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Nähen lernen: So wählst Du Deine Nähmaschinennadel

Von Florence, veröffentlicht am 13/10/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Nähen und Stricken > Welche ist die richtige Nähmaschinennadel?

“Man sollte sich nicht zu sehr an Moden hängen, zu sehr an sie glauben. Man sollte jede Mode mit Humor nehmen – genügend an sie glauben, um den Eindruck zu erwecken, sie zu leben, aber niemals zu sehr – und sich so die Freiheit bewahren” Yves Saint-Laurent (1936-2008).

Einer der größten französischen Modeschöpfer, Yves Saint-Laurent, hat uns viele Weisheiten über die Mode hinterlassen. Ein wichtiger Punkt ist die Balance zwischen Ernst und Humor, zwischen Treue und Freiheit. Wie integrierst Du das in Deine Nähpraxis?

Erst einmal solltest Du das nötige Nähmaterial besitzen. Einen Jersey Stoff zu Kleidung verarbeiten, ein Musselin Kleid oder einen Möbelstoff nähen… All das fordert ein gewisses Know-How, sowie Zeit und Geld. Aber auch Anfänger nähen richtig, und wie Du den perfekten Stich und gute Nähte hinbekommst, erklären wir Dir hier.

Denn im Mittelpunkt steht natürlich Deine Nähmaschine. Aber Du brauchst auch noch anderes Material, um Deine Nähbox nach und nach zu vervollständigen:

Nähgarn, Heißkleber, Maßband, Spulen für die Nähmaschine, Nähschere… all das gehört in Dein festes Nähsortiment.

Selbst wenn heutzutage Nähen und Sticken nicht mehr nur noch Frauen vorenthalten ist, selbst Männer können und dürfen einen Reißverschluss mit der Hand reparieren oder den Saum ihrer Hose umnähen, sind es doch meist Frauen, die den Beruf der Schneiderin wählen.

Wenn wir uns die Chefetagen der Modehäuser anschauen, sehen wir jedoch mehr Männer als Frauen, Yves Saint-Laurent war nur ein Beispiel unter vielen. In der Produktion, also an der Nähmaschine, arbeiten sich meist jedoch noch Schneiderinnen ab.

Ohne Schneiderinnen gibt es keine Kleidung und was braucht eine Schneiderin (oder ein Schneider)? Gute Stoffe, Know-How… und eine gute Nähmaschinennadel.

Die Nähmaschinennadel ist für Näher/innen ein bisschen so etwas wie der Heilige Graal.

Wenn Du wieder mit Deiner Nähmaschine von Singer oder Pfaff schimpfst, weil sie irgendwo blockiert ist und Du Deinen Stich vermasselt hast (Geradstich, Zickzackstich), denke in Zukunft drei Mal nach bevor Du etwas sagst. Denn vielleicht liegt es ja daran, dass Du die falsche Nähmaschinennadel ausgesucht hast!

Die Wahl der richtigen Nähnadel, bei der der Faden perfekt durch die Öhr passt, macht die Näharbeit um Einiges leichter. Aber es gibt viele verschiedene Nadeln. Wie findest Du also heraus, welche am besten zu Deinem Stoff und Deinem Nähprojekt passt? Nähkurse Online können Dir dabei helfen.

Und Superprof hat außerdem für Dich die wichtigsten Kriterien zusammengetragen, auf die Du bei der Wahl Deiner Nähmaschinennadel achten solltest.

Warum ist die Nähmaschinennadel so wichtig?

Die Nadel ist eines der wichtigsten Teile der Nähmaschine: Von ihr hängt ab, wie genau Deine Stiche werden und wie elegant am Ende das Kleidungsstück verarbeitet ist.

Bei einer Nähmaschinennadel, die nicht zum Nähprojekt passt, wenn die Nadel zum Beispiel nicht fein genug für den Stoff, oder wenn der Stoff zu fest für die Nadel ist, kann die Maschine Schaden davon tragen oder den Stoff beschädigen, also z.B. zu große Stiche hinterlassen.

Eine der wichtigsten Regeln beim Nähen ist: Jeder Stoff braucht eine spezifische Nähnadel.

Was war bisher Dein schönstes Nähprojekt? Bevor Du beim Nähen kreativ wirst, fällt die Wahl der richtigen Nähmaschinennadel an. | Quelle: Visualhunt

Bevor Du Dich auf den Weg machst, um Nähaccessoires zu kaufen oder in Deinem Lieblings-Näh-Onlineshop Dein Material kaufst, solltest Du erst einmal wissen, welche Nadeln zu Deiner Maschine passen und mit welchen Du Deinen Stoff bearbeiten kannst.

Eine Nähmaschinennadel hat vier Grundfunktionen:

  • Die Nadel schafft das Loch im Stoff, durch das der Faden dann gehen soll,
  • Sie zieht den Faden durch das Loch,
  • Sie macht eine Schleife, die vom Nähhaken wieder aufgegriffen wird,
  • Sie führt den Faden durch die Schleife, die der Greifer gemacht hat.

Und eine Nähmaschinennadel besteht aus zehn Elementen, die alle eine eigene Funktion haben:

  • Die Kolbenstirn: wird in die Nähmaschine eingesetzt,
  • Kolben: der breite Teil der Nadel, kann flach oder rund sein,
  • Der Kolbenkonus: die Partie zwischen Kolben und Schaft,
  • Der Schaft: Hier geht der Faden durch, befindet sich zwischen Öhr und Kolben und wird warm (durch die Reibung),
  • Die Lange Rinne,
  • Die Kurze Rinne,
  • Die Öhr: Durch dieses kleine Loch führst Du den Faden bevor Du mit dem Nähen anfängst,
  • Die Hohlkehle,
  • Die Spitze: Dank ihr kannst Du den Nähfaden durch den Stoff führen,
  • Das Ende der Spitze.

Das Nähzentrum Braunschweig hat eine tolle Zusammenfassung zum Thema der Nähmaschinennadel gemacht. Wenn Du noch mehr zur Anatomie der Nadel wissen willst und wie Du sie am besten für Deinen Nähkurs aussuchst, klicke hier.

Wie gut die Verarbeitung und somit die Qualität der genähten Kleidung ist, hängt letzten Endes von der Nähmaschinennadel ab.

Nähmaschinennadeln: Diese Größen und Arten gibt es

Ob Du nun eine Overlockmaschine, eine elektronische oder mechanische Nähmaschine benutzt, Nähmaschinennadeln sind unterschiedlich dick. Auf der Verpackung wird die Nadelstärke als metrische Nummer (NM = Nummer Metrisch) wiedergegeben. In der Regel wird auch noch die alte Singer Nadelstärkenbezeichnung angegeben (kleinere Zahlen). Wenn auf der Packung also 100/16 steht, heißt das, dass die Nadel 1,0 mm dick ist.

Faustregel:

Desto höher die Zahl ist, desto dicker ist die Nadel. Und desto dicker ist auch der Stoff, für den diese Nadeln benutzt werden sollten. Merke Dir das gut! Das werdet ihr auch in eurem Nähkurs Berlin noch einmal wiederholen.

Und umgekehrt ist es dann natürlich auch so, dass wenn der Stoff leichter, die Fasern also feiner sind, die Nadel und ihr Spitze auch dünner sein sollte, damit der Stoff nicht beschädigt wird.

Welche Nadeln brauchst Du zum Stricken? Ein Großmuttertipp: Zum Stricken brauchst Du gute Wolle und Stretchnadeln.

Wenn Du in einen Nähladen gehst, wird auf den Verpackungen der Nadeln immer die nötigen Info stehen, damit Du weißt, wie dick die Nadel ist und für welchen Stoff Du sie verwenden kannst.

Die Schnittmuster sind fertig. Jetzt kann das Nähen endlich losgehen?

Schauen wir uns einmal gemeinsam die verschiedenen Nadeltypen und -größen an. Es gibt 7 verschiedene Nähmaschinennadeln:

  • Die Universalnadel: Diese Nadel hat eine sogenannte normale, leicht verrundete Spitze und ist für viele verschiedene Stoffe geeignet: Chiffon, Taft, Popeline, Brokat, Polyester, Tüll, Viskose, Halbleinen, Fleece, Samt, dünnes Leder, Stoffe für Bettwäsche, Velours, usw. Es gibt sie in den Nadelstärken 60 bis 130,
  • Die Jerseynadel: Mit ihrer mittleren Kugelspitze ist sie sehr gut für Jersey und Lycra, sowie grobe Strick- und Wollware geeignet. Die Nadelstärken sind NM 65, 75 und 90,
  • Die Microtexnadel: Die Spitze ist sehr fein und somit für dünne und empfindliche Stoffe geeignet. Musselin, Chiffon, Cupro, Brokat, Seide, Folien, Paillettenstoff, Kunstleder und Wachstücher können mit ihr verarbeitet werden. Die Nadelstärken reichen von NM 60, 70, 80 bis 110,
  • Die Stretchnadel: Mit ihrer mittleren Kugelspitze ist sie ideal für Strickarbeiten und elastische Stoffe geeignet. Die Nadelstärke beträgt NM 65, 75 und 90,
  • Die Ledernadel: Mit dieser Nadel kommst Du auch durch Leder durch! Mit ihrer Schneidspitze und einer Nadelstärke von 70, 80 bis 120 NM gehört diese Nadel zu den stärkeren,
  • Die Jeansnadel: Die mittlere Kugelspitze, die recht fein ist und eine Stärke zwischen 70, 80 -110 NM machen sie perfekt für Jeans, Denim und sogar Arbeitskleidung,
  • Die Steppnadel: Die Nadelspitze ist schlank und leicht verrundet. Mit ihr machst Du Quilting, Stepparbeiten und Patchwork. Wähle eine Stärke zwischen 75 und 90.

Es kann natürlich auch passieren, dass Du etwas in Eile bist und Deine Arbeit schnell machen musst. Du nimmst Dir eine Nadel, nähst mit ihr und packst sie danach nicht wieder in ihre Packung zurück.

Es dauert dann eine Weile, bis Du die Nadel identifiziert hast und sie wieder in die passende Packung gelegt hast. Wir raten Dir also, die Nadeln mit einem Farbencode zu versehen. Ein kleines Etikett für jede Nadel. Das wird Dir viel Zeit ersparen!

Jedem Nadeltyp kannst Du eine Farbe zuordnen (z.B. rot für Jersey, schwarz für Leder, blau für Jeans, weiß für Leinen). So bleibt auch für die chaotischeren unter uns alles immer ganz schnell aufräumbar.

Die Wahl der Nadel hängt auch vom Faden ab

Bevor Du Dich zwischen den verschiedenen Nadeltypen entscheidest, solltest Du Dir natürlich auch die Frage stellen, welchen Nähgarn Du benutzen willst.

Warum?

Wenn Du einen Knopf nähen willst, ein Origami Kleid reparieren oder einen Hosensaum umnähen willst, brauchst Du jeweils andere Stoffe und somit auch anderen Garn.

Welche Garnarten magst Du? Welcher Garn soll es sein? | Quelle: Pexels

Was für einen Stoff Du bearbeitest, beeinflusst die Wahl des Nähgarns. Denn dicke Stoffe wie Leder oder Jeans z.B. brauchen robusteren und widerstandsfähigeren Garn, der am besten auch noch die gleiche Farbe haben sollte. All das lernst Du auch in einem Nähkurs in Hamburg.

Da die Dicke des Stoffes Einfluss auf die Wahl der Nähmaschinennadel Deiner Pfaff oder Brother Nähmaschine hat, wird auch ein bestimmter Nähgarn nicht zu allen Nadeln passen.

Wenn Du leichte Stoffe benutzt (einen Kissenbezug z.B.), wird ein sehr feiner Garn benötigt, der durch die kleine Öse passt und später die Falten reduziert.

Du hast Dir schon Nähmaschinennadeln gekauft. Wie wählst Du nun Deinen Nähgarn?

Desto höher die Zahl auf der Garnspule ist, desto feiner ist der Garn. Ein Faden mit dem Index 100 ist also sehr viel feiner als einer mit dem Index 30.

Zusammenfassend: Desto stärker die Nadel ist, desto robuster und dicker sollte auch der Garn sein. Das Gleiche gilt umgekehrt auch.

Und was passiert, wenn die Nadel beschädigt wird?

Wann und wie wechselst Du die Nähmaschinennadel aus?

Wenn Deine Nähmaschinennadel, die Du nun schon seit einigen Monaten benutzt, um Patchwork, Leinenstoff oder Jersey zu nähen, irgendwie angeschlagen scheint, besteht das Risiko, dass sie bricht, einknickt oder sehr unregelmäßige und unerwünschte Nadelstiche macht.

Ist Deine Nähmaschinennadel schon einmal zerbrochen? Keine Nadel ist unverwüstlich! | Quelle: Pexels

Die Nähnadel sollte niemals krumm und verbogen sein.

Mit jedem neuen Nähprojekt sollte auch eine neue Nähmaschinennadel eingesetzt werden.

Der Übergang von einem Stoff zum anderen, von Brokat zu Baumwolle, von Leder zu Jersey, erfordert auch eine neue Nadel. Das solltest Du Dir merken, vor allem wenn Du unterschiedliche Stoffe für das gleiche Objekt benutzt.

Wie setze ich also eine neue Nadel ein?

  1. Erst einmal eine Sicherheitsvorkehrung: Schalte immer Deine Nähmaschine aus, damit Du nicht aus Versehen auf die Pedale kommst und sich dann die Nadel bewegt,
  2. Drehe das Handrad in Deine Richtung, bis sich die Nähnadel an ihren höchsten Punkt bewegt,
  3. Nun muss die Nadelklammer gelöst werden. Nimm die Nadel in eine Hand und drehe mit der anderen das Schräubchen in Deine Richtung.
  4. Wenn sich die Nadel langsam löst, kannst Du sie vorsichtig rausziehen,
  5. Nimm nun die neue Nadel in die Hand, positioniere sie so, dass die abgerundete Seite des Kolbens (oben) zu Dir zeigt, und die flache in die Richtung der Maschine,
  6. In dieser Position führst Du nun die neue Nadel bis zum Ansatz in die Nadelklammer,
  7. Nun wird das Schräubchen wieder festgedreht, und zwar dieses Mal von Dir weg,
  8. Die neue Nadel sitzt!

Wie wäre es mit einem kleinen Überraschungstest? Welche Nadel passt zu welchem Stoff?

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