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Trainerlizenz & Co: Anforderungen für professionelles Personal Training

Von Tobias, veröffentlicht am 12/03/2018 Superprof Blog DE > Sport > Personal Trainer > Fitnesstrainer Ausbildung: Welche Zertifikate gibt es?

DOSB, PT, PNF, PMR, B-Lizenz, A-Lizenz… Wer soll sich denn mit sowas auskennen?

Wie Ihr vielleicht wisst (oder auch nicht) sind das alles Begriffe aus der professionellen Sportlehrer Ausbildung.

Aber benötigt man diese überhaupt, um anderen Leuten zuhause oder über das Internet beizubringen, wie sie Übungen richtig auszuführen haben?

Brauchen die muskelbepackten Coaches im Fitnessstudio überhaupt irgendeine Form von Ausbildung?

Muss man studiert haben, um zu wissen, wie man die Pfunde zum Purzeln bringt?

All diese Fragen drehen sich ums Thema Personal Trainer und falls Ihr so einer werden und Personal Training anbieten wollt, dann habt Ihr Euch ebendiese Fragen garantiert schon einmal gestellt.

Wir von Superprof versuchen, Euch heute die richtigen Antworten zu geben!

Was genau ist ein Fitness Coach überhaupt?

Wer hätte vor 20 Jahren schon daran gedacht, dass es einmal Fitness-Trainer geben würde, die zu einem nach Hause kommen und Privatkurse geben würden?

Wohl niemand. Auch wenn körperliches Training und Fitness schon ewig existieren, so fand diese Aktivität doch meist alleine statt – der Sportler und sein Gerät, oder nur sein Körper.

Ratschläge von ausgebildeten Sportlern konnte man lediglich in der Turnhalle oder im Fitnessstudio erhalten. Und nicht mal das traf auch alle Sportstätten zu…

Irgendwann waren es die Sportler aber Leid, so ganz ohne Anleitung und mit Scharen von anderen täglich ihre Gewichte zu stemmen. Das war die Geburtsstunde des Fitness-Coaches!

Und in welchem Land hat der erste wohl seinen Beruf ergriffen? Na klar, in den USA, wo Körperkult so groß geschrieben wird wie nirgendwo anders (auch wenn weiterhin 1/3 der Bevölkerung übergewichtig sind…).

Das Ziel war, Übungen aus dem Fitnessstudio zuhause nachzumachen, ohne dabei von den Massen an anderen Sportlern gestört zu werden.

Man braucht nicht unbedingt einen Lehrer, um fit zu bleiben Die Menschen halten sich schon jahrhunderten mit Sport auf Trab | Quelle: Visualhunt

Aber ein individueller Coach ist vielmehr als nur ein Sportlehrer!

Dadurch, dass er Euch Tipps im Alltag gibt, Euch ständig motiviert und zu Euch nach Hause kommt, ist er auch eine Art „Benimm-Coach“.

Psychologie spielt dabei eine viel größere Rolle, als man vielleicht glauben möchte.

Ein solcher Personal Trainer (PT) muss nicht nur teilweise mit übergewichtigen oder sogar stark fettleibigen Personen klar kommen – teilweise wenden sich auch Menschen mit psychologischen Problemen an ihn, die versuchen, diese Probleme mit Sport auszugleichen.

Aber auch Profisportler mit akuten Motivationsproblemen nehmen sich häufiger einen privaten Coach. Dieser muss also mit den unterschiedlichsten Situationen umzugehen wissen.

Sicher keine leichte Aufgabe – aber braucht ein solcher Trainer dafür eigentlich auch eine Ausbildung?

Ohne Ausbildung Personal Trainer werden – ist das möglich?

Das ist zweifelsohne DIE große Frage, die sich Sportbegeisterte in ganz Deutschland heutzutage stellen, besonders seitdem es sogar die Möglichkeit des Online-Sport-Unterrichts gibt!

Es gibt so viele Männer und Frauen, die sich nach jahrelanger sportlicher Erfahrung ein gewisses Verständnis ihrer Leidenschaft aufgebaut haben (Fitness, Boxen, Pilates, Yoga, Ausdauersport, Radfahren, Leichtathletik…).

Außerdem verstehen sie gut, wie der menschliche Körper funktioniert, gerade bei Muskelverletzungen oder Zerrungen.

Verständlich also, dass diese Menschen versuchen, aus ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung auch etwas Profit zu schlagen.

Denn was gibt es Schöneres, als für seine Leidenschaft auch noch bezahlt zu werden?

Mit Sport Geld verdienen - für viele gut vorstellbar Der Traum, mit Sport als Personal Trainer Geld zu verdienen ist für jeden realistisch! | Quelle: Pixabay

Bevor man sich aber nach potentiellen Schülern für sein Personal Training umsieht, sollte man sich zunächst mal fragen, was eigentlich alles dazugehört, um privater Sport-Coach zu werden.

Braucht man dafür eine professionelle Ausbildung oder kann man einfach nach Lust und Laune Training geben?

Trommelwirbel… Unfassbare Spannung… Die Antwort ist: Ja, man kann!

Die Berufsbezeichnung „Personal Trainer“ ist in Deutschland gesetzlich nicht geschützt. Eine einheitliche und allgemein anerkannte Ausbildung gibt es nicht.

Auch ohne jegliche Ausbildung kann man sich „Personal Trainer“ nennen. Kommerzielle Institute bieten aber sogenannte Zertifikate und Qualifizierungen an.

Es gibt in Deutschland heute etwa 300 persönliche Trainer in Vollzeit und einige tausend Trainer, die persönliches Training nebenberuflich anbieten.

Manche sind darüber hinaus bei einem Fitness-Studio beschäftigt, da sie so leichter Zugang zum Markt haben.

Personal Coaches können sich also von der Masse abheben, indem sie sich einer Ausbildung unterziehen und damit Zertifikate und Qualifikationen erwerben.

Welche Ausbildung kann man als Privater Fitnesstrainer haben?

Ausbildungen sind zeitaufwändig, daher ist es wichtig, dass sie auch offiziell anerkannt werden.

Auch wenn nicht alle Ausbildungen, die wir hier behandeln werden, primär darauf abzielen, aus Euch einen echten Profi-Trainer zu machen, so helfen Sie Euch doch dabei, Eure Aktivität als Fitnesscoach, Sporttrainer oder Physiotherapeut auszuüben!

Diese Ausbildungen helfen Euch als Persönlicher Fitnesscoach weiter:

Ausbildung zum Sportlehrer

Jeder kennt einen, da jeder das Fach Sport in der Schule gehabt hat. Schon an der Grundschule wird Sport unterrichtet.

Wer Sportlehrer werden möchte, der muss studieren. Und dafür braucht man natürlich erstmal ein Abitur!

Anders als beim Studium der Sportwissenschaften wirst Du Dich selbst aktiv bewegen. Aus diesem Grund ist ein zusätzlich ein Sporteignungstest zu absolvieren.

Nebenbei muss ein zweites Fach belegt werden, da eine Tätigkeit als staatlich anerkannter Lehrer in Deutschland nur mit dem Abschluss in zwei Fächern möglich ist.

Vorlesungen aus der Pädagogik müssen ebenfalls belegt werden, bevor Ihr den Master machen könnt. Das zweijährige Referendariat beendet dann Eure Ausbildung zum Sportlehrer.

Da in jedem Bundesland andere Regeln gelten, sind auch die Studiengänge dementsprechend ausgelegt.

An Theorie kommt man als Sportlehrer nicht herum Wer Sportlehrer werden will, muss nochmal die Schulbank drücken | Quelle: Pixabay

All das dauert zugegebenermaßen relativ lang.

Wer es aber zum Sportlehrer schafft, der hat beste Chancen, sich auf dem Markt der privaten Sport-Coaches durchzusetzen!

Ausbildung zum Sporterzieher

Der Sporterzieher oder auch „Erzieher mit bewegungs- und sportpädagogischem Profil“ durchläuft eine dreijährige Ausbildung, die auch berufsbegleitend stattfinden kann.

Anders als man vielleicht denken könnte, arbeiten Sporterzieher auch viel mit Erwachsenen.

Der Beruf basiert auf dem Wissen, dass Bewegung ein wesentlicher Motor der Entwicklung ist und wichtige Grundlage des Lernens.

Ein Sporterzieher beschäftigt sich also viel mit dem Thema, wie sich Sport positiv auf die Psyche auswirken kann.

Genau das also, was manche Menschen sich auch von einem privaten Fitnesscoach erwarten!

Ausbildungen zum Fitness-Trainer

Die Ausbildung zum Fitnesstrainer erfolgt in Deutschland in mehreren Stufen, von C bis A.

Diese Ausbildung zum C-Niveau gilt als die grundständigste Ausbildung im Fitnessbereich und verschafft Euch einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen sowie Eure zukünftigen Tätigkeiten als ausgebildeter Fitnesstrainer.

Oft bezeichnen Branchenkenner die C-Lizenz auch als Assistenzschein, weil diese Euch dazu qualifiziert, Fitnesstrainern und Sportlehrern auf der Trainingsfläche zu assistieren.

Selbst coachen dürft Ihr aber mit diesem Schein meist noch nicht, zumindest nicht in einer Fitnesseinrichtung.

Studioleiter stellen ihr Trainerpersonal häufig erst mit gültiger B-Lizenz ein.

Mit dieser vertieft Ihr Euer anatomisches Wissen und erfahrt, wie Ihr individuell auf den Kunden abgestimmte Trainingspläne schreiben sowie diese in den späteren Workouts erfolgreich vermitteln könnt.

Mit dem A-Schein erwerbt Ihr die höchste Fitnesstrainer-Lizenz und eröffnet Euch damit ein breites Tätigkeitsfeld in der Gesundheits- und Fitnessbranche.

So habt Ihr die Möglichkeit, die professionelle Betreuung von Hobby- und Profisportlern aller Altersgruppen zu übernehmen.

Dabei könnt Ihr nicht nur ein präventives, sondern auch ein rehabilitatives Training anbieten.

Wenn Ihr den A-Schein habt, dann seid Ihr wirklich vorne mit dabei!

Die Trainerlizenz

Handballtrainer, Fussballtrainer… Die sitzen doch alle nur auf der Bank und brüllen rum, meint Ihr? Das mag während eines Spiels schon sein.

Allerdings haben professionelle Trainer eine lange Ausbildung hinter sich, die mehr beinhaltet, als nur Schreien…

Diese Ausbildung hängt natürlich vom Sport ab, da gerade theoretisches Wissen auch sehr wichtig ist.

Wer zum Beispiel Fußballtrainer werden will, der muss die verschiedenen Aufstellungen, Taktiken und Spielzüge kennen (und natürlich das Regelwerk).

Wer einen schlechten Boxtrainer hat, der bekommt öfter mal was auf die Nase Auch als Box-Trainer muss man zunächst einmal alles über Taktik und Technik lernen | Quelle: Pixabay

Eine Trainerlizenz dient in erster Linie dazu, einheitliche Qualitätsstandards für Betreuer in den jeweiligen Sportarten zu gewährleisten.

Die Lizenz wird in der Regel durch die Sportfachverbände nach einer Ausbildung für eine befristete Zeit vergeben.

Meist gibt es, ganz ähnlich der A-, B-, C-Niveaus als Fitness-Coach, ein abgestuftes System mit unterschiedlichen Anforderungen.

Wenn wir beim Beispiel Fußballtrainer bleiben, dann würde dieser wohl meist als Jugendleiter anfangen, bevor er beim FC Bayern groß durchstartet. 😉

Nun werdet Ihr vielleicht sagen, dass ein Fußball Trainer ja nicht unbedingt viel mit einem privaten Personal Trainer zu tun hat.

Das stimmt aber nicht, denn beide müssen motivieren und organisieren können, müssen den menschlichen Körper und seine Leistungsgrenzen einschätzen und beide widmen einen großen Teil Ihres Lebens dem Sport!

Ihr seht schon, es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Zertifikat zu erwerben, das nachweist, dass Ihr Euch sehr gut mit Sport auskennt.

Wenn Ihr eine solche Ausbildung hinter Euch gebracht habt, dann solltet Ihr Euch auf keinen Fall scheuen, sie auch als Werbung für Euch zu nutzen.

Denn gerade bei Sportarten, bei denen man sich leicht verletzen kann, wie beim Sport mit Geräten, brauchen die Menschen eine gewisse Sicherheit!

Wenn Euch noch weitere Möglichkeiten einfallen, wie man sich selbst als privater Fitness-Coach besser vermarkten kann, dann könnt Ihr sie gerne in die Kommentare schreiben.

Viel Spaß beim Training!

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