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Wie funktioniert meine Nähmaschine?: Step by Step!

Von Florence, veröffentlicht am 13/10/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Nähen und Stricken > Wie benutze ich eine Nähmaschine?: Ein Guide!

“Hütet euch vor den Technikern! Mit der Nähmaschine fangen sie an, und mit der Atombombe hören sie auf.” Marcel Pagnol (1895-1974).

Wenn Du Nähen lernen willst, brauchst Du eine gute Nähmaschine. Mit der Nähmaschine nähst Du schneller und kreativer, Du wirst viele neue tolle Ideen haben. Eine gute, qualitative Nähmaschine hat jedoch ihren Preis.

Wenn Du als Anfänger Nähen lernst, kann Deine erste Nähmaschine eine echte Herausforderung sein. Du wirst manchmal das Gefühl haben, einen Berg erklimmen zu müssen.

Aber auch eine Nähmaschine lässt sich zähmen. Was zählt, ist die Geduld.

Ob Deine Maschine nun mechanisch oder elektronisch ist, die Nutzungsweise unterscheidet sich kaum. Die Prozesse der elektronischen Nähmaschine sind jedoch automatisierter, ihre Handhabung ist also etwas leichter.

Bitte nicht in Panik ausbrechen! Um Dein neues Schmuckstück in Gang zu setzen, brauchst Du kein Genie zu sein, Du kannst einfach der Bedienungsanleitung folgen. Und sobald Du einige Gesten immer wieder gemacht hast, werden sie sich schnell in Automatismen umwandeln und alles wird ganz von alleine gehen.

Wie fädelst Du den Unter- und den Oberfaden ein, wie legst Du die Spule ein, wie wechselst Du die Nähmaschinennadel, wie benutzt Du das Handrad?

Wie stellst Du die verschiedenen Programme Deiner Nähmaschine ein, um auch mit unterschiedlichen Stoffen arbeiten zu können, wie benutzt Schnittmuster aus Deinem Nähkurs Berlin? Fragen über Fragen.

Wenn Du diesen Artikel liest, schweben Dir sicherlich schon die schönsten Kreationen vor Augen. Du fragst Dich wie man näht, z.B. einen Reiserucksack, ein Rock, ein Sommerkleid, einen eleganten Hosensaum oder eine blumige Gardine, um Dich vor den neugierigen Blicken Deiner Nachbarn zu schützen!

Wir von Superprof haben einen Mini-Guide für Dich zusammengestellt. So machst Du Deine neue Nähmaschine startklar und kannst sie schon bald benutzen!

So ist Deine Nähmaschine aufgebaut

Selbst wenn Deine Nähmaschine ein Schnäppchen von Lidl ist: Auch sie besteht aus vielen Teilen, die Du inspizieren und nutzen kannst.

Was ist einfacher: mit einer Nähmaschine eine Fliege oder mit der Hand ein paar schöne Shorts nähen? Ersteres!

Denn der wichtigste Stich, den jede Nähmaschine beherrscht, ist der Steppstich: der Stoff wird von Ober- und Unterfaden benäht.

Weißt Du wo an Deiner Maschine das Handrad ist? Wo findest Du den Fadenheber, den Spulenwickler, das Handrad? | Quelle: Pexels

Hier eine kleine Übersicht der verschiedenen wichtigen Teile der Nähmaschine, mit denen Du arbeiten musst, wenn Du Deine nächste Hose oder ein Top nähst:

  • Lokalisiere den Obergarnhalter, das ist eine Halterung auf der oberen Seite der Nähmaschine, auf die Du die Obergarnspule steckst,
  • Schau Dir die Obergarnführung an, sie dient dazu den Faden zum Spulenwickler und Spulenstopper zu leiten (sie befindet sich oben links auf Deiner Nähmaschine),
  • Die Stichlängenauswahl und die Stichauswahl, um die Länge, Richtung und Art der Stiche auszuwählen,
  • Mach den Fadenheber ausfindig, auch hier muss der Faden durchgeführt werden,
  • Probier den Regler für die Fadenspannung aus: Mit ihm kannst Du die Spannung des Fadens kontrollieren,
  • Dreh an der Schraube der Nähnadelhalterung herum, dank ihr kannst Du die Nähnadeln auswechseln,
  • Der Nähfuß: Er hält und leitet den Stoff beim Nähen,
  • Der Hebel/Füßchenheber des Nähfußes: Übe Dich daran, ihn hoch und runter zu schieben,
  • Die Stichplatte,
  • Die Nähtransport: Das ist ein metallisches Element auf der Stichplatte, das dazu dient, den Stoff während des Nähens weiterzuschieben,
  • Das Unterfadenspulenfach: Unter der Maschine befindet sich die Spule, die die Unterspule mit Faden versorgt.

Jetzt musst Du nur noch die Einstellungen vornehmen. Vor allem bei einer elektronischen Nähmaschine gibt es da einige. Und dann bist Du bereit, um durchzustarten!

Du stellst dafür am besten Deine Nähmaschine auf eine flache Oberfläche, die sauber und aufgeräumt und vor allem hell ist: Ein Tisch, ein Büro oder die Oberfläche eines Möbelstücks, das am besten in der Nähe eines Fensters steht oder von LED Lampen beleuchtet wird.

Stell die Nähmaschine am besten mit der Nähnadel links auf (so siehst Du besser)!

Nun kannst Du Deine Nähmaschine startklar machen.

Entdecke hier wie Du Deine eigenen Schnittmuster herstellen kannst!

So machst Du Deine Nähmaschine startklar

Beim Nähen lernen, ist es wie mit allem anderen auch: Aller Anfang ist schwer! Sobald Du jedoch weißt, wie Du Deine Maschine vorbereitest und richtig einstellst, wird Dir das Nähen gleich viel leichter fallen. Gute Einstellungen helfen dabei – manchmal sogar mehr als das nähtechnische Know-How – wunderschöne Kreationen hervorzuzaubern. Denk daran, wenn Du Dein nächstes Nähprojekt startest, egal ob es ein Sommerkleid, ein Rock, ein Kissenbezug oder ein Bustier ist!

Es ist ein bisschen wie bei einem Klempner: Selbst wenn er noch so viel Erfahrung hat, kann er seine Arbeit nur gut machen, wenn er die richtigen Zinnstäbe für die vorgesehene Schweißarbeit mit sich trägt.

Hast Du schon einmal eine alte mechanisch betriebene Nähmaschine gesehen? Auch Oma’s Nähmaschine hat ihren Charme. | Quelle: Pixabay

Im Folgenden erklären wir Dir vier Grundschritte, die jede/r Nähmaschinennutzer/in kennen muss und die bei jeder Näharbeit (einen Reißverschluss reparieren, ein Hose kürzen, Leder nähen, eine rote Tasche anfertigen, usw.) nützlich sein werden.

So setzt Du die Nähmaschinennadel ein

Erst einmal musst Du die Nadel richtig positionieren. Halte sie so vor Dir, dass die abgerundete Seite des Kolbens (oben) zu Dir zeigt, und die flache in die Richtung der Maschine.

Dreh nun die Schraube der Nadelhalterung locker und führe die Nadel in der beschriebenen Position ein (bis zum Anschlag).

Halte die Nadel weiterhin mit einer Hand fest und drehe die Schraube mit der anderen Hand wieder fest.

Bereite Deine Unterfadenspule vor

Ein Nähmaschine hat zwei Fadenquellen:

  • Den Oberfaden,
  • Und den Unterfaden, der von der Unterfadenspule im unteren Fach der Nähmaschine kommt.

Der Unterfaden wird auf dem Spulenwickler aufgespult. Das musst Du machen, bevor Du anfängst, Deine Jeans (z.B.) zu nähen.

Der Faden wird von der Oberspule genommen und über die Obergarnführung gelegt. Dann kommt er in die Untergarnspule, die in den Spulenwickler gelegt wird. Wenn Du dann das Fußpedal betätigst, wickelt sich der Untergarn ganz von alleine auf.

Anschließend kannst Du die volle Untergarnspule ins Untergarnspulenfach unter der Stichplatte legen. Das Fadenende bleibt draußen.

Nun legst Du den Ober- und Unterfaden in die Nähmaschine ein

So. Nun muss der Faden nur noch seinen Weg bis zur Nadel finden!

Die meisten modernen Nähmaschinen haben heutzutage Nummerierungen direkt auf der Maschine, die Dich durch die verschiedenen Schritte leiten. So ist es viel leichter geworden, seinen Faden in die Nähmaschine einzulegen. In weniger als einer Stunde kannst Du nun eine Tasche nähen!

Du wendest Dich jetzt also wieder dem Obergarn zu. Du nimmst das Ende des Fadens und legst ihn links um die Obergarnführung, führst ihn runter durch die Spalte auf der linken Seite der Maschine, versetzt unten angekommen leicht nach links (meist durch Pfeile gekennzeichnet). Nun drehst Du Dein Handrad bis der Fadenheber in der linken Spalte auftaucht und sich nach oben bewegt. Den Obergarn führst Du nun hoch einmal über den Fadenheber und dann wieder herunter. Nun kann er durch das Nadelöhr gezogen werden.

Nun brauchst Du nur noch das Handrad einige mal hin- und her (zu Dir und von Dir weg) zu drehen, damit der Oberfaden sich den Unterfaden greift. Anschließend kannst Du dann den Unterfaden, mit einer Nadel z.B., nach oben ziehen.

Wenn Du das Ganze in Bildern sehen willst, schau Dir dieses Video an:

Einige Tipps bevor es losgehen kann

Wenn Du das Stichprogramm ausgewählt hast (Zickzackstich, Geradstich, Breite und Länge des Stiches), kannst Du mit dem Üben beginnen:

  • Übe immer erst einmal mit Stoffresten, der Stoff sollte nicht zu dick und einfach zu bearbeiten sein,
  • Positioniere den Stoff unter der Nadel,
  • Führe die Nadel nach unten,
  • Fange mit dem Nähen an, indem Du einfach ganz langsam den Stoff unter der Nadel hin- und herwandern lässt.

Damit Deine Nähte nicht alle gleich wieder aufgehen, wirst Du in jedem Nähunterricht für Anfänger/innen lernen, dass sie vernäht werden müssen: Deswegen gehst Du am Ende der Naht immer wieder einige Stiche zurück.

Hast Du schon einmal einen Kissenbezug genäht? Ein schöner Kissenbezug verschenkt sich immer gut! | Quelle: Pexels

Das machst Du am Anfang und am Ende Deines Nähprojekts.

Dafür benutzt Du den Rückwärtsnähhebel, der sich meist neben der Spalte der Obergarnführung befindet. Nähe einige Stiche vorwärts und aktiviere dann den Rückwärtsnähhebel, um wieder einige Stiche zurückzugehen.

Und nun legst Du den Hebel wieder um, um wieder in die richtige Richtung zu nähen. So stärkst Du Deine Nahten.

Einige Tipps, um Deinen Stoff wieder zu entfernen:

  • Zieh den Nähfuß mit dem Füßchenheber hoch,
  • Schneide die Fäden mit dem Fadenabschneider ab (befindet sich meist ganz links auf der Nähmaschine).

Du willst wissen, wie man eine alte Nähmaschine startklar macht? Wikihow erklärt Dir wie Du Oma’s Nähmaschine einfädelst. So wird Nähen zu Hause kinderleicht!

Nun ist es endlich so weit: Du kannst mit dem Nähen anfangen. Hole Deine schönsten Stoffreste heraus und werde kreativ.

Los geht’s: Nähen mit der Nähmaschine

Worauf solltest Du achten, wenn Du mit Deinen Stoffen schöne Kleider, Accessoires oder Dekomaterial kreieren willst? Wie man näht, weißt Du doch schon, Du hast ja einen Nähkurs besucht. Trotzdem noch eine Erinnerung: Du solltest IMMER einen kleinen Rand lassen, damit es später noch Platz für die Nähte gibt.

Willst Du den Sprung ins kalte Wasser wagen? Wage den Sprung ins kalte Wasser und fang an! | Quelle: Pexels

Dieser Nahtrand ist in der Regel 1 cm, vielleicht auch 1,5 cm breit. So nutzt sich der Rand Deines Stückes nicht so schnell ab.

Zuerst beginnst Du damit, den Rand des Stoffes umzuschlagen und ihn mit Sicherheitsnadeln festzustecken. Nach und nach ziehst Du die Nadeln beim Nähen mit der Nähmaschine wieder heraus. Bei einem Nähkurs wirst Du das sicherlich auch üben!

Wenn Du nun zu einem anderen Part des Stoffes übergehen willst, ohne eine Kurve nähen zu wollen – um einen rechten Winkel zu nähen z.B., brauchst Du nur den Nähfuß zu heben und an gewollter Stelle weiter zu machen.

Du kannst den Stoff also auch immer wieder drehen und mit anderen Stichen oder an anderen Stellen weitermachen.

Gehe schrittweise vor! In Amerika oder England würde man sagen: step by step. Übe erst einmal mit Stoffresten und probiere dann leichte Accessoires zu nähen.

Für Anfänger/innen bietet sich z.B. ein Kissenbezug an.

Nimm Dir Zeit. Eine gute Organisation und viel Übung führen ganz von alleine zu Fortschritten beim Nähen. Nach und nach wirst Du ein Gefühl für das richtige Tempo und die Stoffführung entwickeln.

Ein letzter Tipp: Damit Du Deine Pfaff, Singer oder Husqvarna Nähmaschine wirklich gut kennenlernst, solltest Du unbedingt alle möglichen Sticharten einmal ausprobiert haben.

Mit der Zeit kommt Rat, und vor allem Kompetenz. Auch beim Nähen!

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