Wenn Du Dir schon einen Überblick über die deutsche Grammatik verschafft hast, solltest Du Dich den Präpositionen widmen. Präpositionen sind ein wesentlicher Bestandteil jeder Sprache. Sie halten Sätze zusammen. Ohne sie wären wir nicht in der Lage, einfache Aussagen zu machen. In diesem Artikel stellen wir Dir die deutschen Präpositionen vor und zeigen Dir, wie Du sie richtig einsetzt.

Der Schlüssel zu deutschen Präpositionen - die vier deutschen Fälle

Der Grund, warum deutsche Präpositionen für diejenigen, die Deutsch lernen, etwas schwierig sind, ist das deutsche Fallsystem. Die deutsche Sprache hat vier Fälle: Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv.

Diese Fälle sind in der deutschen Grammatik sehr wichtig, da sie die Endung von Adjektiven und unbestimmten Artikeln bestimmen. Sie sagen Dir auch, welches Personalpronomen Du verwenden musst.

Wie lernt man Präpositionen am Schnellsten?
Zusammen lernen macht mehr Spass! | Quelle: Unsplash

Sehen wir uns die vier Fälle also schnell genauer an:

Der Nominativ

Dieser Fall sagt uns, wer oder was etwas tut. Das Subjekt kann eine bestimmte Aktion ausführen oder eine bestimmte Eigenschaft haben. Auf Deutsch ist es am einfachsten, den Nominativ von anderen Fällen zu unterscheiden, indem man fragt: "Wer oder was macht etwas?"

Deshalb ist der Nominativ auch als Wer-Fall bekannt.

Hier sind Beispiele:

  • "Wer ruft?" "Der Bruder ruft."
  • "Was ist gelb?" "Die Banane ist gelb."
  • "Wer bellt das Mädchen an?" "Der Hund bellt das Mädchen an."

Lässt sich das Nomen nicht mit "Wer?" oder "Was?" erfragen, liegt definitiv kein Nominativ vor.

Der Nominativ ist die Grundform des Nomens und der am häufigsten verwendete Fall im Deutschen.

Der Akkusativ

Ähnlich wie beim Nominativ lautet auch die operative Frage des Akkusativs "Was?" Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen den beiden. Im Fall des Akkusativs ist die Person (oder das Tier oder das Objekt), über das gesprochen wird, von der Aktion betroffen. Wenn also das Substantiv in der Aussage direkt vom Verb betroffen ist, musst Du den Akkusativ verwenden.

Beispiele wären:

  • "Was schreibt sie?" "Sie schreibt Briefe." 
  • "Was haben sie gegessen?" "Sie haben die Äpfel gegessen."
  • "Was hat er gemalt?" "Er hat ein Bild gemalt." 

Wie Du in diesen Sätzen sehen kannst, ist das Substantiv durch das Verb betroffen, wie das Bild, das von jemandem gemalt wurde.

Der Dativ

In diesem Fall dreht sich alles um das indirekte Objekt. Das indirekte Objekt ist ein Objekt, das passiv von jeder Aktion beeinflusst wird. Stell Dir den Dativ einfach als den „faulen Fall“ vor. Das stimmt! Du wirst gleich verstehen, warum. Sehen wir uns die Satzstruktur für den Dativ an:

"Sie bringt ihrer Schwester einen Kaffee".

"Sie" ist das Subjekt des Satzes. Das Verb ist "bringen". Das direkte Objekt ist der Kaffee, der gebracht wird. Und dann ist da noch die Schwester: Sie lässt sich einen Kaffee bringen - und ist damit das indirekte Objekt des Satzes.

Wie helfen Präpositionen, die richtigen Fälle zu benutzen?
Ich lege den Apfel auf die Bücher. Na? Welcher Fall?| Quelle: Unsplash

Hier ist noch ein anderes Beispiel:

"Ich gab ihm frische Socken".

In diesem Fall ist "Ich" das Subjekt des Satzes, während "die Socken" das direkte Objekt sind. Das Verb hier ist "geben", und das indirekte Objekt ist "er", dem ich die Socken gegeben habe. Wenn es sich um einen Dativ handelt, musst Du immer fragen: "An wen?" oder "Für wen?". Diese Fragen weisen auf den Dativfall hin.

Der Genitiv

Auf zum letzten Fall!

Der Genitiv ist im Allgemeinen ziemlich einfach. Das operative Wort hier ist "Wessen?" Wann immer Du einen Satz siehst wie: "Die Schuhe des Mannes sind schwarz", kannst Du sicher sein, dass es ein Genitiv ist! Warum? Weil die Frage lautet: "Wessen Schuhe sind schwarz?"

Das Besondere am Genitiv ist, dass sich bei seiner Anwendung die Endungen der männlichen und neutralen Substantive ändern.

Beispiele: "Der Baum hat rote Blätter." "Wessen Blätter sind rot?" "Die Blätter des Baumes sind rot."

Wenn sich ein Satz im Genitiv befindet, werden die Buchstaben "–es" zu einigen Wörtern hinzugefügt, insbesondere zu solchen, die nur eine Silbe haben und mit einem Konsonanten enden.

"Das Blatt" wird zu "des Blattes", "Der Baum" wird zu "des Baumes".

Wenn ein Wort mit "–en", "–el" oder "–er" endet, wird normalerweise nur ein "–s" hinzugefügt, insbesondere bei männlichen oder neutralen Substantiven.

Beispiele: "Der Bauer" wird zu "des Bauers", "Der Nebel" wird zu "des Nebels", "Das Eichhörnchen" wird zu "des Eichhörnchens".

Und jetzt, da Du die Gelegenheit hattest, einen kurzen Blick auf die vier Fälle der deutschen Sprache zu werfen, gehen wir über zum wirklich lustigen Teil: Deutsche Präpositionen!

Deutsche Präpositionen auf einen Blick

Sobald Du ein gutes Gefühl für die Funktionsweise der Fälle hast, sind deutsche Präpositionen ziemlich einfach zu lernen. Genau wie bei den vier Fällen, gibt es vier verschiedene Arten deutscher Präpositionen. Das Gute an ihnen? Wenn Du das spezifische Vokabular gelernt hast, gibt es einen klaren Hinweis darauf, welcher Fall mit welcher Präposition verwendet wird. 

Deutsche Präpositionen im Akkusativ

Wenn Du auf diese deutschen Präpositionen stößt, kannst Du sicher sein, dass die folgenden Substantive und Pronomen immer im Akkusativ stehen:

  • bis
  • durch
  • für 
  • ohne 
  • gegen
  • um
  • entlang

Das Gute an deutschen Präpositionen im Akkusativ, ist, dass sich nur der Artikel für männliche Substantive (der) ändert. Die Artikel für weibliche und neutrale Substantive bleiben gleich.

Beispiele:

  • "Sie arbeitet für eine Agentur in Leipzig."
  • "Wir spazieren durch den Wald." (Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich der männliche Artikel für "der Wald" im Akkusativ in "den Wald" ändert!)
  • "Wir treffen uns um vier Uhr." 
  • "Sie gingen die Straße entlang." (Das ist ein Sonderfall - was wäre Deutsch ohne sie? -, da die Präposition „entlang“ immer dem Objekt des Satzes folgt. Wenn Du also das Wort "entlang" siehst, wirst Du sofort wissen, dass das Objekt des Satzes vor der Präposition stehen sollte.)
  • "Deutschland spielt heute gegen Frankreich."
  • "Der Zug fährt bis Heidelberg."

Deutsche Präpositionen im Dativ

Alle unten aufgeführten Wörter zeigen Dir, dass jedes Substantiv oder Pronomen, das auf sie folgt, im Dativ steht:

  • aus
  • außer 
  • gegenüber
  • bei
  • mit
  • nach 
  • seit 
  • zu 
  • von

Beispiele:

  • "Er sitzt mir gegenüber." (Hier siehst Du auch, dass sich das Wort "mich" (ich) in seine Dativform verschiebt: mir.)
  • "Seit seiner Trennung lebt er allein." (Da dies eine Präposition im Dativ ist, wird das Wort „seine (Trennung)“, ein Possessivpronomen, zu „seiner“.
  • "Ich habe nichts außer einer Bluse gekauft."
  • "Sie kommt aus Italien."
  • "Ich fahre mit meinem Bruder nach Florenz."
  • "Ich wohne bei meiner Freundin." 

Deutsche Präpositionen im Genitiv

Viele deutsche Muttersprachler (beim informellen Sprechen oder in alltäglichen Gesprächen) verwenden statt dem Genetiv den Dativ. Deshalb gibt es im Deutschen auch den schönen Spruch: "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod." Insbesondere beim Schreiben von Briefen, emails oder beim Sprechen in formelleren Kontexten (bei Vorstellungsgesprächen und dergleichen) solltest Du lernen, für die folgenden Präpositionen den richtigen Fall zu verwenden, nämlich den Genitiv.

  • anstatt (manchmal auch einfach nur statt)
  • während
  • trotz
  • wegen
  • außerhalb
  • innerhalb
  • oberhalb
  • unterhalb
  • diesseits 
  • jenseits 
  • beiderseits

Während Du den Dativ informell verwenden kannst, wenn Du Präpositionen wie „während“ oder „statt“ verwendest, müssen die Präpositionen außerhalb, innerhalb, oberhalb und unterhalb mit dem Genetiv verwendet werden. Das Gleiche gilt für diesseits, jenseits und beiderseits!

Beispiele:

  • "Das Café ist wegen Urlaubs geschlossen." (Da sich die Präposition im Genitiv befindet, wechselt das Wort „Urlaub“ in seine Genitivform „Urlaubs“. Viele Deutsche werden den Genitiv hier bequem ignorieren und einfach „wegen Urlaub geschlossen“ sagen - dies ist jedoch grammatikalisch falsch!)
  • "Seine Firma befindet sich außerhalb des Stadtzentrums."
  • "Ich ging trotz einer Erkältung zur Arbeit."
  • "Es kam innerhalb der Gruppe zu Spannungen."
  • "Er stand während des Essens auf." (Viele Deutsche würden auch hier den Dativ nutzen und sagen "während dem Essen", aber das ist falsch!)

    Welche Sonderfälle gibt es?
    Du hast es fast geschafft! Die Präpositionen sind gemeistert! | Quelle: Unsplash

Der Sonderfall: Zwei-Wege-Präpositionen

Deutsch wäre nicht Deutsch, wenn es nicht für alles einen Sonderfall gäbe! Das gilt natürlich auch für deutsche Präpositionen. Vielleicht stöhnst Du gerade frustriert - aber keine Sorge: Dieser Sonderfall ist leicht zu merken!

Einige Pronomen und Substantive stehen entweder im Dativ oder im Akkusativ und zwar hinter folgenden Präpositionen:

  • auf
  • hinter
  • neben
  • im
  • in
  • über
  • unter
  • vor
  • zwischen

Aber woher weisst Du, ob der Dativ oder der Akkusativ verwendet wird? Ganz einfach: Jedes Mal, wenn es um Bewegung geht (insbesondere wenn über einen bestimmten Ort gesprochen wird), steht die Präposition im Akkusativ. Wenn es sich nicht um eine Bewegung handelt oder die betreffende Bewegung kein bestimmtes Ziel hat oder wenn Du über einen festen Ort sprichst, verwendest Du den Dativ.

Du unterscheidest die beiden, indem Du das Fragewort betrachtest. Im Falle eines Akkusativs lautet das Fragewort "wohin?", wenn Du Dich nach der Situation erkundigst:

"Wohin gehen wir?" "Wir gehen in die Oper". Man bewegt sich Richtung Oper.

"Wohin lege ich die Zeitung?" "Lege die Zeitung bitte auf den Tisch". Die Zeitung bewegt sich Richtung Tisch.

Bei einer Zwei-Wege-Präposition mit dem Dativ funktioniert es etwas anders:

"Die Zeitung liegt auf dem Tisch." Hier hat die Bewegung bereits stattgefunden. Die Zeitung liegt auf dem Tisch und geht nirgendwo hin (es sei denn, Du bewegst sie).

"Wir sind in der Oper." Die Bewegung hat bereits stattgefunden. Auch hier kommt also der Dativ zum Einsatz.

Diese Regeln gelten nur für Zwei-Wege-Präpositionen. Andere Präpositionen (zum Beispiel diejenigen, die immer den Dativ oder Genitiv verwenden) bleiben in ihren jeweiligen Fällen erhalten.

Atme tief durch. Du hast die deutschen Präpositionen im Griff! Gratuliere!

Jetzt kannst Du Dich anderen Herausforderungen widmen, wie zum Beispiel dem deutschen Satzbau.

Wir wünschen Dir viel Erfolg!

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.