereits ausführlich gewidmet.

Französischkurse und Sommerkurse für Kinder

Nun kann Euer Kind auch in den Sommerferien zu den Großeltern oder anderen Verwandten nach Frankreich fahren, einen Schüleraustausch machen oder einen Sprachkurs in Frankreich besuchen.

Doch vielleicht will Euer Kind gar nicht allein in die Ferne.

Was also machen, damit es trotzdem Französisch lernt?

Französisch Privatstunden können unterstützend zum Spracherfolg führen. Für Kinder ab dem Grundschulalter sind Sommerkurse mit einem Französischen Privatlehrer möglich, um Französisch endlich perfekt zu lernen. | Quelle: Unsplash

Es gibt Muttersprachler und Lehrer, die ihre Dienste für Kinder anbieten.

Private Französischstunden mit einem Kenner der Sprache können noch einmal eine ganz andere Erfahrung für Euer Kind sein, da ein Lehrer pädagogisch ausgebildet ist, altersgerecht Französisch vermitteln kann und sich ganz intensiv um Euer Kind und dessen Sprachniveau kümmert.

Außerdem kann er Freund und Lehrer in einem sein, da man sich einen Französisch Privatlehrer nicht wie einen Schullehrer vorstellen darf.

Es gibt die Möglichkeit, in den Sommerferien einen intensiven Privatkurs zu buchen oder eben nebenbei ein- oder zweimal wöchentlich ein Rendezvous auszumachen.

Wer mit einem richtigen Muttersprachler beispielsweise aus Paris Französischunterricht nehmen möchte, kann das übrigens auch.

Französisch Online lernen per Skype ist mittlerweile bei Privatstunden gar nicht mehr so unüblich!

Ihr könntet Euch einen Französisch Privatlehrer für Euer Kind vorstellen, damit es eine intensive Betreuung auf Französisch erhält und schnelle Fortschritte in der Sprache macht?

Dann schaut einmal bei Superprof rein!

Dort gibt es eine große Auswahl an Französischlehrern, die privaten Unterricht zu Hause oder aber Französischunterricht Online per Webcam geben.

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